An der Kreuzung bleibt die Ampel rot, obwohl weit und breit kein Querverkehr kommt, und hinter Ihnen staut sich schon die halbe Straße. Manchmal steckt hinter dem Rot schon eine KI. Sieben von acht Kerntätigkeiten einer Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik könnte Software laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung heute übernehmen. Im KI-Resilienz-Check erhält der Beruf die Note 4,2.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen53,7 Milliarden Euro beträgt der Rückstand der Kommunen bei Straßen und Verkehrswegen, so das Kommunalpanel der KfW vom Juni 2026. Ausgebildet werden für die Planung dieser Straßen erstaunlich wenige: 18 junge Menschen begannen 2025 bundesweit eine Ausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik. Gleichzeitig zieht Software genau dort ein, wo dieser Beruf seine Stunden verbringt: am Zeichenprogramm, beim Vermessen und beim Zählen von Autos.
Wie viel davon an Algorithmen wandert, prüft dieser Beitrag mit demselben Sechs-Kriterien-Raster wie der Basisartikel zur KI-Resilienz von Ausbildungsberufen. Die Note folgt der Schulnotenskala von 1 bis 6, eine 1 steht für sehr KI-sicher, eine 6 für leicht ersetzbar.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Beruf erreicht die Gesamtnote 4,2 und liegt damit gleichauf mit der Steuerfachangestellten, zwischen dem Baustoffprüfer mit 3,7 und dem Bauzeichner mit 5,1.
- Die Ausbildung dauert drei Jahre und läuft im öffentlichen Dienst oder in Ingenieurbüros und Bauunternehmen.
- Die Einstiegsvergütung reicht im ersten Jahr von der gesetzlichen Untergrenze von 724 Euro bis zu 1.418,26 Euro im Haustarif der Autobahn GmbH.
- Software konstruiert, berechnet, zählt den Verkehr und bereitet Ausschreibungen vor. Baustellen überwachen, Bauleistungen abnehmen und Absperrungen kontrollieren bleiben beim Menschen.
- Der Job-Futuromat des IAB stuft 88 Prozent der Kerntätigkeiten als ersetzbar ein, 2016 lag der Wert bei 50 Prozent.
Kurzer Bauchgefühl-Test: Ersetzt die Maschine die Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik?
Schätzen genügt, Vorwissen brauchen Sie keines.
1 Wie viele junge Menschen begannen 2025 bundesweit eine Ausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
2 Viele glauben, KI-Ampeln schalten fehlerfrei. Was ist in Hamm passiert? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
3 Welche Kerntätigkeit stuft der Job-Futuromat des IAB in diesem Beruf als nicht ersetzbar ein? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
4 Wie viel Ausbildungsentgelt zahlt die Autobahn GmbH im ersten Jahr? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
5 Welche KI-Resilienz-Note vergibt Dr. Web an die Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Was macht eine Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik und wie läuft die Ausbildung ab?
Spanne
Spanne
Spanne
Eine Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik plant, berechnet und überwacht Bau und Erhalt von Straßen, Radwegen und Brücken, meist an der Seite von Ingenieuren. Typische Arbeitgeber sind die Straßen- und Verkehrsverwaltungen der Länder, die Bauämter von Kreisen und Städten, die Autobahn GmbH des Bundes sowie Ingenieurbüros und Bauunternehmen. Der Arbeitstag wechselt zwischen Bildschirm und Baustelle.
Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik vom 21. Juli 2000, in Kraft seit dem 1. August 2000 und seither unverändert. Der Ausbildungsrahmenplan reicht vom bautechnischen Zeichnen mit CAD über Lage- und Höhenvermessung bis zur Bauüberwachung. Ausdrücklich gehören dazu auch das Erheben von Verkehrsdaten, das Absichern von Baustellen und die Planung von Markierungen, Beschilderung und Lichtsignalanlagen.
Die Ausbildung dauert drei Jahre und kennt keine Fachrichtungen.
Vor dem Ende des zweiten Jahres steht eine Zwischenprüfung mit einer praktischen Aufgabe von höchstens sieben Stunden. In der Abschlussprüfung bearbeiten die Prüflinge in Teil A ein Projekt von bis zu 28 Stunden, etwa den Entwurf eines Verkehrswegs samt Vermessung, und erläutern das Ergebnis in einem Gespräch. Teil B prüft schriftlich die Abwicklung von Baumaßnahmen, den Betrieb des Verkehrswegenetzes und Wirtschafts- und Sozialkunde.
