
Aldi & Co.: Wie verdienen Discounter mit Billigpreisen Milliarden?
Michael Dobler
Autor Dr. WebDie Antwort liegt im Mittelgang. Haben Sie sich beim letzten Einkauf gefragt, warum neben Ihrem Magerquark plötzlich eine Bohrmaschine für 29,99 Euro lag? Willkommen im Discounter-Kosmos. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel wird von Aldi, Lidl und Co. dominiert wie in kaum einem anderen Land der Welt. Mit einem Marktanteil von rund 38 Prozent haben diese Billigheimer eine Position erreicht, die traditionellen Supermärkten das Fürchten lehrt.
Zum Vergleich: In Frankreich liegt der Discounter-Anteil bei etwa 15 Prozent, in Großbritannien bei knapp 13 Prozent. Die Deutschen kaufen anders ein. Die spannende Frage lautet: Wie verdienen Unternehmen, die mit Niedrigpreisen werben, Milliarden?
Das Wichtigste in Kürze
- Discounter erzielen mit Non-Food-Aktionsware im Mittelgang Margen von 30 bis 50 Prozent, während Lebensmittel nur 15 bis 25 Prozent bringen
- Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) erwirtschaftete 2024 einen Gesamtumsatz von 175,4 Milliarden Euro, Aldi kam auf rund 34 Milliarden Euro in Deutschland
- Der Eigenmarkenanteil bei Discountern liegt bei etwa 65 Prozent, was deutlich höhere Gewinnmargen ermöglicht als bei Markenprodukten
- Durch limitierte Sortimente von nur 1.500 bis 2.000 Artikeln erzielen Discounter Einkaufspreise, die 20 bis 30 Prozent unter denen von Supermärkten liegen

Warum dominieren Discounter den deutschen Markt?
Die Zahlen sind beeindruckend. Die Schwarz-Gruppe, Mutterkonzern von Lidl und Kaufland, erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Gesamtumsatz von 175,4 Milliarden Euro. Allein Lidl kam auf einen Filialumsatz von 132,1 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigt die Schwarz-Gruppe rund 595.000 Mitarbeiter in etwa 14.200 Filialen.
Die Aldi-Gruppe, bestehend aus Aldi Nord und Aldi Süd, setzte 2024 in Deutschland rund 34 Milliarden Euro um. Der weltweite Umsatz beider Aldi-Unternehmen liegt bei geschätzten 124 Milliarden US-Dollar. Damit gehört Aldi zu den zehn größten Händlern der Welt.
Stellen Sie sich das einmal vor: Unternehmen, die mit einem simplen Konzept gestartet sind, machen heute mehr Umsatz als die Volkswirtschaft von Bulgarien. Und das mit einem Geschäftsmodell, das auf einem scheinbar paradoxen Prinzip basiert: weniger ist mehr.
Wie funktioniert das limitierte Sortiment als strategischer Hebel?
Warum weniger Auswahl Sie zufriedener macht
Waren Sie schon einmal in einem amerikanischen Supermarkt? Die Auswahl an Erdnussbutter umfasst dort locker 40 verschiedene Marken und Varianten. Creamy, crunchy, low-fat, organic, salted, unsalted. Nach zehn Minuten vor dem Regal sind Sie nicht zufriedener, sondern erschöpft. Psychologen nennen das die „Paradoxie der Wahl“. Je mehr Optionen, desto schwerer die Entscheidung, desto größer die Nachkauf-Reue.

Discounter haben dieses Problem elegant gelöst: Sie bieten Ihnen eine Erdnussbutter an. Fertig. Keine Entscheidung nötig. Entweder Sie nehmen sie oder Sie lassen es. Diese radikale Reduktion entlastet nicht nur die Kunden, sondern ist das Fundament des gesamten Geschäftsmodells.
Während ein durchschnittlicher Supermarkt 10.000 bis 15.000 Artikel führt, beschränken sich klassische Discounter auf 1.500 bis 2.000 Produkte. Das klingt nach Einschränkung. In Wahrheit ist es ein genialer strategischer Hebel, der auf mehreren Ebenen wirkt.
Der Einkaufsmacht-Effekt
Rechnen Sie einmal mit: Ein Supermarkt verkauft fünf verschiedene Olivenöle, jeweils 10.000 Flaschen pro Jahr. Ein Discounter verkauft ein Olivenöl, aber 50.000 Flaschen. Wer hat wohl die bessere Verhandlungsposition gegenüber dem Hersteller?
Laut Branchenexperten erzielen Discounter Einkaufspreise, die 20 bis 30 Prozent unter denen von Vollsortimentern liegen. Bei Milliardenumsätzen summiert sich dieser Vorteil auf hunderte Millionen Euro pro Jahr. Geld, das entweder in niedrigere Verkaufspreise oder in höhere Margen fließen kann. Meist in beides.
