Sie legen eine Tiefkühlpizza in den Einkaufswagen, und in der Kaufland-App wartet schon ein Coupon für die Cola dazu. Ihre Kundenkarte war schneller als Ihr Durst. Aus den Daten der Kaufland Card XTRA mit mehr als 13 Millionen Mitgliedern hat die Kette ermittelt, dass nur jeder vierte Käufer einer Tiefkühlpizza auch ein Kaltgetränk mitnimmt, und verkauft Herstellern wie Coca-Cola seit März Werbung, die das ändern soll.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAm 23. Oktober hat Kaufland Bojan Luncer zum Vorstand Länder berufen, der Posten war seit Januar unbesetzt.
Der frühere Real-Chef übernimmt am 1. November die sieben Auslandsgesellschaften von Polen bis Moldau, fünf Wochen, nachdem Ivan Chernev als fünfter Deutschland-Chef seit 2019 angetreten ist.
Die Personalwechsel fallen in eine Debatte über die Zukunft der Großfläche, in der Strategieprofessor Martin Fassnacht die Kaufland-Märkte in Deutschland für nicht mehr überlebensfähig hält. Der Konzernabschluss der Kaufland Stiftung zeigt dagegen 353 Millionen Euro Jahresüberschuss, eine Umsatzrendite von 1,0 Prozent und mehr Gewinn als im Vorjahr.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Schwarz-Gruppe beziffert den Kaufland-Umsatz im Geschäftsjahr 2025/26 auf 36,7 Milliarden Euro, 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr, mit 794 SB-Warenhäusern in Deutschland und mehr als 1.600 Filialen in acht Ländern.
- Der geprüfte Konzernabschluss der Kaufland Stiftung & Co. KG weist bei 34,4 Milliarden Euro Umsatzerlösen einen Gewinn von 353 Millionen Euro aus. Von 100 Euro Umsatz blieben 1,03 Euro, bei Rewe 2025 nur 58 Cent.
- Kaufland verdient an der Handelsspanne mit einem Rohertrag von 20,6 Prozent des Umsatzes, an Konditionen der Lieferanten und zunehmend an Daten: Retail Media über Kaufland Interact, Provisionen von 7 bis 16 Prozent auf dem Online-Marktplatz in neun Ländern.
- Den Gewinn der deutschen Märkte veröffentlicht die Schwarz-Gruppe nicht. Der Abschluss erfasst für Deutschland nur das Großhandelsgeschäft, den Einzelhandel dagegen in den sieben Auslandsmärkten.
- Der Anteil der SB-Warenhäuser am deutschen Lebensmittelmarkt sank von 12,6 Prozent 2020 auf 11,5 Prozent 2025. Kaufland wächst trotzdem, vor allem über Aktionspreise mit mehr als 300 Wochenangeboten.
Fünf Fragen an den Riesen aus Neckarsulm
1 In welcher Stadt eröffnete 1984 das erste Kaufland? Aufklappen ↓
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2 Wie viel blieb dem Kaufland-Konzern 2025/26 von 100 Euro Umsatz als Jahresüberschuss? Aufklappen ↓
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3 Wie viele Real-Standorte durfte Kaufland laut Bundeskartellamt im Dezember 2020 übernehmen? Aufklappen ↓
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4 Wie viele Mitglieder hat das Vorteilsprogramm Kaufland Card XTRA in Deutschland? Aufklappen ↓
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5 Wie hoch waren die offenen Forderungen gegen Lieferanten, vor allem Boni und Rabatte, Ende Februar 2026? Aufklappen ↓
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Wer steckt hinter Kaufland und wie fing alles an?
Hinter Kaufland steht die Heilbronner Familie Schwarz, deren Großhandel sich 1930 mit der Firma Lidl zusammenschloss. 1968 eröffnete die Familie den ersten Handelshof in Backnang, 1984 das erste Kaufland in Neckarsulm. Heute gehört die Kette zur Schwarz-Gruppe, deren Kapital fast vollständig bei einer Stiftung liegt.
Die Wurzel des Konzerns ist der Lebensmittelgroßhandel. 1930 legte Josef Schwarz seine Firma mit A. Lidl & Comp. zur Lidl & Schwarz KG zusammen, eigene Märkte betrieb die Familie erst Jahrzehnte später.
Bis heute führt der Konzernabschluss das deutsche Kaufland-Geschäft als Großhandel, der Gewinn der deutschen Märkte fehlt deshalb darin.
Der Handelshof in Backnang war 1968 der erste große Selbstbedienungsmarkt der Familie. Aus diesem Anfang wuchsen zwei Linien: kleine Läden mit wenigen Artikeln unter dem Namen Lidl und große Märkte, die ab 1984 Kaufland hießen. Wie Lidl daraus ein eigenes Ökosystem aufgebaut hat, lesen Sie in unserer Analyse des Lidl-Geschäftsmodells.
Handelsprofessor Carsten Kortum nennt Kaufland heute einen Großflächendiscounter, der niedrige Preise mit sehr großer Auswahl verbindet.
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1930 | Josef Schwarz und A. Lidl & Comp. bilden die Lidl & Schwarz KG in Heilbronn |
| 1968 | erster Handelshof in Backnang |
| 1984 | erstes Kaufland-SB-Warenhaus in Neckarsulm |
| 1990 | erste Filiale in Ostdeutschland, in Meißen |
| 1998 | erste Auslandsfiliale in Kladno, Tschechien |
| 2020/21 | Übernahme von Real-Märkten und des Onlinemarktplatzes real.de |
| 2026 | Marktplatz in neun Ländern, Bojan Luncer wird Vorstand Länder |
Eine Stiftung ohne Stimmrecht
Dieter Schwarz hat das Eigentum so geordnet, dass Kapital und Stimmrechte getrennt liegen. Die gemeinnützige Dieter Schwarz Stiftung hält fast alle Anteile an Lidl und Kaufland, hat in den Unternehmen aber laut einer Recherche von FragDenStaat aus dem Jahr 2023 kein Mitspracherecht.
Die Stimmen liegen bei der Schwarz Unternehmenstreuhand, deren persönlich haftender Gesellschafter seit Dezember 2021 Gerd Chrzanowski ist.
Aktionäre, die eine Dividende erwarten, hat Kaufland nicht. Die Stiftung fördert mit ihrem Geld vor allem Bildung und Wissenschaft in Heilbronn, der Stadt, aus der die Familie Schwarz stammt.
Zur Schwarz-Gruppe gehören heute neben Lidl und Kaufland die eigenen Produktionsbetriebe, die IT-Sparte Schwarz Digits mit der Cloud Stackit und der Entsorger PreZero.
Die Zentrale der Gruppe sitzt in Neckarsulm, und die Sparten arbeiten einander zu: Die Produktion liefert Backwaren, Getränke und Kaffee in die Regale, Schwarz Digits betreibt die Rechenzentren, PreZero entsorgt und verwertet Abfälle.
Die Kaufland-Gesellschaft selbst heißt Kaufland Stiftung & Co. KG. Nach dem Publizitätsgesetz stellt Kaufland einen geprüften Konzernabschluss auf, den die Gruppe auch im Lobbyregister des Bundestags hinterlegt hat.
Der Abschluss ist die wichtigste Quelle dieser Analyse, weil die Schwarz-Gruppe selbst keinen Gewinn veröffentlicht.
- Herkunft: Kaufland stammt aus demselben Heilbronner Großhandel wie Lidl.
- Format: große Auswahl zu Preisen nahe am Discount.
- Eigentum: Die Stiftung hält das Kapital, die Treuhand die Stimmen.
Wie wurde aus der Idee ein Imperium?