Die Datenbank der tariflichen Ausbildungsvergütungen des BIBB führt nur Berufe mit mindestens 300 Auszubildenden, dieser Beruf liegt weit darunter. Belastbar sind die Tarifverträge, nach denen die großen Ausbilder zahlen. Im Tarifvertrag der Länder sind das seit April 2026 monatlich 1.296,82 Euro im ersten, 1.350,96 Euro im zweiten und 1.400,61 Euro im dritten Jahr. Die Autobahn GmbH zahlt nach ihrem Haustarif 1.418,26, 1.468,20 und 1.514,02 Euro. Ohne Tarifbindung gilt nach § 17 Berufsbildungsgesetz die Mindestvergütung von 724, 854 und 977 Euro für einen Ausbildungsbeginn 2026.
| Ausbildungsjahr | Gesetzliche Mindestvergütung (Beginn 2026) | Tarifvertrag der Länder (ab April 2026) | Autobahn GmbH (Haustarif) |
|---|---|---|---|
| 1. Jahr | 724 € | 1.296,82 € | 1.418,26 € |
| 2. Jahr | 854 € | 1.350,96 € | 1.468,20 € |
| 3. Jahr | 977 € | 1.400,61 € | 1.514,02 € |
Einen bestimmten Schulabschluss schreibt die Verordnung nicht vor. Von den 21 Neuanfängern 2024 brachten laut Bundesagentur für Arbeit 57 Prozent die Hochschul- oder Fachhochschulreife mit, die übrigen den Mittleren Schulabschluss. Gefragt sind Kenntnisse in Mathematik, räumliches Vorstellungsvermögen und die Bereitschaft, bei jedem Wetter mit dem Messgerät an der Straße zu stehen. Frauen stellten 2025 knapp 28 Prozent der Neuverträge.
Welche Note bekommt die Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik im KI-Resilienz-Check?
Mit der Gesamtnote 4,2 landet die Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik in der schwächeren Hälfte der Serie. Punkte holt der Beruf draußen an der Straße, am Rechner gehen die Punkte verloren. Das Sechs-Kriterien-Raster im nächsten Kapitel zerlegt die Note in ihre Bestandteile.
Die Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik erhält im KI-Resilienz-Check die Note 4,2 und landet damit näher am Planungsbüro als an der Baustelle.
Die Steuerfachangestellte und der Kaufmann im Einzelhandel teilen die 4,2. Unter den Bauberufen liegt der Baustoffprüfer mit 3,7 besser, der Asphaltbauer, der die geplante Straße am Ende einbaut, kommt auf 3,1.
Der Bauzeichner bleibt mit 5,1 deutlich dahinter. Wo Handwerk, Büro und Gesundheit insgesamt stehen, zeigt unsere Übersicht der KI-resistenten Berufe.
Anders als der Bauzeichner zeichnet die Fachkraft nicht nur, sondern geht auch hinaus: Sie misst auf, kontrolliert Absperrungen und nimmt Bauleistungen ab.
Gegen eine schlechtere Note sprechen diese Termine vor Ort und die Verantwortung bei der Bauüberwachung. Eine Baugrube, deren Absicherung nicht stimmt, sieht man auf der Baustelle, nicht im Datenmodell.
Eine bessere Note verhindert der Rest des Arbeitstags. Konstruieren, Mengen berechnen, Leistungsverzeichnisse schreiben und Verkehrsdaten auswerten erledigt Software schon heute zu großen Teilen, und der Job-Futuromat des IAB führt sieben der acht Kerntätigkeiten als ersetzbar.
Wir halten 4,2 für fair. Eine Fachkraft, die vor allem Baustellen betreut, läge besser, eine, die nur Pläne zeichnet, deutlich schlechter.
Wie setzt sich die Note aus dem Sechs-Kriterien-Raster zusammen?
Die Note 4,2 ergibt sich aus einer Drei für Urteilskraft und Haftung, je einer Vier für physische Präsenz und regulatorische Hürde und je einer Fünf für Empathie, Routineanteil und Digitalisierungsgrad. Die Stärke liegt draußen an der Straße, die Schwäche am Schreibtisch.
