Ein Sechserträger Mineralwasser wandert bei Edeka millionenfach über das Kassenband und bringt dem Kaufmann trotzdem kaum Marge. Der eigentliche Gewinn liegt ein paar Meter weiter: an der Wursttheke, im Backshop, im Regal mit den Eigenmarken. Der dickste Aufschlag steckt woanders als im vollen Einkaufswagen.

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77,3 Milliarden Euro Umsatz meldete der Edeka-Verbund für 2025, ein Plus von 2,7 Prozent. Hinter dieser runden Zahl steckt eine Frage, die selbst mancher Kaufmann nur aus dem Bauch beantwortet: An welchem Sortiment hängt am Ende der Gewinn? Die Antwort trennt scharf zwischen dem, was am meisten Umsatz macht, und dem, was am meisten übrig lässt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Edeka-Verbund setzte 2025 rund 77,3 Milliarden Euro um, davon 42,7 Milliarden über die selbstständigen Kaufleute.
  • Den größten Umsatz bringt die Frische als Block: knapp die Hälfte des Sortimentsumsatzes im Vollsortiment.
  • Den größten Ertrag liefern Bedientheke und Obst und Gemüse: 20 Prozent der Fläche, aber 35 Prozent des Ertrags.
  • Über alle Warengruppen hinweg heben Eigenmarken die Marge, ihr Marktanteil liegt inzwischen bei rund 47 Prozent.
Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Was verdient ein Supermarkt wirklich?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie viel des Umsatzes macht die Frische in einem Vollsortiment-Supermarkt ungefähr aus? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Rund 48 Prozent des Sortimentsumsatzes entfallen im Vollsortiment auf Frischwaren, also Obst, Gemüse, Molkerei, Fleisch und Backwaren zusammen. Mehr dazu im Kapitel zum größten Umsatz.
2 Welchen Anteil am Ertrag holen Obst, Gemüse und Bedientheke aus nur 20 Prozent der Fläche? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Laut EHI liefern diese Frische-Abteilungen auf 20 Prozent der Fläche 35 Prozent des Ertrags. Kein anderer Bereich arbeitet so produktiv, nachzulesen im Kapitel zur eigentlichen Ertragsquelle.
3 Wie viel vom Preis einer Schachtel Zigaretten bleibt als Wirtschaftsanteil für Industrie und Handel zusammen? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Von einer Schachtel zu 9,00 Euro sind 61,83 Prozent Steuer, nur 38,17 Prozent bleiben als Wirtschaftsanteil. Der Handel erhält davon nur einen Bruchteil, wie das Kapitel zur Margen-Asymmetrie zeigt.
4 Welche Warengruppe verliert am meisten Warenwert durch Abschriften? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Brot und Backwaren führen die Abschriftenstatistik mit 5,53 Prozent an, vor Obst und Gemüse mit 3,62 Prozent. Warum die hohe Spanne den Verderb mitfinanziert, steht im Frische-Kapitel.
5 Wie hoch ist der wertmäßige Marktanteil der Eigenmarken im deutschen Lebensmittelhandel? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Handelsmarken halten inzwischen rund 47 Prozent des Marktes, 2021 lag der Anteil noch bei 41 Prozent. Warum Eigenmarken der stille Gewinnbringer sind, erklärt das entsprechende Kapitel.

Wie verdient „ein Edeka“ überhaupt sein Geld?

ZZZ TESTBILD Edeka-Marge – bitte diesen Post löschen (nur Bildgenerierung)
Edeka-Märkte werden von selbstständigen Kaufleuten betrieben, die ihren Gewinn aus dem Deckungsbeitrag der Warengruppen erzielen, nicht aus dem Gesamtumsatz

Ein einzelner Edeka-Markt gehört meist einem selbstständigen Kaufmann, der als Unternehmer auf eigene Rechnung wirtschaftet. Sein Gewinn stammt nicht aus dem Umsatz, sondern aus dem Deckungsbeitrag jeder Warengruppe: aus dem, was nach Einkauf, Personal, Miete und Verderb übrig bleibt.

Der Name Edeka steht für zwei sehr verschiedene Dinge. Nach außen ist Edeka Deutschlands größter Lebensmittelhändler, ein Verbund mit 77,3 Milliarden Euro Umsatz, rund 11.000 Märkten und der Discounttochter Netto Marken-Discount. Nach innen ist Edeka eine Genossenschaft: An der Basis stehen rund 3.200 selbstständige Kaufleute, darüber sieben Regionalgesellschaften für Einkauf und Logistik, an der Spitze die Zentrale in Hamburg. Etwa neun von zehn der eigentlichen Edeka-Märkte betreibt ein Kaufmann auf eigenes Risiko, die Discounttochter Netto führt der Verbund zentral.

Diese Bauweise entscheidet, wer womit verdient. Der Verbund zieht seinen Ertrag aus Einkaufsmacht: Große Mengen drücken die Einstandspreise, die eigene Beschaffung finanziert die Handelsmarken, die Logistik der Regionalgesellschaften hält die Kosten unten. Rund 42,7 Milliarden Euro des Umsatzes liefen 2025 über die Kaufleute, weitere 17,9 Milliarden über Netto.