Kaufland wuchs in drei Sprüngen: 1990 nach Ostdeutschland, ab 1998 nach Mittel- und Osteuropa und 2020/21 durch die Übernahme von Real-Märkten. Heute betreibt die Kette mehr als 1.600 Filialen in acht Ländern, die Schwarz-Gruppe meldete für 2025/26 einen Umsatz von 36,7 Milliarden Euro.
Erst der Osten Deutschlands, dann der Osten Europas
Die erste Filiale außerhalb Westdeutschlands öffnete 1990 in Meißen, im Jahr nach dem Fall der Mauer. Acht Jahre später folgte mit Kladno in Tschechien die erste Auslandsfiliale.
Heute ist Kaufland in Polen, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und der Republik Moldau vertreten.
In Rumänien kam Kaufland im ersten Halbjahr 2026 laut Lebensmittel Zeitung auf 15,8 Prozent Marktanteil und ist dort die Nummer zwei. In Polen meldete die Kette nach zwei Jahren mit sinkendem Umsatz für 2025/26 wieder ein Plus.
Für Australien gründete Kaufland Gesellschaften, eröffnete aber keinen Markt und gab die Pläne wieder auf.
Im Konzernabschluss 2025/26 stehen drei Australien-Gesellschaften mit Sitz in Neckarsulm und eine in Mount Waverley bei Melbourne bis heute in der Liste der einbezogenen Unternehmen.
Die Übernahme von Real
Den größten Sprung der Firmengeschichte brachte das Ende einer Konkurrentin. Als der Metro-Konzern seine SB-Warenhauskette Real an den Finanzinvestor SCP verkauft hatte, meldete Kaufland 2020 beim Bundeskartellamt die Übernahme von 101 Märkten an.
Die Behörde gab am 22. Dezember 2020 bis zu 92 Standorte frei, an neun Orten hätte die Übernahme den Kunden zu wenige Alternativen gelassen.
Kaufland kaufte danach weitere Märkte einzeln hinzu. Nach Zählung der Lebensmittel Praxis hat die Kette inzwischen 125 frühere Real-Standorte mit rund 9.000 Beschäftigten integriert.
Der Rest von Real lief als „Mein Real“ weiter, ging 2023 in die Insolvenz in Eigenverwaltung und schloss die letzten Märkte im März 2024.
Mit den Märkten kam der Onlinemarktplatz real.de, den Kaufland im Oktober 2020 übernahm und im April 2021 in kaufland.de umbenannte. Aus dem Nebenprodukt einer Übernahme ist ein Marktplatz in neun Ländern geworden, auf dem mehr als 15.000 Händler verkaufen.
Die Integration von mehr als 120 Real-Märkten habe viel Kraft gekostet, sagte Carsten Kortum im September der Lebensmittel Praxis.
Ein Riese im Schatten der Schwester
Innerhalb der Schwarz-Gruppe, die 2025/26 insgesamt 185,6 Milliarden Euro umsetzte, steht Kaufland mit 36,7 Milliarden Euro im Schatten von Lidl mit 140,2 Milliarden Euro. Auf Kaufland entfällt knapp ein Fünftel des Gruppenumsatzes.
In Deutschland betrieb die Schwarz-Gruppe 2025 nach Zählung der Lebensmittel Praxis 794 SB-Warenhäuser. Kaufland beschäftigt mehr als 162.000 Menschen, davon über 92.000 in Deutschland.
Wie verdient Kaufland tatsächlich sein Geld?

Kaufland verdient am Warenverkauf mit einem Rohertrag von 20,6 Prozent des Umsatzes, an Boni und Rabatten der Lieferanten und zunehmend an Werbung, Daten und Marktplatz-Provisionen. Nach allen Kosten blieben dem Kaufland-Konzern 2025/26 von 100 Euro Umsatz 1,03 Euro Gewinn.
Zwei Geschäfte in einem Abschluss
Laut Lagebericht hat der Konzern der Kaufland Stiftung & Co. KG 2025/26 „Großhandelsumsätze in Deutschland sowie Einzelhandelsumsätze in sieben Ländern innerhalb Mittel- und Osteuropas“ erzielt.
Für die deutschen Märkte erfasst der Abschluss also den Umsatz aus den Lieferungen an die Filialen, nicht den Umsatz an der Kasse.
Der Konzern zählt im Jahresschnitt 72.910 Beschäftigte, Kaufland beschäftigt allein in Deutschland mehr als 92.000 Menschen. Der Einzelhandel der deutschen Filialen läuft demnach über andere Gesellschaften der Schwarz-Gruppe, deren Gewinn nicht veröffentlicht ist.
Die Umsatzerlöse stiegen 2025/26 gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent auf 34,4 Milliarden Euro. Auf Handelswaren entfielen 32,97 Milliarden Euro, also 95,8 Prozent.
Die übrigen 1,44 Milliarden Euro verbucht der Konzern als sonstige Umsatzerlöse, ohne sie aufzuschlüsseln.
Die 36,7 Milliarden Euro, die die Schwarz-Gruppe im Juni als Kaufland-Umsatz meldete, sind eine andere Größe: ein Filialumsatz, dessen Abgrenzung die Gruppe nicht erklärt.
| Kaufland Stiftung & Co. KG, Konzern | 2023/24 | 2024/25 | 2025/26 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 31.918 Mio. € | 32.928 Mio. € | 34.412 Mio. € |
| Rohertrag | 6.450 Mio. € | 6.716 Mio. € | 7.091 Mio. € |
| Rohertragsquote | 20,2 % | 20,4 % | 20,6 % |
| Personalaufwand | 1.520 Mio. € | 1.659 Mio. € | 1.830 Mio. € |
| EBIT | 648 Mio. € | 600 Mio. € | 644 Mio. € |
| Jahresüberschuss | 388 Mio. € | 265 Mio. € | 353 Mio. € |
| Umsatzrendite | 1,2 % | 0,8 % | 1,0 % |
Geld, das nicht an der Kasse entsteht
Ein Händler verdient nicht nur an der Spanne zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, sondern auch an den Konditionen, die er Herstellern abverlangt. Im Kaufland-Abschluss steht dafür eine unscheinbare Zeile: Zum Stichtag Ende Februar 2026 hatte der Konzern 687 Millionen Euro an Forderungen gegen Lieferanten in der Bilanz, „im Wesentlichen Boni, Rabatte und Rückvergütungen“.
Ein Jahr zuvor lag der Betrag bei 785 Millionen Euro.
Nach der Real-Übernahme ermittelte das Bundeskartellamt, weil Kaufland Sonderforderungen an Lieferanten gestellt hatte, und stellte das Verfahren im Juli 2021 ein, nachdem Kaufland die Forderungen an Gegenleistungen geknüpft und bis Ende 2022 befristet hatte.
Grundstücke und Gebäude stehen mit 5,45 Milliarden Euro in der Konzernbilanz, und in den Gebäuden vermietet Kaufland auch Flächen an fremde Händler. 2023 übernahm Kaufland Immobilien drei frühere Real-Objekte in Köln, Staßfurt und Waiblingen samt laufender Mietverträge mit Drittmietern, wie aus der Freigabe der EU-Kommission hervorgeht.
Wie viel Miete Kaufland insgesamt einnimmt, veröffentlicht die Kette nicht.
Auf dem Kaufland-Marktplatz zahlen Händler je nach Warengruppe 7 bis 16 Prozent Provision und eine Monatsgebühr ab 39,95 Euro. Das Handelsvolumen über alle Länder wuchs im Geschäftsjahr 2025/26 um 11,9 Prozent, meldete der Branchendienst Onlinemarktplatz.de im Juni.
Eine absolute Zahl nennt Kaufland nicht.
