Auf der Messe EuroBLECH in Hannover zeigte Trumpf im Oktober 2026 eine Schneidanlage mit 50-Kilowatt-Laser, die Stahlblech bis 80 Millimeter Dicke schneidet. Am schnellsten wuchs im vergangenen Geschäftsjahr allerdings ein Geschäft mit Lasern, die gar nichts schneiden, sondern in den Chipmaschinen eines einzigen Kunden in den Niederlanden Licht erzeugen. In Deutschland arbeitet inzwischen weniger als die Hälfte der 17.583 Beschäftigten.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenTrumpf meldete am 15. Oktober für das Geschäftsjahr 2025/26 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 480 Millionen Euro, nach 59 Millionen Euro im Jahr davor. Der Umsatz stieg nur um 0,2 Prozent auf 4,34 Milliarden Euro und liegt damit knapp ein Fünftel unter dem Rekord von 2022/23.
Den Gewinnsprung brachte vor allem ein Sparprogramm. Halt geben dem Familienkonzern aus Ditzingen ein Großkunde in der Chipindustrie und ein Geschäftsmodell, in dem Trumpf neben Maschinen auch Ersatzteile und Software verkauft und Kredite vergibt.
Das Wichtigste in Kürze
- Trumpf steigerte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern 2025/26 von 59 auf 480 Millionen Euro, die Rendite stieg von 1,4 auf 11,1 Prozent. Der Umsatz blieb mit 4,34 Milliarden Euro praktisch unverändert.
- Werkzeugmaschinen bringen mit 2,38 Milliarden Euro den größten Umsatz. Die Laser für die Chipmaschinen von ASML kamen auf 791 Millionen Euro, gut 18 Prozent des Konzernumsatzes.
- Die USA lösten Deutschland als größten Einzelmarkt ab, gezählt ohne das gesondert ausgewiesene EUV-Geschäft: 772 Millionen Euro Umsatz gegenüber 655 Millionen Euro im Heimatmarkt.
- Rund 1.000 Stellen fielen im Sparprogramm weg, die Belegschaft in Deutschland schrumpfte binnen eines Jahres um 7,1 Prozent auf 8.675 Beschäftigte.
- Die Familie Leibinger und ihre Stiftung halten sämtliche Anteile. Seit 2025 bietet Trumpf auch Verteidigungstechnik an und hat sich dabei auf defensive Zwecke festgelegt.
Fünf Fragen an den Laserkonzern aus Ditzingen
1 Womit begann das Geschäft der Stuttgarter Werkstatt, die Christian Trumpf 1923 mit zwei Partnern kaufte? Aufklappen ↓
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2 Welchen Anteil hatte das EUV-Geschäft mit ASML 2025/26 am Konzernumsatz von Trumpf? Aufklappen ↓
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3 Welcher Markt war im Geschäftsjahr 2025/26 der größte Einzelmarkt von Trumpf? Aufklappen ↓
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4 Wie hoch war das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Krisenjahr 2024/25? Aufklappen ↓
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5 In wie vielen europäischen Ländern ist die hauseigene Trumpf-Bank aktiv? Aufklappen ↓
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Wer steckt hinter Trumpf und wie fing alles an?
Trumpf geht auf eine Stuttgarter Werkstatt zurück, die Christian Trumpf 1923 mit zwei Partnern kaufte. Geprägt hat den Konzern aber Berthold Leibinger, der 1950 als Lehrling bei seinem Patenonkel anfing und das Unternehmen später übernahm. Heute gehört Trumpf vollständig der Familie Leibinger und ihrer Stiftung.
Eine gekaufte Werkstatt für biegsame Wellen
Am Anfang stand ein Kauf: Christian Trumpf erwarb 1923 mit zwei Partnern die mechanische Werkstätte der Julius Geiger GmbH in Stuttgart. Das erste Firmenlogo zeigte das Produkt, mit dem das Geschäft begann: biegsame Wellen, mit denen sich die Kraft eines Motors um Ecken und Kurven zu einem Werkzeug leiten lässt.
1933 zog der Betrieb in den Stuttgarter Vorort Weilimdorf. Bis Trumpf 1979 die erste Maschine mit Laser vorstellte, vergingen noch 46 Jahre.
Der Lehrling, der Eigentümer wurde
Im August 1950 begann der 19-jährige Berthold Leibinger eine Mechanikerlehre im Unternehmen seines Patenonkels Christian Trumpf. Für sein Diplom an der Universität Stuttgart untersuchte er 1956 und 1957 bei Trumpf den Schneidprozess von Aushauscheren. 1961 kehrte er von einem Aufenthalt in den USA zurück und übernahm die Leitung der Konstruktion.
Fünf Jahre später wurde Leibinger technischer Geschäftsführer und Gesellschafter. Mit dem Kaufmann Hugo Schwarz, seit 1953 Gesellschafter, erwarb er nach und nach Anteile vom Ehepaar Trumpf. Nach dem Tod des Ehepaars Trumpf 1977 gehörte das Unternehmen Leibinger und Schwarz allein, ab 1978 hielt Leibinger die Mehrheit und führte die Geschäfte bis 2005.
Die Geschichte vom Lehrling, der die Firma seines Paten übernimmt, erklärt, warum der Name Leibinger den Konzern prägt, obwohl er nicht auf dem Firmenschild steht.
Eine Familie, eine Stiftung, keine Börse
1992 gründete Leibinger die Berthold Leibinger Stiftung. Er starb im Oktober 2018. Seit November 2005 führt seine Tochter Nicola Leibinger-Kammüller den Konzern, zunächst als Vorsitzende der Geschäftsführung, seit 2022 als Vorstandsvorsitzende. Ihr Bruder Peter Leibinger wechselte 2023 aus dem Vorstand an die Spitze des Aufsichtsrats und ist seit Anfang 2025 Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Ihr Ehemann Mathias Kammüller sitzt als Digitalchef im Vorstand.
Laut Konzernabschluss halten die Familie Leibinger und die Berthold Leibinger Stiftung GmbH direkt und indirekt sämtliche Anteile an der Trumpf SE + Co. KG. Persönlich haftende Gesellschafterin ist seit Februar 2022 die Leibinger SE.
Wie sich die Anteile zwischen Familie und Stiftung verteilen, legt Trumpf nicht offen.
Das Ziel steht im Konzernlagebericht: Die Familie will Trumpf „nachhaltig selbstständig und unabhängig von externen Kapitalgebern“ führen, das Wachstum soll „weitestgehend aus eigener Kraft“ erreicht werden. Trumpf zählt damit zu den deutschen Hidden Champions, die keinen Aktionären Rechenschaft schulden.
- 1923Christian Trumpf kauft mit zwei Partnern eine mechanische Werkstatt in Stuttgart, erstes Produkt sind biegsame Wellen.
- 1950Berthold Leibinger beginnt eine Lehre im Unternehmen seines Patenonkels.
- 1968Die Trumatic 20 ist die erste Blechbearbeitungsmaschine mit numerischer Bahnsteuerung.
- 1972Trumpf zieht nach Ditzingen.
- 1977Berthold Leibinger und Hugo Schwarz werden alleinige Eigentümer.
- 1985Der erste selbst entwickelte Laser, der TLF 1000, geht in Produktion.
- 1992Berthold Leibinger gründet seine Stiftung.
- 2005Nicola Leibinger-Kammüller übernimmt die Führung.
- 2020Trumpf, Zeiss und Fraunhofer erhalten den Deutschen Zukunftspreis für die EUV-Lithografie.
- 2025Trumpf öffnet sich für Technik, die ausschließlich der Verteidigung dient.
Wie wurde aus der Werkstatt ein Weltkonzern?

Trumpf wuchs in drei Sprüngen: mit numerisch gesteuerten Blechmaschinen ab 1968, mit selbst gebauten Lasern ab 1985 und mit der Lichtquelle für die Chipmaschinen von ASML. Der Umsatz erreichte 2022/23 den Rekord von 5,36 Milliarden Euro und sank danach auf 4,34 Milliarden Euro.
Die Maschine, die nach Zahlen schneidet
1967 beschäftigte Trumpf 440 Menschen und setzte 20 Millionen D-Mark um. Ein Jahr später stellte das Unternehmen mit der Trumatic 20 die erste Blechbearbeitungsmaschine mit numerischer Bahnsteuerung vor. Die Maschine fuhr die Konturen im Blech nach einem Programm ab.