Die Logistik-Dividende
Die Logistikkosten sinken dramatisch, wenn statt 15.000 verschiedenen Artikeln nur 1.500 bewegt werden müssen. Ein Lkw mit 20 Paletten Mineralwasser ist schneller beladen als einer mit 200 verschiedenen Produkten in Kleinstmengen. Die Umschlaggeschwindigkeit im Lager steigt, die Kapitalbindung sinkt.
Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie im Supermarkt ewig nach dem richtigen Regal suchen? Im Discounter passiert Ihnen das nicht. Weniger Produkte bedeuten schnellere Orientierung, kürzere Verweildauer, höherer Kundendurchsatz. Effizienz auf allen Ebenen.
Warum sind Eigenmarken die heimlichen Profitgaranten?
Der Eigenmarkenanteil bei Discountern liegt bei etwa 65 Prozent. Bei klassischen Harddiscountern erreichte er in einigen Ländern sogar über 90 Prozent. Diese Handelsmarken sind keine minderwertigen Billigprodukte mehr, sondern werden häufig von denselben Herstellern produziert, die auch Markenprodukte fertigen.
Die Margen-Mathematik
Die Gewinnmargen bei Eigenmarken liegen deutlich über denen von Markenprodukten. Während bei Herstellermarken oft nur 1 bis 3 Prozent Handelsmarge übrig bleiben, erzielen Discounter mit Eigenmarken Margen von 15 bis 25 Prozent. Der Grund: Es entfallen die Marketingkosten der Markenhersteller, und der Discounter kontrolliert die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktentwicklung bis zum Verkauf.
Haben Sie sich jemals gefragt, wer eigentlich „Milbona“ (Aldi) oder „Milsani“ (Lidl) produziert? Oft sind es dieselben Molkereien, die auch die bekannten Markenprodukte herstellen. Der Unterschied: keine Werbekosten, keine Markengebühren, keine Zwischenhändler. Die Ersparnis landet teils im günstigeren Verkaufspreis, teils in der Marge des Discounters.
Qualität, die überrascht
Die Strategie funktioniert, weil Discounter ihre Eigenmarken professionell positionieren. Bei Blindverkostungen schneiden Discounter-Produkte regelmäßig gut ab, teilweise besser als teurere Markenprodukte. Aldi Süd wurde 2024 beim Kundenmonitor Deutschland erneut als Spitzenreiter unter den Discountern ausgezeichnet, unter anderem für die Qualität der Eigenmarken.
84 Prozent der befragten Verbraucher gaben laut einer McKinsey-Studie an, dass sie selbst dann weiterhin Eigenmarkenprodukte kaufen wollen, wenn ihre Kaufkraft steigt. Die Zeiten, in denen Eigenmarken als „Arme-Leute-Ware“ galten, sind endgültig vorbei.
Wie funktioniert die Mittelgang-Strategie als heimliche Cash Cow?
Das Phänomen der Montagsschlange
Sie kennen das Bild: Montagmorgen, 7:45 Uhr, vor einem Aldi oder Lidl. Menschen stehen Schlange. Nicht für Brot oder Milch. Für eine Heißluftfritteuse, einen Akkuschrauber oder die neueste Thermomix-Kopie. Manche haben Campingstühle mitgebracht. In sozialen Medien werden Tipps ausgetauscht, welche Filialen zuerst ausverkauft sind.
Was hier passiert, ist Einzelhandel als Event. Und genau das ist gewollt.

Non-Food-Artikel mit Traummargen
Die wöchentlich wechselnden Sonderangebote im Mittelgang sind weit mehr als ein nettes Extra. Sie gehören zu den profitabelsten Bereichen des Discounter-Geschäfts und tragen überproportional zum Gesamtergebnis bei. Während Lebensmittel mit Margen von 15 bis 25 Prozent kalkuliert werden, erzielen Non-Food-Artikel häufig Margen von 30 bis 50 Prozent.
Nehmen wir den Aldi-Laptop für 399 Euro. Klingt günstig, oder? Die Einkaufskosten inklusive Logistik liegen aber häufig unter 250 Euro. Das entspricht einer Bruttomarge von fast 40 Prozent. Deutlich mehr als bei Butter, Käse oder Wurst.
Die Rechnung, die aufgeht
Lidl erwirtschaftet nach Branchenschätzungen etwa 15 bis 20 Prozent seines Gesamtumsatzes mit Non-Food-Artikeln. Bei einem Umsatz von 132 Milliarden Euro entspricht das einem Non-Food-Umsatz von rund 20 bis 26 Milliarden Euro. Mit überdurchschnittlicher Profitabilität.
Hier die Beispielrechnung, die das Prinzip verdeutlicht:
| Kategorie | Umsatzanteil | Bruttomarge | Beitrag zur Gesamtmarge |
|---|---|---|---|
| Lebensmittel | 85 % | 22 % | 18,7 % |
| Aktionsware Non-Food | 15 % | 40 % | 6,0 % |
| Gesamt | 100 % | 24,7 % |
Ohne Aktionsware läge die Bruttomarge nur bei 22 Prozent. Die 2,7 Prozentpunkte Differenz entsprechen bei einem Jahresumsatz von 10 Milliarden Euro zusätzlichen 270 Millionen Euro Bruttogewinn.