Was die Kundenkarte über Sie weiß
Seit dem 12. Februar 2026 heißt das Vorteilsprogramm in Deutschland Kaufland Card XTRA und funktioniert nur noch in der App. Kunden bekommen einen Punkt je Euro Einkauf, individuelle Coupons und Gratisprodukte, Kaufland erhält im Gegenzug die Einkaufsdaten von mehr als 13 Millionen Mitgliedern.
Aus dem Befund zur Tiefkühlpizza entstand der „Meal Deal“ mit Coca-Cola. Für die Kampagne sprach Kaufland gezielt Kunden mit Vorliebe für Pizza und Softdrinks an, über die App, über Anzeigen in sozialen Netzwerken im Umkreis von einem Kilometer um rund 170 Filialen und über Bildschirme am Eingang.
Gemessen wurde die Wirkung mit Kontrollgruppen.
Die Einheit Kaufland Interact verkauft diese Werbung seit März 2026 an Hersteller. „Unseren Partnern können wir belegen, welchen Effekt Werbung auf Markenwahrnehmung und Verkauf hat“, sagt ihr Leiter Matthias Schönwandt.
In der Bilanz taucht der Wert dieser Daten nirgends als Vermögenswert auf, und wo die Werbeerlöse verbucht sind, schlüsselt der Abschluss nicht auf.
Für die Kunden lohnt sich der Tausch messbar, aber bescheiden. Eine Auswertung von 1,26 Millionen Kassenbons durch die App Smhaggle ergab für das erste Quartal 2025, dass Inhaber der Kaufland Card im Schnitt 2,29 Prozent des Bonbetrags sparten, der höchste Wert unter den untersuchten Programmen.
Wo die Marge entsteht
Aus dem Rohertrag von 7,09 Milliarden Euro, also 20,6 Prozent des Umsatzes, bezahlt Kaufland Personal, Mieten, Energie, Logistik und Werbung. Nach diesen Kosten blieb ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 644 Millionen Euro, eine EBIT-Marge von 1,9 Prozent, nach Zinsen und Steuern ein Überschuss von 353 Millionen Euro.
Der Konzernabschluss weist kein Ergebnis je Land aus, eine Rechnung nach Segmenten ist deshalb nicht möglich. Laut Lagebericht stieg der Umsatz 2025/26 schneller als die Kosten der Warenbeschaffung, vor allem weil mehr Kunden kamen und die Preise inflationsbedingt höher lagen.
Gleichzeitig wuchs der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahr um 10,3 Prozent, mehr als doppelt so schnell wie der Umsatz.
Im Vergleich mit Rewe steht Kaufland solide da: Die Kölner Gruppe behielt 2025 von 100 Euro Konzernumsatz 58 Cent, der Kaufland-Konzern 1,03 Euro. Ganz vergleichbar sind die Werte nicht, weil der Kaufland-Abschluss das deutsche Geschäft als Großhandel erfasst.
Aktionen als Lockmittel
Mit Preisaktionen holt Kaufland Kunden in die großen Märkte. Seit dem 12. Oktober beginnt die Werbewoche am Montag, mit mehr als 300 Wochenangeboten, die sechs Tage gelten, und zusätzlichen Angeboten ab Donnerstag.
Bei mehr als 7.000 Produkten verspricht Kaufland dauerhaft Preise wie beim Discounter.
Unsere Einordnung: Die Aktionen sollen Kunden in einen Markt holen, in dem sie neben dem Sonderangebot auch Frischware, Drogerieartikel und Haushaltswaren kaufen. Carsten Kortum nennt Kaufland „in erster Linie promotiongetrieben“.
Für die Verteilung der Prospekte setzte der Konzern 2025/26 neben der Stammbelegschaft 12.295 Zeitungsausträger mit Minijob ein.
Größe, die sich rechnet
Kaufland gehört zu einer Gruppe, die mit Lidl rund 14.500 Filialen in 33 Ländern betreibt, und führt Marken der Schwester, etwa die Werkzeugmarke Parkside. Die eigenen Produktionsbetriebe der Gruppe setzten 2025/26 laut Lebensmittel Praxis 5,7 Milliarden Euro um, fast ausschließlich mit Lidl und Kaufland. Kaufland betreibt eigene Fleischwerke in Heilbronn, Möckmühl, Osterfeld und Heilbad Heiligenstadt, die den größten Teil der Fleisch- und Wurstwaren der Kette herstellen.
Auf dem Marktplatz wirkt ein Netzwerkeffekt: Jeder neue Händler bringt Artikel, die weitere Käufer anlocken, und jeder Käufer macht den Marktplatz für Händler attraktiver.
In Spanien startete Kaufland Anfang Oktober mit mehr als 3.100 Händlern und über 10 Millionen Artikeln, ohne dort einen einzigen Markt zu betreiben.
Was sich seit 2021 verschoben hat
Bis 2020 hatte Kaufland in Deutschland weder einen Onlinemarktplatz noch ein eigenes Vorteilsprogramm. Seitdem sind drei Erlösquellen dazugekommen: der Marktplatz seit der Umbenennung von real.de im April 2021, die eigene Kundenkarte seit Oktober 2021 und die Werbung mit Kundendaten, die Schwarz Media seit 2023 und Kaufland Interact seit März 2026 vermarkten.
Payback, das bis 2023 in Polen parallel lief, hat Kaufland durch das eigene Programm ersetzt.
Die Rohertragsquote stieg von 2023/24 bis 2025/26 von 20,2 auf 20,6 Prozent, der Gewinn schwankte zwischen 265 und 388 Millionen Euro. Unsere Einschätzung: Die neuen Erlösquellen sind klein, aber sie wachsen dort, wo die Großfläche Kunden verliert, nämlich bei Daten und im Netz.
- Ware: 95,8 Prozent der Umsatzerlöse, Rohertrag 20,6 Prozent.
- Lieferanten: 687 Millionen Euro offene Boni und Rabatte zum Stichtag.
- Daten: 13 Millionen Kartenmitglieder speisen das Werbegeschäft.
- Blinder Fleck: Den Gewinn der deutschen Filialen veröffentlicht die Gruppe nicht.
Wie groß ist die Marktmacht von Kaufland?

Allein ist Kaufland in Deutschland ein Händler mittlerer Größe mit geschätzt 24,4 Milliarden Euro Bruttoumsatz, unter den SB-Warenhäusern aber der klare Marktführer. Seine Macht gegenüber Lieferanten bezieht Kaufland aus der Schwarz-Gruppe, die laut Bundeskartellamt rund 25 Prozent des Lebensmittelmarkts hält.
Ein Viertel des Marktes, gemeinsam mit Lidl
Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe und Aldi vereinten 2025 laut Bundeskartellamt mehr als 90 Prozent der bundesweiten Umsätze, Edeka kam auf rund 30 Prozent, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland auf rund 25 Prozent, Rewe auf rund 22 und Aldi auf rund 15 Prozent.
Die Konzentration sei weiter gestiegen, schrieb die Behörde.
Für Lieferanten ist die Schwarz-Gruppe damit schwer zu umgehen. Edeka und Rewe, „in Abstufungen auch die Schwarz-Gruppe“, seien für manche Hersteller von Markenartikeln jeweils einzeln unverzichtbar, stellte das Bundeskartellamt fest.
Ein Hersteller, der sich mit Neckarsulm nicht einigt, verliert im Ernstfall Lidl und Kaufland zugleich.
Noch stärker steht Edeka da. Womit der genossenschaftliche Verbund am meisten verdient, lesen Sie in unserer Analyse des Edeka-Geschäftsmodells.