Das Kaufmann-Modell hat einen betriebswirtschaftlichen Grund. Der Verbund lockt mit einer Rückvergütung auf den Wareneinkauf und mit der Aussicht, jeden erarbeiteten Deckungsbeitrag selbst zu behalten. Ein angestellter Marktleiter optimiert eine Vorgabe, ein selbstständiger Kaufmann sein eigenes Konto. Diese Anreizstruktur macht den Kaufmann-Markt der zentral geführten Regie-Filiale meist überlegen und erklärt, warum Edeka fast überall darauf setzt.

Der einzelne Kaufmann dagegen verdient dort, wo er selbst gestaltet. Sein Hebel heißt Warenbewirtschaftung: die richtige Disposition an der Obst-Auslage, die Kalkulation an der Käsetheke, die Backquote im Backshop, die Abschrift am Abend. Ein durchschnittlicher Vollsortiment-Supermarkt erzielt laut einer Sortimentsanalyse des EHI Retail Institute aus dem Jahr 2021 eine Handelsspanne von 25,3 Prozent, hat aber 22,5 Prozent Kosten. Am Ende bleiben 2,8 Prozent Betriebsergebnis vom Umsatz.

Diese Zahl ordnet alles Weitere ein. Von hundert Euro an der Kasse bleiben dem Markt vor Steuern weniger als drei. Der Lebensmittelhandel gehört damit zu den margenschwächsten Branchen überhaupt, deutlich unter dem Schnitt des gesamten Einzelhandels. In diesem Geschäft kann sich niemand eine tote Warengruppe leisten. Genau deshalb lohnt der genaue Blick, welche Regale den Gewinn bringen und welche nur Kundschaft anlocken.

Auf den Punkt
  • Zwei Ebenen: Der Verbund verdient über Einkaufsmacht, der einzelne Kaufmann über Warenbewirtschaftung.
  • Dünne Rendite: Vom Umsatz bleiben im Schnitt nur 2,8 Prozent Betriebsergebnis.
  • Kein Leerlauf: Keine Warengruppe darf sich der Markt als reinen Verlustbringer leisten.

Welche Warengruppe macht den meisten Umsatz?

Einkaufswagen mit Wasserflaschen, Mehlpackungen und rotem Schild
Getränke, Milch und Grundnahrung füllen den Wagen und die Umsatzstatistik, bringen aber wenig Marge.

Den größten Umsatz macht nicht ein einzelnes Produkt. Die Frische als Block führt klar: Obst und Gemüse, Molkerei, Fleisch, Brot und Frische-Convenience bringen zusammen knapp die Hälfte des Sortimentsumsatzes. Getränke und Grundnahrungsmittel sorgen für die höchste Frequenz an der Kasse.

Rund 48 Prozent des Umsatzes im Vollsortiment entfallen auf Frischwaren, so eine Sortimentsbreitenerhebung des EHI. Vor gut fünfzehn Jahren lag der Anteil noch bei 45,8 Prozent, die Frische wächst also langsam weiter. Das Trockensortiment aus Konserven, Nudeln, Kaffee und Süßwaren kommt auf etwa 38 Prozent, der Rest verteilt sich auf Near- und Non-Food.

Innerhalb der Frische ist die Rangfolge aufschlussreich. Den größten einzelnen Umsatzblock stellt meist die Molkerei mit Milch, Joghurt und Käse, gefolgt von Obst und Gemüse sowie Fleisch und Wurst. Gerade die Molkerei zeigt das Muster im Kleinen: riesiges Volumen, aber als Grundnahrung dünn kalkuliert. Umsatzgröße und Ertragskraft fallen schon innerhalb der Frische auseinander.

Umsatz und Kundenfrequenz laufen dabei nicht über dieselben Regale wie der Gewinn. Ein Liter Milch, ein Kasten Wasser, ein Kilo Mehl: Diese Artikel holen die Kundschaft überhaupt erst in den Laden. Der Fachbegriff dafür lautet Frequenzbringer. Ihr Preis prägt das Preisimage des ganzen Marktes, und schon ein paar Cent Unterschied beim Wasser entscheiden, ob der Wocheneinkauf bei Edeka oder beim Discounter landet.

Also kalkuliert der Handel genau diese Frequenzbringer bewusst knapp. Milch, Butter, Zucker und Standardgetränke sind Eckartikel, an denen der Kunde die Preise vergleicht. Am konsequentesten betreibt das der Discount, wo sich aus millionenfach schmalen Aufschlägen am Ende doch Milliarden ergeben. Wie dieses Mengenmodell im Detail funktioniert, zeigt der Blick darauf, wie Discounter mit Niedrigpreisen ihre Milliarden verdienen.

Der Vollsortimenter spielt dasselbe Spiel, nur leiser. Er stellt die günstige Milch bewusst nach hinten, damit der Weg dorthin an der Käsetheke, an der Obst-Auslage und am Backshop vorbeiführt. Der umsatzstärkste Bereich subventioniert so den ertragsstärksten, indem er die Menschen in Reichweite der teuren Regale bringt. Die Frage nach dem meisten Umsatz und die Frage nach dem meisten Gewinn führen deshalb an verschiedene Orte im Laden.

