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Nvidia-Chef Jensen Huang hat Kasachstan bei seinem ersten Besuch in Astana zur künftigen Drehscheibe für KI-Rechenleistung für ganz Europa erklärt. Für 45.000 Nvidia-Chips des Cloud-Anbieters Firebird liegt die Ausfuhrgenehmigung der US-Regierung bereits vor. Ob sich das Angebot für europäische Unternehmen rechnet, entscheiden Datenschutzrecht und Strommix.

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„Das wird eine Drehscheibe, ein Zentrum für Rechenleistung und KI-Fabriken für ganz Europa“, sagte Huang am Freitag im öffentlichen Gespräch mit Vizepremier Zhaslan Madiyev, dem kasachischen Minister für künstliche Intelligenz und digitale Entwicklung. Kasachstan habe viel Fläche und viel Energie, für das Rechenzentrumsgelände Data Center Valley sei ein Gigawatt geplant.[1] Präsident Kassym-Schomart Tokajew verlieh Huang danach den Dostyk-Orden erster Klasse.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Jensen Huang nennt Kasachstan eine künftige Drehscheibe für KI-Rechenleistung „für ganz Europa“.
  • Firebird darf 45.000 Nvidia-Chips nach Kasachstan ausführen, der erste Bauabschnitt soll im dritten Quartal 2027 in Betrieb gehen.
  • Kasachstan erzeugte 2025 gut 54 Prozent seines Stroms aus Kohle, Deutschland knapp 21 Prozent.
  • Die EU hat für Kasachstan keinen Angemessenheitsbeschluss erlassen, personenbezogene Daten brauchen dort eigene Garantien.

Was wurde bei Huangs Besuch in Astana vereinbart?

Grafikprozessor auf weißem Grund mit orangefarbenem Anhänger und Aufschrift „Astana“
Firebird unterzeichnet Investitionsvertrag für Nvidia-Chips in Kasachstan mit Kazakhtelecom im Präsidentenpalast

Die größte Zusage kam vom Cloud-Anbieter Firebird, der seinen Investitionsvertrag mit der kasachischen Regierung während des Besuchs im Präsidentenpalast unterzeichnete. Für 45.000 Grace-Blackwell-Chips von Nvidia hat Firebird eine Ausfuhrgenehmigung der US-Regierung. Der erste Bauabschnitt entsteht mit Kazakhtelecom, dem größten Telekommunikationsunternehmen des Landes, in der Data Center Valley und soll im dritten Quartal 2027 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Ein zweiter Abschnitt würde Firebirds Kapazität in Kasachstan auf rund 500 Megawatt bringen.[3]

Kazakhtelecom betreibt in Astana und Almaty bereits 880 Nvidia-Chips der Typen H200 und B300 und will im kommenden Jahr mehr als 1.000 Vera-Rubin-Chips in der Region Ekibastuz aufstellen.[3] Außerdem gab Nvidia in Astana den Einstieg beim KI-Videoanbieter Higgsfield bekannt, dessen Entwickler zum großen Teil in Kasachstan arbeiten.

Warum wirbt Huang ausgerechnet in Kasachstan?

Huangs Argument ist der Strom. „Statt nur Energie zu exportieren, könnten Sie die Energie künftig in Intelligenz umwandeln und Intelligenz exportieren“, sagte er in Astana.[1] Madiyev kündigte im selben Gespräch an, Kasachstan wolle seine installierte Kraftwerksleistung bis 2035 fast verdoppeln, auf mehr als 40 Gigawatt. Das zweite Argument ist die Datenhoheit: Die Daten eines Landes bildeten dessen Kultur und Werte ab, „und diese Daten gehören Ihnen, so wie Ihnen Ihre Bodenschätze gehören“, sagte Huang.[1]

Dieselbe Botschaft hatte Huang eine Woche zuvor in Deutschland verbreitet, als er für den KI-Pakt mit der Bundesregierung warb. In seiner Keynote zur GTC in Berlin führte er Firebird in seinem Überblick über Europas KI-Wirtschaft auf, als Anbieter, der eine Cloud in Zentralasien aufbaut.[4] Für Nvidia läuft beides auf dasselbe Geschäft hinaus: Staaten bauen Rechenzentren unter eigener Kontrolle und statten sie mit Nvidia-Systemen aus. Wie viele Chips in Kasachstan ankommen, hängt allerdings von Washington ab: Für die Lieferung an Firebird brauchte der Anbieter eine Ausfuhrgenehmigung der US-Regierung.