Warum kaufen Sie mehr, als Sie wollten?
Sie kommen wegen des Akkuschraubers. Sie gehen mit dem Akkuschrauber, zwei Packungen Müsli, Milch, Käse, Bananen und einer Flasche Wein. Der durchschnittliche Warenkorbwert steigt an Aktionstagen um 20 bis 30 Prozent. Selbst wenn die Aktionsware nur eine moderate Marge abwirft, lohnt sie sich durch die zusätzlichen Lebensmittelverkäufe.
Das Knappheitsprinzip
Die Psychologie dahinter ist brillant: Künstliche Verknappung erzeugt Kaufdruck. Was weg ist, ist weg. Keine Nachbestellung möglich. Wer Montag nicht zugreift, findet Mittwoch leere Regale. Diese Mechanik verhindert langes Überlegen und fördert Impulskäufe.
Laut Handelsverband Deutschland checken etwa 60 Prozent der Discounter-Kunden regelmäßig die Aktionsprospekte, bevor sie einkaufen gehen. Die Prospekte werden millionenfach verteilt und gelesen. Diese kostenlose Aufmerksamkeit hat einen Werbewert, für den andere Händler Millionen ausgeben müssten.
Wie beschaffen Discounter ihre Aktionsware so günstig?
Das Restposten-Prinzip
Die Einkaufspreise für Aktionsware sind extrem niedrig, weil Discounter ganz anders einkaufen als Fachhändler. Sie ordern riesige Mengen bei Herstellern, oft Restposten, Auslaufmodelle oder Produktionsüberschüsse.
Ein Hersteller von Outdoorjacken, der eine Kollektion abverkaufen muss, verkauft 50.000 Stück an Aldi zu einem Bruchteil des Originalpreises. Aldi zahlt vielleicht 15 Euro pro Jacke und verkauft sie für 29,99 Euro. Für den Hersteller besser als Lagerkosten, für Aldi ein Geschäft mit 100 Prozent Aufschlag.
Lange Vorlaufzeiten, niedrige Preise
Die Vorlaufzeiten sind lang. Discounter planen ihre Aktionen sechs bis zwölf Monate im Voraus. Die Weihnachtsaktionen werden im Frühjahr eingekauft, die Sommerartikel im Herbst des Vorjahres. Diese lange Vorlaufzeit ermöglicht es Herstellern, kostengünstig zu produzieren, und verschafft Discountern Preisvorteile durch frühzeitige Kapazitätsbuchung.
Eigenmarken für den Mittelgang
Immer häufiger lassen Discounter Artikel speziell für ihre Aktionen fertigen, nach eigenen Spezifikationen und unter Eigenmarken. Eine Bohrmaschine mit dem Label „Workzone“ (Aldi) oder „Parkside“ (Lidl) wird exklusiv für den Discounter produziert. Der Hersteller bleibt im Hintergrund, der Discounter kontrolliert Preis, Qualität und Margengestaltung komplett.
Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie ein Parkside-Werkzeug kaufen und sich fragen, wer das eigentlich herstellt? Oft sind es dieselben Fabriken, die auch für bekannte Marken produzieren. Nur ohne deren Marketingkosten und Markenaufschlag.
Risikominimierung durch präzise Planung
Das Bestandsrisiko bei Aktionsware ist überraschend gering. Discounter kalkulieren die Mengen präzise anhand historischer Daten und aktueller Trends. Jede Filiale erhält eine definierte Stückzahl, die erfahrungsgemäß innerhalb von zwei bis drei Tagen ausverkauft ist. Es gibt bewusst keine Nachbestellmöglichkeit.
Die Retourenquote bleibt niedrig, weil Kunden bei Aktionsware weniger zurückgeben als bei regulärer Ware. Der niedrige Preis senkt die Hemmschwelle, kleine Mängel zu akzeptieren. Eine für 12,99 Euro gekaufte Pfanne muss nicht zwanzig Jahre halten.
Wo sparen Discounter bei den Betriebskosten?

Immobilien und Flächeneffizienz
Die Verkaufsfläche eines Discounters liegt typischerweise zwischen 800 und 1.200 Quadratmetern, etwa halb so groß wie ein durchschnittlicher Supermarkt. Diese kompakten Filialen haben mehrere Vorteile: Die absolute Mietsumme bleibt niedriger, und die Flächenproduktivität steigt.
Erfolgreiche Discounter-Filialen erwirtschaften einen Flächenumsatz von 15.000 bis 18.000 Euro pro Quadratmeter und Jahr. Zum Vergleich: Supermärkte erreichen häufig nur 8.000 bis 12.000 Euro. Das ist fast die doppelte Produktivität auf der gleichen Fläche.