Kurz gemerkt

Den Umsatz machen Frequenzbringer wie Getränke und Grundnahrung, bewusst knapp kalkuliert. Der günstige Eckartikel ist kein Zufall, sondern das kalkulierte Preisimage, das die Kundschaft überhaupt in den Laden holt.

Warum ist der größte Umsatz nicht der größte Gewinn?

Grauer Zigarettenkarton mit orangefarbener Banderole und Aufdruck „STEUER“
Von neun Euro pro Schachtel bleiben nach Steuern nur 3,44 Euro Wirtschaftsanteil, den sich Hersteller und Handel teilen.

Weil Umsatz und Marge auseinanderfallen. Die volumenstärksten Warengruppen wie Tabak, Getränke und Grundnahrung haben die dünnste Spanne, oft unter 15 Prozent. Die eigentliche Marge steckt in der Frische und in den Eigenmarken, wo aus jedem verkauften Stück mehr hängen bleibt.

Das klarste Beispiel liefert der Tabak. Von einer Schachtel Zigaretten zum Kleinverkaufspreis von 9,00 Euro sind laut Deutschem Zigarettenverband 61,83 Prozent Steuer, nämlich 4,13 Euro Tabaksteuer und 1,44 Euro Mehrwertsteuer. Nur 38,17 Prozent, also 3,44 Euro, bleiben als Wirtschaftsanteil, den sich Hersteller und Handel teilen, und davon entfällt auf den Handel nur etwa ein Drittel. Der Kaufmann kassiert an der Schachtel praktisch für den Staat und behält einen Bruchteil.

Ähnlich, wenn auch weniger extrem, sieht die Rechnung bei Getränken und Grundnahrung aus. Wasser, Bier, Milch und Mehl bewegen enorme Mengen, bringen aber als Eckartikel nur eine schmale Spanne, branchenüblich um die zehn bis fünfzehn Prozent. Auch der große Markenartikel im Getränkeregal ändert daran wenig: Wie das Erlösmodell hinter Markenartikeln wie Coca-Cola zeigt, verdient vor allem der Hersteller an der Marke, während der Händler die schmale Handelsspanne behält.

Der deutsche Lebensmittelhandel ist ein Verdrängungsmarkt weniger Riesen. Aldi, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, Rewe und Edeka teilen rund 88 Prozent des Umsatzes unter sich auf. Diese vier kämpfen mit fast gleichen Preisen um dieselben Haushalte, weshalb bei den sichtbaren Artikeln kaum Spielraum nach oben bleibt. Die dünne Marge auf Milch und Wasser hat einen klaren Grund: den ständigen Preisvergleich der Kundschaft. Wo alle gleich billig sind, verschiebt sich der Kampf um den Gewinn zwangsläufig in die Abteilungen, die der Kunde schlechter vergleichen kann.

Genau umgekehrt liegt der Fall bei der Frische. Obst und Gemüse, Fleisch und Wurst an der Bedientheke, Käse, Backwaren und Feinkost erreichen Bruttospannen, die je nach Warengruppe auf 30 bis über 50 Prozent geschätzt werden. Belastbare Einzelspannen veröffentlicht das EHI nur in kostenpflichtigen Studien, doch die Richtung ist eindeutig: Der Aufschlag wächst mit der Frische.

Je frischer die Ware, desto dicker die Spanne
Bruttomarge (Handelsspanne) nach Warengruppe. Einzelwerte branchenüblich geschätzt, der EHI-Schnitt im Supermarkt liegt bei 25,3 %.
Tabak
~5 %
Getränke, Grundnahrung
~12 %
Ø Supermarkt
25,3 %
Obst und Gemüse
~35 %
Bedientheke
~38 %
Backwaren, Backshop
~50 %

Die Kehrseite der hohen Spanne heißt Aufwand. Frische Ware verdirbt, muss gekühlt, geschnitten, sortiert und teils weggeworfen werden. Die Bedientheke braucht zusätzlich Personal. Deshalb zählt am Ende der Deckungsbeitrag mehr als die Bruttospanne, also der Rest nach diesen Kosten. Von rund zwanzig untersuchten Warengruppen erwirtschaften laut EHI etwa zwei Drittel einen positiven, knapp ein Drittel sogar einen negativen Deckungsbeitrag. Die schöne Bruttospanne allein führt in die Irre.

Das negative Drittel bleibt trotzdem im Regal. Manche Warengruppen macht der Markt bewusst zum Verlustführer, weil ihr niedriger Preis Kundschaft anzieht, die dann auch die profitablen Regale mitnimmt. Diese Quersubventionierung ist kalkulierte Strategie: Der billige Kaffee des Monats und das Aktions-Bier finanzieren sich über den Bon, nicht über die eigene Zeile. Der dauerhafte Verkauf unter Einstandspreis bleibt marktmächtigen Händlern allerdings untersagt. Das einzelne Lockangebot ist erlaubt.

Die folgende Übersicht führt Spanne, Warenverlust und Ertragscharakter der wichtigsten Warengruppen zusammen.

