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Seit September fehlten in vielen Edeka-Märkten die 1-Liter-Kisten von Coca-Cola. Jetzt hat sich auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler mit dem Abfüller über die neuen Preise geeinigt, Einzelheiten nennt keine Seite. Beim Bundeskartellamt laufen derweil Verfahren gegen beide Seiten.

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„Am Ende zählt, dass Shopper unsere Getränke jederzeit und überall finden“, sagte Florian von Salzen, Vertriebsgeschäftsführer bei Coca-Cola Europacific Partners Deutschland (CCEP), zur Einigung mit Edeka.[1] Eine Sprecherin des Abfüllers bestätigte der Lebensmittel Praxis einen Bericht der Lebensmittel Zeitung vom Freitag.[2] Edeka äußerte sich auf Anfrage nicht.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Edeka hat sich als letzter großer Händler mit Coca-Cola auf neue Einkaufspreise geeinigt, Einzelheiten nennt keine Seite.
  • Der Abfüller CCEP hatte seine Abgabepreise zum 1. September laut Lebensmittel Zeitung im Schnitt um 3 Prozent angehoben.
  • Gegen Coca-Cola und gegen Edeka führt das Bundeskartellamt weiter Missbrauchsverfahren wegen ihrer Konditionen.

Worum ging es im Streit um die Cola-Kisten?

Orange Getränkekiste mit eingestecktem Schild, darauf Text „Einigung“
CCEP erhöht Abgabepreise für Coca-Cola, Fanta und Sprite zum 1. September durchschnittlich um 3 Prozent. Rewe stoppt daraufhin Bestellungen, Edeka und Trinkgut erhalten keine Lieferungen

CCEP füllt in Deutschland im Auftrag der Coca-Cola Company ab und vertreibt auch Fanta, Sprite und Mezzo Mix.[3] Zum 1. September erhöhte der Abfüller seine Abgabepreise an den Handel, laut Lebensmittel Zeitung im Schnitt um 3 Prozent.[2] Rewe stoppte nach einem Bericht der Zeitung vom September zunächst die Bestellungen, an Edeka und Trinkgut lieferte CCEP keine 1-Liter-Mehrwegkisten mehr. Vor Edeka hatte sich CCEP mit Rewe, Aldi und Kaufland geeinigt, inzwischen beliefert der Abfüller nach eigenen Angaben wieder alle Händler.[1]

Den Lieferstopp kennt Edeka aus dem Jahr 2022. Damals belieferte Coca-Cola den Händler nach einem Preisstreit gar nicht mehr. Das Landgericht Hamburg untersagte das zunächst per einstweiliger Verfügung, hob sie am 29. September 2022 aber wieder auf.[4] Edeka habe nicht glaubhaft gemacht, dass die Preise deutlich über einem Wettbewerbspreis lägen, und könne zu viel Gezahltes später zurückfordern, begründete das Gericht laut dpa. Geeinigt haben sich beide Seiten erst Ende November 2022.

Warum prüft das Kartellamt beide Seiten?

Seit dem 14. November 2023 führt das Bundeskartellamt ein Missbrauchsverfahren gegen CCEP. Die Behörde prüft, ob Coca-Cola bei Cola oder Softdrinks marktbeherrschend ist und Händlern Rabatte dafür gewährt, das ganze Sortiment abzunehmen, ins Regal zu stellen und zu bewerben.[3] Weil die Regalfläche begrenzt ist, könnte das andere Getränkehersteller behindern, sagte Präsident Andreas Mundt 2025 der Lebensmittel Zeitung.[5] CCEP hielt sein Preis- und Konditionenmodell zu Beginn des Verfahrens für rechtmäßig.

Auch gegen den größten Lebensmittelhändler ermittelt das Amt. Im November 2024 eröffnete das Amt ein Verfahren, weil Edeka Hersteller für die Einführung von Payback um einen Beitrag gebeten hatte. Mundt sah Anhaltspunkte dafür, dass Hersteller auf Edeka als Abnehmer angewiesen sind.[5] Im Jahresbericht vom 30. Juni 2026 führt die Behörde beide Verfahren als laufend, eine Entscheidung hat sie in keinem der beiden veröffentlicht.[6]

Der Preisstreit ist beigelegt, die Machtfrage nicht: Das Kartellamt prüft Coca-Cola und Edeka weiter, beide wegen ihrer Konditionen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Coca-Cola gegen Edeka: Preisstreit und Kartellaufsicht
Eckdaten der Einigung und Verfahren, Stand 24. Oktober 2026
3 %
höhere Abgabepreise im Schnitt ab 1. September 2026, laut Lebensmittel Zeitung
über 150 Mio. €
zusätzlicher Umsatz für den Handel von Januar bis Juli 2026, laut Coca-Cola nach Nielsen-Daten
45 Mio. €
für die vierte Dosenlinie in Halle an der Saale, Start in wenigen Wochen
32 Cent
Zuckersteuer je Liter ab Juli 2027 für Getränke mit mindestens 8 Gramm Zucker je 100 Milliliter
Streit vor Gericht und beim Kartellamt
29. September 2022
Landgericht Hamburg
hebt die Verfügung gegen den Lieferstopp von Coca-Cola auf, Edeka unterliegt
14. November 2023
Verfahren gegen CCEP
Das Bundeskartellamt prüft Rabatte für das ganze Sortiment
November 2024
Verfahren gegen Edeka
Das Amt prüft Beiträge, die Edeka von Herstellern für Payback erbeten hatte
1. September 2026
Preiserhöhung
Edeka und Trinkgut bekommen keine 1-Liter-Mehrwegkisten mehr
23. Oktober 2026
Einigung
Edeka einigt sich als letzter großer Händler, beide Kartellverfahren laufen weiter

Was kommt auf Händler und Getränkehersteller zu?

Den nächsten Preisschub bringt die Zuckersteuer. Nach der Kabinettsfassung kostet ein Liter ab Juli 2027 bei mindestens 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter 26 Cent Steuer, ab 8 Gramm 32 Cent. Steuerschuldner sind Hersteller und Großhandel, die Abgabe steckt also in genau den Preisen, über die Coca-Cola und der Handel jetzt gestritten haben. Laut von Salzen wachsen die zuckerfreien Zero-Getränke mehr als doppelt so stark wie das Segment insgesamt.[1]

Bei Dosen meldet CCEP ein Absatzplus von fast 20 Prozent, in Halle an der Saale soll in wenigen Wochen eine vierte Dosenlinie für 45 Millionen Euro anlaufen.[1] Kalkulieren Sie als Getränkehändler oder Gastronom die Steuer gerne schon jetzt getrennt nach Zuckerstufe, denn in den Jahresgesprächen für 2027 kommt sie zur nächsten Preisrunde hinzu.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Lebensmittel PraxisCoca-Cola und Edeka legen Preisstreit bei23.10.2026
  2. Lebensmittel ZeitungStreit um Preise: Coca-Cola und Handel begraben Kriegsbeil (23. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  3. BundeskartellamtBundeskartellamt eröffnet Missbrauchsverfahren gegen Coca-Cola (Pressemitteilung)14.11.2023
  4. dpa-AFXEdeka unterliegt im Streit mit Coca-Cola um Lieferstopp-Verbot (29. September 2022, über Börse Online)
  5. BundeskartellamtWir haben die Branche fest im Blick (Interview mit Andreas Mundt in der Lebensmittel Zeitung)19.09.2025
  6. BundeskartellamtBundeskartellamt legt Jahresbericht 2025/26 vor (Pressemitteilung)30.06.2026

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