Huang predigt in Astana Datenhoheit, doch über die 45.000 Nvidia-Chips für Firebird hat Washington entschieden.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Kasachstans Angebot an Europa und seine Haken
Was Jensen Huang in Astana versprochen hat und was europäische Kunden prüfen, Stand 24. Oktober 2026
Data Center Valley
Geplante Leistung
1 Gigawatt

Huang nennt Kasachstan eine künftige Drehscheibe für KI-Rechenleistung für ganz Europa.

Was schon feststeht
  • 45.000 Nvidia-Chips für Firebird, mit US-Ausfuhrgenehmigung
  • 3. Quartal 2027: kommerzieller Start des ersten Bauabschnitts
  • rund 500 MW Firebird-Kapazität nach dem zweiten Abschnitt
  • 880 Nvidia-Chips bei Kazakhtelecom in Astana und Almaty
Kohleanteil am Strom 2025
  • Kasachstan: 54 %
  • Deutschland: 21 %

Die Kraftwerksleistung soll bis 2035 auf mehr als 40 Gigawatt steigen.

Datenschutz
Drittland ohne Angemessenheitsbeschluss
Art. 46 DSGVO

Personenbezogene Daten brauchen Standardvertragsklauseln und eine Prüfung des Behördenzugriffs.

Was bedeutet das für Unternehmen in Deutschland?

Rechenzentren in Kasachstan liegen datenschutzrechtlich in einem Drittland ohne Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission.[5] Personenbezogene Daten dürfen dorthin nur mit geeigneten Garantien nach Artikel 46 DSGVO fließen, in der Praxis mit Standardvertragsklauseln und einer Prüfung, wie Behörden im Zielland auf die Daten zugreifen können. Für das Training mit anonymisierten oder eigenen Maschinendaten fällt diese Hürde weg.

Der zweite Punkt ist der Strommix. 2025 stammten gut 54 Prozent des kasachischen Stroms aus Kohle, in Deutschland knapp 21 Prozent.[6] Unternehmen, die die Emissionen ihrer Cloud-Dienste bilanzieren, rechnen den Standort der Rechenzentren also mit ein. Prüfen Sie bei günstigen GPU-Angeboten deshalb das Land, in dem die Rechenzentren stehen. Sinnvoll ist außerdem, sich Standort und Strombezug vertraglich zusichern zu lassen.

Europa baut parallel eigene Kapazität auf: Über das Gemeinsame Unternehmen EuroHPC wählt die EU Konsortien für KI-Gigafabriken aus,[7] um eine davon will sich laut Handelsblatt auch Hochtief mit Vodafone bewerben.

FAQ: Jensen Huang, Kasachstan und KI-Rechenzentren

Was hat Jensen Huang in Kasachstan angekündigt?

Bei seinem ersten Besuch in Astana am 23. Oktober 2026 nannte der Nvidia-Chef Kasachstan eine künftige Drehscheibe für KI-Rechenleistung für ganz Europa. Zugleich unterzeichnete der Cloud-Anbieter Firebird einen Investitionsvertrag, für 45.000 Nvidia-Chips liegt eine US-Ausfuhrgenehmigung vor.

Was ist die Data Center Valley in Kasachstan?

Die Data Center Valley ist ein Rechenzentrumsgelände in Kasachstan, auf dem Kazakhtelecom mit dem Cloud-Anbieter Firebird den ersten Bauabschnitt errichtet. Laut Jensen Huang ist ein Gigawatt Leistung geplant, der Start ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen.

Dürfen deutsche Unternehmen Daten in Kasachstan verarbeiten lassen?

Ja, aber Kasachstan ist ein Drittland ohne Angemessenheitsbeschluss der EU. Personenbezogene Daten dürfen nur mit geeigneten Garantien nach Artikel 46 DSGVO dorthin übermittelt werden, meist mit Standardvertragsklauseln und einer Prüfung des Behördenzugriffs im Zielland.

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Astana HubFireside Chat: Jensen Huang & Zhaslan Madiyev on the Future of AI (YouTube-Video, englisch, Zitate bei 21:18, 24:58, 25:42 und 43:45)23.10.2026
  2. Präsident der Republik Kasachstan (Akorda)President Kassym-Jomart Tokayev meets NVIDIA Co-Founder and President Jensen Huang (englisch)23.10.2026
  3. NvidiaKazakhstan Expands Compute for Its AI Future (englisch)23.10.2026
  4. NvidiaNVIDIA GTC Berlin 2026 Keynote With CEO Jensen Huang (YouTube-Video, englisch, Stelle bei 11:29)21.10.2026
  5. Europäische KommissionAdequacy decisions (englisch), und Datenschutz-Grundverordnung, Artikel 46
  6. Our World in Data nach Daten von EmberShare of electricity generated by coal (englisch), Stand 2025
  7. EuroHPC Joint UndertakingAI Gigafactories Calls (englisch)

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