Physische Präsenz (Note 4)
Vermessen, Verkehr zählen, Baustellen begehen und Absperrungen prüfen verlangen einen Menschen am Ort. Ein großer Teil der Arbeit findet aber am Rechner statt: Lagepläne, Querschnitte, Mengenberechnungen und Markierungspläne. Außerdem erfassen Messfahrzeuge mit Laserscannern und Kameras Straßen bei bis zu 80 Kilometern pro Stunde. Der Gang mit dem Tachymeter wird dadurch seltener. Dr. Web vergibt die Note 4.
Empathie und Vertrauen (Note 5)
Die Fachkraft spricht mit Baufirmen, Anwohnern, Behörden und Kollegen aus dem Ingenieurbüro, aber selten über Dinge, bei denen Vertrauen den Ausschlag gibt. Fürsorge spielt keine Rolle, und eine Kundenbeziehung im engeren Sinn entsteht selten. Für Empathie und Vertrauen steht die Note 5.
Urteilskraft und Haftung (Note 3)
Bei der Bauüberwachung entscheidet die Fachkraft mit, ob eine Leistung den Vertrag erfüllt, ob ein Aufmaß stimmt und ob eine Baustellensicherung den Regeln entspricht. Fehler kosten Geld oder gefährden Menschen im Verkehr. Die letzte Unterschrift leisten aber meist Ingenieure und Bauleiter, Verkehrszeichen und Ampelschaltungen ordnet nach § 45 Straßenverkehrs-Ordnung die Straßenverkehrsbehörde an.
Die Fachkraft bereitet diese Entscheidungen vor und prüft ihre Umsetzung. Dr. Web vergibt die Note 3.
Regulatorische Hürde (Note 4)
Eine Zulassung oder ein Berufsvorbehalt schützt den Beruf nicht. Schutz bietet das Verfahren: Planfeststellung, Vergaberecht und die RSA 21 verlangen geprüfte Unterlagen, für die eine Verwaltung geradesteht.
Eine weitere Grenze zieht die KI-Verordnung der EU: KI-Systeme, die als Sicherheitsbauteile im Straßenverkehr arbeiten, gelten dort als Hochrisiko-KI-Systeme, deren Pflichten ab dem 2. Dezember 2027 greifen. Für solche Systeme verlangt die Verordnung unter anderem eine menschliche Aufsicht, nach unserer Einschätzung fällt eine Ampelsteuerung mit KI darunter. Was die KI-Verordnung für solche Anwendungen verlangt, haben wir gesondert aufgeschrieben. Bei der Regulierung steht die Note 4.
Routineanteil (Note 5)
Berechnen, Entwerfen, Vermessen, Ausschreiben, Konstruieren, Zeichnen und Verkehrsplanung: Der Job-Futuromat des IAB führt sieben von acht Kerntätigkeiten als ersetzbar, was ein Substituierbarkeitspotenzial von 88 Prozent ergibt. 2016 lag der Wert bei 50 Prozent, 2019 bei 63 Prozent. Einzige nicht ersetzbare Kerntätigkeit bleibt der Straßenbau selbst, also die Arbeit an der Baustelle. Beim Routineanteil steht die Note 5.
Digitalisierungsgrad (Note 5)
CAD-Programme, Geoinformationssysteme, 3-D-Laserscanning, Drohnen und Apps für das Aufmaß gehören zum Werkzeugkasten, der Futuromat nennt sie ausdrücklich. Bei der Autobahn GmbH, der DEGES und den Auftragsverwaltungen der Länder soll die Arbeit mit digitalen Bauwerksmodellen nach dem Masterplan des Bundesverkehrsministeriums ab 2026 der Regelprozess sein.
Wer in diesem Beruf Pläne noch von Hand zeichnet, arbeitet mit dem Werkzeug von gestern. Beim Digitalisierungsgrad steht die Note 5.
Die gewichtete Gesamtrechnung
Physische Präsenz, Empathie, Urteilskraft und regulatorische Hürde zählen doppelt, Routineanteil und Digitalisierungsgrad einfach. Mit den sechs Einzelnoten ergibt die Rechnung (4×2) + (5×2) + (3×2) + (4×2) + (5×1) + (5×1) = 42 Punkte. Geteilt durch die Gewichtssumme 10 folgt ohne Rundung die Note 4,2.