1972 zog Trumpf nach Ditzingen, wo der Konzern bis heute seinen Sitz hat. Ein Werk in Hettingen auf der Schwäbischen Alb bestand da schon seit 1955.
Der Laser als Werkzeug
1979 kombinierte Trumpf in der Trumatic 180 Laserpress erstmals Stanzen und Laserschneiden in einer Maschine. Die Strahlquellen, Kohlendioxidlaser mit 500 und 700 Watt, kaufte das Unternehmen noch in den USA ein. Sechs Jahre später lief der erste selbst entwickelte und produzierte Laser vom Band, der TLF 1000: Trumpf wurde vom Kunden der Laserhersteller selbst zum Laserhersteller.
1985 arbeiteten 1.500 Menschen für das Unternehmen, der Umsatz lag bei knapp 300 Millionen D-Mark. Der Laserhersteller Haas-Laser kam später vollständig zur Gruppe, 1999 gab sich der Konzern eine Holding-Struktur.
Der Sprung in die Chipindustrie
Den dritten Sprung brachte eine Kooperation, die Trumpf über Jahre mit dem niederländischen Lithografiehersteller ASML und dem Optikspezialisten Zeiss aufbaute. Für die Belichtung von Halbleitern mit extrem ultraviolettem Licht, kurz EUV, liefert Trumpf das Lasersystem, das dieses Licht erzeugt. Am 25. November 2020 erhielten Entwickler von Zeiss, Trumpf und Fraunhofer dafür den Deutschen Zukunftspreis.
Die Fraunhofer-Gesellschaft nannte den Trumpf-Laser damals den stärksten gepulsten Industrielaser der Welt und schrieb, für die Lichterzeugung der EUV-Lithografie existiere dazu keine wirtschaftliche Alternative. Trumpf selbst spricht von einer engen und exklusiven Partnerschaft mit ASML.
Im Maschinengeschäft übernahm Trumpf 2013 die Mehrheit am chinesischen Werkzeugmaschinenbauer JFY in Yangzhou, heute eine hundertprozentige Tochter und die Zweitmarke des Konzerns für Werkzeugmaschinen.
Vom Rekord in die Krise
Zwischen 2020/21 und 2022/23 wuchs der Umsatz von 3,50 auf 5,36 Milliarden Euro, ein Plus von 53 Prozent in zwei Jahren. Trumpf investierte 2022/23 die Rekordsumme von 316 Millionen Euro, die Belegschaft erreichte Mitte 2024 mit 19.018 Beschäftigten ihren Höchststand.
2024/25 sank der Umsatz auf 4,33 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel auf 59 Millionen Euro, unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 23 Millionen Euro.
Der Auftragseingang war drei Geschäftsjahre in Folge gesunken.
Heute arbeiten 17.583 Menschen für Trumpf, 1.435 weniger als zum Höchststand. Mit 4,34 Milliarden Euro Umsatz ist der Konzern etwa so groß wie 2021/22 und erzielt dieselbe Rendite wie damals: 11,1 Prozent vom Umsatz bleiben als Ergebnis vor Zinsen und Steuern.
- Blech: Seit 1968 bearbeiten Trumpf-Maschinen Blech nach einem Programm.
- Laser: Seit 1985 baut Trumpf seine Strahlquellen selbst, heute bis 50 Kilowatt.
- Chips: Für die EUV-Belichtung von ASML liefert Trumpf seit Jahren das Lasersystem.
Wie verdient Trumpf tatsächlich sein Geld?

Trumpf verdient vor allem am Verkauf von Maschinen und Lasern: 2,38 Milliarden Euro brachten 2025/26 die Werkzeugmaschinen, 1,17 Milliarden die Lasertechnik und 791 Millionen die EUV-Laser für ASML. Hinzu kommen Service, Software und eine eigene Bank, die Maschinenkäufe finanziert.
Vier Sparten, ein Schwergewicht
Den größten Bereich bilden die Werkzeugmaschinen, Anlagen, mit denen Kunden Blech und Rohre schneiden, stanzen, biegen und schweißen. Der Umsatz der Sparte stieg 2025/26 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 2,38 Milliarden Euro.
Die Lasertechnik verkauft Laser als eigenständige Werkzeuge, etwa zum Schneiden und Schweißen, und verlor 2025/26 Umsatz: 1,17 Milliarden Euro nach 1,25 Milliarden im Vorjahr.
Um 9,2 Prozent auf 791 Millionen Euro stieg der EUV-Umsatz, die Elektronik mit Stromversorgungen für die Halbleiter- und Beschichtungsindustrie kam auf 458 Millionen Euro.
| Geschäftsbereich | 2020/21 | 2025/26 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Werkzeugmaschinen | 2.039 Mio. € | 2.380 Mio. € | plus 17 % |
| Lasertechnik | 1.322 Mio. € (mit Elektronik) | 1.170 Mio. € | nicht vergleichbar |
| Elektronik | in Lasertechnik enthalten | 458 Mio. € | nicht vergleichbar |
| EUV | 437 Mio. € | 791 Mio. € | plus 81 % |
| Konzernumsatz | 3.505 Mio. € | 4.340 Mio. € | plus 24 % |
Weil sich die Bereiche gegenseitig beliefern (der Konzernabschluss spricht von „wesentlichen Lieferbeziehungen“), liegt die Summe der Sparten über dem Konzernumsatz. Für 2024/25 weist Trumpf einen EUV-Anteil von 16,7 Prozent aus, für 2025/26 kommt die Redaktion rechnerisch auf 18,2 Prozent.
Die Bank im Maschinenbauer
Trumpf betreibt mit der Trumpf Financial Services GmbH eine eigene Bank mit Sitz in Ditzingen, beaufsichtigt von der Finanzaufsicht BaFin. Der Geschäftsbericht 2024/25 nennt die Tochter eine „hauseigene Vollbank“, die Absatzfinanzierung betreibt und in 17 europäischen Ländern aktiv ist. In weiteren Märkten wie den USA und China arbeitet Trumpf mit Partnern.
Ein Beispiel: Ein Lohnfertiger, der eine Laserschneidanlage nicht auf einen Schlag bezahlen will, kann die Anlage über die Trumpf-Bank finanzieren oder leasen und in Raten zahlen. Trumpf verdient dann am Verkauf und an der Finanzierung. Den Zweck nennt der Konzernabschluss offen: Mit Finanzierungsmodellen in nahezu 30 Ländern „können wir auch in einem herausfordernden Investitionsumfeld unser Absatzrisiko verringern“. Unter den Finanzverbindlichkeiten stehen auch Spareinlagen, die Bank nimmt also Geld von Anlegern an.
Wie viel die Bank verdient, weist Trumpf nicht getrennt aus.
Ersatzteile, Service und Software
Rund um eine verkaufte Maschine bietet Trumpf alles „von der Finanzierung über Werkzeuge und Ersatzteile, technischen Service, Beratung und Schulung“ bis zum Handel mit gebrauchten Maschinen. Im Jahresdurchschnitt 2024/25 arbeiteten 3.752 Menschen im Service, gut jeder fünfte Beschäftigte. Den Umsatzanteil des Servicegeschäfts veröffentlicht Trumpf nicht. Der Branchenverband VDW schrieb im Juni 2026 über die gesamte Werkzeugmaschinenindustrie: „Stabilisierend wirken weiterhin Service- und Retrofitgeschäft.“ Zum Konzern gehört außerdem der spanische Softwarehersteller Lantek, der Programme für die Blechfertigung entwickelt.
Wo die Daten bleiben
Trumpf verkauft Überwachungs- und Analysewerkzeuge für die Maschinen seiner Kunden und spricht von „Smart Factory“, also vernetzter Fertigung. Eine eigene Erlöszeile für Software oder Daten weist der Abschluss aber nicht aus, und der Wert der Maschinendaten taucht in keiner Bilanzposition auf. Ein Datenkonzern ist Trumpf damit nicht.
Die Marge hängt an der Auslastung
Ergebnisse je Sparte legt Trumpf nicht offen, die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt nur den Konzern. Dort steht die zentrale Schwäche des Modells: Fallen die Umsätze, bleiben Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung fast gleich teuer. 2024/25 stieg der Anteil der Herstellungskosten am Umsatz von 62,1 auf 65,4 Prozent, der Anteil der Vertriebskosten von 13,4 auf 15,2 Prozent.