Haben Sie sich jemals gefragt, warum Discounter-Filialen oft Eigentum des Unternehmens sind? Aldi beispielsweise besitzt einen Großteil seiner Filialen. Das stabilisiert langfristig die Kostenstruktur und schützt vor Mietsteigerungen. Kluge Immobilienstrategie statt kurzfristiger Kostenoptimierung.
Personal: Weniger ist mehr
Die Personalkosten sind im Einzelhandel einer der größten Kostenblöcke. Eine typische Discounter-Filiale kommt mit 8 bis 12 Mitarbeitern aus, während ein vergleichbar großer Supermarkt 15 bis 20 Beschäftigte benötigt.
Die Multifunktionalität der Mitarbeiter ist dabei zentral. Discounter-Angestellte sind für Kasse, Warenverräumung, Bestellung und Filialorganisation gleichermaßen zuständig. Es gibt keine Spezialisierung auf einzelne Abteilungen wie Fleischtheke oder Backshop, die zusätzliche Fachkräfte erfordern würden.
Überraschend gute Gehälter
Interessanterweise zahlen führende Discounter häufig übertarifliche Gehälter. Aldi gilt als einer der besten Zahler im Einzelhandel mit Einstiegsgehältern, die deutlich über dem Branchendurchschnitt liegen.
Diese scheinbare Großzügigkeit ist kalkuliert: Bessere Bezahlung reduziert die Fluktuation, senkt Einarbeitungskosten und steigert die Motivation. Ein erfahrener Mitarbeiter, der die Abläufe perfekt beherrscht, ist produktiver als zwei häufig wechselnde Teilzeitkräfte.
Spartanische Ladengestaltung
Der nüchterne Charakter von Discounter-Filialen ist kein Zufall, sondern Kalkül. Waren werden oft direkt in den Versandkartons präsentiert, aus denen Kunden sie entnehmen. Das spart die Zeit für aufwendiges Einräumen in Regale und vermittelt gleichzeitig Frische und Direktheit.
Haben Sie bemerkt, dass Discounter-Filialen in den letzten Jahren deutlich moderner geworden sind? Hellere Beleuchtung, breitere Gänge, ansprechendere Warenpräsentation. Aber immer noch funktional. Die Balance zwischen Kundenfreundlichkeit und Kosteneffizienz wird ständig neu justiert.
Wie setzen Discounter ihre Einkaufsmacht ein?

Direkteinkauf ohne Zwischenhändler
Discounter pflegen direkte Beziehungen zu Herstellern und schalten Zwischenhändler weitgehend aus. Diese vertikale Integration senkt Kosten und erhöht die Kontrolle über die Lieferkette. Für viele mittelständische Hersteller sind Aldi oder Lidl Hauptabnehmer, was den Discountern eine dominante Verhandlungsposition verschafft.
Verhandlungen mit harten Bandagen
Die Jahresverträge mit Herstellern werden hart verhandelt. Discounter fordern nicht nur niedrige Einkaufspreise, sondern auch garantierte Lieferfähigkeit, strenge Qualitätsstandards und oft Exklusivität. Im Gegenzug bieten sie Herstellern Planungssicherheit durch große, kontinuierliche Abnahmemengen.
Ein mittelständischer Lebensmittelproduzent, der Aldi beliefert, kann seine Produktion effizienter planen als einer, der 50 verschiedene kleine Händler bedient. Das ist der Deal: niedrigere Preise gegen Volumengarantie.
Internationale Einkaufsbündelung
Die Einkaufsbündelung über Ländergrenzen hinweg verschafft internationalen Discounter-Konzernen zusätzliche Vorteile. Die Schwarz-Gruppe betreibt Lidl in über 30 Ländern, Aldi ist in 11 Ländern vertreten. Diese globale Präsenz ermöglicht es, Einkaufsvolumina zu bündeln und gegenüber internationalen Herstellern als Großkunde aufzutreten.
Stellen Sie sich vor, Sie verhandeln mit Nestlé oder Unilever. Wer hat mehr Durchsetzungskraft: ein regionaler Supermarkt mit 50 Filialen oder ein globaler Discounter mit 14.000 Filialen?
Welche versteckten Einnahmequellen nutzen Discounter?
Listungsgebühren und Regalmieten
Obwohl Discounter ihr Sortiment streng limitieren, sind die wenigen Regalplätze für Hersteller extrem wertvoll. Wer es ins Aldi-Sortiment schafft, erreicht auf einen Schlag Millionen potenzieller Kunden. Diese Position lassen sich Discounter bezahlen.
Listungsgebühren werden fällig, wenn ein Hersteller neu ins Sortiment aufgenommen wird. Diese einmaligen Zahlungen können bei großen Discounter-Ketten fünf- bis sechsstellige Beträge erreichen. Hinzu kommen jährliche Regalmieten für die Platzierung.