Welche Teilaufgaben verschwinden zuerst?

Zuerst verschwinden das Zählen von Verkehr, das Erfassen von Straßenschäden, das Zeichnen von Plänen und das Berechnen von Mengen und Kosten. Für all das stehen Kameras, Messfahrzeuge und Programme bereit, die schneller arbeiten als eine Fachkraft mit Strichliste. Hamburg zählt den Radverkehr seit 2020 mit Wärmebildkameras, zum Start an 55 Stellen.
Leipzig ließ im August 2025 an 38 Standorten Kameras aufstellen, die rund um die Uhr Fußgänger, Radfahrer und Autos erfassten. Die Daten dienen unter anderem der Ampelsteuerung und dem Verkehrsmodell der Stadt.
Im Projekt KI4LSA hat das Fraunhofer-Institut IOSB-INA in Lemgo eine Kreuzung von einer Software steuern lassen, die zuvor in einer Simulation mit bestärkendem Lernen trainiert wurde. Im Realbetrieb beobachtete das Institut im Schnitt rund zehn Prozent kürzere Reisezeiten für Fahrzeuge, welche Steuerung als Vergleich diente, gibt die Mitteilung nicht an.
In Hamm erkennt eine Ampel mit sieben Kameras Radfahrer schon rund 70 Meter vor der Kreuzung und verkürzt deren Wartezeit. Was das für die Rangfolge an der Kreuzung bedeutet, haben wir im Beitrag über adaptive Ampeln aufgeschrieben.
Straßenschäden erfassen Messfahrzeuge des Bundes seit den 1990er-Jahren, abwechselnd auf Autobahnen und Bundesstraßen: Laser messen die Ebenheit, Kameras fotografieren die Oberfläche. Kommunen lassen ihre Straßen inzwischen aus fahrenden Autos fotografieren, alle vier Meter ein Bild, ein Algorithmus sortiert die Schäden in 15 Kategorien. Der Stuttgarter Anbieter vialytics beziffert die Zahl seiner Partnerkommunen auf über 1.000.
| Teilaufgabe | Technik | Stand |
|---|---|---|
| Verkehr zählen | Kameras und Wärmebildkameras mit automatischer Auswertung | Im Einsatz, etwa in Leipzig und Hamburg |
| Straßenzustand erfassen | Messfahrzeuge mit Laser und Kamera, Bildauswertung per Algorithmus | Im Einsatz bei Bund und vielen Kommunen |
| Pläne zeichnen und konstruieren | CAD, digitale Bauwerksmodelle | Regelprozess beim Bund ab 2026, laut IAB ersetzbar |
| Mengen und Kosten berechnen | Mengenermittlung aus dem Bauwerksmodell | Verbreitet, laut IAB ersetzbar |
| Ampeln schalten | Steuerung mit bestärkendem Lernen | Pilotbetrieb, nach unserer Einschätzung bis 2030 an ersten Hauptachsen |
In Hamm blieb im April 2024 eine KI-Ampel trotz freier Straße rot, bis zu 30 Autos stauten sich, erst die Polizei löste den Stau auf. Ob die Software schuld war, blieb offen.
Welche Teilaufgaben bleiben unersetzbar menschlich?
- −Pläne zeichnen und konstruieren
- −Mengen und Kosten berechnen
- −Verkehr zählen und auswerten
- −Straßenschäden per Foto erfassen
- +Baustellen vor Ort überwachen
- +Bauleistungen abnehmen
- +Verkehrssicherung kontrollieren
- +Schadensursachen vor Ort beurteilen
Beim Menschen bleiben die Überwachung der Baustelle, die Abnahme von Bauleistungen, die Kontrolle der Verkehrssicherung und das Urteil über Schäden, die ein Foto nicht zeigt. Alle vier Aufgaben verlangen jemanden, der vor Ort steht und für sein Ergebnis einsteht.
Neben der Kerntätigkeit Straßenbau führt der Job-Futuromat auch Straßenunterhaltung, Bauabnahme und Verkehrssicherung als nicht ersetzbar. Ein Bauwerksmodell zeigt, wie die Straße aussehen soll, nicht, ob die Asphaltschicht tatsächlich so dick eingebaut wurde.