Das Bruttoergebnis sank 2024/25 von 1,96 auf 1,50 Milliarden Euro.
Ein Teil des Einbruchs auf 59 Millionen Euro ging auf den Stellenabbau zurück. Ohne die Strukturmaßnahmen hätte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern 230 Millionen Euro betragen, eine Rendite von 5,3 Prozent. Trumpf setzt seine Kapitalkosten mit 11 Prozent vor Steuern an, 2024/25 blieb das Ergebnis um 304 Millionen Euro hinter dieser Messlatte zurück.
Die Pressemitteilung vom 15. Oktober nennt 480 Millionen Euro Ergebnis vor Zinsen und Steuern und 11,1 Prozent Rendite, die Seite zu den Jahreszahlen im Trumpf-Newsroom 476 Millionen Euro und 11,0 Prozent.
Laut Handelsblatt senkte Trumpf die Kosten um 350 Millionen Euro und kürzte die Investitionen binnen zwei Jahren von rund 300 auf 112 Millionen Euro.
Forschung auch in der Krise
Eine Ausgabe hat Trumpf in der Krise nur wenig gekürzt: 2024/25 flossen 519 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung, 12,0 Prozent des Umsatzes, bei einer operativen Rendite von 1,4 Prozent. 2025/26 sank der Betrag auf 492 Millionen Euro. Das laufende Geschäft finanziert so Entwicklungen, die erst später Umsatz bringen sollen, etwa den Hochleistungslaser zur Drohnenabwehr, den Trumpf mit Rohde & Schwarz bis Ende 2028 einsatzbereit machen will und der laut Fachzeitschrift Produktion „gegenwärtig noch kein relevanter Umsatztreiber“ ist.
Zwei Geschäfte trennte Trumpf ab: Den 3D-Druck verkaufte der Konzern zum 1. September 2025 an einen Beteiligungsfonds, für einen Teil der Sensorik für Konsumgüter vereinbarte er den Verkauf an ein Unternehmen aus Taiwan.
Ein Kunde, kein Ersatz
Im EUV-Geschäft bezeichnet Trumpf die Partnerschaft mit ASML als exklusiv, einen weiteren Laserlieferanten nennt ASML in seinem Jahresbericht nicht. Im Maschinengeschäft verschafft die Größe einen Vorsprung: Ein Netz aus Service, Bank und Software kann ein kleiner Anbieter nicht ohne Weiteres aufbauen.
Was sich seit 2020 verschoben hat
Der EUV-Anteil am Konzernumsatz stieg von 12,5 Prozent im Jahr 2020/21 auf 18,2 Prozent, eigene Rechnung auf Basis der Konzernabschlüsse. Der Umsatz in Deutschland schrumpfte von 824 Millionen Euro im Jahr 2023/24 auf 655 Millionen, die USA wurden mit 772 Millionen Euro zum größten Einzelmarkt, gezählt ohne das EUV-Geschäft. Neu ist seit 2025 die Öffnung für Verteidigungstechnik, weggefallen sind der 3D-Druck und ein Teil der Sensorik.
Unsere Einschätzung: Trumpf ist im Kern ein Maschinenbauer geblieben, dessen Marge an der Auslastung der Werke hängt. Stabil machen den Konzern zwei Dinge, die mit dem Blech wenig zu tun haben: ein Laser ohne wirtschaftliche Alternative und eine Bank, die Kunden auch im Abschwung beim Kauf hilft.
- Maschinen: Werkzeugmaschinen bringen den meisten Umsatz, ihre Marge schwankt mit der Auslastung.
- EUV: 791 Millionen Euro Umsatz in exklusiver Partnerschaft mit ASML.
- Bindung: Bank, Service und Software begleiten eine Maschine über ihre ganze Laufzeit.
Wie groß ist die Marktmacht von Trumpf?

Bei Laserschneidmaschinen führt Trumpf den Weltmarkt nach Schätzung von Global Market Insights mit einem Anteil von über 10 Prozent an, bei EUV-Lasern ist das Unternehmen der Lieferant des einzigen Herstellers von EUV-Anlagen. Im übrigen Maschinengeschäft holen chinesische Anbieter schnell auf.
Marktführer in einem zersplitterten Markt
Der Weltmarkt für Laserschneidmaschinen war 2025 laut dem Marktforscher Global Market Insights 6,8 Milliarden Dollar wert, umgerechnet 6,1 Milliarden Euro. Trumpf führte mit über 10 Prozent, die fünf größten Anbieter Trumpf, Bystronic, Mazak, Han’s Laser und Amada kamen zusammen auf 35 Prozent. Wie der Marktforscher diese Marktanteile ermittelt, legt er nicht offen.
Trumpf selbst ist im Konzernlagebericht vorsichtiger und nennt sich „einer der Markt- und Technologieführer im Bereich Werkzeugmaschinen und Lasersysteme“.
Der Gesamtmarkt für Lasersysteme in der Materialbearbeitung erreichte 2025 nach Daten des unabhängigen Beratungsbüros Optech Consulting ein Rekordvolumen von 24 Milliarden Dollar, umgerechnet 21,4 Milliarden Euro. Mit 1,17 Milliarden Euro aus der Lasertechnik und 2,38 Milliarden aus den Werkzeugmaschinen ist Trumpf darin ein großer, aber kein beherrschender Anbieter.
| Anbieter | Land | Umsatz | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Trumpf, Werkzeugmaschinen | Deutschland | 2,38 Mrd. € | 2025/26 |
| Han’s Laser, Konzern | China | 2,51 Mrd. € | 2025 |
| Amada, Metallbearbeitungsmaschinen | Japan | 1,86 Mrd. € | Geschäftsjahr bis März 2026 |
| Coherent, Sparte Industrie | USA | 1,65 Mrd. € | Geschäftsjahr bis Juni 2026 |
| IPG Photonics, Konzern | USA | 0,90 Mrd. € | 2025 |
| Bystronic, Konzern | Schweiz | 0,67 Mrd. € | 2025 |
Die Zahlen stammen aus Geschäftsberichten und Ergebnismitteilungen der Anbieter, bei Han’s Laser aus einem Bericht des Finanzportals Stockstar. Umgerechnet wurde mit den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank vom 22. Oktober 2026, die Sparten sind nicht deckungsgleich abgegrenzt.
Die Lücke, die nur ein Laser füllt
ASML schreibt in seinem Jahresbericht 2025, das Unternehmen sei derzeit der weltweit einzige Hersteller von EUV-Lithografieanlagen. Trumpf liefert für diese Anlagen den Laser. Auf seiner Produktseite beziffert der Laserhersteller die Leistung auf 40 Kilowatt, ein Tröpfchengenerator schießt dazu 50.000 winzige Zinntröpfchen pro Sekunde in die Anlage. Ein solches Lasersystem besteht in der neuen Generation aus mehr als 450.000 Einzelteilen und wiegt über 20 Tonnen.
Service als Klammer
Im Maschinengeschäft kann ein Kunde den Anbieter wechseln. Betreiber einer Trumpf-Anlage können aber Software, Ersatzteile, Wartung und Finanzierung aus einer Hand beziehen, und jeder dieser Bausteine müsste bei einem Wechsel neu organisiert werden. In einem undatierten Beitrag aus der Unternehmenskommunikation nennt Trumpf mehr als 2,5 Millionen Ersatzteile im Wert von über 67 Millionen Euro auf Lager.
Belege dafür, dass diese Bindung Kunden vom Wechsel abhält, veröffentlicht weder Trumpf noch ein Marktforscher. Der Konzernlagebericht beschreibt das Gegenteil als Risiko: Eine „zunehmende Preissensitivität“ und eine „abnehmende Kundenloyalität“ wirkten sich nicht nur im Einstiegssegment aus. Als Beispiel für einen Markt mit hohem Preisdruck nennt Trumpf China, vor allem in der Lasertechnik.
China zieht vorbei
Der Branchenverband VDW meldete im März 2026, dass China 2025 erstmals Deutschland als größten Exporteur von Werkzeugmaschinen überholt hat: 8,6 Milliarden Euro Ausfuhren gegenüber 7 Milliarden Euro aus Deutschland. Von der weltweiten Produktion entfielen 37 Prozent auf China und 12 Prozent auf Deutschland.