König einer schrumpfenden Betriebsform
Die Marktforscher von NIQ Trade Dimensions schätzen den Bruttoumsatz von Kaufland in Deutschland für 2025 auf 24,4 Milliarden Euro, 2,8 Prozent mehr als 2024. Lidl kam auf geschätzt 34,8 Milliarden Euro, Aldi auf 36,9 Milliarden, Edeka auf 84,7 Milliarden.
Der stärkste Konkurrent auf der großen Fläche, Globus, setzte 6,7 Milliarden Euro um, gut ein Viertel des Kaufland-Umsatzes.
Unter den SB-Warenhäusern dominiert Kaufland. Im ersten Halbjahr 2026 kauften 23,9 Millionen Menschen bei Kaufland ein, bei Globus 5,1 Millionen.
Kaufland-Kunden kamen im Halbjahr im Schnitt 24,5-mal, Globus-Kunden 14,6-mal, der Durchschnittsbon lag bei Kaufland dagegen mit 34,40 Euro deutlich unter den rund 43 Euro bei Globus.
Die Betriebsform als Ganzes schrumpft. Der Anteil der SB-Warenhäuser am deutschen Lebensmittelmarkt fiel von 12,6 Prozent im Jahr 2020 auf 11,5 Prozent 2025, rechnete der Handelsberater Johannes Berentzen in der Lebensmittel Praxis vor. Das EHI Retail Institute zählte für 2024 bei den SB-Warenhäusern 19,1 Milliarden Euro Nettoumsatz, fast so viel wie im Vorjahr, während die Discounter auf 97,7 Milliarden Euro zulegten.
„Während die Großflächen nahezu stagnieren, können Discounter am deutlichsten zulegen“, sagte EHI-Experte Marco Atzberger.
Keine Fesseln an der Kasse
Kunden können Kaufland jederzeit verlassen, ein Wechsel zu Lidl, Aldi oder Edeka kostet keinen Cent Gebühr. Kaufland bindet Kunden über Preis, Sortiment und seit 2021 über die eigene Kundenkarte, deren Punkte und Coupons nur im eigenen Markt gelten. Die Bindung bleibt schwach, weil die großen Ketten einander genau beobachten: Preisänderungen bei Produkten mit hoher Preisgleichheit gingen laut Bundeskartellamt häufig von Aldi aus, zuletzt vermehrt auch von Lidl.
Stärker ist die Bindung der Lieferanten. Ein Hersteller kann auf einen Abnehmer, der zusammen mit Lidl ein Viertel des Marktes kontrolliert, kaum verzichten.
Das Kartellamt schaut zu
Eine gemeinsame Marktbeherrschung der großen Handelsgruppen auf den Absatzmärkten ließ sich nach den etablierten Kriterien nicht feststellen, schrieb das Bundeskartellamt im September. Die relative Nachfragemacht gegenüber Herstellern reiche aber aus, um im Einzelfall gegen Missbrauch vorzugehen.
Kaufland selbst nennt kartellrechtliche Verfahren im Lagebericht als eines der rechtlichen Risiken und hat für hinreichend konkrete Fälle Rückstellungen gebildet.
Wer ist bei Kaufland eigentlich das Produkt?

Bei Kaufland sind die Kunden Käufer und Datenlieferanten zugleich: Auf Basis der Einkaufsdaten aus mehr als 13 Millionen Kartenkonten verkauft Kaufland Herstellern gezielte Werbung. Die Markenhersteller zahlen damit doppelt, über Konditionen im Einkauf und über Kampagnen bei Kaufland Interact.
Der Kunde mit der App
Für die meisten Leser ist Kaufland ein großer Markt, in dem sie regelmäßig den Grundbedarf einkaufen. Seit Februar ist dieser Einkauf in Deutschland nur noch mit der App rabattiert, neue Mitglieder bekommen keine Plastikkarte mehr. Punktesammler geben Kaufland damit ein vollständiges Bild ihres Warenkorbs.
Für den Kunden sieht ein persönlicher Coupon aus wie ein Rabatt. Für Kaufland ist er zugleich Werbefläche, die ein Hersteller bezahlt, und Messinstrument, das über Kontrollgruppen zeigt, ob die Anzeige gewirkt hat.
Die Gegenleistung ist überschaubar: Bei einem Durchschnittsbon von 34,40 Euro bringt die Ersparnis von 2,29 Prozent rund 79 Cent.
Der Hersteller, der zweimal bezahlt
Ein Markenhersteller verhandelt mit Kaufland erst über Preise, Boni und Rückvergütungen, dann über Werbung. Im Einkauf steht er einer Gruppe gegenüber, die das Bundeskartellamt für manche Markenhersteller als schwer ersetzbar einstuft.
In der Werbung kauft er von derselben Gruppe den Zugang zu Kunden, die Kaufland anhand der Daten aus der eigenen Kundenkarte ausgewählt hat.
Im Herbst wollte der Abfüller Coca-Cola Europacific Partners seine Abgabepreise im Schnitt um rund 3 Prozent erhöhen. Kaufland einigte sich mit dem Abfüller laut Lebensmittel Praxis früher als Edeka, das am 23. Oktober nachzog.
Der Händler auf fremdem Grund
Auf dem Online-Marktplatz verkaufen mehr als 15.000 Händler, die für jede Bestellung je nach Warengruppe 7 bis 16 Prozent Provision an Kaufland abgeben. Suche, Platzierung und Bewertungen steuert Kaufland als Betreiber des Marktplatzes, der Händler liefert und zahlt.
Händler, die zusätzlich auf den Auslandsportalen verkaufen, setzten im Schnitt 70 Prozent mehr um als zuvor, meldete Onlinemarktplatz.de im Juni unter Berufung auf Kaufland.
Unsere Einschätzung: Eine Abhängigkeit wie bei Amazon ist auf diesem Marktplatz noch nicht zu erkennen. Mit jedem Land ohne Filialen, zuletzt den Niederlanden und Spanien, wächst aber sein Gewicht für die Händler.
Die Menschen im Markt
An Bedientheken, Kassen und Regalen arbeiten bei Kaufland in Deutschland mehr als 92.000 Menschen. Im Konzern mit 72.910 Beschäftigten stieg der Personalaufwand 2025/26 auf 1,83 Milliarden Euro. Im Juni 2026 rief Verdi in mehr als 100 Kaufland-Filialen zum Warnstreik auf.
Was kostet das Angebot wirklich, und wer trägt die Kosten?

Von 100 Euro Umsatz gibt der Kaufland-Konzern 79,39 Euro für Waren aus, 12,60 Euro für sonstige Kosten wie Miete, Energie und Werbung und 5,32 Euro für Personal. Übrig bleiben 1,03 Euro. Die Kosten tragen vor allem die Kunden über den Preis und die Lieferanten über Boni und Rabatte.
Die Rechnung hinter 100 Euro
Größter Posten der Gewinn- und Verlustrechnung 2025/26 ist der Materialaufwand von 27,3 Milliarden Euro, vor allem für die eingekaufte Ware.
Den zweitgrößten Posten bilden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 4,3 Milliarden Euro für die übrigen Betriebskosten, die der Abschluss nicht einzeln ausweist.
| Je 100 Euro Umsatz, Konzern Kaufland 2025/26 | Euro |
|---|---|
| Ware und Material | 79,39 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen (Miete, Energie, Logistik, Werbung u. a.) | 12,60 |
| Personal | 5,32 |
| Abschreibungen | 1,21 |
| Sonstige Erträge und Beteiligungserträge | plus 0,39 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 1,87 |
| Zinsen, netto | minus 0,28 |
| Ertragsteuern | minus 0,57 |
| Jahresüberschuss | 1,03 |
Der Personalanteil von 5,32 Euro wirkt für einen Händler mit Bedientheken niedrig. Der Grund liegt in der Abgrenzung: Der Konzern beliefert die deutschen Filialen als Großhändler, das Personal der Filialen ist zum großen Teil in anderen Gesellschaften beschäftigt.