Bei der Abnahme misst die Fachkraft nach, vergleicht mit dem Leistungsverzeichnis und hält Mängel fest. Aus diesem Protokoll ergibt sich, ob die Baufirma nachbessern muss und was die Verwaltung bezahlt. Streitet sich der Auftraggeber später mit dem Unternehmen, zählt das Aufmaß, das ein Mensch unterschrieben hat.
Bei Baustellen im fließenden Verkehr prüft die Fachkraft, ob Baken, Schilder und Ampeln so stehen, wie der Verkehrszeichenplan vorsieht, und ob der Plan zur Lage vor Ort passt.
Ein Algorithmus erkennt auf einem Foto einen Riss. Ob der Riss von einem Frostschaden stammt, von einem defekten Kanal darunter oder von einer Wurzel, klärt jemand, der davor kniet und den Untergrund kennt. Beim Brückenmonitoring mit KI, das die Autobahn GmbH an der Mintarder Brücke der A52 mit rund 150 Sensoren erprobt, melden die Sensoren Auffälligkeiten. Über eine Sperrung entscheiden die Fachleute der Autobahn GmbH.
Wie verändert sich der Arbeitsalltag konkret?
Der Alltag verschiebt sich vom Zeichnen und Zählen zum Prüfen und Steuern: weniger Stunden am Zeichenprogramm, mehr Arbeit mit Daten aus Kameras, Sensoren und Modellen, mehr Zeit auf der Baustelle.
Zum Rückstand der Kommunen von 53,7 Milliarden Euro bei Straßen und Verkehrswegen kommen die Brücken der Autobahnen hinzu. Rund 8.000 Teilbauwerke sind langfristig zu modernisieren, 4.000 davon im besonders wichtigen Netz. 2024 meldete die Bundesregierung 212 modernisierte Teilbauwerke. Der Bundesrechnungshof zählte nur 69 von geplanten 280, weil er allein die Bauwerke des Programms wertet, und sah das Programm bei Weitem nicht im Zeitplan.
Laut Institut der deutschen Wirtschaft fehlen 10.000 Bauplaner, um das Geld aus dem Sondervermögen Infrastruktur zu verbauen, und 81 Prozent der offenen Stellen in diesen Berufen lassen sich nicht besetzen. Warum Geld allein noch keine Straße baut, beschreibt unser Beitrag zu den 500 Milliarden für die Infrastruktur. Öffentliche Arbeitgeber schrieben 2025 rund 12.400 Stellen in bauingenieurs- und bautechnischen Berufen aus, drei Viertel davon bei Kommunen.
Mehr als ein Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Dienst geht laut IW in diesem Jahrzehnt in Rente.
Die Berufsgruppe der Fachkräfte in der Bauplanung von Verkehrswegen hat sich laut IAB seit 2012 verdreifacht, von 200 auf 612 Beschäftigte im Jahr 2024, bei 31 Arbeitslosen. Der Nachwuchs schrumpft dagegen: Die Neuverträge sanken von 27 im Jahr 2021 auf 18 im Jahr 2025, Rang 263 unter allen Ausbildungsberufen.
Die Kommunen schieben 53,7 Milliarden Euro Rückstand bei Straßen vor sich her, und bundesweit beginnen 18 Azubis diese Ausbildung. Für den Rest bleibt dann wohl nur die Planungssoftware.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Neue Aufgaben entstehen dort, wo Daten und Straße zusammenkommen. Zähldaten plausibel prüfen, Schadensbilder aus der Bildauswertung vor Ort bestätigen, Bauwerksmodelle pflegen und die Arbeit von Steuerungssoftware an Ampeln kontrollieren: Das verlangt Technikverständnis plus das Wissen um Bauweise, Verkehrsrecht und Vergabe, das die Ausbildung vermittelt. Den Bedarf an reiner Zeichenarbeit sehen wir dagegen sinken.
Was bedeutet das für angehende Azubis und Betriebe?

Angehende Azubis finden einen Beruf mit der Note 4,2 und viel Arbeit, dessen Zukunft auf der Baustelle liegt, nicht am Zeichenprogramm.
