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Rund 1,7 Milliarden Euro hat Munich Re im dritten Quartal verdient, mehr als die 1,48 Milliarden, die Analysten erwartet hatten. Den Ausschlag gaben Großschäden unter dem eingeplanten Niveau, die Preise für Rückversicherungsschutz sinken dagegen seit Jahresbeginn. Für das vierte Quartal lässt das neue Jahresziel rechnerisch nur 0,9 Milliarden Euro übrig, weniger als jedes Quartal davor.

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In den ersten neun Monaten erzielte der Münchner Rückversicherer ein Konzernergebnis von 5,7 Milliarden Euro, 10 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.[1][2] Am Freitag hob der Vorstand das Gewinnziel für 2026 deshalb von 6,3 auf 6,6 Milliarden Euro an.[1] Die vollständigen Quartalszahlen folgen am 12. November.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Das vorläufige Quartalsergebnis liegt über dem Analystenkonsens von 1,479 Milliarden Euro, aber unter den 1,997 Milliarden aus dem dritten Quartal 2025.
  • Als Gründe nennt Munich Re Großschäden unter dem Erwartungswert und ein starkes Kapitalanlageergebnis in der Rückversicherung.
  • Die Preise für Rückversicherungsschutz sinken, bei der Erneuerung im Juli um 5,5 Prozent.
  • Im vierten Quartal will der Konzern seine Bilanz weiter stärken, sofern die Großschäden das zulassen.

Woher kommt der Gewinn, wenn die Preise sinken?

Oranger Schirm mit Preisetikett an einem weißen Kubus
Munich Re budgetierte 18 Prozent des Versicherungsumsatzes für Großschäden, verbrauchte aber nur 4,9 Prozent im zweiten Quartal

Ein Rückversicherer wie Munich Re plant für jedes Jahr ein Budget für Großschäden ein, also für Naturkatastrophen und teure Einzelschäden wie Brände in Industrieanlagen. Im zweiten Quartal lag dieser Erwartungswert bei 18 Prozent des Netto-Versicherungsumsatzes, tatsächlich fielen 4,9 Prozent an.[3] Die Differenz erhöht das Ergebnis.

Auch im dritten Quartal blieb die Großschadenlast in der Schaden- und Unfallrückversicherung unter der durchschnittlichen Erwartung, die genaue Quote nennt Munich Re erst im November.[1] Laut dem Fachdienst Artemis verlief die US-Hurrikansaison bislang ohne größere Schäden für die Branche.[4] Zusätzlich brachten die Kapitalanlagen in der Rückversicherung ein starkes Ergebnis.[1]

Warum will Munich Re die Bilanz weiter stärken?

Bei der Erneuerung zum 1. Juli sanken die risikoadjustierten Preise um 5,5 Prozent. Das Volumen schrumpfte um 9,1 Prozent, weil Munich Re Verträge mit zu niedrigen Preisen oder schlechteren Bedingungen nicht verlängerte.[3]

Bei niedrigen Schäden und fallenden Preisen stocken große Rückversicherer erfahrungsgemäß ihre Reserven auf, schreibt Artemis.[4] Rücklagen aus guten Jahren gleichen später Jahre mit hohen Schäden oder schwächeren Preisen aus.

Rechnerisch lässt das Ziel von 6,6 Milliarden Euro für das vierte Quartal rund 0,9 Milliarden Euro übrig, nach 3,9 Milliarden im ersten Halbjahr und 1,7 Milliarden im dritten Quartal.[1][3] Bleibt das Schlussquartal schadenarm, entsteht ein Spielraum, mit dem der Vorstand nach eigener Ankündigung die Bilanz weiter stärken will.[1]

Die zusätzlichen 300 Millionen Euro verdankt Munich Re einem schadenarmen Jahr, der Preis für Rückversicherung sinkt weiter.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Munich Re: wenig Schäden, sinkende Preise
Vorläufige Zahlen für 2026 und der Weg zum neuen Jahresziel, Stand 23. Oktober 2026
1,7 Mrd. €
Konzernergebnis im dritten Quartal, Analysten hatten 1,479 Mrd. € erwartet
6,6 Mrd. €
neues Gewinnziel für 2026, bisher galten 6,3 Mrd. €
4,9 %
des Versicherungsumsatzes kosteten Großschäden im zweiten Quartal, eingeplant waren 18 %
−5,5 %
risikoadjustierte Preise bei der Erneuerung zum 1. Juli
Was das neue Ziel für das vierte Quartal übrig lässt
Erstes Halbjahr
3,9 Mrd. €
Rekordgewinn zur Jahresmitte
Drittes Quartal
1,7 Mrd. €
vorläufig, Vorjahresquartal 2,0 Mrd. €
Neun Monate
5,7 Mrd. €
Vorjahreszeitraum 5,2 Mrd. €
Viertes Quartal
0,9 Mrd. €
rechnerisch bis zum Jahresziel von 6,6 Mrd. €

Was bedeutet das für die Erneuerung im Januar?

Für die Runde zum Jahreswechsel erwartet Munich Re, das gute Preisniveau trotz hoher Wettbewerbsintensität weitgehend zu halten.[3] Die Investmentbank Jefferies rechnet dagegen mit schneller fallenden Preisen und senkte Anfang Oktober ihr Kursziel für die Aktie von 600 auf 550 Euro. Wie unterschiedlich die Sparten laufen, zeigt die Autoversicherung: Für die deutschen Kfz-Versicherer erwartet die Hannover Rück 2026 weniger als die Hälfte des Vorjahresgewinns.

Mittelständler, deren Sach- und Haftpflichtpolicen zum 1. Januar verlängert werden, können den Preisrückgang in der Rückversicherung ins Gespräch mit dem Makler einbringen. Anleger sehen am 12. November die vollständigen Zahlen des dritten Quartals samt Großschadenquote.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Munich ReMunich Re erzielt Quartalsergebnis von 1,7 Mrd. € und erhöht Jahresziel23.10.2026
  2. Munich ReQuartalsmitteilung: Munich Re verdient 2 Mrd. € in Q3 und bestätigt Jahresziel von 6 Mrd. €November 2025
  3. Munich ReMunich Re erzielt zum Halbjahr Rekordgewinn von fast 4 Mrd. €07.08.2026
  4. ArtemisMunich Re raises full-year 2026 profit target as Q3 result well-above consensus23.10.2026

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