Werbekostenzuschüsse
Die Konditionsverhandlungen umfassen zudem Jahresboni, Mengenrabatte und Werbekostenzuschüsse. Hersteller beteiligen sich an Discounter-Werbeaktionen, finanzieren Displays oder übernehmen Kosten für Verkostungen. Diese zusätzlichen Einnahmen tauchen nicht im Warenverkaufspreis auf, erhöhen aber die Gesamtmarge deutlich.
Das Prospektgeschäft
Die wöchentlichen Werbeprospekte sind nicht nur Marketinginstrument, sondern auch Einnahmequelle. Hersteller zahlen dafür, dass ihre Produkte prominent in den Prospekten abgebildet werden. Eine ganzseitige Platzierung in einem Aldi- oder Lidl-Prospekt, der millionenfach verteilt wird, kostet Hersteller fünf- bis sechsstellige Beträge.
Die Kosten-Nutzen-Rechnung für Discounter ist attraktiv: Die Druckkosten werden durch Herstellerbeiträge mehr als gedeckt. Gleichzeitig steigern die Prospekte die Kundenfrequenz. Das Prospekt finanziert sich also nicht nur selbst, sondern generiert zusätzlichen Umsatz.
Wo bleibt der Gewinn? Die Margenanalyse
Die Kostenstruktur im Detail
Die Bruttogewinnmarge im Lebensmitteleinzelhandel liegt typischerweise zwischen 20 und 25 Prozent des Umsatzes. Von 100 Euro Umsatz bleiben nach Abzug der Warenkosten etwa 20 bis 25 Euro übrig. Diese Marge muss alle Betriebskosten decken und den Gewinn erwirtschaften.
Die größten Kostenpositionen im Vergleich:
| Kostenart | Supermarkt | Discounter |
|---|---|---|
| Personal | 8–10 % | 6–8 % |
| Immobilien | 4–5 % | 3–4 % |
| Logistik | 3–4 % | 2–3 % |
| Energie | 1,5–2 % | 1–1,5 % |
| Verwaltung | 2–3 % | 1–2 % |
2 bis 4 Prozent, die es in sich haben
Die Nettogewinnmarge erfolgreicher Discounter bewegt sich zwischen 2 und 4 Prozent des Umsatzes. Das klingt bescheiden, ist aber bei den enormen Umsatzvolumina hochprofitabel.
Bei der Schwarz-Gruppe mit 175 Milliarden Euro Umsatz bedeutet eine Marge von 3 Prozent einen Gewinn von über 5 Milliarden Euro. Jährlich. Das ist mehr als viele börsennotierte DAX-Konzerne erwirtschaften.
Der Skaleneffekt
Je mehr Filialen betrieben werden, desto besser verteilen sich Fixkosten wie Verwaltung, IT-Systeme oder Einkaufsabteilungen. Eine Einkaufsorganisation kann 500 Filialen fast genauso effizient bedienen wie 1.000. Die Kosten pro Filiale halbieren sich aber.
Die Verhandlungsmacht steigt ebenfalls mit der Größe. Ein Hersteller, für den Aldi 30 Prozent seines Umsatzes ausmacht, wird jeden Wunsch erfüllen, um die Listung nicht zu verlieren. Diese Abhängigkeit verschafft Discountern Preissenkungspotenziale, die sie teilweise an Kunden weitergeben, teilweise zur Margenverbesserung nutzen.
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Welche Herausforderungen bedrohen das Modell?
Der Spagat zwischen Discount und Premium
In den letzten zehn Jahren haben Discounter eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen. Sie führen Bio-Produkte, Fair-Trade-Artikel und regionale Spezialitäten. Das Sortiment wurde erweitert, die Filialen modernisiert, teilweise sogar Bedientheken eingeführt.
Die Margenverbesserung durch höherpreisige Produkte ist verlockend. Ein Bio-Rindersteak erzielt eine höhere absolute Marge als ein konventionelles Produkt. Zudem sprechen Discounter damit kaufkräftigere Kundengruppen an, die früher ausschließlich in Supermärkten einkauften.
Das Risiko liegt in der Verwässerung der Markenidentität. Der Erfolg von Discountern basierte auf einem klaren Versprechen: niedrigste Preise bei akzeptabler Qualität. Je mehr sich Discounter dem Angebot von Supermärkten annähern, desto stärker konkurrieren sie direkt mit diesen und verlieren ihre Alleinstellung.
E-Commerce: Das Dilemma der letzten Meile
Das Discounter-Modell basiert auf hohem Filialumsatz bei niedrigen Betriebskosten. Online-Lebensmittelhandel erfordert hingegen teure Logistik für Kommissionierung, Kühlung und Auslieferung. Die Margen im E-Commerce sind deutlich niedriger als im stationären Geschäft.
Interessanterweise stagniert selbst der Online-Umsatz der Schwarz-Gruppe bei 1,7 Milliarden Euro. Das klingt nach viel, ist aber weniger als ein Prozent des Gesamtumsatzes. Der Fokus bleibt klar auf dem stationären Geschäft.