Am meisten bringt eine Ausrichtung auf den Teil des Berufs, der im Raster am besten abschneidet: Urteilskraft und Haftung. Azubis, die früh in die Bauüberwachung gehen, Abnahmen begleiten und Baustellensicherung kontrollieren, festigen ihre Rolle vor Ort und bei der Abnahme. Kenntnisse in Bauwerksmodellen, Geoinformationssystemen und Datenauswertung machen aus dem hohen Digitalisierungsgrad einen Vorteil, weil die Fachkräfte dann die Werkzeuge steuern, die sonst ihre Arbeit übernehmen.
Die Autobahn GmbH mit 15.000 Mitarbeitenden sagt Azubis in ihrer Ausschreibung für Halle die Übernahme zu. Mit Berufspraxis führt der Weg zur staatlich geprüften Technikerin oder zum staatlich geprüften Techniker für Bautechnik auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens, gleichwertig mit dem Bachelor. Seit 2023 steht zudem der Bachelor Professional in Straßenbetriebsmanagement offen.
Ob für Sie eine Lehre oder ein Studium des Bauingenieurwesens besser passt, klärt unser Beitrag zu Ausbildung oder Studium. Verwandte Berufe vom Bauzeichner bis zum Asphaltbauer finden Sie im Ausbildungsberufe-Finder.
Ausbildende Verwaltungen haben vor allem ein Mengenproblem. Alle 18 Neuverträge 2025 entfielen auf die westdeutschen Länder, in Ostdeutschland und Berlin begann niemand diese Ausbildung.
Behörden und Ingenieurbüros sollten den Beruf deshalb sichtbarer machen und die Ausbildung dorthin lenken, wo die Fachkraft gebraucht wird: auf die Baustellen, in die Bauüberwachung und an die Schnittstelle zu Daten und Modellen. Software für Zählung, Zustandserfassung und Konstruktion sollten Verwaltungen nicht als Ersatz für Personal planen, sondern als Werkzeug, mit dem wenige Leute mehr Straße betreuen. Ohne Fachkräfte, die nachmessen und abnehmen, liefert das beste Modell nur schöne Pläne.
Die Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik gibt Zeichnen, Berechnen und Zählen an die Technik ab. Baustellen überwachen, Bauleistungen abnehmen und Verkehrssicherung kontrollieren bleiben beim Menschen. Im KI-Resilienz-Check ergibt das die Note 4,2.
Glossar: 12 wichtige Fachbegriffe zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik
Aufmaß
Das Aufmaß ist die Messung der tatsächlich erbrachten Bauleistung, etwa der Fläche einer neuen Asphaltdecke oder der Länge einer Schutzplanke. Auf dem Aufmaß beruht die Abrechnung mit der Baufirma. Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik erstellen und prüfen Aufmaße bei der Bauüberwachung.
Bauüberwachung
Die Bauüberwachung kontrolliert im Auftrag des Bauherrn, ob eine Baufirma nach Vertrag, Plan und Regeln der Technik baut. Zum Auftrag gehören Kontrollen auf der Baustelle, Prüfungen von Material und Schichtdicken sowie die Dokumentation von Mängeln. Die Ausbildungsverordnung nennt die Mitwirkung daran ausdrücklich.
Bauwerksmodell
Ein digitales Bauwerksmodell bildet eine Straße oder Brücke dreidimensional ab und verknüpft die Geometrie mit Daten zu Material, Mengen und Kosten. Die Arbeitsweise heißt Building Information Modeling, kurz BIM. Beim Bund soll diese Arbeitsweise für Fernstraßen ab 2026 der Regelprozess sein.
Bestärkendes Lernen
Bestärkendes Lernen, englisch Reinforcement Learning, ist ein Verfahren des maschinellen Lernens, bei dem eine Software durch Versuch und Belohnung lernt. Bei Ampeln probiert die Steuerung in einer Simulation Schaltungen aus und bevorzugt jene, bei denen Fahrzeuge weniger warten. Das Fraunhofer-Projekt KI4LSA in Lemgo arbeitete so.
Leistungsverzeichnis
Das Leistungsverzeichnis beschreibt in einer Ausschreibung jede Bauleistung mit Menge und Einheit, etwa Quadratmeter Fahrbahndecke oder Stück Verkehrszeichen. Baufirmen setzen ihre Preise dahinter. Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik bereiten Leistungsverzeichnisse vor und prüfen später, ob die Abrechnung dazu passt.