Ein Einkauf, auseinandergenommen
Angenommen, ein Einkauf über den Durchschnittsbon von 34,40 Euro enthält nur Lebensmittel mit 7 Prozent Umsatzsteuer. Dann gingen 2,25 Euro an das Finanzamt, 32,15 Euro wären der Nettoumsatz. Übertragen auf die Quoten des Konzerns entfielen davon rund 25,52 Euro auf die Ware, 4,05 Euro auf Miete, Energie und übrige Kosten und 1,71 Euro auf Personal.
Als Gewinn blieben 33 Cent. Die Rechnung ist eine Näherung, weil der Konzernabschluss den deutschen Einzelhandel nicht enthält und ein echter Einkauf auch Drogerieartikel mit 19 Prozent Steuer umfasst.
Wer die Rechnung bezahlt
Die Kunden zahlen über den Preis, und dieser Preis folgt in Deutschland den Discountern.
Für die Margen der vier großen Gruppen stellte das Bundeskartellamt im September fest, dass sie nach einem deutlichen Anstieg in der Corona-Zeit seit spätestens 2022 wieder sinken, im Durchschnitt aber noch über dem Niveau vor der Pandemie liegen. Nach Abzug aller Kosten bewegen sich die Margen im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Ob die Kette Preissteigerungen schneller weitergab als Preissenkungen, lässt sich aus dem Abschluss nicht ablesen. Sicher ist nur, dass die Rohertragsquote 2025/26 von 20,4 auf 20,6 Prozent stieg.
Die Lieferanten zahlen über Konditionen. 687 Millionen Euro an Boni, Rabatten und Rückvergütungen standen zum Stichtag offen, das ist fast das Doppelte des Jahresüberschusses.
Der Fiskus erhielt 195 Millionen Euro Ertragsteuern, mehr als die Hälfte des Jahresüberschusses.
Unsere Einschätzung: Bei Kaufland zahlt der Kunde nicht übermäßig, und der Fiskus kommt nicht zu kurz. Die Kosten der großen Fläche drücken stattdessen auf die Marge selbst, die mit 1,9 Prozent vor Zinsen und Steuern wenig Puffer für Fehler lässt.
- Ware: 79,39 Euro je 100 Euro Umsatz gehen an Lieferanten und Produktion.
- Fläche: 12,60 Euro für Miete, Energie, Logistik und Werbung.
- Gewinn: 1,03 Euro, bei einem Durchschnittseinkauf rechnerisch 33 Cent.
Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Gewinner sind die Eigentümer-Stiftung, Kunden mit App und Händler, die über den Marktplatz ins Ausland verkaufen. Druck spüren die Lieferanten, die Konkurrenz auf der großen Fläche, die Zeitungsausträger und die Manager an der Spitze des Deutschlandgeschäfts.
| Gruppe | Entwicklung | Einordnung |
|---|---|---|
| Kaufland-Konzern | Jahresüberschuss 2025/26 plus 33,2 Prozent auf 353 Millionen Euro | Gewinn erholt, Marge bleibt bei 1,0 Prozent |
| Kunden mit Kaufland Card XTRA | mehr als 13 Millionen Mitglieder, im Schnitt 2,29 Prozent Ersparnis (Smhaggle, 2025) | sparen etwas, liefern dafür ihre Einkaufsdaten |
| Marktplatz-Händler | mehr als 15.000 Anbieter in neun Ländern | neuer Zugang zu Kunden, 7 bis 16 Prozent Provision |
| Kaufland Polen | nach zwei Minusjahren wieder mehr Umsatz | Ausbau soll schneller werden |
| Lieferanten | 687 Millionen Euro offene Boni und Rabatte zum Stichtag | verhandeln mit einer kaum ersetzbaren Gruppe |
| Globus und andere SB-Warenhäuser | Globus-Umsatz 2025 minus 0,2 Prozent | Kaufland wächst um 2,8 Prozent, Globus schrumpft |
| Zeitungsausträger | 12.295 geringfügig Beschäftigte, im Vorjahr 15.306 | weniger Verteiler für die Prospekte |
| Deutschland-Chefs | fünf Chefs seit 2019 | Stefan Hoppe ging nach rund einem Jahr |
Eine Stiftung als stiller Gewinner
Die Gewinne der Schwarz-Gruppe fließen über die Schwarz Beteiligungs GmbH zu großen Teilen an die gemeinnützige Dieter Schwarz Stiftung, die nach einer Analyse des Beraters Thorsten Klinkner aus dem Jahr 2019 99,9 Prozent der Anteile hält.
Das Eigenkapital des Kaufland-Konzerns lag Ende Februar 2026 bei 4,8 Milliarden Euro, eine Quote von 33,0 Prozent.
Der Konzern nutzte den Gewinn 2025/26 auch, um Schulden abzubauen. Die Nettofinanzverschuldung sank um 846 Millionen Euro auf 2,4 Milliarden Euro, investiert wurden 540 Millionen Euro, vor allem in das Filialnetz.
Die Beschäftigten im Tarifstreit
Im Juni 2026 bestreikte Verdi mehr als 100 Kaufland-Filialen und warf dem Unternehmen vor, ein „inakzeptables“ Angebot der Arbeitgeber mitzutragen. Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer sagte: „Dieter Schwarz ist mit Abstand der reichste Mensch in Deutschland.“ Kaufland hielt dagegen, als tarifgebundenes Unternehmen an einer zügigen Lösung interessiert zu sein. Der Konflikt zeigt den Kern des Modells: Jeder Prozentpunkt mehr Lohn trifft eine Marge, die vor Zinsen und Steuern bei 1,9 Prozent liegt.
Die Beschäftigten von Real
Rund 9.000 frühere Real-Beschäftigte arbeiten heute in den übernommenen Märkten unter dem Kaufland-Schild. „Mein Real“ schloss bis zum 31. März 2024 die letzten 45 Märkte, nur einzelne Standorte gingen an Rewe, Kaufland und Edeka.
Mittelständische Händler profitierten von einer Auflage des Bundeskartellamts. Die Verkäuferin SCP musste 2020 Standorte mit einem Einkaufsvolumen von mindestens 200 Millionen Euro an Lebensmittelhändler aus dem Mittelstand abgeben, statt sie an die großen Gruppen zu verkaufen.
Die Konkurrenz auf der großen Fläche
Real ist verschwunden, der Umsatz von Globus sank 2025 laut NIQ leicht. Kaufland wächst unter den SB-Warenhäusern, aber diese Betriebsform verliert Kunden an Discounter, Drogerien und Fachmärkte.
Martin Fassnacht, Strategieprofessor an der WHU, fragte in der Lebensmittel Praxis: „Wer würde Kaufland in Deutschland vermissen?“ Der Berater Johannes Berentzen sieht das Geschäftsmodell dagegen nicht gefährdet, wohl aber das Versprechen „alles unter einem Dach“: Fachmarktzentren mit Drogerie, Tierbedarf und Nonfood Tür an Tür machen dieses Versprechen hinfällig.
Kaufland verdient an 100 Euro Umsatz einen Euro, doch wie viel die deutschen Märkte abwerfen, verrät die Schwarz-Gruppe nicht.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie politisch ist Kaufland?