Bei der Jahrespressekonferenz sagte Trumpf laut Fachzeitschrift Produktion, chinesische Hersteller hätten technologisch aufgeholt. Der chinesische Laserschneider-Hersteller Bodor meldet unter Berufung auf ein chinesisches Marktforschungsinstitut, er sei zum siebten Mal in Folge weltweit die Nummer eins beim Absatz von Laserschneidmaschinen ab 1.000 Watt. Bodor nennt dazu Stückzahlen, mehr als 10.000 Maschinen im Jahr 2025, aber keinen Umsatz.
In der Blechbearbeitung hat Trumpf kein Monopol. Seine stärkste Stellung bezieht der Konzern aus einem Laser, den ein einziger Kunde braucht und Trumpf in exklusiver Partnerschaft liefert.
- Laserschneiden: Über 10 Prozent Weltmarktanteil nach Schätzung von Global Market Insights.
- EUV: Trumpf liefert den Laser für den einzigen Hersteller von EUV-Anlagen.
- China: Seit 2025 exportiert China mehr Werkzeugmaschinen als Deutschland.
Wer ist bei Trumpf eigentlich das Produkt?

Trumpf verkauft nur an Unternehmen und handelt nicht mit Nutzerdaten, die Frage lautet hier: Wer hängt von wem ab? Trumpf hängt mit 18 Prozent seines Umsatzes an ASML, ASML umgekehrt an einem Laser aus Ditzingen. Die Maschinenkunden brauchen Service und Ersatzteile vom Hersteller.
Ein Kunde für fast jeden fünften Euro
Seinen EUV-Umsatz erzielt Trumpf laut Konzernlagebericht „aufgrund des Hauptsitzes unseres Kunden ASML nahezu ausschließlich in den Niederlanden“. Die 791 Millionen Euro EUV-Umsatz aus 2025/26 stammen damit praktisch von einem einzigen Abnehmer, rechnerisch 18,2 Prozent des Konzernumsatzes. Umsätze mit einzelnen anderen Kunden veröffentlicht Trumpf nicht.
Für Trumpf ist diese Abhängigkeit ein Klumpenrisiko und ein Vorteil zugleich. Der niederländische Monopolist ASML verkaufte 2025 laut Jahresbericht 44 EUV-Anlagen der Baureihe NXE für zusammen 10,4 Milliarden Euro, rechnerisch rund 237 Millionen Euro je Anlage. Nach unserer Einschätzung zählt bei solchen Summen für die Kunden von ASML vor allem die Verfügbarkeit des Lasers. Mitte Oktober 2026 schrieb ASML, die geplanten Liefermengen würden 2027 und 2028 die Nachfrage der Kunden nicht vollständig decken. Laut dem Fachportal CRN Asia verdreifacht Trumpf binnen zwei Jahren seine Fertigungskapazität für EUV-Lasersysteme.
Ein Lieferant ohne Ersatz
ASML schreibt im eigenen Jahresbericht, die Komplexität und Einzigartigkeit vieler Teile mache eine Beschaffung bei mehreren Lieferanten oft wirtschaftlich nicht sinnvoll. Den Optiklieferanten Zeiss nennt ASML dort ausdrücklich als einzige Bezugsquelle, Trumpf taucht in dem Bericht namentlich nicht auf. Die Fraunhofer-Gesellschaft sah 2020 für den Laser keine wirtschaftliche Alternative.
Die beiden Unternehmen sind aneinander gekettet, und keines kann sich kurzfristig aus dieser Bindung lösen.
Vom Autobau bis zum Rechenzentrum
Im Maschinengeschäft verteilt sich das Risiko auf viele Kunden aus der Halbleiter- und Elektronikindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik, der Energiebranche und dem Automobilbau. Als wichtigen Wachstumstreiber nannte Trumpf bei der Jahrespressekonferenz den weltweiten Ausbau von Rechenzentren, für deren Ausrüstung der Konzern Fertigungstechnik liefert.
Für diese Kunden zählt vor allem schneller Service: Steht eine Laserschneidanlage still, steht die Fertigung. Der Konzern verspricht Betreuung über den ganzen Lebenszyklus der Maschine, vom Ersatzteil über Schulungen bis zum Handel mit Gebrauchtmaschinen. Im Geschäftsbericht schreibt Trumpf, das Servicenetz stärke langfristige Kundenbindungen.
Die Beschäftigten als Puffer
Im Mai 2025 galt laut Stuttgarter Zeitung für 2.750 Beschäftigte am Stammsitz eine um zehn Prozent kürzere Arbeitszeit bei entsprechend weniger Gehalt, im Gegenzug sicherte Trumpf die Arbeitsplätze bis Jahresende. In der Krise federten Beschäftigte einen Teil des Umsatzeinbruchs ab, bevor der Stellenabbau griff.
Trumpf erzielt 18,2 Prozent des Umsatzes mit ASML, und ASML hat für den Laser keinen gleichwertigen Ersatz. Im Maschinengeschäft brauchen die Kunden Service und Ersatzteile vom Hersteller.
Was kostet eine Trumpf-Maschine wirklich, und wer trägt die Kosten?

Preise für einzelne Anlagen nennt Trumpf nicht. Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt aber, wohin der Umsatz fließt: Von 100 Euro gingen 2023/24 rund 62 Euro in die Herstellung, 13 in den Vertrieb und 10 in die Entwicklung. Übrig blieben 9,67 Euro vor Finanzergebnis und Steuern, 2024/25 nur 1,32 Euro.
Wohin 100 Euro Umsatz fließen
Trumpf verkauft Maschinen in vielen Ausstattungen, mit Automatisierung, Software und Finanzierung. Nachvollziehen lässt sich die Kostenstruktur des Konzerns, gerechnet auf 100 Euro Umsatz.
| Je 100 Euro Umsatz | 2023/24 | 2024/25 |
|---|---|---|
| Herstellungskosten (Material, Fertigung, Personal in der Produktion) | 62,06 € | 65,40 € |
| Vertriebskosten (inklusive Fracht und Showrooms) | 13,42 € | 15,23 € |
| Forschung und Entwicklung | 10,26 € | 11,98 € |
| Allgemeine Verwaltung | 5,37 € | 6,08 € |
| Sonstige Erträge abzüglich sonstiger Aufwendungen | plus 0,78 € | plus 0,01 € |
| Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern | 9,67 € | 1,32 € |
| Jahresergebnis nach Steuern | 7,59 € | minus 0,54 € |
Eigene Rechnung aus den Gewinn- und Verlustrechnungen des Konzerns im Unternehmensregister. Das berichtete Ergebnis vor Zinsen und Steuern liegt leicht darüber, weil Trumpf Kursgewinne und -verluste aus seinen Finanzmitteln und sonstige Finanzposten anders zuordnet. Für 2025/26 liegt die vollständige Gewinn- und Verlustrechnung noch nicht öffentlich vor.
Warum ein Umsatzminus von 16 Prozent die Marge fast aufzehrte
2024/25 sank der Umsatz um 16,3 Prozent, die Kosten für Vertrieb, Entwicklung und Verwaltung sanken aber nur um 2 bis 5 Prozent, zumal sie Sonderaufwand für den Umbau enthielten. Von 9,67 Euro Ergebnis je 100 Euro Umsatz blieben 1,32 Euro, ein Teil davon ging auf die Kosten des Stellenabbaus zurück.
In die Gegenrichtung wirkt dieselbe Rechnung: 2025/26 wuchs der Umsatz nur um 0,2 Prozent, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verachtfachte sich trotzdem. Zum Sprung trugen Kostensenkungen von 350 Millionen Euro bei, die das Handelsblatt nennt, und der Wegfall der Sonderlasten aus dem Vorjahr. Hinzu kam das um 9,2 Prozent gewachsene EUV-Geschäft.
Wer die Kosten der Wende trägt
Einen großen Teil der Lasten tragen die Beschäftigten: Trumpf strich laut Handelsblatt erstmals seit zwei Jahrzehnten rund 1.000 Stellen, in Deutschland arbeiten heute 662 Menschen weniger als ein Jahr zuvor. Für den Stellenabbau bildete der Konzern 2024/25 eine Rückstellung von 55,5 Millionen Euro, für weitere Strukturmaßnahmen 37,1 Millionen Euro. Auch Lieferanten und Bauunternehmen spüren den Sparkurs. Die Investitionen fielen von 316 Millionen Euro im Rekordjahr 2022/23 auf 112 Millionen Euro 2025/26. Das geplante neue Kundenzentrum in Ditzingen, ein Projekt im hohen zweistelligen Millionenbereich, hat Trumpf verschoben.