Der Wettbewerb verschärft sich
Lidl hat Aldi in einigen Kennzahlen bereits überholt. Die Schwarz-Gruppe investiert im Geschäftsjahr 2025 satte 9,6 Milliarden Euro in Expansion und Modernisierung. Der Kampf um die Discount-Vorherrschaft ist in vollem Gange.
Für Sie als Verbraucher ist dieser Wettbewerb eine gute Nachricht. Er bedeutet: sinkende Preise, bessere Qualität, modernere Filialen. Die Discounter werden weiter an ihrem Modell feilen. Und Sie werden weiter Montag morgens vor der Filiale stehen. Für die Heißluftfritteuse. Oder den Akkuschrauber.
Das Erfolgsgeheimnis auf den Punkt gebracht
Das Erfolgsgeheimnis der Discounter liegt nicht in einem einzelnen Trick, sondern in der konsequenten Umsetzung eines ganzheitlichen Effizienzkonzepts. Jedes Element des Geschäftsmodells ist auf Kostenminimierung und Prozessoptimierung ausgerichtet: das limitierte Sortiment, die Eigenmarken, die hochprofitable Aktionsware, die spartanische Ladengestaltung, die straffe Personalorganisation und die kompromisslose Verhandlungsführung mit Lieferanten.
Die Aktionsware im Mittelgang erweist sich dabei als besonders lukrativ: Mit Margen von 30 bis 50 Prozent trägt sie überproportional zum Gewinn bei, steigert die Kundenfrequenz und erhöht den durchschnittlichen Warenkorbwert. Ein Discounter, der 15 Prozent seines Umsatzes mit Non-Food-Artikeln erzielt, generiert daraus oft 25 bis 30 Prozent seines Bruttogewinns.
Für Unternehmer und Entscheider bietet das Discounter-Modell wertvolle Lektionen, die über den Einzelhandel hinausreichen: die Konzentration auf Kernkompetenzen, die konsequente Prozessoptimierung, die Nutzung von Skaleneffekten und die intelligente Mischung aus Frequenzbringern und Margenbringern. Die Discounter beweisen, dass auch mit niedrigen Preisen hohe Gewinne erzielbar sind. Wenn das Geschäftsmodell stimmt und konsequent umgesetzt wird.
FAQ

Wie hoch ist der Marktanteil von Discountern in Deutschland?
Der Marktanteil von Discountern im deutschen Lebensmitteleinzelhandel liegt bei rund 38 Prozent. Damit erwirtschaften Aldi, Lidl, Penny, Netto und Norma mehr als ein Drittel aller Lebensmittelumsätze. Deutschland gilt als „Mutterland des Discounts“, da hier das Konzept erfunden wurde und nirgendwo sonst in Europa eine ähnlich hohe Marktdurchdringung erreicht wird.
Warum führen Discounter nur so wenige Produkte?
Das limitierte Sortiment von 1.500 bis 2.000 Artikeln ist kein Mangel, sondern strategisches Kalkül. Durch die Konzentration auf wenige Produkte steigen die Bestellmengen pro Artikel dramatisch an. Das verschafft Discountern eine enorme Verhandlungsmacht gegenüber Herstellern. Die Einkaufspreise liegen dadurch 20 bis 30 Prozent unter denen von Supermärkten. Zusätzlich sinken Logistik- und Lagerkosten erheblich.
Warum sind Non-Food-Aktionen so profitabel?
Non-Food-Artikel wie Werkzeuge, Elektronik oder Textilien erzielen Bruttomargen von 30 bis 50 Prozent. Lebensmittel bringen dagegen nur 15 bis 25 Prozent. Der Grund: Discounter kaufen Aktionsware als Restposten oder Auslaufmodelle zu Niedrigpreisen ein oder lassen Produkte unter Eigenmarken wie „Parkside“ oder „Workzone“ exklusiv fertigen. Hinzu kommt der Frequenzeffekt, da Aktionskunden zusätzlich Lebensmittel kaufen.
Wie verdienen Discounter mit so niedrigen Preisen Geld?
Die Nettogewinnmarge von Discountern liegt bei 2 bis 4 Prozent des Umsatzes. Das klingt wenig, ergibt bei der Schwarz-Gruppe mit 175 Milliarden Euro Umsatz aber einen Gewinn von über 5 Milliarden Euro jährlich. Die Profitabilität resultiert aus niedrigeren Betriebskosten, besseren Einkaufskonditionen, hohen Eigenmarkenanteilen und der überproportional profitablen Aktionsware.
Wer produziert eigentlich Discounter-Eigenmarken?
Discounter-Eigenmarken werden häufig von denselben Herstellern produziert, die auch bekannte Markenprodukte fertigen. Große Molkereien, Fleischverarbeiter oder Konservenhersteller beliefern sowohl Marken als auch Discounter. Der Unterschied liegt nicht in der Produktion, sondern im Marketing: Ohne Werbekosten und Markenaufschläge können Eigenmarken günstiger verkauft werden, während die Marge für den Discounter höher ausfällt.
Warum sind Discounter-Filialen so spartanisch eingerichtet?
