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Der US-Lieferdienst Instacart lotet einen Verkauf aus und hat laut The Information mit DoorDash sowie Uber gesprochen. Uber ist nach Angaben von Bloomberg bereits ausgestiegen. Mit einem üblichen Übernahmeaufschlag läge der Preis bei 16 bis 17 Mrd. Dollar, umgerechnet 13,9 bis 14,8 Mrd. Euro.

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Bis zu 43,5 Mrd. Euro standen im Raum, als DoorDash 2021 schon einmal über eine Übernahme von Instacart verhandelte. Die Gespräche scheiterten damals auch an der Sorge vor den Kartellbehörden.[4] An der Börse kam Instacart vor dem neuen Bericht auf rund 10,4 Mrd. Euro.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Instacart arbeitet laut The Information mit einer Investmentbank und führte Vorgespräche mit DoorDash sowie Uber.
  • Uber hat die Gespräche laut Bloomberg beendet.
  • Die Instacart-Aktie stieg am Freitag um 9,2 Prozent, die Aktien von Uber und DoorDash gaben nach.
  • Uber steckt mitten in der Übernahme von Delivery Hero, deren Annahmefrist am 5. November endet.

Was ist über den möglichen Verkauf bekannt?

Papiertüte mit Äpfeln, Brot, Milch und dem Schild „Zu verkaufen“ vor weißem Hintergrund
Instacart prüft strategische Alternativen mit Investmentbank. Erste Gespräche mit DoorDash und Uber liefen, Abschluss offen

Laut The Information lässt Instacart von einer Investmentbank strategische Alternativen prüfen.[1] Mit DoorDash und Uber führte das Unternehmen demnach zumindest erste Gespräche, ein Abschluss ist offen. Der Lieferdienst, rechtlich die Maplebear Inc., äußerte sich nicht.

Uber hat sich laut Bloomberg bereits zurückgezogen: Instacart habe sich dem Fahrdienstkonzern in den vergangenen Wochen angeboten, die Gespräche seien beendet.[2] Die Instacart-Aktie stieg am Freitag um 9,2 Prozent, Uber verlor 3,4 Prozent, DoorDash 3,5 Prozent.

Für den Kaufpreis rechnet The Information mit einem Aufschlag von 30 bis 40 Prozent auf den Börsenwert, wie bei jüngeren Übernahmen börsennotierter Techfirmen. Bei diesem Aufschlag käme ein Käufer auf 13,9 bis 14,8 Mrd. Euro.

Warum sucht ein profitabler Lieferdienst einen Käufer?

Instacart verdient Geld. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Warenwert aller Bestellungen um 14 Prozent auf 9,0 Mrd. Euro, der Nettogewinn lag bei 97 Mio. Euro.[3] Vom Warenwert behielt der Lieferdienst aber nur 10,1 Prozent als Umsatz: 7,2 Prozent Gebühren und 2,9 Prozent aus Werbung.

Immer mehr Händler verzichten bei Instacart auf Preisaufschläge gegenüber dem Ladenpreis, etwa die Discountkette Grocery Outlet landesweit.[3] Zugleich dringen Uber und DoorDash laut Bloomberg weiter ins Lebensmittelgeschäft vor.[2] Für einen Käufer zählen vor allem die Verträge mit den Handelsketten und das Werbegeschäft, das mit 16 Prozent schneller wuchs als der Gesamtumsatz.

Instacart erwirtschaftet 418 Mio. Euro Free Cashflow im Quartal und sucht trotzdem einen Käufer. Im Liefergeschäft entscheidet die Größe.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was Instacart wert ist
Bewertung, möglicher Kaufpreis und Geschäftszahlen, umgerechnet zum Kurs von 0,87 Euro je Dollar
10,4 Mrd. €
Börsenwert von Instacart vor dem Bericht über die Verkaufsgespräche (Schlusskurs 22. Oktober 2026)
bis 14,8 Mrd. €
Kaufpreis bei einem Aufschlag von 30 bis 40 Prozent, wie ihn The Information für üblich hält
bis 43,5 Mrd. €
Bewertung, über die DoorDash und Instacart 2021 sprachen, bevor die Gespräche scheiterten
90,3 Mio.
Bestellungen im zweiten Quartal 2026, 9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor
10,1 %
des Warenwerts bleiben Instacart als Umsatz: 7,2 Prozent Gebühren, 2,9 Prozent Werbung

Was bedeutet die Konsolidierung für Europa?

Uber bietet 41,50 Euro je Aktie für den Berliner Konzern Delivery Hero. Parallel verkauft Delivery Hero 14 Märkte an den Investor SSW Partners, und zwar dort, wo sich Uber Eats und die eigenen Marken überschneiden, darunter Foodora in Österreich. DoorDash gehört seit 2022 der finnische Lieferdienst Wolt, der auch in Deutschland ausliefert.

Wie streng Behörden Übernahmen von Lieferdiensten prüfen, zeigt Taiwan: Die Wettbewerbsbehörde untersagte den Verkauf von Foodpanda Taiwan im Dezember 2024 an Uber und am 21. Oktober auch an Grab, weil Uber an Grab beteiligt ist. Einen Kauf von Instacart durch DoorDash oder Uber müssten die US-Wettbewerbshüter ebenso genau prüfen, weil beide Käufer selbst Lebensmittel ausliefern.

Für Händler und Gastronomen im DACH-Raum heißt das:

  • Prüfen Sie, wie viel Ihres Liefergeschäfts an einer einzigen Plattform wie Wolt, Uber Eats oder Lieferando hängt.
  • Lesen Sie in Ihren Plattformverträgen nach, was bei einem Eigentümerwechsel gilt, etwa wenn Foodora in Österreich zu SSW Partners wechselt.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. The InformationInstacart Is Exploring a Sale (23. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. BloombergInstacart Considers a Potential Sale, Sparking Share Rally (23. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  3. Instacart (Maplebear Inc.)Instacart Announces Second Quarter 2026 Financial Results (6. August 2026, SEC-Anlage 99.1)
  4. The InformationDoorDash Recently Held Talks to Buy Instacart (11. August 2021, hinter Bezahlschranke)

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