Kunden, die eine Maschine über die Trumpf-Bank finanzieren oder leasen, zahlen Zinsen oder Leasingraten an den Konzern. Konditionen veröffentlicht die Bank nicht.
Lohnkosten als Streitpunkt
Die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Entgelt nannte Leibinger-Kammüller laut Stuttgarter Zeitung „in dieser Situation vollkommen überzogen“. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa sagte sie: „Es kann dazugehören, dass wir mehr arbeiten. Es kann sicher nicht dazugehören, dass wir weniger verdienen.“
Als Belastungen nannte die Trumpf-Chefin laut Fachzeitschrift Produktion hohe Energie- und Arbeitskosten, Bürokratie und den zunehmenden internationalen Wettbewerb.
Unsere Einschätzung: Der Gewinnsprung von 2025/26 ist vor allem ein Erfolg der Kostendisziplin. Solange der Umsatz bei 4,3 Milliarden Euro stagniert, hängt die zweistellige Rendite an niedrigen Kosten, und gespart hat Trumpf zu einem guten Teil bei Arbeitsplätzen in Deutschland.
Rund 62 von 100 Euro gehen in die Herstellung, nur zwischen 1 und 10 Euro bleiben als operatives Ergebnis. Die Rückkehr zur zweistelligen Rendite bezahlten zu einem großen Teil Beschäftigte und Lieferanten über Stellenabbau und gekürzte Investitionen.
Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Gewonnen haben 2025/26 die Eigentümerfamilie, das EUV-Geschäft mit ASML und das US-Geschäft. Verloren haben vor allem die Beschäftigten in Deutschland und die Zulieferer am Stammsitz, die Lasertechnik büßte im Preiskampf mit China Umsatz ein.
| Gruppe | Entwicklung 2025/26 | Einordnung |
|---|---|---|
| Familie Leibinger und Stiftung | Jahresüberschuss 393,5 Mio. € nach Fehlbetrag von 23,4 Mio. € | halten sämtliche Anteile, kein Börsendruck |
| EUV-Geschäft mit ASML | Umsatz plus 9,2 % auf 791 Mio. € | wächst mit der weltweiten Nachfrage nach Halbleitern |
| Geschäft in den USA | Umsatz plus 16,8 % auf 772 Mio. € | löst Deutschland als größten Einzelmarkt ab |
| Beschäftigte in der Region Stuttgart | 2.345 € Erfolgsbeteiligung für rund 6.500 Menschen | 2024/25 zahlte Trumpf keine |
| Beschäftigte in Deutschland | minus 7,1 % auf 8.675 | 49,3 % der Belegschaft weltweit |
| Geschäft in Deutschland | Umsatz minus 6,4 % auf 655 Mio. € | Heimatmarkt schrumpft das zweite Jahr in Folge |
| Geschäft in China | Umsatz minus 7,4 % auf 446 Mio. € | Preisdruck vor allem in der Lasertechnik |
| Lieferanten und Bauwirtschaft | Investitionen 112 Mio. € nach 316 Mio. € im Jahr 2022/23 | Kundenzentrum in Ditzingen verschoben |
Die Familie als stiller Gewinner
Der Jahresüberschuss von 393,5 Millionen Euro, den Trumpf laut Fachzeitschrift Produktion bei der Jahrespressekonferenz nannte, gehört bis auf kleine Minderheitsanteile, etwa an der Elektroniktochter Hüttinger, der Familie Leibinger und ihrer Stiftung. Wie viel davon ausgeschüttet wird, legt Trumpf nicht offen. Investitionen sollen laut Konzernabschluss in der Regel aus dem operativen Mittelzufluss finanziert werden, also aus dem laufenden Geschäft statt mit fremdem Kapital.
Der Vorstand der Leibinger SE erhielt 2024/25 laut Konzernabschluss 5,6 Millionen Euro, nach 13,1 Millionen Euro im Jahr davor.
Ditzingen spart, die USA wachsen
In Deutschland arbeiteten Mitte 2026 noch 8.675 Menschen für Trumpf, 49,3 Prozent der Belegschaft. Mitte 2024 arbeiteten dort 9.505. An den Standorten Ditzingen, Gerlingen, Leonberg-Höfingen und Hettingen sollten im Sparprogramm 2025 rund 430 von 6.200 Stellen wegfallen.
Gleichzeitig wuchs das US-Geschäft um 16,8 Prozent auf 772 Millionen Euro, während der Umsatz in Deutschland um 6,4 Prozent sank.
Ende September 2026 berichtete die Ludwigsburger Kreiszeitung über einen neuen Park von knapp 15.000 Quadratmetern auf dem Campus, für die rund 5.500 Beschäftigten am Stammhaus, angelegt auf dem Gelände zweier abgerissener Produktionshallen. Das neue Kundenzentrum in Ditzingen, ursprünglich für 2026 geplant, lässt auf sich warten.
Kunden zwischen Preis und Qualität
Für Maschinenkäufer hat der Preiskampf eine angenehme Seite. Chinesische Anbieter drücken die Preise, und Trumpf beschreibt im Lagebericht eine zunehmende Preissensitivität der Kunden. Ein Lohnfertiger kann heute zwischen einer Trumpf-Anlage mit eigenem Servicenetz und einer günstigeren Maschine aus China wählen. Den Preis nennt das Angebot, die Kosten eines Stillstands zeigen sich erst im Betrieb.
Trumpf erzielt wieder eine zweistellige Rendite, doch 18 Prozent des Umsatzes hängen an einem einzigen Kunden: ASML.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie politisch ist Trumpf?

Politischer, als ein Maschinenbauer vermuten lässt: Trumpf braucht für viele Exporte staatliche Genehmigungen, öffnet sich seit 2025 für die Verteidigung und stellt mit Peter Leibinger den Präsidenten des Industrieverbands BDI. Für Lobbyarbeit meldete der Konzern 2024/25 Ausgaben zwischen 220.001 und 230.000 Euro.
Warten auf die Ausfuhrgenehmigung
Für viele Lasersysteme braucht Trumpf eine staatliche Ausfuhrgenehmigung, etwa bei Lieferungen nach China. Im Oktober 2023 klagte Leibinger-Kammüller laut Handelsblatt, Aufträge für Lasersysteme nach China im Wert von 85 Millionen Euro hätten sich aufgestaut, weil die Genehmigungen ausblieben. Ihr Satz dazu: „Kapazitätsprobleme können keine Antwort eines Ministeriums sein.“
Im Lobbyregister des Bundestags steht das Anliegen bis heute. Unter dem Regelungsvorhaben „Bearbeitungszeiten für Ausfuhranträge bei der Bundesregierung“ schreibt Trumpf: „Wenngleich die aktuelle Ausfuhrgenehmigungspraxis effektiv sein mag, so mangelt es deutlich an Effizienz und Transparenz in den Verfahren.“
Wofür Trumpf Lobbyarbeit macht
Laut dem Registereintrag vom Mai 2026 beschäftigt Trumpf für die Interessenvertretung 1,5 Vollzeitkräfte und unterhält eine Hauptstadtrepräsentanz am Pariser Platz in Berlin. Zu den Themen zählen Laserfusion, Halbleiter- und Quantentechnologie, Lieferketten, Bürokratieabbau und Exportpolitik. Mitglied ist Trumpf in zwölf Organisationen, darunter der Maschinenbauverband VDMA, der Wirtschaftsrat der CDU, die Atlantik-Brücke und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft.
Öffentliche Zuwendungen meldete Trumpf für 2024/25 in Höhe von 20.001 bis 30.000 Euro für ein Forschungsprojekt des Bundes. Gemessen am Umsatz von 4,3 Milliarden Euro sind das kleine Beträge.
Der Abschied vom Rüstungsverzicht
Jahrzehntelang hielt sich Trumpf aus Rüstungsprojekten heraus. Der Gesellschaftervertrag von 2015 legte laut dem österreichischen Industriemagazin fest, dass sich Trumpf nicht an der Produktion von Waffen beteiligen darf.
Im Februar 2025 kündigte Leibinger-Kammüller der Belegschaft an, Familie und Vorstand würden diese Haltung überdenken, maßgeblich bleibe aber, „dass Trumpf-Technologie nicht als Waffe gegen Menschen eingesetzt wird“.