Kaufland meldet im Lobbyregister des Bundestags für 2025/26 Ausgaben von 840.001 bis 850.000 Euro und 29 Regelungsvorhaben, von Tierhaltungskennzeichnung bis Verpackungsrecht. Die eigentliche Lobbyarbeit leistet die Schwarz Corporate Affairs für die ganze Gruppe, mit mehr als 3,2 Millionen Euro im Jahr.
Lobbyarbeit mit fremdem Personal
Der Eintrag der Kaufland Stiftung & Co. KG im Lobbyregister weist für das Geschäftsjahr 2025/26 null Vollzeitstellen für Interessenvertretung aus. Die Arbeit erledigt die Schwarz Corporate Affairs GmbH & Co. KG in Neckarsulm mit Hauptstadtbüro in Berlin, die 3.240.001 bis 3.250.000 Euro und 11,29 Vollzeitstellen meldet.
17 Personen üben dort die Interessenvertretung unmittelbar aus.
Gemessen an 36,7 Milliarden Euro Umsatz sind die Summen klein, die Themenliste dagegen ist breit und reicht von der Plastikabgabe bis zur Rücknahme alter Batterien.
Was Kaufland in Berlin will
Zum Agrarorganisationen- und Lieferkettengesetz, das Lieferanten von Lebensmitteln vor unfairen Praktiken großer Abnehmer schützt, fordert Kaufland die „Beibehaltung des Status quo“. Das Gesetz gehe schon heute „in weiten Teilen“ über die EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP-Richtlinie) hinaus.
Bei der Tierhaltungskennzeichnung will Kaufland dagegen mehr Regeln, aber für andere: Das Gesetz soll auf weitere Tierarten und auf die Außer-Haus-Verpflegung ausgeweitet werden, damit dort dasselbe Transparenzniveau gilt wie im Lebensmittelhandel. Beim geplanten Gesetz gegen Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel unterstützt Kaufland laut Registereintrag das Ziel, plädiert aber für andere Instrumente.
Breit ist das Engagement beim Verpackungsrecht. Kaufland wirbt im Register für ein privatwirtschaftliches Fondsmodell, das die Lizenzentgelte für Verpackungen nach ökologischen Kriterien staffelt, und für eine Umlage der EU-Plastikabgabe, die recyclingfähige Verpackungen begünstigt.
Unsere Einordnung: Regeln, die Konkurrenten außerhalb des Handels gleichstellen, findet Kaufland gut, Regeln, die die eigene Verhandlungsmacht begrenzen, nicht.
Steuern ohne Oase
Die Ertragsteuern des Kaufland-Konzerns lagen 2025/26 bei 195 Millionen Euro, eine Quote von 35,6 Prozent auf das Ergebnis vor Steuern.
Die Gesellschaften sitzen in Deutschland und in den sieben Ländern mit Filialen, dazu kommen Töchter in Hongkong, Pakistan, Sri Lanka und Australien sowie eine Beteiligung von 27,26 Prozent an der Finanzgesellschaft SG Finance & Treasury Limited in Dublin. Hinweise auf eine Gewinnverlagerung in Niedrigsteuerländer enthält der Abschluss nicht.
Der Lagebericht nennt ein politisches Risiko ausdrücklich: Staaten könnten in Krisen Handelsspannen begrenzen oder Verkaufspreise deckeln.
Ein Lebensmittelhändler als europäischer Champion
Öffentlich stellt die Schwarz-Gruppe ihre Größe in einen politischen Rahmen. Konzernchef Gerd Chrzanowski sprach im Juni von einem Beitrag „für ein starkes souveränes Europa“, Kaufland-Vorstand Gerald Schönbucher nannte den Marktplatz in Spanien eine „starke europäische Antwort“ auf die weltweiten Onlinehändler.
Ins selbe Bild gehört das Sponsoring: Ab dem Winter 2026/27 ist Kaufland Titelsponsor des Skisprung-Weltcups bis 2029/30.
Was könnte Kaufland zu Fall bringen?

Das größte Risiko ist das Format selbst: Der Marktanteil der SB-Warenhäuser sinkt, Discounter, Drogerien und Nonfood-Ketten greifen einzelne Sortimente heraus. Hinzu kommen steigende Lohn- und Energiekosten bei 1,9 Prozent Marge, ein stagnierendes Onlinegeschäft und eine unruhige Führung.
Die Fläche wird zur Last
Kauflands Märkte sind groß, Carsten Kortum spricht von Verkaufsflächen „von 4.000 Quadratmetern und mehr“. Große Flächen und breite Sortimente erzeugten Komplexität, hohe Bestände und Kosten, während Kunden schnelle Einkäufe und klare Sortimente erwarteten, sagte der Handelsprofessor im September.
Ein großes Nonfood-Angebot sei früher ein Pluspunkt gewesen, funktioniere aber gegen Action und ähnliche Ketten nicht mehr.
Ein Branchenkenner beschrieb Kaufland in der Lebensmittel Praxis als ein Unternehmen, das „am Tropf der Promotion“ hänge. Weniger Aktionen könnten Frequenz kosten, weniger Sortiment ebenso.
Gegen die Schwäche der großen Fläche modernisiert Kaufland laut Lebensmittel Praxis rund 40 Filialen im Jahr, und seit September führen fünf Märkte ein Drogeriesortiment mit mehr als 9.000 Artikeln rund um die neu gestaltete Eigenmarke Bevola.
Auf Google bewerten Kunden Kaufland laut einer Auswertung von Quantiquest mit 3,65 Punkten schlechter als jeden Vollsortimenter, nur beim Preis-Leistungs-Verhältnis liegt die Kette mit 3,9 Punkten gut.
Online stagniert der Umsatz
Im Onlinegeschäft meldeten Lidl und Kaufland zusammen 1,7 Milliarden Euro Umsatz, im zweiten Jahr in Folge ohne Wachstum. Wie viel davon auf den Marktplatz entfällt, schlüsselt die Gruppe nicht auf. Der Marktplatz wächst, muss sich aber gegen Amazon und Otto behaupten.
Otto hat mit rund 6.100 Partnern weniger als halb so viele Händler, verlangt aber 99,90 Euro Grundgebühr im Monat und bis zu 22 Prozent Provision, wie unsere Analyse des Otto-Geschäftsmodells zeigt. Unsere Einschätzung: Die niedrigeren Gebühren von Kaufland helfen beim Wachstum und begrenzen zugleich, was der Marktplatz je Bestellung abwirft.
Kosten, die schneller steigen als der Umsatz
Für 2026 erwartet Kaufland trotz der Lohnsteigerungen einen Gewinn auf Vorjahresniveau, nennt aber den Konflikt am Persischen Golf und die gestiegenen Energiepreise als Unsicherheit.
Osteuropa als Stütze und Wackelkandidat
Die sieben Auslandsmärkte machen Kaufland unabhängiger vom deutschen Markt. Doch der Lebensmittelhandel schrumpfte 2025 inflationsbereinigt in Rumänien um 2,4 Prozent und in Polen um 1,0 Prozent, wie der Lagebericht nach Eurostat-Daten festhält.
Die Lebensmittel Zeitung nannte das Auslandsgeschäft am 23. Oktober „zunehmend schwierig“, zehn Monate lang war der zuständige Vorstandsposten unbesetzt.
Führung im Schleudersitz
Ivan Chernev ist der fünfte Deutschland-Chef seit 2019. Sein Vorgänger Stefan Hoppe ging im September nach rund einem Jahr, Gründe nannte Kaufland nicht. Chernev arbeitet seit mehr als 20 Jahren für Kaufland und führte zuletzt die Landesgesellschaft in Bulgarien, die nun Michail Petrov übernimmt, früher dort Finanzchef.
