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Fortinet hat Updates für FortiOS, FortiManager und drei weitere Produkte veröffentlicht. Die behobenen Lücken haben KI-Modelle von Anthropic, OpenAI, Google und SpaceX gefunden. Welche Fehler das sind, erfahren Administratoren erst am 10. November.

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Am Mittwoch kündigte Fortinets Sicherheitschef Carl Windsor in einem Blogbeitrag außerplanmäßige Updates an, am Donnerstag standen sie für FortiOS, FortiManager und FortiAnalyzer bereit.[1] FortiMail und FortiAuthenticator hatten ihre neuen Versionen schon am Mittwoch bekommen. Die behobenen Fehler haben nach Fortinets Einstufung die Schweregrade kritisch und hoch. CVE-Nummern und CVSS-Werte nennt der Hersteller nicht.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Lücken stammen aus Fortinets Testprogramm mit KI-Modellen von Anthropic, OpenAI, Google und SpaceX.
  • Behoben sind die Lücken unter anderem in FortiOS 8.0.2, 7.6.8, 7.4.13 und 7.2.14.
  • Die Sicherheitshinweise mit Details erscheinen erst zum Patchday am 10. November.
  • Von Angriffen über die Lücken berichtet Fortinet bisher nicht.

Warum drängt Fortinet ohne Details zum Update?

Offene Medikamentenschachtel mit Hinweis und Tablettenblister auf weißem Grund
Fortinet nutzt KI-Modelle zur schnelleren Sicherheitsprüfung von Code, Netzwerkprotokollen und Konfigurationen. Die gleichen Tools sind auch Angreifern zugänglich

Fortinet begründet die Eile mit der Technik, die die Lücken gefunden hat. Laut Windsor untersuchen KI-Modelle die Abläufe im Programmcode, die Verarbeitung von Netzwerkprotokollen und die Auswertung der Konfiguration gründlicher und schneller als eine Prüfung von Hand oder das Fuzzing, also automatisiertes Testen mit zufälligen Eingaben.[1] Dieselben Werkzeuge stehen auch Angreifern zur Verfügung.

Jedes Update verrät, an welchen Stellen der Hersteller den Code geändert hat. Beim Patch-Diffing vergleichen Angreifer die alte mit der neuen Version und suchen an den geänderten Stellen nach dem Fehler. Mit KI dauert der Weg zum funktionierenden Exploit laut Fortinet nur noch Stunden oder Tage statt Wochen.[1] Zudem können Modelle mehrere für sich harmlose Schwachstellen zu einem gefährlichen Angriff verketten.

Bis zum 10. November haben die Lücken keine CVE-Nummern. Damit fehlt auch der Eintrag in den Schwachstellendatenbanken, mit denen viele Scanner arbeiten. Welche Geräte noch eine alte Version haben, zeigt bis dahin nur die Versionsnummer im eigenen Bestand.

Wie oft standen Fortinet-Geräte schon im Visier?

Im Katalog ausgenutzter Schwachstellen der US-Cybersicherheitsbehörde CISA stehen 32 Lücken in Fortinet-Produkten, neun davon kamen 2026 hinzu.[2] Zuletzt nahm die Behörde am 16. Oktober eine Lücke in mehreren Fortinet-Produkten auf. Firewalls und VPN-Zugänge sind beliebte Ziele, weil sie am Rand des Netzes stehen und den Zugang zum Firmennetz regeln. Im August genügte bei FortiWeb ein beliebiges Passwort für den Admin-Zugang.

Im April hatte Anthropic mit Project Glasswing Firmen wie Cisco, CrowdStrike und Palo Alto Networks Zugang zu seinem Modell Mythos Preview gegeben. Nach Angaben von Anthropic fand es Tausende schwere Lücken, darunter welche in allen großen Betriebssystemen.[3] Fortinet war zum Start nicht dabei. Inzwischen hat Anthropic Mythos 5.1 für weitere Sicherheitsteams geöffnet. Ein frei verfügbares chinesisches Modell entwickelt Exploits fast ebenso gut.

Knapp drei Wochen ohne Details sind für Angreifer mit KI eine lange Zeit. Firewalls am Netzrand gehören deshalb noch an diesem Wochenende aktualisiert.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Fortinets KI-Updates in Zahlen
Außerplanmäßige Updates vom 21. und 22. Oktober 2026
4 KI-Partner
haben Fortinet beim Testen geholfen: Anthropic, OpenAI, Google und SpaceX
5 Produkte
bekommen neue Versionen, von FortiOS bis FortiAuthenticator
19 Tage
liegen zwischen dem FortiOS-Update und den Sicherheitshinweisen am 10. November
32 Lücken
in Fortinet-Produkten führt die CISA als ausgenutzt, 9 davon kamen 2026 hinzu
Platz 9
belegt Fortinet damit unter allen Herstellern im Katalog der CISA

Was müssen Administratoren jetzt tun?

Für wichtige und besonders wichtige Einrichtungen verlangt das BSI-Gesetz ein Schwachstellenmanagement.[4] Ein Update ohne Angaben zur Schwere lässt sich darin nicht wie gewohnt einordnen. Fortinet bittet deshalb, es sofort einzuspielen und nicht bis zur nächsten regulären Wartung zu warten.[1]

Für Fortinet-Kunden gilt:

  • FortiOS auf 8.0.2, 7.6.8, 7.4.13 oder 7.2.14 aktualisieren, FortiManager und FortiAnalyzer auf 8.0.2, 7.6.8, 7.4.12 oder 7.2.13.
  • FortiMail auf 8.0.2, 7.6.7 oder 7.4.9 bringen, für Version 7.2 empfiehlt Fortinet den Umstieg auf 7.4. FortiAuthenticator braucht 8.0.4 oder 6.6.11.
  • Geräte mit Verbindung ins Internet zuerst aktualisieren und vorher die Konfiguration sichern.
  • Bis zum Update die Verwaltung per HTTPS und SSH auf vertrauenswürdige Adressen beschränken oder an externen Schnittstellen abschalten. FortiManager gehört nicht ins offene Internet.
  • Für jedes Administratorkonto ein eigenes starkes Passwort und eine Mehr-Faktor-Authentisierung einrichten, Logdateien auf ungewöhnliche Anmeldungen und Konfigurationsänderungen prüfen.
  • FortiSASE aktualisiert Fortinet selbst. Bei FortiManager Cloud kann ein Update von Hand nötig sein.[1]

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. FortinetFortinet Releases Security Hardening Release for Multiple Products (Carl Windsor)21.10.2026
  2. CISAKnown Exploited Vulnerabilities Catalog, Katalogversion 2026.10.23
  3. AnthropicProject Glasswing07.04.2026
  4. Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik§ 30 BSIG, Risikomanagementmaßnahmen, Abs. 2 Nr. 5

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