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Nvidia-Chef Jensen Huang sieht bei CoreWeave keinen Anlass für eine Stützaktion, obwohl Kreditversicherungen auf den Rechenzentrumsbetreiber so teuer sind wie nie. Eine Absicherung hat Nvidia allerdings längst vertraglich zugesagt: Bis April 2032 muss der Chipkonzern Rechenzeit abnehmen, die CoreWeave nicht an Kunden verkauft.

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Auf einer Bloomberg-Veranstaltung in Stockholm sagte Huang am Donnerstag: „CoreWeave wird von Tag zu Tag stärker. Ich bin optimistisch. Deren Kapitalkosten sinken sogar.“[1] Am Vortag hatte die CoreWeave-Aktie 15,5 Prozent verloren, belastet durch steigende Anleiherenditen und eine Prognose des Marktforschungshauses Gartner: Bis 2030 könnten rund 80 Prozent der spezialisierten GPU-Clouds verschwinden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach Huangs Worten muss Nvidia CoreWeave laut Bloomberg nicht finanziell auffangen.
  • Die Prämie für fünfjährige Kreditausfallversicherungen auf CoreWeave stieg am Donnerstag auf das Rekordhoch von 1.194,5 Basispunkten.
  • Nvidia liefert die Chips, hält rund 10 Prozent der Aktien und nimmt laut Vertrag unverkaufte Rechenzeit im Anfangswert von 5,5 Milliarden Euro ab.
  • Für Unternehmen in der EU regelt der Data Act, wie sie den GPU-Anbieter wechseln.

Was hat Huang über CoreWeave gesagt?

Ein Computerchip liegt in einem blauen Seilnetz mit Anhänger „Bis 2032“ vor weißem Grund
Kreditmarkt bewertet CoreWeave skeptisch: Versicherungsprämien für Kreditausfallschutz stiegen um 74,5 Basispunkte auf 1.194,5 Punkte

Eine Stütze für den Partner hält Huang laut Bloomberg für überflüssig.[1] Der Kreditmarkt urteilt anders: Die Prämie für fünfjährige Kreditausfallversicherungen auf CoreWeave stieg laut ICE Data Services am Donnerstag um bis zu 74,5 auf 1.194,5 Basispunkte, also knapp 12 Prozent der versicherten Summe pro Jahr. Nach Bloomberg-Rechnung entspricht dieser Preis einer Ausfallwahrscheinlichkeit von mehr als 60 Prozent binnen fünf Jahren.

Welche Finanzierung Huang mit den sinkenden Kapitalkosten meinte, sagte der Nvidia-Chef nicht. Zwei CoreWeave-Anleihen mit Fälligkeit 2031 und 2032 rentierten am Mittwoch bei knapp 15 Prozent, obwohl ihr fester Zins unter 10 Prozent liegt. CoreWeave-Chef Mike Intrator schrieb in einem internen Memo, der Auftragsbestand decke alle Schuldverpflichtungen mehr als ab. Die Aktie schloss am Donnerstag rund 6 Prozent im Plus.

Warum ist Nvidia bei CoreWeave kein neutraler Beobachter?

Nvidia verdient an CoreWeave in drei Rollen. Der Konzern verkauft die Grafikchips, hält mit 47,2 Millionen Aktien rund 10 Prozent und hat im Januar 2026 weitere 1,7 Milliarden Euro investiert. Die dritte Rolle steht in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC: Seit September 2025 muss Nvidia ungenutzte Rechenzeit bis zum 13. April 2032 selbst abnehmen. Der Vertrag hatte einen Anfangswert von 6,3 Milliarden US-Dollar, rund 5,5 Milliarden Euro.[2]

Mit dem Abnahmevertrag sichert Nvidia die Nachfrage nach den eigenen Chips ab. Dieses Kreislaufgeschäft stand schon vor der Gartner-Prognose in der Kritik. Am Mittwoch verloren auch Oracle, das seine KI-Rechenzentren mit Schulden finanziert, knapp 9 Prozent und der Rivale Nebius 10 Prozent. Bei CoreWeave lagen die Schulden im Juni bei rund 26 Milliarden Euro, dreimal so viel wie ein Jahr zuvor.

Nvidia sitzt bei CoreWeave auf beiden Seiten
Die drei Rollen des Chipkonzerns und die Signale vom Kreditmarkt, Stand 15. Oktober 2026
Was Nvidia mit CoreWeave verbindet
Lieferant
Grafikchips

CoreWeave vermietet Rechenzeit auf Nvidia-Chips, unter anderem an Meta.

Aktionär
rund 10 %

Nvidia hält 47,2 Millionen Aktien und investierte im Januar 2026 weitere 1,7 Milliarden Euro.

Abnehmer
5,5 Mrd. €

Bis zum 13. April 2032 kauft Nvidia Rechenzeit, die CoreWeave nicht an Kunden verkauft.

Was der Kreditmarkt einpreist
Ausfallversicherung
1.194,5 Basispunkte

Die Prämie für fünf Jahre Schutz erreichte ein Rekordhoch, Bloomberg errechnet daraus über 60 % Ausfallwahrscheinlichkeit.

Anleiherendite
knapp 15 %

Zwei Anleihen mit Fälligkeit 2031 und 2032 rentierten am 14. Oktober so hoch, obwohl ihr fester Zins unter 10 % liegt.

Schulden
rund 26 Mrd. €

Die Schulden lagen im Juni 2026 dreimal so hoch wie ein Jahr zuvor.

Huang lobt einen Kunden, dessen unverkaufte Rechenzeit Nvidia bis 2032 ohnehin abnehmen muss. Neutral urteilt hier niemand.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet das für Unternehmen, die GPU-Rechenzeit mieten?

Mieten Sie Rechenzeit für eigene KI-Modelle, hängt Ihr Projekt an der Bilanz des Anbieters. Huang wirbt diese Woche auf seiner Europareise in Paris, London und Stockholm für den Ausbau der KI-Infrastruktur, Nvidia beteiligt sich zugleich an europäischen KI-Start-ups. Seit dem 12. September 2025 gilt in der EU der Data Act.[3] Die Verordnung erlaubt Kunden von Cloud-Diensten einen Anbieterwechsel mit höchstens zwei Monaten Kündigungsfrist, ab dem 12. Januar 2027 fallen Wechselentgelte ganz weg.

Für Ihr Unternehmen heißt das:

  • Lassen Sie sich vom GPU-Anbieter schriftlich bestätigen, in welchem Format Sie Modelle und Trainingsdaten bei einem Wechsel zurückbekommen.
  • Sichern Sie trainierte Modelle regelmäßig auch bei einem zweiten Anbieter.
  • Prüfen Sie vor langen Laufzeiten die Bonität des Anbieters, nicht nur den Stundenpreis je Grafikchip.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BloombergNvidia CEO Huang Says CoreWeave Improving, No Backstop Needed15.10.2026
  2. CoreWeave, Inc.Form 8-K zum Vertrag mit Nvidia über ungenutzte Rechenkapazität, eingereicht am 15. September 2025
  3. EUVerordnung (EU) 2023/2854 (Data Act), Artikel 23 bis 29 zum Wechsel von Datenverarbeitungsdiensten

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