Artikel teilen

Ahrefs bestätigt, was kleinere Anbieter seit Wochen messen: Google liefert Werkzeugen, die Rankings abfragen, Trefferlisten mit ausgetauschten Websites. Je nach Datenanbieter betrifft das laut Ahrefs 5 bis 20 Prozent der Suchergebnisse. Das Unternehmen korrigiert deshalb auch gespeicherte Rankings, ältere Berichte können sich nachträglich ändern.

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen

Ein Rankingverlauf, den eine Agentur Anfang Oktober aus Ahrefs exportiert hat, sieht im selben Werkzeug heute womöglich anders aus. Das SEO-Softwarehaus aus Singapur äußerte sich am 22. Oktober.[1] Dr. Web hatte am 13. Oktober über erste Messungen von Nozzle berichtet.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Ahrefs zählt je nach Datenanbieter 5 bis 20 Prozent betroffene Suchergebnisse.
  • Ahrefs und SE Ranking korrigieren auch gespeicherte Rankings, alte Exporte können abweichen.
  • Nozzle maß bis zum 18. Oktober im Schnitt 8,4 Prozent ausgetauschte Trefferlisten, für Österreich 20,9 Prozent.
  • Google schweigt zu den Messungen.

Was hat Ahrefs mitgeteilt?

Draufsicht auf ein Clipboard mit gezeichnetem Liniendiagramm, einem Radiergummi und Krümeln
Google zeigt Datenanbietern manipulierte Suchergebnisse. Ahrefs meldet branchenweite „Vergiftung“ mit 5-20 Prozent betroffener Ergebnisse

Google zeige mutmaßlichen Anbietern von Suchergebnisdaten seit einigen Wochen andere Treffer als Menschen, die selbst suchen, schreibt Ahrefs und spricht von einer branchenweiten „Vergiftung“. Je nach Datenanbieter seien 5 bis 20 Prozent der Ergebnisse betroffen. Filter erkennen solche Seiten und rufen die Trefferliste erneut ab. Methode und Stichprobe nennt Ahrefs nicht.

Neu ist der Blick zurück: Ahrefs bereinigt bereits gespeicherte Ergebnisse, die betroffen sein könnten. Wie weit die Korrektur zurückreicht und ob das Werkzeug geänderte Werte kennzeichnet, sagt das Unternehmen nicht. SE Ranking hat nach eigener Meldung vom 16. Oktober alle betroffenen Tage korrigiert, rund 2 Prozent der Ergebnisse seien noch fehlerhaft.[3]

Warum messen die Anbieter so unterschiedlich?

Laut der am 19. Oktober fortgeschriebenen Nozzle-Auswertung waren seit dem 13. September im Schnitt 8,4 Prozent von 27 Millionen geprüften Trefferlisten ausgetauscht, am 29. September 28,6 Prozent.[2] Am 14. Oktober fiel der Anteil auf rund 3 Prozent, am 18. Oktober lag er wieder bei 7 Prozent. Der dänische Anbieter AccuRanker maß am 29. September dagegen 1,4 Prozent, in 22 Märkten zwischen 1,1 und 1,7 Prozent.[4]

AccuRanker erklärt den Abstand mit dem Weg der Abfrage: Entscheidend sei, wie ein Anbieter die Seiten abruft, nicht welche Suchbegriffe oder Märkte er überwacht. Die Spanne von Ahrefs passt dazu. Werkzeuge zur Ranking-Überwachung rufen Trefferlisten auf demselben Weg ab wie KI-Firmen, die Suchergebnisse sammeln, oft über IP-Adressen privater Internetanschlüsse, die Proxy-Dienste vermieten. Semrush sieht das Problem seit dem Spätsommer, nennt die Folgen aber „begrenzt“.[3]

Die Sperren folgen einer Linie. Im September 2025 strich Google den Parameter num=100, der 100 Treffer auf einmal lieferte. Seit dem Sommer leitet der Konzern Klicks über eine Zwischenadresse (/goto) um. Beides machte das Sammeln teurer, die Daten blieben echt. Ausgetauschte Trefferlisten sehen dagegen vollständig aus und landen ohne Prüfung als falsche Position im Bericht.