Warengruppe Handelsspanne Warenverlust Ertragscharakter
Tabak sehr niedrig (~5 %*) minimal Frequenz, kaum Gewinn
Getränke, Grundnahrung niedrig (~10–15 %*) gering Frequenzbringer
Molkerei niedrig bis mittel 1,2 % Volumen
Obst und Gemüse hoch (~30–40 %*) 3,6 % Ertragsträger, verderblich
Bedientheke (Fleisch, Wurst, Käse) hoch (~30–40 %*) 2,5 % Ertrags-Champion, personalintensiv
Brot und Backwaren sehr hoch (~40–60 %*) 5,5 % hohe Marge, hohe Retoure
* branchenübliche Schätzung. Der EHI-Durchschnitt aller Warengruppen liegt bei 25,3 % Handelsspanne. Warenverluste nach EHI-Zahlen für 2020.
Auf den Punkt
  • Tabak: fast reiner Steuerposten, die Handelsmarge bleibt minimal.
  • Getränke, Grundnahrung: hohes Volumen, dünne Spanne.
  • Frische: die Spanne wächst, mit ihr aber das Verderb-Risiko.

Wo verdient der Supermarkt wirklich?

Käselaib mit Krone und Schild „Gewinnbringer“ auf Betonsockel vor Pappschachteln
Obst, Gemüse und Bedientheke holen aus 20 Prozent der Fläche 35 Prozent des Ertrags, die höchste Flächenproduktivität im Markt.

In der Frische, konkret an der Bedientheke und bei Obst und Gemüse. Eine EHI-Analyse zeigt den Hebel in einer einzigen Zahl: Obst, Gemüse und Bedientheke belegen 20 Prozent der Fläche, machen 26 Prozent des Umsatzes und liefern 35 Prozent des Ertrags. Kein anderer Bereich arbeitet so produktiv.

Diese drei Zahlen sind der Kern der ganzen Geschichte. Auf einem Fünftel der Verkaufsfläche entsteht mehr als ein Drittel des Ertrags. Zum Vergleich: Der gesamte Non-Food-Block aus Drogerie, Haushalt und Textil belegt 14 Prozent der Fläche und steuert nur 8 Prozent zum Ertrag bei. Die Bedientheke gilt in der Branche als Champion bei Flächenertrag und Umsatzrendite, an gut geführten Theken sind Deckungsbeiträge um die 15 Prozent erreichbar.

20 Prozent Fläche, 35 Prozent Ertrag
Obst und Gemüse plus Bedientheke im Supermarkt. Zum Vergleich: Der Non-Food-Block holt aus 14 % Fläche nur 8 % Ertrag.
20 %
Anteil an der Verkaufsfläche
26 %
Anteil am Umsatz
35 %
Anteil am Ertrag

Zwei Frische-Formate zeigen die Ökonomie besonders klar. Der Backshop backt vorgefertigte Rohlinge im Markt auf und erzielt damit eine Spanne, von der die Trockenabteilung nur träumt, bezahlt mit hohen Retouren am Abend. Die klassische Bedientheke wiederum kämpft mit Personalkosten, weshalb mancher Markt sie zurückbaut und auf Selbstbedienungs-Frische umstellt. Beide Fälle drehen sich um dieselbe Frage: Wie viel Handarbeit rechtfertigt die Ware noch?

Ein Bild hilft, den Unterschied zu greifen. Ein Supermarkt ist zu neunzig Prozent ein Selbstbedienungslager und zu zehn Prozent eine Manufaktur. Verdient wird in der Manufaktur. An der Käsetheke, im Backshop und an der Obst-Auslage veredelt der Markt Rohware zu etwas, das der Kunde woanders so nicht bekommt. Für diese Handarbeit zahlt er einen Aufschlag, den er beim abgepackten Markenprodukt nie akzeptieren würde.

Ein Rechenbeispiel macht den Unterschied greifbar. Angenommen, ein Markt verkauft eine Flasche Markenlimonade für 1,00 Euro und behielte nach dem Einkauf rund zwölf Cent. Denselben Umsatz an der Käsetheke, etwa fünfzig Gramm Bergkäse, brächte bei einer Spanne um die 35 Prozent gut dreißig Cent Rohertrag, also mehr als das Doppelte. Selbst wenn die Theke anteilig Personal und ein Stück Verschnitt kostete, bliebe am Ende der größere Deckungsbeitrag. Genau deshalb kämpft jeder Vollsortimenter um jeden Meter Frische-Fläche, und genau deshalb steht die Käsetheke mitten im Kundenstrom statt am Rand.

Der stärkste Ertragsbringer ist zugleich der verletzlichste. Genau die Warengruppen mit der höchsten Spanne haben die höchsten Warenverluste. Brot und Backwaren führen die Abschriftenstatistik des EHI für 2020 mit 5,53 Prozent an, Obst und Gemüse folgen mit 3,62 Prozent, Fleisch und Fisch mit 2,53 Prozent. Über alle Warengruppen liegt der Warenverlust im Schnitt bei 1,50 Prozent. Der Wert entspricht einem Warenwert von rund 1,45 Milliarden Euro pro Jahr im deutschen Lebensmittelhandel.