„Wenn man einem Manager nur ein Jahr gibt, sind viele Veränderungen, die er anstößt, noch gar nicht sichtbar“, sagte Kortum über Hoppe, der unter anderem die Kundenkarte neu aufgesetzt und das Drogeriekonzept vorangetrieben hatte.
Handelsexperten wie Kortum und Stephan Rüschen sehen darin eher ein Konzept- als ein Führungsproblem, Martin Fassnacht verortet die Verantwortung bei der Konzernspitze.
Der schwarze Schwan liegt am Golf
Das unwahrscheinliche, aber teure Szenario beschreibt der Lagebericht selbst: Bleibt die Versorgung mit Öl und Gas nach dem Konflikt am Persischen Golf über die Sommermonate hinaus gestört, rechnet der Konzern mit weit höheren Energiepreisen, steigenden Verbraucherpreisen und Problemen in den globalen Lieferketten.
Ein zweites Risiko nennt Kaufland bei der Technik: Ausfälle und Angriffe auf die IT, gegen die der Konzern ein Managementsystem nach ISO/IEC 27001 aufgebaut hat.
Drei Szenarien bis 2031
Die folgenden Szenarien sind eine Einschätzung der Redaktion auf Basis des Konzernabschlusses und der Marktdaten, keine Prognose von Kaufland.
- Umbau gelingt: Kaufland baut die Märkte nach dem Vorbild des früheren Real-Standorts in Waiblingen frischer um, die Drogerie zieht Kunden, und der Marktplatz wirft in Europa Gewinn ab. Die Umsatzrendite steigt über 1,5 Prozent.
- Weiter so: Kaufland wächst mit der Inflation und mit Osteuropa, die SB-Warenhäuser verlieren in Deutschland weiter Anteile, die Marge pendelt um 1 Prozent.
- Rückzug: Lohn- und Energiekosten fressen die Marge auf, die Schwarz-Gruppe gibt schwache Standorte ab oder baut sie zu Lidl-Filialen um und konzentriert Kaufland auf Osteuropa.
Was bedeutet Kaufland für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Für Verbraucher ist Kaufland eine preisgünstige Adresse mit großer Auswahl, der Rabatte inzwischen gegen Daten aus der App tauscht. Für Unternehmer ist die Kette Abnehmer, Werbeplattform und Marktplatz in einem, mit Gebühren unter denen von Otto und einem Zugang zu Kunden in neun Ländern.
Was Verbraucher wissen sollten
Seit dem 12. Oktober beginnen die Wochenangebote montags, die Prospekte kommen am Wochenende.
Aktionskäufer können den Einkauf damit schon am Wochenende planen. Rabatte über die Kaufland Card XTRA bekommen Kunden nur noch in der App, ein Punkt je Euro, dazu persönliche Coupons.
Die App lohnt sich für Stammkunden messbar, wenn auch in kleinen Beträgen. Kunden, die ihre Einkaufsdaten nicht teilen wollen, zahlen dafür einen kleinen Aufpreis, bekommen aber weiterhin die Wochenangebote und die mehr als 7.000 Produkte mit Discountpreisen.
Was Lieferanten und Hersteller erwartet
Für Markenhersteller bleibt die Schwarz-Gruppe ein Abnehmer, den das Bundeskartellamt für manche von ihnen als schwer ersetzbar einstuft. Neu ist die zweite Rechnung: Kaufland Interact verkauft seit März Werbung auf Basis der Daten aus der Kundenkarte, gemessen mit Kontrollgruppen.
Hersteller sollten Konditionen und Werbebudgets deshalb gemeinsam verhandeln und sich die Wirkung einer Kampagne mit Zahlen belegen lassen, was Kaufland ausdrücklich anbietet.
Kleine Erzeuger können sich auf das Agrarorganisationen- und Lieferkettengesetz berufen, das unlautere Handelspraktiken verbietet. Kaufland will dieses Gesetz unverändert lassen, eine Verschärfung zugunsten der Erzeuger ist von der Kette also nicht zu erwarten.
Was Onlinehändler gewinnen können
Für deutsche Onlinehändler ist der Kaufland-Marktplatz ein vergleichsweise günstiger Weg in mehrere Länder auf einmal, Otto verlangt mindestens 99,90 Euro im Monat. Die Monatsgebühr beginnt bei 39,95 Euro, die Provision liegt je nach Warengruppe zwischen 7 und 16 Prozent, und in Spanien hinterlegt Kaufland mit einem eigenen Dienst die vorgeschriebenen Registriernummern für die erweiterte Herstellerverantwortung.
Händler sollten trotzdem rechnen: Kaufland nennt kein Handelsvolumen; wie viele Bestellungen ein neues Land bringt, lässt sich vorab nicht sagen.
Was Wettbewerber lernen können
Kaufland-Kunden kommen im Schnitt 24,5-mal im Halbjahr, lassen aber nur 34,40 Euro je Einkauf an der Kasse, gut 8 Euro weniger als bei Globus.
Kaufland ist damit stärker Teil des regelmäßigen Versorgungseinkaufs, Globus eher Ziel für den großen Einkauf, schreibt die Lebensmittel Praxis. Genau um diesen regelmäßigen Einkauf werben auch die Discounter in der Nachbarschaft.
Drei Szenarien für die nächsten zwölf Monate
| Szenario | Was passiert | Folge für Kunden und Partner |
|---|---|---|
| Optimistisch | Chernev und Luncer bleiben, Umbau und Drogerie greifen, der Marktplatz wächst in Spanien und den Niederlanden | stabile Preise, mehr Coupons, mehr Kundschaft für Marktplatzhändler |
| Realistisch | Umsatz wächst moderat, Gewinn auf Vorjahresniveau wie im Lagebericht geplant, der Anteil der SB-Warenhäuser sinkt weiter | Aktionsrhythmus bleibt, Hersteller verhandeln weiter hart |
| Pessimistisch | Energie und Löhne steigen stärker, ein weiterer Chefwechsel, Schließung schwacher Märkte | weniger Standorte, Druck auf Lieferanten und Beschäftigte |
Unsere Einschätzung zum Schluss: Kaufland ist kein Sanierungsfall, sondern ein Händler mit ordentlichem Gewinn und einem ungelösten Formatproblem. Die neuen Vorstände in Deutschland und im Ausland müssen zeigen, wofür die große Fläche steht, bevor die Kunden die Antwort selbst geben, indem sie zum Discounter, zur Drogerie oder ins Netz gehen.
- Verbraucher: Rabatte nur noch per App, im Schnitt gut 2 Prozent Ersparnis.
- Hersteller: Konditionen und Werbung bei derselben Gruppe.
- Onlinehändler: Neun Länder ab 39,95 Euro Monatsgebühr.
Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zum Geschäftsmodell von Kaufland

Agrarorganisationen- und Lieferkettengesetz
Das Agrarorganisationen- und Lieferkettengesetz (AgrarOLkG) verbietet großen Abnehmern bestimmte unlautere Handelspraktiken gegenüber Lieferanten von Agrar- und Lebensmitteln, etwa kurzfristige Stornierungen. Das Gesetz setzt eine EU-Richtlinie um und geht in Teilen darüber hinaus. Kaufland setzt sich laut Lobbyregister dafür ein, das Gesetz in der jetzigen Fassung beizubehalten.
Anzapfverbot
Das Anzapfverbot untersagt marktmächtigen Unternehmen, von Lieferanten Vorteile ohne sachliche Gegenleistung zu verlangen, etwa nach einer Übernahme. Das Bundeskartellamt prüfte 2021 Sonderforderungen von Kaufland nach dem Kauf der Real-Märkte und stellte das Verfahren ein, nachdem Kaufland die Forderungen an Gegenleistungen geknüpft und befristet hatte.