Ausgetauschte Trefferlisten: Jeder Anbieter misst anders
Anteil der Google-Trefferlisten mit ausgetauschten Websites laut Tool-Anbietern, September und Oktober 2026
5–20 %
der Suchergebnisse betroffen, je nach Datenanbieter, laut Ahrefs am 22. Oktober
8,4 %
im Schnitt bei Nozzle seit dem 13. September, Spitze 28,6 % am 29. September
1,4 %
bei AccuRanker am 29. September, dem Tag der Nozzle-Spitze

Ausgetauschte Trefferlisten nach Zielland (Nozzle)

Österreich
20,9 %
Schweiz
15,2 %
USA
8,6 %
Deutschland
5,6 %
Großbritannien
3,6 %

Ein Ranking-Report aus dem Oktober ist ein Zwischenstand, den der Anbieter nachträglich ändern kann.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Zitat teilen

Was heißt das für Agenturen in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Für Abfragen mit Zielland Österreich maß Nozzle bis zum 18. Oktober 20,9 Prozent ausgetauschte Trefferlisten, für die Schweiz 15,2 und für Deutschland 5,6 Prozent.[2] In dieselben Wochen fiel das Spam-Update vom September, das vom 24. September bis zum 8. Oktober lief.[5] Ein Einbruch im Report kann eine echte Abwertung sein, eine gescheiterte Abfrage oder eine ausgetauschte Trefferliste.

  • Exporte sichern: Legen Sie Berichte aus September und Oktober mit Exportdatum ab, damit spätere Korrekturen nachvollziehbar bleiben.
  • Vor dem Kundentermin neu abrufen: Prüfen Sie Verläufe ab dem 13. September erneut, bevor alte Zahlen in eine Präsentation wandern.
  • Search Console gegenprüfen: Stabile Impressionen und Klicks in der Google Search Console sprechen gegen einen echten Verlust.
  • Werkzeuge vergleichen: Die Fehlerquote hängt vom Anbieter ab, einen Überblick gibt unser SEO-Tools-Vergleich.

FAQ: Ahrefs: Google tauscht für SEO-Tools bis zu 20 Prozent der Treffer aus

Was sind ausgetauschte Trefferlisten?

Gemeint sind Trefferlisten, die Google automatisierten Abfragen mit ausgetauschten Websites ausliefert. Die Seite sieht vollständig aus, zeigt aber andere Treffer, als Menschen bei derselben Suche sehen. Werkzeuge zur Ranking-Überwachung speichern dann falsche Positionen.

Ändern sich meine alten Rankingdaten in Ahrefs?

Möglich. Ahrefs bereinigt laut Mitteilung vom 22. Oktober auch bereits gespeicherte Ergebnisse, die betroffen sein könnten. Wie weit die Korrektur zurückreicht, nennt das Unternehmen nicht. Exportierte Berichte können deshalb vom heutigen Stand im Werkzeug abweichen.

Hat Google die ausgetauschten Trefferlisten bestätigt?

Nein. Google hat sich zu den Messungen von Ahrefs, Nozzle, Semrush und AccuRanker bisher nicht öffentlich geäußert. Die Zahlen stammen von den Tool-Anbietern selbst und unterscheiden sich je nach Erhebungsweg stark.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. AhrefsAn update on Google’s poisoning of search results22.10.2026
  2. NozzlePoisoned Google SERPs, 10. Oktober 2026, aktualisiert am 19. Oktober 2026
  3. Search Engine RoundtableThird-Party Google Rank Tracking Struggling Now, 12. Oktober 2026, ergänzt um Stellungnahmen von Semrush, SE Ranking und Ahrefs
  4. AccuRankerHow AccuRanker Handles Poisoned SERPsOktober 2026
  5. Google Search Status DashboardSeptember 2026 spam update

Mehr Newshunger?

4,2 17 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?