Lichtsignalanlage
Die Lichtsignalanlage ist der Fachbegriff für die Ampel samt Steuergerät, Masten und Sensoren. Wie eine solche Anlage geplant und geschaltet wird, regeln die Richtlinien für Lichtsignalanlagen, kurz RiLSA. Die Schaltung ordnet die Straßenverkehrsbehörde an, Fachkräfte planen Lage, Signalgeber und Ausstattung mit.
Planfeststellung
Die Planfeststellung ist das förmliche Genehmigungsverfahren für größere Straßenbauprojekte. Am Ende steht ein Beschluss, der alle nötigen Genehmigungen bündelt und Einwendungen von Anwohnern und Verbänden abwägt. Fachkräfte erstellen dafür Pläne, Lagepläne und Unterlagen zu Umwelt und Lärmschutz.
Querschnitt
Der Querschnitt zeigt eine Straße im rechten Winkel zur Fahrtrichtung geschnitten: Fahrstreifen, Bankette, Gehwege, Gräben und den Schichtaufbau des Untergrunds. Querschnitte gehören zu den wichtigsten Zeichnungen im Straßenentwurf und entstehen heute mit CAD-Programmen oder aus dem Bauwerksmodell.
RSA 21
Die RSA 21 sind die Richtlinien für die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen, im November 2021 per Rundschreiben des Bundes eingeführt und im Februar 2022 im Verkehrsblatt veröffentlicht. Die Richtlinien legen fest, wie Baustellen mit Baken, Schildern, Absperrungen und Ampeln zu sichern sind. Die Pläne dazu prüft die Straßenverkehrsbehörde.
Tachymeter
Das Tachymeter ist ein Vermessungsgerät, das Winkel und Entfernungen gleichzeitig misst und daraus die Lage und Höhe von Punkten berechnet. Moderne Geräte arbeiten mit Laser und speichern die Daten digital. Fachkräfte nutzen Tachymeter für Bestandsaufnahmen und Absteckungen auf der Baustelle.
Verkehrszeichenplan
Der Verkehrszeichenplan zeigt, wo während einer Baustelle welche Schilder, Markierungen und Absperrungen stehen sollen. Nach § 45 der Straßenverkehrs-Ordnung müssen Unternehmen den Plan vor Arbeiten, die den Verkehr beeinträchtigen, bei der Straßenverkehrsbehörde einreichen und deren Anordnung abwarten.
Zustandserfassung und -bewertung
Die Zustandserfassung und -bewertung, kurz ZEB, misst regelmäßig Ebenheit, Griffigkeit und Oberflächenschäden der Bundesfernstraßen mit schnell fahrenden Messfahrzeugen. Die Messwerte werden in Noten von 1 bis 5 umgerechnet. Aus den Noten leiten die Verwaltungen ab, welche Strecken zuerst saniert werden.
FAQ: Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik: Die Ampel schaltet, jemand hält sie am Laufen
Wie lange dauert die Ausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik?
Die Ausbildung dauert drei Jahre im dualen System aus Betrieb und Berufsschule. Vor dem Ende des zweiten Jahres steht eine Zwischenprüfung, am Ende eine Abschlussprüfung mit einer Projektaufgabe von bis zu 28 Stunden und drei schriftlichen Prüfungsbereichen. Fachrichtungen sieht die Verordnung nicht vor.
Was verdient man in der Ausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik?
Der Tarifvertrag der Länder sieht seit April 2026 monatlich 1.296,82 Euro im ersten, 1.350,96 Euro im zweiten und 1.400,61 Euro im dritten Jahr vor. Die Autobahn GmbH zahlt 1.418,26, 1.468,20 und 1.514,02 Euro. Ohne Tarifbindung gilt für einen Ausbildungsbeginn 2026 die Untergrenze von 724, 854 und 977 Euro.
Wo arbeiten Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik?
Typische Arbeitgeber sind die Straßenbauverwaltungen der Länder, die Autobahn GmbH des Bundes, die Bauämter von Städten und Kreisen sowie Ingenieurbüros und Straßenbauunternehmen. Gearbeitet wird im Büro am Rechner und draußen beim Vermessen, bei Verkehrszählungen und auf Baustellen.
Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?
