Bis zu zehn Videos pro Asset-Gruppe sucht Google Ads jetzt selbst zusammen, aus sozialen Netzwerken, von der Landingpage und vom verknüpften YouTube-Kanal. In neuen Performance-Max-Kampagnen ist die Funktion ab Werk eingeschaltet. In manchen bestehenden Kampagnen aktivierte Google sie nach eigener Aussage ohne Zutun der Werbetreibenden.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenDie englische Google-Ads-Hilfe beschreibt die neue Voreinstellung.[1] Zuerst bemerkte die Änderung Hana Kobzová, die Betreiberin des Branchendienstes PPC News Feed. Sie meldete am 21. Oktober, die bisher nur auf Wunsch eingeschaltete Funktion müsse nun aktiv abgeschaltet werden.[2] Zwei Tage später zeigte Search Engine Roundtable den neuen Schalter in der Oberfläche.[3] Die deutsche Fassung der Hilfe erwähnt die Voreinstellung am 24. Oktober noch nicht.[4]
Das Wichtigste in Kürze
- Videos aus Bezugsquellen sind in allen neuen Performance-Max-Kampagnen standardmäßig aktiv.
- In einem Teil der laufenden Kampagnen schaltete Google die Funktion automatisch ein.
- Google lädt die gefundenen Videos auf einen YouTube-Kanal hoch, der dem Konzern gehört.
- Abschalten lässt sich die Funktion pro Kampagne im Menü „Asset-Optimierung“.
Was ändert sich an der Voreinstellung?

Die Funktion heißt in der deutschen Oberfläche „Videos aus Bezugsquellen“: Google übernimmt Videos, die ein Werbetreibender schon an anderer Stelle veröffentlicht hat. Bisher mussten Werbetreibende sie selbst einschalten.[2] Laut Google-Ads-Hilfe sind sie nun für alle neuen Kampagnen aktiviert. Auch laufende Kampagnen können betroffen sein. Google schaltete die Funktion nach eigener Darstellung in einigen bestehenden Kampagnen bei einer Umstellung der Plattform ein, ohne Zutun der Werbetreibenden. Welche Konten das betrifft und seit wann, nennt die Seite nicht.[1]
Die Funktion verlangt ein Tagesbudget von mehr als 5 US-Dollar, umgerechnet rund 4,35 Euro. Sie erreicht die Konten laut Google schrittweise. Die Einstellung gilt pro Kampagne. Damit Google Videos verwenden darf, genehmigen Werbetreibende ihre Quellen.[1] Offen lässt die Hilfe, welche Quellen bei einer automatischen Aktivierung schon als genehmigt gelten. Die deutsche Fassung spricht nur davon, die erlaubten Adressen über „Quellen verwalten“ anzupassen.[4]
Wie wählt Google die Videos aus?
Die KI von Google durchsucht soziale Netzwerke, die Landingpage der Kampagne und den verknüpften YouTube-Kanal. Ausgewählt werden Videos nach Relevanz, voraussichtlicher Wirkung und technischen Vorgaben wie dem Seitenverhältnis. Google tauscht die Videos regelmäßig aus. Ein Video, das auf der ursprünglichen Plattform verschwindet, fällt auch aus Google Ads heraus.[1]
Hinter der Auswahl steckt eine Lücke im Material vieler Kampagnen. Performance Max braucht für die Werbeplätze auf YouTube je ein Video im Quer-, Quadrat- und Hochformat. Fehlt ein Format, erzeugt Google nach Möglichkeit selbst ein Video aus Bildern und Texten der Asset-Gruppe.[5] Hochkant gedrehte Clips aus sozialen Netzwerken schließen diese Lücke. Alle Videos müssen für die Auslieferung auf YouTube liegen. Google lädt die gefundenen Videos deshalb auf einen eigenen Kanal, der Google gehört. Er trägt Logo und Firmennamen des Werbetreibenden und leitet Zuschauer auf dessen Landingpage weiter.[1]
Wie die Voreinstellung jetzt aussieht
Die Umstellung reiht sich in eine Serie ein. Ab dem 4. Dezember holen neue Performance-Max-Kampagnen Bilder von der Website, auch wenn die Einstellung im Konto ausgeschaltet ist. Seit dem 12. Oktober übernimmt Google Ads Rabatte von Websites automatisch in Anzeigen. In beiden Fällen steht am Anfang die Voreinstellung, der Widerspruch bleibt Sache der Werbetreibenden.