Diese Verluste sind kein Betriebsunfall, sondern der Preis der vollen Auslage. Ein Obstregal, das um 18 Uhr noch üppig aussieht, verkauft mehr und wirft abends mehr weg. Beim Backshop mit zwölf Brotsorten bis Ladenschluss wiederholt sich das Muster, nur mit Brot statt Obst. Der Kaufmann balanciert hier täglich zwischen Frische-Image und Abschrift. Genau diese Feinsteuerung unterscheidet den guten Markt vom mittelmäßigen.

Zum Mitnehmen

Obst, Gemüse und Bedientheke holen aus 20 Prozent der Fläche 35 Prozent des Ertrags. Die hohe Spanne finanziert zugleich Personal und Abschriften, weshalb erst der Deckungsbeitrag den echten Gewinner zeigt.

Warum sind Eigenmarken der stille Gewinnbringer?

Zwei Dosen, eine groß mit „mehr Marge“, eine klein mit Gemüse und „MONK POURT“
Bei Eigenmarken wie Gut und Günstig behält der Händler die volle Wertschöpfung, ihr Marktanteil liegt bei rund 47 Prozent.

Weil bei einer Eigenmarke der Händler die ganze Wertschöpfung kontrolliert und die Marketingkosten der Markenhersteller spart. Der Marktanteil der Handelsmarken liegt im deutschen Lebensmittelhandel bei rund 47 Prozent, und jede verkaufte Packung bringt eine höhere Marge als das vergleichbare Markenprodukt.

Neben der Frische zieht Edeka seinen zweiten großen Ertragshebel quer durch alle Regale. Bei einem Markenartikel teilen sich Hersteller und Händler die Spanne. Aus seinem Anteil finanziert der Hersteller Werbung, Vertrieb und die eigene Marge. Bei einer Eigenmarke wie Gut&Günstig, GENUSS+ oder der Linie Edeka entfällt dieser Zwischenschritt: Der Verbund lässt selbst produzieren, verzichtet auf teure Markenwerbung und behält die Differenz.

Der Verbund verdient an den Herstellermarken sogar mit, ohne selbst zu produzieren. Für gute Regalplätze, Zweitplatzierungen und Werbeflächen verlangt der Handel von der Industrie Listungsentgelte und Werbekostenzuschüsse, kurz WKZ. Diese Zahlungen tauchen im Regalpreis nirgends auf, verbessern aber die Handelsspanne quer durch das Sortiment. Je größer die Einkaufsmacht, desto höher fallen die Forderungen aus.

Der wertmäßige Anteil der Handelsmarken ist zuletzt kräftig gestiegen, von 41 Prozent im Jahr 2021 auf rund 47 Prozent im Jahr 2025. Getrieben hat den Sprung die Inflation, denn in der Krise greifen mehr Menschen zur günstigeren Eigenmarke. Viele bleiben danach dabei. Für den Händler ist dieser Wechsel ein doppelter Gewinn: mehr Umsatz mit dem eigenen Produkt und eine bessere Marge pro Stück.

Eigenmarken: Discounter fast pur, Vollsortimenter mit Luft
Anteil der Eigenmarken am Sortiment nach Händler. Edeka hält bewusst mehr Markenartikel im Regal.
Aldi
~90 %
Lidl
~75 %
Rewe
~30 %
Edeka
~20 %

Die Eigenmarkenquote verteilt sich höchst ungleich über die Vertriebsformen. Im Discount besteht das Sortiment fast vollständig aus Eigenmarken, bei Aldi rund 90, bei Lidl etwa 75 Prozent. Ein Vollsortimenter wie Edeka liegt mit rund 20 Prozent Eigenmarkenanteil im Sortiment deutlich darunter, weil er die Auswahl an Markenartikeln bewusst als Teil seines Versprechens behält. Genau dieser Abstand ist der Wachstumsraum: Jeder Prozentpunkt, den Edeka von der Marke zur Eigenmarke verschiebt, verbessert die Marge, ohne den Umsatz zu kosten.

Diese Macht hat Grenzen im Konflikt mit großen Marken. Verweigert ein Hersteller die geforderten Konditionen, listet der Handel seine Produkte schon einmal aus, bis eine Einigung steht. Solche Auslistungen trafen in den vergangenen Jahren auch Weltkonzerne, von Markenketchup bis Tiefkühlpizza. Die Eigenmarke ist dabei das schärfste Druckmittel: Eine glaubwürdige Hausmarke ersetzt den Markenartikel notfalls, sodass der Händler aus der stärkeren Position verhandelt.

Das Prinzip lässt sich auch teurer denken. Eine Bio-Eigenmarke verbindet die hohe Grundspanne des Segments mit der vollen Wertschöpfungskontrolle. Besonders klar zeigt sich der Hebel daran, wie Alnatura mit Bio-Eigenmarken wirtschaftet. Edeka fährt dieselbe Logik über GENUSS+ und seine Bio-Linien, nur breiter aufgestellt.

