Der Chipkonzern Nvidia und der Wachstumsfonds TCV beteiligen sich laut Bloomberg am KI-Videoanbieter Higgsfield. Damit stockt das Start-up seine Finanzierungsrunde vom August über 400 Millionen Dollar (rund 348 Millionen Euro) auf, Betrag und neue Bewertung bleiben offen. Deutschland ist für das Unternehmen aus San Francisco schon der drittgrößte Markt.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenHiggsfield gab den Einstieg laut Bloomberg anlässlich des Besuchs von Nvidia-Chef Jensen Huang in Kasachstan bekannt, wo der Großteil der Entwickler des Unternehmens arbeitet.[1] Gegründet haben Higgsfield 2023 der frühere Snap-Manager Alex Mashrabov und der kasachische KI-Entwickler Yerzat Dulat.[1] Stand: Freitag, 23. Oktober 2026, 9 Uhr. Wie viel Geld fließt und zu welcher Bewertung, sagt Higgsfield nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Nvidia und TCV beteiligen sich an Higgsfield, als Aufstockung der Runde vom August unter Führung von DST Global.
- Betrag und Bewertung bleiben offen, im August lag die Bewertung bei 5,4 Milliarden Dollar (rund 4,7 Milliarden Euro).
- Die Zahl der registrierten Nutzer stieg nach Firmenangaben auf mehr als 40 Millionen.
- Für KI-Videos gelten in Deutschland die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der KI-Verordnung.
Was ist über den Einstieg bekannt?

Higgsfield bündelt laut Bloomberg rund 35 Videomodelle anderer Anbieter und eigene Technik auf einer Plattform.[1] Nutzer kombinieren dort verschiedene Modelle für Storyboard, Figuren, Ton und fertiges Video. Frisches Geld soll in Infrastruktur und neues Personal fließen.[1] TCV, früher Geldgeber von Netflix und Spotify, nennt die Plattform einen „radikal schnelleren“ Weg, Ideen in Bilder und Videos zu verwandeln, für Kreative ebenso wie für Marketingabteilungen und Agenturen.[1]
Die Runde vom August brachte 400 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 5,4 Milliarden Dollar, angeführt von DST Global, dem Fonds des Investors Juri Milner.[2] Damit hatte sich die Bewertung gegenüber der vorigen Runde mit 1,3 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) mehr als vervierfacht.[2]
Warum steckt Nvidia Geld in KI-Videos?
Jede Sekunde KI-Video kostet Rechenzeit auf Grafikprozessoren. Genau damit verdient Nvidia sein Geld. Nvidia beteiligt sich seit Monaten an Firmen mit hohem Rechenbedarf: Im Februar stieg der Konzern beim Konkurrenten Runway ein, der damals 315 Millionen Dollar (rund 274 Millionen Euro) bei 5,3 Milliarden Dollar Bewertung einsammelte.[1] Vor gut einer Woche beteiligte sich Nvidia an Doctolib und drei französischen KI-Start-ups. Fließt das Geld wie angekündigt in Infrastruktur, landet ein Teil davon als Ausgabe für Rechenleistung wieder bei Chipherstellern wie Nvidia.
Wie schnell Higgsfield wächst, misst das Unternehmen an einer hochgerechneten Zahl: Ende September meldete es mehr als eine Milliarde Dollar Jahresumsatz, berechnet aus dem Umsatz der letzten vier Wochen mal 13.[3] Im August waren es 700 Millionen Dollar.[2] Abos bringen nur noch gut 60 Prozent des Umsatzes, früher über 90 Prozent. Kräftig gewachsen ist das Geschäft mit Firmenkunden, deren vertraglich gesicherter Umsatz sich seit Juni verzehnfacht hat.[3]
Higgsfield rechnet vier Wochen Umsatz mal 13. Eine Milliarde Dollar Jahresumsatz ist das noch nicht.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was ändert sich für Agenturen in Deutschland?
Nach den USA und Südkorea ist Deutschland laut Higgsfield der drittgrößte Markt.[3] Seit dem 2. August 2026 müssen Unternehmen, die ein Deepfake veröffentlichen, nach Artikel 50 der KI-Verordnung offenlegen, dass Bild oder Ton künstlich erzeugt oder verändert sind.[4] Die Anbieter der Modelle müssen ihre Videos zusätzlich maschinenlesbar markieren. Verstöße kosten bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.[4]
Bei einer Plattform mit 35 fremden Modellen kommt es deshalb auf das einzelne Modell an. Agenturen halten am besten je Video fest, welches Modell es erzeugt hat, weil Nutzungsbedingungen und Markierung vom Anbieter abhängen. KI-erzeugte Personen, die echt wirken, kennzeichnen Sie im Werbespot sichtbar. Welche Fragen ein rechtssicheres KI-Video sonst klären muss, zeigt der Vergleich von Adobe Firefly und Runway.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- BloombergNvidia, TCV Invest in AI Video Startup Higgsfield in Series B Extension (23. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
- HiggsfieldHiggsfield Raises $400 Million Series B Financing at $5.4 Billion Valuation with Annualized Revenue Reaching $700 Million (Mitteilung über PR Newswire, San Francisco)
- HiggsfieldHiggsfield Crosses $1B Annualized Revenue Run Rate Milestone (Blogbeitrag)
- Verordnung (EU) 2024/1689Verordnung über künstliche Intelligenz, Artikel 50 Absätze 2 und 4, Artikel 99 Absatz 4 (EUR-Lex)
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