Einen bestimmten Schulabschluss schreibt die Verordnung nicht vor. Von den Neuanfängern 2024 brachten 57 Prozent die Hochschul- oder Fachhochschulreife mit, die übrigen den Mittleren Schulabschluss. Hilfreich sind gute Noten in Mathematik, räumliches Denken und Freude an Arbeit im Freien.
Welche Weiterbildung folgt auf die Ausbildung?
Mit Berufspraxis führt die Fachschule zur staatlich geprüften Technikerin oder zum staatlich geprüften Techniker für Bautechnik auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens. Seit 2023 steht außerdem der Bachelor Professional in Straßenbetriebsmanagement offen, dazu Studiengänge im Bau- und Verkehrsingenieurwesen.
Kann KI die Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik ersetzen?
Software zeichnet Pläne, berechnet Mengen, zählt den Verkehr und erfasst Straßenschäden auf Fotos. Baustellen überwachen, Bauleistungen abnehmen und die Verkehrssicherung kontrollieren bleiben beim Menschen. Im KI-Resilienz-Check ergibt das die Note 4,2.
Quellen
35 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 24.10.2026
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Datenbank Ausbildungsvergütungen
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Tarifliche Ausbildungsvergütungen in dualen Ausbildungsberufen 2025, Bundesgebiet
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2021 bis 2025, Tabelle 66
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Rangliste der Ausbildungsberufe nach Anzahl der Neuabschlüsse 2025, Tabelle 67
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Zeugniserläuterung Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik
- Bundesamt für JustizVerordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik und zur Fachkraft für Wasserwirtschaft vom 21. Juli 2000
- Bundesamt für JustizBekanntmachung der Mindestvergütung für Berufsausbildungen für das Jahr 2026
- Bundesamt für JustizStraßenverkehrs-Ordnung, § 45 Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen
- Bundesamt für JustizVerordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Bachelor Professional in Straßenbetriebsmanagement
- Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-WürttembergAusbildungsentgelte TVA-L BBiG vom 1. April 2026 bis 28. Februar 2027
- Die Autobahn GmbH des BundesAusbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik in Halle/Peißen
- Die Autobahn GmbH des BundesKarriere, Auf einen Blick
- Bundesagentur für ArbeitBERUFENET, Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik
- Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)Job-Futuromat, Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik
- Bundesministerium für VerkehrKI4LSA, Künstliche Intelligenz für Lichtsignalanlagen
- Fraunhofer IOSB-INA über Informationsdienst WissenschaftKI-Ampel in Lemgo, Ergebnisse des Projekts KI4LSA
- Bundesministerium für VerkehrZustandserfassung und -bewertung der Bundesfernstraßen
- Bundesministerium für VerkehrMasterplan BIM Bundesfernstraßen
- Bundesministerium für VerkehrBrückenmodernisierung, häufige Fragen
- Deutscher Bundestaghib 574/2025, Modernisierung von Autobahnbrücken
- Deutscher Bundestaghib 176/2025, Bundesrechnungshof zur Brückenmodernisierung
- Fraunhofer IPMPressemitteilung Geomapping-Fahrzeug, 2024
- KfWKfW-Kommunalpanel 2026, Pressemitteilung
- Institut der deutschen Wirtschaft10.000 Bauplaner fehlen, um Sondervermögen umzusetzen
- Institut der deutschen WirtschaftKommune sucht Bauingenieur, IW-Kurzbericht 41/2026
- Stadt Leipzig, Mobilitäts- und Tiefbauamt, über Leipziger Internet ZeitungVerkehrszählungen: Firma installiert erneut temporär Kameras
- Hamburg InvestWärmebildkameras zählen Radverkehr in Hamburg
- auto motor und sportKI-Ampel in Hamm: Test erfolgreich
- futurezoneAmpel dauerhaft rot: Künstliche Intelligenz in Hamm
- VerkehrsRundschauKI-Brückenmonitoring soll Sperrungen auf Autobahnen verhindern
- vialyticsStartseite
- IHK Lüneburg-WolfsburgDigital-Omnibus-Verordnung zur KI tritt in Kraft
- Dr. WebAdaptive Ampeln: Wer in der Smart City Vorrang bekommt
- Dr. Web500 Milliarden für die Infrastruktur: Warum das Geld allein keine Straße baut
- Dr. WebKI-Verordnung: Hochrisiko verschoben, Bußgeld bleibt