Eigenmarke heißt längst nicht mehr nur billig. Neben der Einstiegslinie Gut&Günstig führt Edeka mit GENUSS+ eine Premium-Schiene, die höhere Preise und höhere Margen verbindet. Das Premium-Segment der Handelsmarken wuchs 2025 um elf Prozent, während die Markenhersteller um jeden Regalplatz kämpfen. Für den Verbund ist jede dieser Stufen ein eigener Ertragshebel, von der Kampfpreis-Marke bis zur Feinkost-Eigenmarke. So besetzt Edeka mit eigenen Produkten jede Preislage und verdient in jeder ein Stück mehr als am fremden Markenartikel.

Edeka verdient seinen Gewinn nicht am vollen Wagen, sondern an der Wursttheke und an jeder Packung Gut&Günstig. Der Discountpreis auf Milch und Wasser ist nur der Köder, der die Leute an die Theke bringt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Auf den Punkt
  • Mechanik: volle Wertschöpfung und gesparte Markenwerbung heben die Marge je Packung.
  • Marktanteil: rund 47 Prozent und weiter steigend.
  • Luft nach oben: Edeka liegt bei nur 20 Prozent Eigenmarkenanteil im Sortiment.

Was heißt das für Ihren Einkauf und für den Kaufmann?

Modell einer Supermarktkasse mit Schokoriegel und Preisschild auf weißem Grund
Die Quengelware an der Kasse hat die höchste Spanne des Ladens, weil dort niemand mehr Preise vergleicht.

Für Sie als Kundschaft bedeutet das: Die günstigen Eckartikel sind echte Schnäppchen, an der Frischetheke und bei Markenware zahlen Sie den Aufschlag. Für den Kaufmann zählt eine andere Rechnung: Sein Gewinn steht und fällt mit Frische-Handwerk und Eigenmarken-Quote, nicht mit dem Umsatz an der Kasse.

Aus der Kalkulation lässt sich ein ganzer Einkauf lesen. Die Milch für 99 Cent, das Wasser im Sonderangebot, die Hausmarken-Nudeln: Bei diesen Artikeln gibt der Markt seine Einkaufsmacht fast ungeschmälert weiter, hier kaufen Sie am günstigsten. Der Aufschlag beginnt an der Bedientheke, im Backshop und bei Feinkost. Dort zahlen Sie für Handarbeit, Frische und den Weg dorthin.

Für den Kaufmann verschiebt diese Einsicht die täglichen Prioritäten. Über sein Jahr entscheidet die Disposition an der Obst-Auslage und die Abschrift am Abend, nicht der Umsatz an der Kasse. Ein Prozentpunkt weniger Warenverlust bei Backwaren wiegt schwerer als ein voller Getränkemarkt. Eine gut besetzte Käsetheke bringt mehr Ertrag als drei zusätzliche Gänge Trockensortiment.

Für den bewussten Einkauf folgt daraus eine Landkarte des Ladens. Am günstigsten steht die Grundnahrung in der Mitte und hinten. Dort verteidigt der Markt seine Preise gegen den Discount. Der Aufschlag beginnt an den Rändern mit den Theken und der Feinkost. Am teuersten wird der Impuls direkt an der Kasse, wo die Quengelware die höchste Spanne des ganzen Ladens abwirft und niemand mehr die Preise vergleicht.

Für die Branche insgesamt zeichnet sich ab, wohin die Reise geht. Der Preisdruck auf die Eckartikel bleibt, also verteidigt der Vollsortimenter seinen Vorsprung über die Bereiche, die der Discount schlecht kopieren kann: die bediente Theke, die frische Backware, die eigene Feinkostmarke. Wer wissen will, wo ein Supermarkt in fünf Jahren sein Geld verdient, schaut nicht auf das Getränkeregal, sondern auf die Theke und das Eigenmarken-Regal.

Am Ende steht eine schlichte Erkenntnis. Edeka ist kein Getränke- oder Grundnahrungshändler, der nebenbei Frische führt, sondern ein Frischespezialist, der die Grundversorgung als Eintrittskarte mitliefert. Die volle Tüte finanziert den Laden, den Gewinn schreibt die Theke.

Zum Mitnehmen

Für die Kundschaft sind die Eckartikel echte Schnäppchen, den Aufschlag zahlt sie an der Theke. Für den Kaufmann entscheidet nicht der Kassenumsatz, sondern die Frische-Disposition über das Jahr.

Glossar: 16 wichtige Fachbegriffe zu Handelsmargen im Supermarkt

Einkaufswagenmodell auf offenem Buch mit Band, darauf Text 'Handelsmarge'
Sechzehn Fachbegriffe von Abschriften bis Warengruppe erklären die Ökonomie hinter dem Supermarktregal.

Abschriften

Abschriften bezeichnen den Warenwert, den ein Markt ausbuchen muss, weil die Ware verdirbt, beschädigt wird oder das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht. Abschriften mindern den Gewinn direkt und treffen vor allem Frische wie Backwaren und Obst. Im Lebensmittelhandel liegt die durchschnittliche Abschriftenquote bei rund 1,5 Prozent des Umsatzes.