EBIT
Das EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern und zeigt, was das laufende Geschäft verdient. Der Kaufland-Konzern kam 2025/26 auf ein EBIT von 644 Millionen Euro, nach 600 Millionen Euro im Vorjahr. Bezogen auf den Umsatz entspricht das einer EBIT-Marge von 1,9 Prozent.
Eigenmarke
Eine Eigenmarke, auch Handelsmarke, gehört dem Händler statt einem Hersteller. Der Händler bestimmt Rezeptur und Preis, gefertigt wird bei Herstellern oder in eigenen Betrieben. Bei Kaufland gehören etwa K-Classic und K-Bio dazu, im Drogeriesortiment die neu gestaltete Marke Bevola, im Nonfood die Lidl-Marke Parkside.
Erweiterte Herstellerverantwortung
Die erweiterte Herstellerverantwortung verpflichtet Unternehmen, die Waren in Verkehr bringen, sich an der Entsorgung von Verpackungen, Elektrogeräten oder Batterien zu beteiligen. Für diese Beteiligung müssen sich Händler in vielen EU-Ländern registrieren. Für Spanien hinterlegt Kaufland die vorgeschriebenen Registriernummern seiner Marktplatzhändler mit einem eigenen Dienst.
Großhandelsumsatz
Als Großhandelsumsatz verbucht ein Unternehmen Verkäufe an andere Händler statt an Endkunden. Der Konzernabschluss der Kaufland Stiftung weist für Deutschland ausdrücklich Großhandelsumsätze aus, den Einzelhandel dagegen nur in den sieben Auslandsmärkten. Der Gewinn der deutschen Filialen ist deshalb im Abschluss nicht vollständig enthalten.
Handelsvolumen
Das Handelsvolumen, auf Englisch Gross Merchandise Value, ist der Gesamtwert aller Waren, die über einen Marktplatz verkauft werden, unabhängig davon, wer sie anbietet. Der Betreiber verdient daran nur über Provisionen und Gebühren. Für den Kaufland-Marktplatz meldete Onlinemarktplatz.de für 2025/26 ein Wachstum von 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, einen absoluten Wert nennt Kaufland nicht.
Konzernabschluss nach Publizitätsgesetz
Einen Konzernabschluss nach Publizitätsgesetz müssen große Unternehmen aufstellen und veröffentlichen, auch wenn sie nicht an der Börse notiert sind. Der Abschluss wird von Wirtschaftsprüfern geprüft. Die Kaufland Stiftung & Co. KG legt ihn jährlich vor, für 2025/26 mit dem Bestätigungsvermerk der Prüfungsgesellschaft EY.
Lobbyregister
Das Lobbyregister des Deutschen Bundestags verzeichnet seit 2022 Organisationen und Unternehmen, die auf Parlament und Bundesregierung Einfluss nehmen. Eingetragen werden Ausgaben, Personal und konkrete Regelungsvorhaben. Kaufland meldet für 2025/26 Ausgaben von 840.001 bis 850.000 Euro und hat dort auch seinen Konzernabschluss hinterlegt.
Nettofinanzverschuldung
Die Nettofinanzverschuldung umfasst die Schulden aus Finanzierungen abzüglich der flüssigen Mittel eines Unternehmens. Die Kennzahl zeigt, wie viel Kredit nach Abzug des vorhandenen Geldes offen ist. Beim Kaufland-Konzern sank die Nettofinanzverschuldung bis Ende Februar 2026 um 846 Millionen Euro auf 2,4 Milliarden Euro.
Relative Marktmacht
Relative Marktmacht liegt vor, wenn ein Unternehmen für bestimmte Geschäftspartner unverzichtbar ist, ohne den gesamten Markt zu beherrschen. Das Bundeskartellamt stellte 2026 fest, dass Edeka und Rewe, in Abstufungen auch die Schwarz-Gruppe, für manche Hersteller von Markenartikeln jeweils einzeln kaum ersetzbar sind.
Retail Media
Retail Media bezeichnet Werbung, die Händler in eigenen Kanälen an Hersteller verkaufen, etwa in der App, auf Bildschirmen im Markt oder in sozialen Netzwerken rund um die Filiale. Grundlage sind die Einkaufsdaten der eigenen Kunden. Bei Kaufland vermarktet die Einheit Kaufland Interact solche Kampagnen seit März 2026.
Rohertrag
Der Rohertrag ist der Umsatz abzüglich des Wareneinsatzes. Aus ihm bezahlt ein Händler Personal, Mieten, Energie, Logistik und Werbung. Beim Kaufland-Konzern lag der Rohertrag 2025/26 bei 7,09 Milliarden Euro, das entspricht einer Rohertragsquote von 20,6 Prozent nach 20,4 Prozent im Vorjahr.
SB-Warenhaus
Ein SB-Warenhaus ist ein großflächiger Selbstbedienungsmarkt mit Lebensmitteln und einem breiten Angebot an Drogerie- und Nonfood-Artikeln, meist mit mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche. Kaufland betrieb 2025 in Deutschland 794 solcher Märkte. Der Anteil des Formats am Lebensmittelmarkt sank von 12,6 Prozent 2020 auf 11,5 Prozent 2025.
Umsatzrendite
Die Umsatzrendite setzt den Gewinn ins Verhältnis zum Umsatz und zeigt, wie viel von jedem Euro Umsatz übrig bleibt. Im Lebensmittelhandel liegt dieser Wert im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der Kaufland-Konzern kam 2025/26 auf 1,0 Prozent, nach 0,8 Prozent im Vorjahr und 1,2 Prozent zwei Jahre zuvor.
FAQ: Wie verdient Kaufland Geld, wenn die Großfläche schrumpft?

Wem gehört Kaufland?
Kaufland gehört zur Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm. Fast alle Anteile hält die gemeinnützige Dieter Schwarz Stiftung, die Stimmrechte liegen bei der Schwarz Unternehmenstreuhand. Eine Börsennotierung und Aktionäre hat Kaufland nicht.
Gehört Kaufland zu Lidl?
Nein. Kaufland und Lidl sind Schwesterunternehmen innerhalb der Schwarz-Gruppe. Beide stammen aus demselben Heilbronner Großhandel, betreiben aber getrennte Märkte. Einzelne Lidl-Marken wie Parkside führt inzwischen auch Kaufland.
In welchen Ländern ist Kaufland vertreten?
Kaufland betreibt Märkte in Deutschland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und der Republik Moldau, insgesamt mehr als 1.600 Filialen. Den Online-Marktplatz betreibt Kaufland in neun Ländern: Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Polen, Österreich, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien.
Wer leitet Kaufland?
Vorstandsvorsitzender von Kaufland ist Frank Schumann. Das Deutschlandgeschäft führt seit September 2026 Ivan Chernev, zuvor Chef von Kaufland Bulgarien. Ab dem 1. November 2026 verantwortet Bojan Luncer als Vorstand Länder die sieben Auslandsgesellschaften.
Wie funktioniert die Kaufland Card XTRA?
Die Kaufland Card XTRA ist das Vorteilsprogramm von Kaufland und funktioniert in Deutschland seit dem 12. Februar 2026 nur noch über die App. Kunden erhalten einen Punkt je Euro Einkauf, persönliche Coupons und Gratisprodukte. Mehr als 13 Millionen Menschen sind Mitglied.
Wann starten die Angebote bei Kaufland?
Seit dem 12. Oktober 2026 beginnt die Werbewoche bei Kaufland am Montag. Mehr als 300 Wochenangebote gelten sechs Tage lang, dazu kommen Angebote ab Donnerstag und solche nur für Freitag und Samstag. Die Prospekte erscheinen bereits am Wochenende davor.
Quellen
41 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 24.10.2026
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