Im Geschäftsbericht 2024/25 steht das Ergebnis: Nach „intensiven Diskussionen im Gesellschafterkreis und im Vorstand“ stellt Trumpf seinen Kunden künftig auch Technologien für Verteidigungslösungen zur Verfügung, unter der Bedingung, dass diese „ausnahmslos defensiven Charakter“ haben. An den Gesprächen war laut Neuer Zürcher Zeitung auch die nächste Generation der Familie beteiligt.
Im Oktober 2025 vereinbarte Trumpf mit dem Münchner Elektronikkonzern Rohde & Schwarz die Entwicklung einer Drohnenabwehr mit einem Trumpf-Hochenergielaser. Der Laser soll bis Ende 2028 einsatzbereit sein. Ob der Gesellschaftervertrag formal geändert wurde, hat Trumpf nicht veröffentlicht.
Familie, Stiftung und Nachfolge
Die Rechtsform schützt die Unabhängigkeit. Als SE + Co. KG hat Trumpf keine Aktionäre, die Leitung liegt bei der Leibinger SE als persönlich haftender Gesellschafterin. Neben der Familie hält die Berthold Leibinger Stiftung Anteile.
Offen ist die Nachfolge an der Spitze. Leibinger-Kammüller habe den Rückzug „schon fest im Blick“, berichtete die Stuttgarter Zeitung im September 2025, und wisse, wer ihre Nachfolge antreten könnte. Denkbar sei, dass zunächst ein familienfremder Manager führt, bis eines der Kinder übernimmt. Offiziell angekündigt hat Trumpf bisher nichts.
Ihr Bruder Peter Leibinger wurde im November 2024 zum Präsidenten des BDI gewählt, seine zweijährige Amtszeit läuft seit Januar 2025. Als BDI-Präsident spricht ein Mitglied der Eigentümerfamilie für die gesamte deutsche Industrie, auch in Fragen der Exportkontrolle und der Verteidigung, die Trumpf selbst betreffen.
Unsere Einordnung: Ein Konflikt ist daraus nicht belegt, ein Spannungsfeld schon. Leser sollten Positionen des BDI zur Exportkontrolle und zur Rüstung auch vor diesem Hintergrund lesen.
- Export: Trumpf kritisiert im Lobbyregister lange Bearbeitungszeiten für Ausfuhranträge.
- Verteidigung: Seit 2025 bietet Trumpf Technik an, die ausschließlich der Verteidigung dient, ein Laser zur Drohnenabwehr soll bis Ende 2028 einsatzbereit sein.
- Verband: Peter Leibinger ist seit 2025 Präsident des BDI.
Was könnte Trumpf zu Fall bringen?

Ein einzelnes Ereignis würde Trumpf kaum stürzen, dafür ist die Bilanz zu solide. Gefährlich sind drei Entwicklungen: billigere chinesische Maschinen, die Abhängigkeit vom Chipzyklus und von ASML sowie ein deutscher Maschinenbau, der 2026 das vierte Jahr in Folge schrumpft.
Ein Polster aus Eigenkapital
Zum 30. Juni 2025 hatte Trumpf eine Eigenkapitalquote von 54,9 Prozent und mehr flüssige Mittel als Finanzschulden: Die Nettofinanzposition lag bei 532,6 Millionen Euro. Selbst im Verlustjahr 2024/25 erwirtschaftete Trumpf einen freien Mittelzufluss von 309 Millionen Euro.
Ein Jahr wie 2024/25 übersteht der Konzern ohne fremde Hilfe, mehrere solcher Jahre in Folge würden die Unabhängigkeit der Familie auf die Probe stellen.
Konkurrenz aus China
Der größte strukturelle Druck kommt aus China. Im Konzernlagebericht beschreibt Trumpf allgemein das Risiko, dass Wettbewerber „mit hoher Innovationsgeschwindigkeit, kurzen Entwicklungszyklen und geringen Entwicklungskosten“ die Markt- und Technologieführerschaft des Unternehmens beeinträchtigen. Das Beratungsbüro Optech Consulting beobachtet, dass die Ausfuhren chinesischer Laserschneidmaschinen weiter steigen, während der Markt für Hochleistungs-Schneidanlagen schwach bleibt.
2025/26 sank der Umsatz in China um 7,4 Prozent, die Lasertechnik verlor 6 Prozent. Beide Zahlen passen zu dem Preisdruck, den Trumpf im eigenen Lagebericht beschreibt.
Abhängig vom Chipzyklus
Das EUV-Geschäft macht Trumpf stabiler und zugleich verwundbarer. 2024/25 fiel der EUV-Umsatz von 943 auf 724 Millionen Euro, ein Minus von 23 Prozent. Derzeit läuft der Zyklus in die andere Richtung, ASML erwartet für 2027 und 2028 mehr Nachfrage, als das Unternehmen liefern kann. Ein Einbruch bei den Investitionen der Chiphersteller würde Trumpf trotzdem sofort treffen, weil für den EUV-Laser kein zweiter Abnehmer existiert.
Ein schrumpfender Heimatmarkt
Der Branchenverband VDMA erwartet für 2026 ein reales Produktionsminus im deutschen Maschinenbau von 2 Prozent, das vierte Jahr in Folge. Der Werkzeugmaschinenverband VDW meldete für das erste Quartal 2026 15 Prozent mehr Aufträge als im Vorjahresquartal und schrieb: „Die Talsohle dürfte durchschritten sein“, von einer deutlichen Trendwende sei die Branche aber noch entfernt. Die Automobilindustrie, lange eine der wichtigsten Abnehmerbranchen der Blechbearbeitung, bleibt laut VDW schwach.
Zölle und Politik
Seit dem 1. Juli 2026 ist das Rahmenabkommen über Zölle zwischen EU und USA in Kraft, mit einer Zollobergrenze von 15 Prozent für die meisten Waren aus der EU, berichtet der Informationsdienst Thomson Reuters. Für Stahl, Aluminium und daraus hergestellte Produkte gelten weiter 50 Prozent, für bestimmte Industrieanlagen und Maschinen mit hohem Metallanteil aus der EU seit Juni 2026 laut der Kanzlei Covington insgesamt 15 Prozent. Eine Untersuchung der US-Regierung zu Robotern und Industriemaschinen läuft seit September 2025, eine Entscheidung ist nach unserer Recherche bisher nicht veröffentlicht. Für den neuen größten Einzelmarkt von Trumpf bleibt die Untersuchung ein offenes Risiko.
Drei Szenarien für die nächsten fünf Jahre
Die Szenarien sind eine Einschätzung der Redaktion auf Basis der Geschäftsberichte und Branchendaten, keine Prognose von Trumpf.
- Chipboom: ASML liefert mehr EUV-Anlagen, auch der neuen High-NA-Generation, die mit einer größeren numerischen Apertur noch feinere Chipstrukturen belichtet, und Trumpf lastet die verdreifachte Laserkapazität aus. Der EUV-Anteil steigt deutlich über ein Fünftel des Umsatzes, die Rendite bleibt zweistellig.
- Seitwärts: Der Umsatz pendelt um 4,5 Milliarden Euro, das Maschinengeschäft wächst in den USA und schrumpft in Deutschland. Die Rendite schwankt zwischen 8 und 11 Prozent, die Belegschaft in Deutschland sinkt weiter langsam.
- Doppelter Abschwung: Ein Einbruch der Chipinvestitionen trifft zusammen mit chinesischem Preisdruck im Maschinengeschäft. Trumpf fällt auf das Niveau von 2024/25 zurück und braucht ein zweites Sparprogramm.
Was bedeutet Trumpf für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Für Verbraucher ist Trumpf unsichtbar, steckt aber in Blechteilen von Autos und Maschinen und in Chips, die mit EUV-Licht belichtet werden. Für Unternehmen ist der Konzern Lieferant und Kreditgeber, für 8.675 Menschen in Deutschland Arbeitgeber. Das Wachstum verlagert sich ins Ausland.
Was der Aufschwung für deutsche Kunden heißt
Die Zahlen vom 15. Oktober zeigen einen Konzern, der wieder verdient, aber in Deutschland weniger verkauft. 655 Millionen Euro Umsatz im Heimatmarkt sind 6,4 Prozent weniger als im Vorjahr und 20 Prozent weniger als 2023/24.