Bedientheke

Bedientheke nennt sich die Verkaufsform mit Personal, an der Fleisch, Wurst, Käse oder Fisch auf Kundenwunsch abgewogen und verpackt werden. Die Bedientheke bindet Personal und ist teuer im Betrieb, erzielt aber die höchste Umsatzrendite und Flächenproduktivität im Supermarkt und differenziert den Vollsortimenter vom Discount.

Deckungsbeitrag

Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der direkten Kosten einer Warengruppe zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt. Erst der Deckungsbeitrag, nicht die Bruttospanne, zeigt den echten Ertrag: Eine Warengruppe mit hoher Spanne, aber hohen Abschriften kann am Ende weniger beitragen als eine schlichte.

Eckartikel

Eckartikel heißt ein Produkt, dessen Preis die Kundschaft im Kopf hat und aktiv vergleicht, etwa Butter, Milch oder ein Kasten Wasser. Händler kalkulieren Eckartikel bewusst knapp, um das Preisimage des ganzen Marktes zu prägen. Der Ertrag entsteht dann bei anderen, weniger transparenten Warengruppen.

Flächenproduktivität

Flächenproduktivität ist der Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche, eine klassische Handelskennzahl. Im Lebensmittelhandel liegt sie im Schnitt bei rund 7.000 Euro je Quadratmeter. Für die Ertragssteuerung taugt sie nur bedingt, weil sie Personal und Abschriften ausblendet, entscheidend ist der Deckungsbeitrag je Fläche.

Frequenzbringer

Frequenzbringer nennt man eine Warengruppe oder einen Artikel, der Kundschaft überhaupt erst in den Laden holt, ohne selbst viel Marge zu bringen. Grundnahrungsmittel, Milch, Getränke und Tabak zählen dazu. Solche Artikel bringen Menschen in Reichweite der ertragsstarken Abteilungen.

Genossenschaftlicher Verbund

Genossenschaftlicher Verbund heißt die Organisationsform, bei der selbstständige Unternehmer gemeinsam Einkauf, Logistik und Marken bündeln und zugleich Miteigentümer der übergeordneten Stufen sind. Der Edeka-Verbund ist dreistufig aufgebaut: selbstständige Kaufleute, sieben Regionalgesellschaften und die Zentrale in Hamburg.

Handelsspanne

Handelsspanne ist die Differenz zwischen Verkaufs- und Einstandspreis, meist in Prozent des Nettoumsatzes, auch Bruttomarge genannt. Im Vollsortiment-Supermarkt liegt die durchschnittliche Handelsspanne bei rund 25 Prozent. Von ihr gehen sämtliche Kosten ab, sodass die Handelsspanne nicht mit dem Gewinn zu verwechseln ist.

Listungsentgelt (WKZ)

Listungsentgelt (WKZ) ist die Zahlung, die ein Hersteller dem Handel für die Aufnahme und Platzierung seiner Produkte leistet, oft ergänzt um Werbekostenzuschüsse. Diese Entgelte verbessern die Handelsspanne, ohne im Regalpreis sichtbar zu sein, und steigen mit der Einkaufsmacht des Händlers.

Netto-Umsatzrendite

Netto-Umsatzrendite bezeichnet den Gewinn vor Steuern in Prozent des Umsatzes. Im Lebensmittelhandel liegt sie mit rund ein bis drei Prozent auffällig niedrig, deutlich unter dem übrigen Einzelhandel. Die dünne Rendite erklärt, warum jede einzelne Warengruppe zum Ertrag beitragen muss.

Quengelware

Quengelware sind Impulsartikel im Kassenbereich, vor allem Süßwaren, Kaugummi und kleine Snacks, oft in Griffhöhe von Kindern platziert. Quengelware bringt hohe Spannen bei geringer Preistransparenz und nutzt den Moment des Wartens an der Kasse für ungeplante Zusatzkäufe.

Quersubventionierung

Quersubventionierung beschreibt die bewusste Verrechnung von Verlusten in einer Warengruppe mit Gewinnen in einer anderen. Im Supermarkt finanzieren margenstarke Abteilungen wie die Frische die knapp kalkulierten Frequenzbringer. Der günstige Eckartikel lohnt sich so nicht in seiner eigenen Zeile, sondern über den gesamten Einkauf.

Rohertrag

Rohertrag ist der absolute Betrag, der als Handelsspanne über alle verkauften Waren zusammenkommt, also Umsatz minus Wareneinsatz. Der Rohertrag ist die Rechengröße, aus der ein Markt sämtliche Kosten und den Gewinn bestreitet. Frische liefert überproportional viel Rohertrag je Quadratmeter.

Selbstständiger Kaufmann

Selbstständiger Kaufmann heißt der Unternehmer, der einen Edeka-Markt auf eigene Rechnung und eigenes Risiko führt, eingebunden in den Verbund für Einkauf und Marken. Etwa neun von zehn klassischen Edeka-Märkten werden so geführt. Sein Gewinn hängt an der Warenbewirtschaftung vor Ort, nicht an der Größe des Verbunds.

Vollsortimenter

Vollsortimenter nennt sich ein Handelsformat mit breitem und tiefem Sortiment inklusive bedienter Frische, im Gegensatz zum Discounter mit bewusst schmalem Angebot. Edeka und Rewe sind die großen Vollsortimenter in Deutschland. Ihr wirtschaftliches Profil ruht auf Frische und Auswahl statt auf dem reinen Preis.