Ein Clip für Instagram ist noch kein Werbespot. Performance Max baut ihn trotzdem ein, bis der Werbetreibende den Haken entfernt.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Welche Rechtsfragen stellen sich in Deutschland?
Videos in sozialen Netzwerken entstehen oft mit Lizenzen, die nur diesen Zweck abdecken: Musik aus der Bibliothek einer Plattform, Aufnahmen einer Agentur oder Clips von Influencern. Nennt ein Vertrag die Nutzungsarten nicht einzeln, bindet das Urheberrechtsgesetz den Umfang eines Nutzungsrechts an den Vertragszweck.[6] Ein Recht für den eigenen Kanal deckt damit nicht automatisch bezahlte Anzeigen auf YouTube. Zeigen die Videos Beschäftigte oder Kunden, verlangt das Kunsturhebergesetz deren Einwilligung zur Verbreitung.[7]
- Kampagnen prüfen: In jeder Performance-Max-Kampagne unter Asset-Gruppe, „Asset-Optimierung“ den Status von „Videos aus Bezugsquellen“ prüfen und den Haken bei Bedarf entfernen.[4]
- Quellen eingrenzen: Über „Quellen verwalten“ nur Adressen erlauben, deren Videos für Werbung freigegeben sind.
- Asset-Bericht sichten: Bereits übernommene Videos erscheinen in der Asset-Liste der Kampagne und lassen sich dort mit ihren Kennzahlen prüfen.[1]
- Rechte klären: Musiklizenzen, Verträge mit Agenturen und Influencern sowie Einwilligungen gezeigter Personen auf Werbung in Google-Anzeigen prüfen.
- Vorlagen anpassen: Agenturen ergänzen Kampagnenvorlagen um die Abschaltung, wo Kunden keine übernommenen Videos wollen.
Grundlagen zum Kampagnentyp bietet der Ratgeber zu Google Ads Performance Max, den rechtlichen Rahmen für Bilder und Videos der Überblick zum Medienrecht. Anbieter für ausgelagerte Kampagnen nennt der SEA-Agentur-Vergleich.
FAQ: Performance Max baut Videos aus sozialen Netzwerken jetzt standardmäßig ein
Was sind Videos aus Bezugsquellen in Performance Max?
Google sucht mit KI nach Videos eines Werbetreibenden in sozialen Netzwerken, auf der Landingpage und im verknüpften YouTube-Kanal. Bis zu zehn davon fügt Performance Max einer Asset-Gruppe hinzu, zusätzlich zu hochgeladenen und von Google erzeugten Videos.
Wie schalte ich Videos aus Bezugsquellen ab?
In der Performance-Max-Kampagne die Einstellungen öffnen, im Bereich der Asset-Gruppe das Menü „Asset-Optimierung“ aufklappen und den Haken bei „Videos aus Bezugsquellen“ entfernen. Über „Quellen verwalten“ lassen sich die erlaubten Adressen einschränken. Danach „Anwenden“ wählen.
Betrifft die Änderung auch laufende Kampagnen?
Teilweise. Laut englischer Google-Ads-Hilfe kann Google die Funktion in manchen bestehenden Kampagnen bei einer Umstellung der Plattform automatisch eingeschaltet haben. Welche Konten betroffen sind, nennt Google nicht. Eine Prüfung jeder Kampagne schafft Klarheit.
Wo erscheinen die übernommenen Videos?
Google lädt sie auf einen eigenen YouTube-Kanal hoch, der Google gehört. Er trägt Logo und Namen des Werbetreibenden und leitet Zuschauer auf dessen Landingpage. Im Asset-Bericht der Kampagne tauchen die Videos wie andere Assets mit ihren Kennzahlen auf.
Quellen
7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Google-Ads-HilfeAbout sourced videos in Performance Max campaigns (englische Fassung, abgerufen am 24.10.2026)
- PPC News FeedPerformance Max Sourced Videos Become Opt-Out
- Search Engine RoundtableGoogle Ads Asset Optimization Sourced Videos On/Off Toggle
- Google-Ads-HilfeVideos aus Bezugsquellen in Performance Max-Kampagnen (deutsche Fassung, abgerufen am 24.10.2026)
- Google-Ads-HilfeVideo-Assets für Performance Max-Kampagnen (abgerufen am 24.10.2026)
- Gesetze im Internet§ 31 UrhG, Einräumung von Nutzungsrechten (Absatz 5)
- Gesetze im Internet§ 22 KunstUrhG
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