Die nüchterne Ladengestaltung ist kalkulierte Effizienz. Waren direkt aus Kartons zu verkaufen spart Personalzeit beim Einräumen. Einfache Böden und funktionale Beleuchtung reduzieren Wartungskosten. Diese Einsparungen ermöglichen niedrigere Verkaufspreise. Allerdings modernisieren Discounter ihre Filialen zunehmend, um auch anspruchsvollere Kunden anzusprechen, ohne dabei die Kostenvorteile aufzugeben.
Glossar: Die wichtigsten Begriffe zum Discounter-Geschäftsmodell
Aktionsware
Als Aktionsware gelten zeitlich begrenzte Sonderangebote, bei Discountern typischerweise im Mittelgang platziert. Diese Non-Food-Artikel erzielen Margen von 30 bis 50 Prozent und tragen überproportional zum Gesamtgewinn bei. Die wöchentlich wechselnden Angebote fungieren gleichzeitig als Frequenzbringer.
Betriebskosten
Unter Betriebskosten fallen alle laufenden Ausgaben für den Geschäftsbetrieb: Personal, Miete, Energie, Logistik und Verwaltung. Discounter halten ihre Betriebskosten durch limitierte Sortimente, Multifunktionspersonal und spartanische Ladengestaltung systematisch niedriger als Supermärkte. Der Unterschied beträgt oft 5 bis 8 Prozentpunkte vom Umsatz.
Bruttomarge
Die Bruttomarge bezeichnet den Prozentsatz des Umsatzes, der nach Abzug der direkten Warenkosten übrig bleibt. Bei Discountern liegt sie typischerweise zwischen 20 und 25 Prozent. Verkauft eine Filiale Waren für 100 Euro und hat diese für 78 Euro eingekauft, beträgt die Bruttomarge 22 Prozent. Diese Kennzahl zeigt, wie viel Spielraum für Betriebskosten und Gewinn verbleibt.
Eigenmarke
Eine Eigenmarke oder Handelsmarke gehört dem Händler selbst statt einem externen Hersteller. Beispiele sind Milbona (Aldi) oder Milsani (Lidl). Bei Discountern liegt der Eigenmarkenanteil bei etwa 65 Prozent. Die Gewinnmargen fallen deutlich höher aus als bei Herstellermarken, weil Marketingkosten und Markengebühren entfallen.
Einkaufsmacht
Einkaufsmacht bezeichnet die Verhandlungsstärke eines Händlers gegenüber Lieferanten. Discounter bündeln enorme Bestellmengen und erzielen dadurch Einkaufspreise, die 20 bis 30 Prozent unter denen kleinerer Händler liegen. Ein Hersteller, für den Aldi 30 Prozent des Absatzes ausmacht, wird nahezu jeden Preiswunsch erfüllen.
Flächenproduktivität
Die Flächenproduktivität misst den Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche. Discounter erreichen Werte von 15.000 bis 18.000 Euro jährlich, Supermärkte häufig nur 8.000 bis 12.000 Euro. Diese fast doppelte Effizienz resultiert aus dem schnellen Warenumschlag und der konzentrierten Sortimentsauswahl auf begrenzter Fläche.
Frequenzbringer
Frequenzbringer sind Produkte oder Aktionen, die Kunden in die Filiale locken. Bei Discountern übernehmen die wöchentlichen Sonderangebote diese Funktion. Kunden kommen wegen der Heißluftfritteuse und kaufen zusätzlich Lebensmittel. Der durchschnittliche Warenkorbwert steigt an Aktionstagen um 20 bis 30 Prozent.
Kapitalbindung
Kapitalbindung bezeichnet das in Warenbeständen gebundene Geld, das nicht anderweitig eingesetzt werden kann. Discounter minimieren ihre Kapitalbindung durch schnellen Warenumschlag und limitierte Sortimente. Das freigesetzte Kapital steht für Expansion oder Investitionen zur Verfügung.
Konditionensystem
Das Konditionensystem umfasst alle vereinbarten Rabatte und Vergünstigungen zwischen Händler und Lieferant. Neben dem Grundpreis beinhaltet es Mengenrabatte, Jahresboni, Listungsgebühren und Werbekostenzuschüsse. Discounter verhandeln besonders aggressive Konditionen und nutzen ihre Marktstellung konsequent aus.
Listungsgebühr
Die Listungsgebühr ist eine einmalige Zahlung, die Hersteller an Händler entrichten, um ins Sortiment aufgenommen zu werden. Bei großen Discounter-Ketten erreichen diese Gebühren fünf- bis sechsstellige Beträge. Die wenigen Regalplätze im limitierten Sortiment sind für Hersteller extrem wertvoll, was ihre Zahlungsbereitschaft erklärt.