Warengruppe

Warengruppe ist die betriebswirtschaftliche Zusammenfassung verwandter Artikel, etwa Molkerei, Obst und Gemüse oder Tabak, als Einheit für Kalkulation und Steuerung. Der Handel analysiert Umsatz, Spanne und Deckungsbeitrag je Warengruppe, um Fläche und Sortiment nach ihrem Ertrag auszurichten.

FAQ: Womit verdient Edeka wirklich am meisten Geld?

Fragezeichen aus Körben, FAQ-Schild und Preisschilder auf weißem Grund
Die häufigsten Fragen zu Marge, Eigenmarken und Netto, kurz und mit Zahlen beantwortet.

Wie hoch ist die Gewinnmarge eines Supermarkts?

Ein durchschnittlicher Vollsortiment-Supermarkt erzielt laut EHI eine Handelsspanne von 25,3 Prozent, von der 22,5 Prozent Kosten abgehen. Am Ende bleiben rund 2,8 Prozent Betriebsergebnis vom Umsatz. Im Lebensmittelhandel sind ein bis drei Prozent üblich.

Verdient Edeka an Zigaretten?

Kaum. Von einer Schachtel zu 9,00 Euro sind 61,83 Prozent Steuer, nur 38,17 Prozent bleiben als Wirtschaftsanteil für Industrie und Handel zusammen. Der Handelsanteil daran ist gering, Tabak bringt vor allem Frequenz, kaum Gewinn.

Welche Lebensmittel haben die höchste Marge im Supermarkt?

Die höchste Marge haben Frische und Genussware: Backwaren, Obst und Gemüse, die Bedientheke mit Fleisch, Wurst und Käse sowie Feinkost. Dort stehen der hohen Spanne allerdings hohe Abschriften und Personalkosten gegenüber.

Warum sind Eigenmarken für Edeka so lukrativ?

Bei einer Eigenmarke kontrolliert der Händler die gesamte Wertschöpfung und spart die Markenwerbung des Herstellers, dadurch bleibt pro Packung mehr Marge. Handelsmarken halten im deutschen Lebensmittelhandel bereits einen wertmäßigen Marktanteil von rund 47 Prozent.

Gehört Netto zu Edeka?

Ja. Netto Marken-Discount ist die Discounttochter des Edeka-Verbunds und trug 2025 rund 17,9 Milliarden Euro zum Verbundumsatz von 77,3 Milliarden bei. Zu verwechseln ist die Kette nicht mit dem dänischen Netto mit dem schwarz-gelben Hund.

Warum sind Obst und Gemüse im Supermarkt oft teuer?

Weil die hohe Bruttospanne den Verderb mitfinanziert. Obst und Gemüse verlieren im Schnitt 3,62 Prozent ihres Warenwerts durch Abschriften, dazu kommen Kühlung, Handling und Sortierung. Der Preis deckt nicht nur die Ware im Regal, sondern auch die, die im Container landet.

Quellen

EDEKA-Verbund | Geschäftsjahr 2025: EDEKA-Verbund mit positiver Entwicklung | https://verbund.edeka/presse/pressemeldungen/ | besucht am 22.09.2026
EHI Retail Institute / stores+shops | Sortimentsanalyse: Top-Renditebringer der Supermärkte | https://www.stores-shops.de/konzept/sortimentsanalyse-top-renditebringer-der-supermaerkte/ | besucht am 22.09.2026
EHI Retail Institute / handelsdaten.de | Lebensmittelverluste im deutschen Lebensmitteleinzelhandel nach Warengruppen | https://www.handelsdaten.de/lebensmittelverluste-im-deutschen-lebensmitteleinzelhandel-nach-warengruppen-2019-2020 | besucht am 22.09.2026
Lebensmittelpraxis (YouGov) | Handelsmarken-Boom: Eigenmarken erobern fast die Hälfte des Marktes | https://lebensmittelpraxis.de/handel-aktuell/48880-handelsmarken-boom-eigenmarken-erobern-fast-die-haelfte-des-deutschen-lebensmittelmarkts.html | besucht am 22.09.2026
Deutscher Zigarettenverband | Aktuelle Preisaufteilung einer Schachtel Zigaretten (Kleinverkaufspreis 9,00 Euro) | https://www.zigarettenverband.de/themen/zahlen-und-fakten | besucht am 22.09.2026
Lebensmittel Zeitung / EHI | Studie „Cash oder Profil“: 25 Sortimente im Supermarkt | https://www.presseportal.de/pm/55750/3783904 | besucht am 22.09.2026
ZDFheute / Verbraucherzentrale | Warum Eigenmarken immer wichtiger werden | https://www.zdfheute.de/wirtschaft/eigenmarken-lidl-aldi-rewe-edeka-supermarkt-verbraucherzentrale-100.html | besucht am 22.09.2026
HDE Handelsverband Deutschland | Handelsreport Lebensmittel 2024 | https://einzelhandel.de/images/HANDELSREPORT_Lebensmittel_web.pdf | besucht am 22.09.2026

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