SpaceX will sich für den Kauf von Nvidia-Chips laut Financial Times rund 34,8 Milliarden Euro leihen. Den größten Teil sollen Anleihen mit Investment-Grade-Einstufung liefern. Im Sommer 2025 zahlte Musks KI-Firma xAI für geliehenes Geld noch 12,5 Prozent Zinsen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenRund 8,7 Milliarden Euro des geplanten SpaceX-Kredits für Nvidia-Chips sollen Banken beisteuern, 26,1 Milliarden Euro Anleihekäufer. Der Vermögensverwalter Apollo soll die Finanzierung anführen, laut FT verhandelt auch der Anleihefonds Pimco mit. Bloomberg beschreibt die Gespräche als frühes Stadium, der Abschluss ist für 2027 geplant. Alle Dollarbeträge sind zum Kurs von 0,87 umgerechnet (Stand 7. Oktober 2026).
Das Wichtigste in Kürze
- SpaceX verhandelt laut FT über rund 34,8 Milliarden Euro Fremdkapital für Nvidia-Chips, angeführt von Apollo.
- Im Juni platzierte SpaceX seine ersten Anleihen über 21,8 Milliarden Euro zu durchschnittlich 5,86 Prozent Zins.
- Die Altkredite von xAI und X, teils mit 12,5 Prozent verzinst, hat der Konzern bereits abgelöst.
- Die längsten SpaceX-Anleihen laufen bis 2056, Nvidia bringt jedes Jahr eine neue Chipgeneration auf den Markt.
Warum bekommt SpaceX das Geld jetzt billiger?

Den Börsengang schloss SpaceX im Juni ab, zwei Wochen später platzierte der Konzern seine ersten Anleihen über 25 Milliarden US-Dollar, rund 21,8 Milliarden Euro, in fünf Tranchen mit Laufzeiten bis 2056 und Zinsen zwischen 5,35 und 6,65 Prozent.[1] Sicherheiten bekommen die Gläubiger keine, sie verlassen sich allein auf die Bonität des Konzerns.
Die KI-Sparte xAI lieh sich vor der Übernahme durch SpaceX deutlich teurer. Die besicherten xAI-Anleihen über 3 Milliarden US-Dollar waren laut SpaceX-Quartalsbericht mit 12,5 Prozent verzinst.[2] Im März löste SpaceX diese Papiere und die Kredite der Plattform X mit einem Überbrückungskredit ab und verbuchte dafür einen Ablöseverlust von rund 1,33 Milliarden Euro. Seitdem leiht sich der Gesamtkonzern das Geld, nicht mehr die verlustreiche KI-Tochter.
Wie finanzieren andere KI-Konzerne ihre Chips?
Einen Teil seiner KI-Hardware mietet SpaceX vom Finanzinvestor Valor, dessen Chef Antonio Gracias im Verwaltungsrat von SpaceX sitzt. Weil SpaceX die Geräte wirtschaftlich behält, stehen diese Verträge als Schulden in der Bilanz. Ende Juni beliefen sich diese Leasingschulden auf rund 11,6 Milliarden Euro, im ersten Halbjahr kosteten sie 446 Millionen Euro Zinsen.[2]
Andere Konzerne wählen ähnliche Umwege. Amazon will Nvidia-Chips laut FT für rund 7 Milliarden Euro an eine Zweckgesellschaft verkaufen und zurückmieten, Meta gab 80 Prozent seines Rechenzentrums in El Paso an BlackRock ab. Für Anthropic beschafft Broadcom laut Bloomberg bis zu 87 Milliarden Euro über eine Zweckgesellschaft. Ob SpaceX die neuen Schulden ebenfalls über eine solche Zweckgesellschaft aufnimmt, hat der Konzern nicht mitgeteilt.
Musks KI-Chips kosten nach dem Börsengang nur noch den halben Zins und veralten trotzdem genauso schnell.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet das für Käufer von Rechenleistung in Europa?
In Colossus 2 bei Memphis sollen bis Ende Dezember rund 1,21 Millionen Nvidia-Chips laufen, mehr als doppelt so viele wie Ende September.[3] Die KI-Fabrik der Telekom in München arbeitet mit knapp 10.000 Nvidia-Chips.[4] Für die Gläubiger liegt die Schwachstelle in der Laufzeit: Nvidia bringt im Jahrestakt neue Chipgenerationen auf den Markt, die SpaceX-Anleihen laufen bis zu 30 Jahre. Zurückzahlen muss SpaceX das Geld deshalb aus den Erlösen der vermieteten Rechenleistung, die im zweiten Quartal ein Drittel des Umsatzes ausmachten.
Für IT-Verantwortliche im Mittelstand ergeben sich daraus zwei Prüfungen:
- Vor dem Kauf eigener GPU-Server lohnt eine ehrliche Rechnung, ob Ihre Projekte die Geräte bis zur übernächsten Chipgeneration auslasten.
- Bei gemieteter Rechenleistung halten kurze Vertragslaufzeiten den Wechsel offen, sobald neue Chips die Preise je Rechenstunde drücken.
Einen Überblick, welche Kapazitäten hierzulande bereitstehen, liefert die Liste der größten Rechenzentren Deutschlands.
FAQ: SpaceX-Kredit für Nvidia-Chips
Wie viel Geld will SpaceX für Nvidia-Chips aufnehmen?
Laut Financial Times verhandelt SpaceX über 40 Milliarden US-Dollar, rund 34,8 Milliarden Euro. Etwa 8,7 Milliarden Euro sollen als Bankkredit fließen, 26,1 Milliarden Euro über Anleihen. Apollo soll die Finanzierung anführen, der Abschluss ist für 2027 geplant.
Warum zahlt SpaceX weniger Zinsen als früher xAI?
Seit dem Börsengang im Juni 2026 leiht sich der Gesamtkonzern das Geld. Die ersten SpaceX-Anleihen kosten im Schnitt 5,86 Prozent Zins, die besicherten xAI-Anleihen von 2025 kosteten 12,5 Prozent. SpaceX hat die teuren Altkredite im März abgelöst.
Wofür braucht SpaceX so viele Nvidia-Chips?
SpaceX baut das KI-Rechenzentrum Colossus 2 bei Memphis aus, bis Ende Dezember auf rund 1,21 Millionen Chips. Die Rechenleistung nutzt der Konzern für eigene KI-Modelle und vermietet sie an Kunden wie Anthropic und Google.
Ist die SpaceX-Finanzierung schon beschlossen?
Nein. Laut Bloomberg stehen die Gespräche am Anfang und können ohne Abschluss enden. SpaceX hat die Berichte bisher nicht bestätigt. Fest stehen nur die Anleihen über 21,8 Milliarden Euro, die SpaceX im Juni 2026 platziert hat.
Quellen
[1] U.S. Securities and Exchange Commission: „Space Exploration Technologies Corp., Form 8-K vom 26. Juni 2026 (Senior Notes)“
[2] U.S. Securities and Exchange Commission: „Space Exploration Technologies Corp., Form 10-Q für das zweite Quartal 2026, Note 9 und Note 17“
[3] Elon Musk auf X: „Colossus 1 is 150k H100, 50k H200 and 30k GB200. Colossus 2 is 110k GB200 and 440k GB300.“
[4] Deutsche Telekom: „Germany’s first AI factory for industry officially goes into operation in Munich“
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