Marktanteil
Der Marktanteil beschreibt den prozentualen Anteil eines Unternehmens am Gesamtumsatz einer Branche. Deutsche Discounter halten zusammen über 40 Prozent Marktanteil im Lebensmitteleinzelhandel. In Frankreich liegt der Discounter-Anteil bei nur 15 Prozent, in Großbritannien bei knapp 13 Prozent. Der hohe deutsche Wert spiegelt die besondere Affinität der Verbraucher zu diesem Vertriebsformat wider.
Nettomarge
Die Nettomarge gibt an, welcher Anteil des Umsatzes nach Abzug sämtlicher Kosten als Gewinn verbleibt. Erfolgreiche Discounter erreichen Nettomargen zwischen 2 und 4 Prozent. Bei einem Umsatz von 175 Milliarden Euro bedeutet eine Nettomarge von 3 Prozent einen Jahresgewinn von über 5 Milliarden Euro. Die scheinbar kleine Zahl täuscht über die enormen absoluten Beträge hinweg.
Non-Food-Bereich
Der Non-Food-Bereich umfasst alle Artikel außerhalb des Lebensmittelsortiments. Bei Discountern gehören dazu Textilien, Elektronik, Haushaltswaren und Werkzeuge. Dieser Bereich macht etwa 15 bis 20 Prozent des Umsatzes aus, trägt aber wegen höherer Margen überproportional zum Gewinn bei.
Preiseinstiegslage
Die Preiseinstiegslage bezeichnet das günstigste Preissegment einer Produktkategorie. Discounter positionieren sich bewusst in diesem Segment und signalisieren damit ihr Grundversprechen: niedrigste Preise bei akzeptabler Qualität. Die Preisführerschaft in der Einstiegslage zieht preisbewusste Käufer an und prägt das Markenimage.
Regalmiete
Die Regalmiete ist eine regelmäßige Zahlung von Herstellern für die Platzierung ihrer Produkte im Sortiment. Im limitierten Discounter-Sortiment sind Regalplätze besonders begehrt und entsprechend teuer. Diese versteckten Einnahmen ergänzen die Handelsmarge aus dem Warenverkauf.
Skaleneffekt
Ein Skaleneffekt beschreibt den Kostenvorteil, der durch steigende Produktions- oder Absatzmengen entsteht. Je mehr Filialen ein Discounter betreibt, desto besser verteilen sich Fixkosten wie IT-Systeme oder Einkaufsabteilungen. Die Kosten pro Filiale sinken, während die Verhandlungsmacht steigt.
Sortimentsbreite
Die Sortimentsbreite beschreibt die Anzahl verschiedener Produktkategorien im Angebot. Während Supermärkte 10.000 bis 15.000 Artikel führen, beschränken sich Discounter auf 1.500 bis 2.000. Diese bewusste Limitierung senkt Komplexitätskosten, erhöht die Verhandlungsmacht und vereinfacht die Kundenentscheidung.
Umschlaggeschwindigkeit
Die Umschlaggeschwindigkeit gibt an, wie oft der Warenbestand innerhalb eines Zeitraums verkauft und ersetzt wird. Discounter erreichen durch limitierte Sortimente und hohe Verkaufsmengen pro Artikel deutlich höhere Umschlaggeschwindigkeiten als Supermärkte. Das reduziert Kapitalbindung und Lagerhaltungskosten erheblich.
Vertikale Integration
Vertikale Integration bezeichnet die Kontrolle mehrerer Stufen der Wertschöpfungskette durch ein Unternehmen. Discounter schalten Zwischenhändler aus und pflegen Direktbeziehungen zu Herstellern. Bei Eigenmarken kontrollieren sie sogar Produktentwicklung, Fertigung und Vertrieb vollständig.
Werbekostenzuschuss
Ein Werbekostenzuschuss ist eine Zahlung von Herstellern an Händler zur Finanzierung gemeinsamer Werbemaßnahmen. Hersteller beteiligen sich an Discounter-Prospekten, finanzieren Displays oder übernehmen Verkostungskosten. Diese Zahlungen erhöhen die Gesamtmarge des Händlers, ohne im Warenpreis aufzutauchen.
Quellen (Auswahl)
Schwarz Gruppe – Die Unternehmen der Schwarz Gruppe verzeichnen positive Entwicklung im Geschäftsjahr 2024 – https://gruppe.schwarz/presse/archiv/2025/die-unternehmen-der-schwarz-gruppe-verzeichnen-positive-entwicklung-im-geschaeftsjahr-2024-und-erhoehen-ihre-investitionen – besucht am 19.01.2026
Statista – Marktanteil der Vertriebslinien am Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland – https://de.statista.com/statistik/daten/studie/202096/umfrage/marktanteile-im-deutschen-einzelhandel-nach-betriebsform/ – besucht am 19.01.2025
2 Antworten zu „Aldi & Co.: Wie verdienen Discounter mit Billigpreisen Milliarden?“
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Danke für diesen grossartigen Hintergrundartikel. Interessant geschrieben und gut strukturiert!
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Danke für das Lob! Freut mich sehr, dass Ihnen der Artikel genauso viel Freude bereit hat wie mir das Erstellen.
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