Lohnfertiger und Maschinenbauer, die eine neue Anlage planen, verhandeln deshalb aus einer guten Position: Ein Anbieter mit sinkendem Inlandsumsatz hat Interesse an jedem Auftrag.
Weil Trumpf über die eigene Bank Kredite und Leasing anbietet, lohnt sich ein Vergleich mit dem Angebot der Hausbank. Zinssätze veröffentlicht die Trumpf-Bank nicht.
Was Zulieferer und Bewerber wissen sollten
Zulieferer und Dienstleister am Stammsitz spüren die gekürzten Investitionen. 112 Millionen Euro im Jahr 2025/26 sind gut ein Drittel des Werts von 2022/23. In Forschung und Entwicklung arbeiteten Mitte 2026 weltweit 2.914 Menschen, 92 weniger als ein Jahr zuvor. Im Ausland arbeiten inzwischen mehr Menschen für Trumpf als in Deutschland.
Wettbewerb für deutsche Mittelständler
Deutsche Hersteller von Werkzeugmaschinen und Lasern stecken in derselben Lage wie Trumpf, nur mit weniger Polster. Der VDW zählte im Oktober 2025 in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten 63.300 Mitarbeiter, 3,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Trumpf kann Service, Bank und Software bündeln, ein kleinerer Anbieter muss sich über eine Nische behaupten, etwa durch Sondermaschinen oder kurze Wege zum Kunden. Vor ähnlichen Fragen steht der Sensorhersteller SICK aus Waldkirch, ein weiterer Hidden Champion der Fabrikautomation.
Drei Szenarien für die nächsten zwölf Monate
Trumpf erwartet für 2026/27 laut Fachzeitschrift Produktion ein Auftragswachstum im zweistelligen Prozentbereich, laut Handelsblatt auch im laufenden Jahr eine zweistellige Rendite. Auf diesen Erwartungen bauen die drei Szenarien der Redaktion auf.
| Szenario | Annahme | Folge für deutsche Unternehmen |
|---|---|---|
| Optimistisch | Umsatz wächst um mehr als 10 Prozent, EUV und USA ziehen weiter an | Trumpf stellt wieder ein, Zulieferer bekommen mehr Aufträge |
| Realistisch | Umsatz wächst im einstelligen Bereich, Deutschland stagniert | Kunden verhandeln aus guter Position, Belegschaft am Stammsitz bleibt stabil |
| Pessimistisch | Chipinvestitionen stocken, neue US-Zölle auf Maschinen | weitere Sparrunde, gekürzte Aufträge an Zulieferer |
Was Sie jetzt tun können
Als Käufer einer Maschine vergleichen Sie Gesamtkosten über die Laufzeit, nicht nur den Anschaffungspreis: Service, Ersatzteile und Finanzierung machen bei Trumpf einen eigenen Teil des Angebots aus.
Als Zulieferer sollten Sie das US-Geschäft im Blick behalten, denn dort entstehen derzeit die Aufträge. Als Wettbewerber sollten Sie Trumpfs Öffnung für Rüstungsaufträge ernst nehmen: Der Konzern nennt die Verteidigung bereits als Zielbranche seiner neuen 50-Kilowatt-Maschine.
Unsere Einschätzung: Trumpf zeigt, wie ein deutscher Hidden Champion die Krise übersteht, mit Eigenkapital, Kostendisziplin und einem Laser, den die Chipindustrie braucht. Dafür hängt die Zukunft des Konzerns immer weniger an Ditzingen und immer mehr an ASML in den Niederlanden und am US-Markt.
- Kunden: Sinkender Inlandsumsatz stärkt die Verhandlungsposition, die Finanzierung lohnt einen Vergleich.
- Zulieferer: Die Investitionen liegen bei gut einem Drittel des Rekordniveaus, neue Aufträge entstehen vor allem in den USA.
- Wettbewerber: Mit der Öffnung für Verteidigungstechnik erschließt Trumpf eine neue Kundengruppe.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zum Geschäftsmodell von Trumpf

Absatzfinanzierung
Bei der Absatzfinanzierung finanziert ein Hersteller seinen Kunden den Kauf der eigenen Produkte, etwa über Kredite oder Leasing. Trumpf nutzt dafür eine hauseigene Bank, die in 17 europäischen Ländern aktiv ist. So kann ein Kunde eine Maschine kaufen, ohne den Preis sofort vollständig bezahlen zu müssen.
Auftragseingang
Der Auftragseingang ist der Wert aller Bestellungen, die ein Unternehmen in einem Zeitraum erhält. Die Kennzahl zeigt früher als der Umsatz, wohin sich das Geschäft entwickelt, weil Maschinen erst Monate nach der Bestellung ausgeliefert werden. Bei Trumpf stieg der Auftragseingang 2025/26 nach drei Jahren mit Rückgängen wieder auf 4,5 Milliarden Euro.
Ausfuhrgenehmigung
Eine Ausfuhrgenehmigung erteilt in Deutschland das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für Güter, deren Export kontrolliert wird, etwa weil sich diese Güter auch militärisch nutzen lassen. Für Hersteller von Hochleistungslasern bestimmt die Dauer dieser Verfahren mit, wann ein Auftrag ins Ausland geliefert und abgerechnet werden kann.
Bruttoergebnis
Das Bruttoergebnis ist der Umsatz abzüglich der Herstellungskosten der verkauften Produkte. Aus dem Bruttoergebnis bezahlt ein Unternehmen Vertrieb, Entwicklung und Verwaltung, erst danach bleibt ein operatives Ergebnis. Bei Trumpf sank das Bruttoergebnis 2024/25 von 1,96 auf 1,50 Milliarden Euro.
EBIT-Rendite
Die EBIT-Rendite setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ins Verhältnis zum Umsatz. Die Kennzahl zeigt, wie viel ein Unternehmen mit seinem laufenden Geschäft verdient, unabhängig von Finanzierung und Steuerlast. Trumpf kam 2024/25 auf 1,4 Prozent und 2025/26 auf 11,1 Prozent.
EUV-Lithografie
Die EUV-Lithografie belichtet Siliziumscheiben mit extrem ultraviolettem Licht, um besonders feine Strukturen für Computerchips herzustellen. Die Anlagen baut ASML, die Optik liefert Zeiss, den Laser zur Lichterzeugung Trumpf. Ohne diese Technik lassen sich die leistungsfähigsten Prozessoren heute nicht fertigen.
Herstellungskostenquote
Die Herstellungskostenquote gibt an, welcher Anteil des Umsatzes für die Herstellung der verkauften Produkte aufgewendet wird, also für Material, Fertigung und Personal in der Produktion. Steigt die Quote, bleibt weniger für alle übrigen Kosten. Bei Trumpf stieg der Wert 2024/25 von 62,1 auf 65,4 Prozent.
Hidden Champion
Als Hidden Champion bezeichnet man ein Unternehmen, das in seiner Nische weltweit zu den führenden Anbietern gehört, in der Öffentlichkeit aber wenig bekannt ist. Der Begriff stammt vom Unternehmensberater Hermann Simon. Viele dieser Firmen sind Familienunternehmen aus dem deutschen Mittelstand.
Kapitalkosten
Kapitalkosten sind die Mindestrendite, die Eigen- und Fremdkapitalgeber für ihr eingesetztes Geld erwarten. Liegt das Ergebnis darunter, vernichtet ein Unternehmen rechnerisch Wert. Trumpf setzt die Kapitalkosten vor Steuern mit 11 Prozent an und verfehlte diese Messlatte 2024/25 um 304 Millionen Euro.
Lobbyregister
Im Lobbyregister des Deutschen Bundestags müssen sich Unternehmen und Verbände eintragen, die Einfluss auf Abgeordnete oder die Bundesregierung nehmen wollen. Der Eintrag nennt Ausgaben, Beschäftigte, Themen und Mitgliedschaften. Trumpf ist dort unter der Nummer R000697 verzeichnet.
Nettofinanzposition
Die Nettofinanzposition stellt die flüssigen Mittel und Wertpapiere eines Unternehmens seinen Finanzschulden gegenüber. Ist der Saldo positiv, könnte das Unternehmen alle Finanzschulden sofort aus eigenen Mitteln tilgen. Bei Trumpf lag die Nettofinanzposition Ende Juni 2025 bei plus 532,6 Millionen Euro.
SE + Co. KG
Die SE + Co. KG ist eine Kommanditgesellschaft, deren persönlich haftende Gesellschafterin eine Europäische Aktiengesellschaft ist. Familienunternehmen nutzen die Rechtsform, um die Leitung zu bündeln und ohne Börse auszukommen. Bei Trumpf übernimmt die Leibinger SE seit Februar 2022 diese Rolle.
Strukturmaßnahmen
Strukturmaßnahmen nennen Unternehmen die Schritte eines Umbaus, etwa Stellenabbau, Abfindungen oder die Schließung von Standorten. Ihre Kosten weisen Unternehmen oft gesondert aus, damit das laufende Geschäft vergleichbar bleibt. Trumpf bildete 2024/25 dafür Rückstellungen von zusammen rund 93 Millionen Euro.
Werkzeugmaschine
Eine Werkzeugmaschine bearbeitet Werkstücke aus Metall oder anderen Werkstoffen mit Werkzeugen, etwa durch Schneiden, Stanzen, Biegen oder Fräsen. Bei Trumpf sind das vor allem Anlagen für Blech und Rohre, die mit Laser oder Stanzkopf arbeiten. Im Geschäftsjahr 2025/26 brachte der Bereich 2,38 Milliarden Euro Umsatz.
FAQ: Wie hat Trumpf seinen Betriebsgewinn verachtfacht?

Wem gehört Trumpf?
Trumpf gehört vollständig der Familie Leibinger und der Berthold Leibinger Stiftung. Beide halten direkt und indirekt sämtliche Anteile an der Trumpf SE + Co. KG. Wie sich die Anteile zwischen Familie und Stiftung verteilen, veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Ist Trumpf an der Börse?
Nein. Trumpf ist ein Familienunternehmen ohne Aktionäre. Erklärtes Ziel der Familie ist, den Konzern unabhängig von externen Kapitalgebern zu führen. Investitionen sollen in der Regel aus dem laufenden Geschäft finanziert werden.
Wer leitet Trumpf?
Vorstandsvorsitzende ist Nicola Leibinger-Kammüller, die das Unternehmen seit 2005 führt. Ihr Bruder Peter Leibinger leitet seit 2023 den Aufsichtsrat und ist seit 2025 Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie.
Was liefert Trumpf an ASML?
Trumpf liefert den Hochleistungslaser für die EUV-Belichtungsanlagen von ASML. Das Lasersystem besteht in der neuen Generation aus mehr als 450.000 Einzelteilen. 2025/26 brachte dieses Geschäft 791 Millionen Euro Umsatz.
Baut Trumpf Waffen?
Offensive Waffensysteme schließt Trumpf aus. Seit 2025 bietet das Unternehmen aber Technik an, die ausschließlich der Verteidigung dient, und entwickelt mit Rohde & Schwarz einen Laser zur Drohnenabwehr, der bis Ende 2028 einsatzbereit sein soll.
Wie viele Menschen arbeiten bei Trumpf?
Zum 30. Juni 2026 beschäftigte Trumpf weltweit 17.583 Menschen, davon 8.675 in Deutschland. An den Standorten Ditzingen, Gerlingen, Leonberg-Höfingen und Hettingen arbeiten rund 5.350 Beschäftigte.
Quellen
48 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 23.10.2026
- TRUMPF SE + Co. KGKonzernabschluss und Konzernlagebericht Geschäftsjahr 2024/25 (Auszug aus dem Unternehmensregister)
- TRUMPF SE + Co. KGGeschäftsbericht 2024/25 (im Lobbyregister des Bundestags hinterlegt)
- VDW Verein Deutscher WerkzeugmaschinenfabrikenPresseinformation zur Jahrespressekonferenz, 19.01.2026
- VDW Verein Deutscher WerkzeugmaschinenfabrikenAuftragseingang viertes Quartal 2025 und Weltmarkt, 16.03.2026
- VDW Verein Deutscher WerkzeugmaschinenfabrikenAuftragseingang erstes Quartal 2026, 23.06.2026
- Optech ConsultingLaser Market Data
- Global Market InsightsMarkt für Laserschneidmaschinen, August 2026
- VDMAKonjunktur, Prognose September 2026
- TRUMPF SE + Co. KGTRUMPF reports increase in profit and order intake, 15.10.2026
- TRUMPF SE + Co. KGGeschäftsjahreszahlen 2025/26
- TRUMPF SE + Co. KGEuroBLECH: TRUMPF doubles laser power in its 2D laser cutting portfolio, 21.10.2026
- HandelsblattTrumpf: Betriebsgewinn verachtfacht sich nach hartem Sparkurs, 15.10.2026
- ProduktionTrumpf: Gewinnsprung macht Hoffnung auf Trendwende, 15.10.2026
- Stuttgarter ZeitungBonuszahlung: Aufschwung bei Trumpf, so viel zahlt der Konzern seinen Beschäftigten, 15.10.2026
- Wochenblatt Reporter (dpa)Trumpf-Chefin fordert mehr Arbeit, aber keinen Lohnverzicht, 15.10.2026
- ASML Holding N.V.Annual Report 2025 (Form 20-F)
- ASML Holding N.V.Q3 2026 financial results, 14.10.2026
- TRUMPF SE + Co. KGKonzernabschluss Geschäftsjahr 2023/24 (Auszug aus dem Unternehmensregister)
- TRUMPF SE + Co. KGKonzernabschluss Geschäftsjahr 2022/23 (Auszug aus dem Unternehmensregister)
- TRUMPF SE + Co. KGKonzernabschluss Geschäftsjahr 2021/22 (Auszug aus dem Unternehmensregister)
- TRUMPF SE + Co. KGUnternehmensgeschichte
- Berthold Leibinger StiftungBerthold Leibinger
- TRUMPF SE + Co. KGEUV Drive Laser
- Photonics OnlineASML Honors TRUMPF For New EUV Laser, 24.10.2025
- Fraunhofer-GesellschaftZEISS, TRUMPF and Fraunhofer research team awarded the Deutscher Zukunftspreis 2020
- CRN AsiaTRUMPF moves on glass substrates for AI chips while tripling EUV laser capacity, 01.09.2026
- TRUMPF SE + Co. KGSo will TRUMPF die Lieferzeiten für Ersatzteile halbieren
- Bystronic AGGeschäftsbericht 2025
- AMADA Co., Ltd.Segment Information
- Coherent Corp.Results fiscal year 2026 (Form 8-K), 12.08.2026
- IPG Photonics Corp.Results 2025 (Form 8-K), 12.02.2026
- StockstarHan’s Laser Jahresbericht 2025, 18.04.2026
- Bodor LaserBodor Laser Ranked No. 1 in Laser Cutting Machine for Seven Years, 03.04.2026
- Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurse
- Deutscher BundestagLobbyregister, Eintrag R000697 TRUMPF SE + Co. KG (Holding)
- WinFutureHigh-End-Laser: Trumpf-Chefin schimpft auf Habecks Ministerium, 27.10.2023
- Stuttgarter ZeitungTrumpf-Chefin zu möglichem Rüstungsprojekt, 17.02.2025
- IndustriemagazinTrumpf und Drohnenabwehr: Technologischer Tabubruch mit sicherheitspolitischer Tragweite, 25.08.2025
- Neue Zürcher Zeitung (Nachdruck Commerzbank)Rüstungsboom erfasst deutsche Industrie, 11.08.2025
- Rohde & SchwarzRohde & Schwarz und TRUMPF vereinbaren Zusammenarbeit bei Drohnenabwehr, 22.10.2025
- Stuttgarter ZeitungMaschinenbauer Trumpf will rund 1000 Stellen streichen, 09.05.2025
- Stuttgarter ZeitungSo viele Trumpf-Mitarbeiter verzichten aktuell auf Gehalt, 10.05.2025
- Stuttgarter ZeitungTrumpf spart und legt einen Park für die Mitarbeiter an, 24.11.2025
- Ludwigsburger KreiszeitungNeuer Campus: So können die Trumpf-Mitarbeiter in Ditzingen jetzt ihre Mittagspause verbringen, 29.09.2026
- Stuttgarter ZeitungKretschmann beim StZ-Jubiläum zur Trumpf-Chefin, 18.09.2025
- BDIPräsidium
- Thomson ReutersThe EU-US tariff framework takes effect, 16.07.2026
- Covington & BurlingCurrent and Forthcoming Section 232 Actions by the Trump Administration, 23.04.2026
