Elon Musk will das KI-Rechenzentrum Colossus 2 bei Memphis bis Ende Dezember auf rund 1,21 Millionen Nvidia-Chips ausbauen, mehr als doppelt so viele wie heute. Den Zeitplan veröffentlichte der SpaceX-Chef auf X, die letzte Stufe steht unter Vorbehalt. Die vier geplanten KI-Gigafabriken der EU sollen zusammen auf rund 400.000 Chips kommen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDrei Ausbaustufen mit je 220.000 Nvidia-Chips hat Musk für Colossus 2 bis Jahresende angekündigt, die letzte davon mit Vorbehalt. „Mit etwas Glück kommen bis Ende Dezember noch einmal 220.000 GB300 dazu“, schrieb der SpaceX-Chef am 25. September auf X.[1] Mit dem Post legte Musk den bislang genauesten Ausbauplan für das Rechenzentrum der KI-Sparte xAI vor, die SpaceX im Februar übernommen hatte.
Das Wichtigste in Kürze
- Colossus 2 läuft heute mit 550.000 Nvidia-Chips und soll bis Ende Dezember auf 1,21 Millionen wachsen.
- Die dritte Ausbaustufe kündigt Musk ausdrücklich nur für den Fall an, dass SpaceX Glück hat.
- Die Blockgröße von 110.000 Chips ergibt sich laut Musk aus der Zahl der Glasfaserkabel an einem zentralen Switch.
- Die KI-Fabrik der Deutschen Telekom in München, eine der größten Europas, arbeitet mit knapp 10.000 Nvidia-Chips.
Wie sieht Musks Zeitplan für Colossus 2 aus?

Heute rechnen in Colossus 2 laut Musk 110.000 Chips vom Typ GB200 und 440.000 vom Nachfolger GB300. Die neuen Ausbaustufen bestehen nur aus GB300 und sollen Anfang Oktober, im November und Ende Dezember in Betrieb gehen. Am Ende stünden 1,21 Millionen Chips, davon 1,1 Millionen GB300. Das ältere Rechenzentrum Colossus 1 bringt nach Musks Angaben weitere 230.000 Nvidia-Chips mit. Laut Bloomberg hatte SpaceX bislang eine Million Grafikprozessoren für den Standort bis Ende 2026 angepeilt.
Der Zeitplan bleibt eine Ankündigung. Musk nannte die Zahlen in einer Antwort auf einen anderen Nutzer, nicht in einer Pflichtmitteilung der börsennotierten SpaceX. Firmenzahlen per Post verbreitet Musk seit Jahren. Nach seinem Tweet von 2018, die Finanzierung für einen Börsenrückzug von Tesla sei gesichert, zahlten Musk und Tesla im Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC je 20 Millionen US-Dollar, rund 17 Millionen Euro.[2] Wie SpaceX seit dem Börsengang im Juni Kapital und KI-Sparte verbindet, zeigt unsere Analyse des Geschäftsmodells von xAI.
Warum wächst Colossus in Blöcken von 110.000 Chips?
Die Stückelung erklärte Musk selbst: „Das seltsame Vielfache von 110.000 ergibt sich aus der Zahl der Glasfaserkabel, die sich an einen zentralen Switch anschließen lassen.“[3] Beim Training großer Sprachmodelle tauschen alle Chips eines Clusters laufend Zwischenergebnisse aus. Die Kapazität der Netzwerktechnik legt deshalb fest, wie viele Chips ein Block sinnvoll zusammenfasst, nicht der Nachschub von Nvidia.
Dieselbe Größe taucht im Mietgeschäft auf. Google mietet laut einer SpaceX-Mitteilung ab Oktober 2026 mindestens 110.000 Nvidia-Chips aus den Colossus-Rechenzentren, für rund 800 Millionen Euro im Monat. Warum der Konzern ausgerechnet beim Rivalen Rechenleistung bucht, haben wir im Juni zum Google-Vertrag mit SpaceX eingeordnet. Auch Anthropic nutzt Colossus-Kapazität, nach Musks Angaben vom Mai auf Basis eines Mietvertrags über 180 Tage. Welche Blöcke an Kunden gehen und welche das eigene Modell Grok trainieren, lässt Musk offen.
Offen lässt Musk auch die Frage nach dem Strom. Im benachbarten Southaven (Mississippi) entsteht laut dem Lokalsender Action News 5 ein festes Gaskraftwerk mit 41 Turbinen und 1,2 Gigawatt Leistung, die provisorischen Turbinen sollen bis Juli 2027 verschwinden. Gegen deren Betrieb ohne Luftgenehmigung klagt die Bürgerrechtsorganisation NAACP. Anfang September fiel Grok stundenlang aus, weil die Kühlung der zweiten Ausbaustufe nicht nachkam.
Chips: 110.000 GB200 und 440.000 GB300
Chips hängen an einem zentralen Switch, begrenzt durch die Zahl der Glasfaserkabel
Chips in den vier geplanten KI-Gigafabriken der EU zusammen
Chips in der KI-Fabrik der Telekom in München
- Ende September550.000Bestand laut Musks Post vom 25. September
- Anfang Oktober770.000220.000 GB300 sollen voll in Betrieb gehen
- November990.000weitere 220.000 GB300
- Ende Dezember1,21 Mio.noch einmal 220.000 GB300, nur „mit etwas Glück“
Musk rechnet in Blöcken von 110.000 Chips, die EU plant mit 100.000 pro Gigafabrik. Deutsche Firmen, die KI-Rechenleistung einkaufen, sollten deshalb zuerst klären, auf wessen Hardware ihre Daten landen.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet Musks Ausbau für Firmen in Deutschland?
Den Maßstab liefern zwei europäische Zahlen. Die Deutsche Telekom betreibt seit Februar in München eine der größten KI-Fabriken Europas, gebaut mit knapp 10.000 Nvidia-Chips der Blackwell-Generation.[4] Die EU-Kommission will mit dem Fonds InvestAI über 20 Milliarden Euro vier KI-Gigafabriken mit jeweils rund 100.000 Chips finanzieren.[5] Allein Musks Dezember-Stufe entspräche damit mehr als zwei EU-Gigafabriken. Welche Anlagen hierzulande schon am Netz sind, zeigt unsere Übersicht der größten Rechenzentren Deutschlands.
Für Unternehmen zählt weniger der Rekord als die Abhängigkeit. Anthropic mietet bereits Rechenleistung in Colossus, Google folgt ab Oktober. Kapazität wandert in den USA per Mietvertrag zwischen Konzernen, und Ihr eigener KI-Anbieter kann Teil dieser Kette sein. Vier Prüffragen helfen beim Einkauf von KI-Diensten:
- Welche Rechenzentren nennt die Liste der Unterauftragsverarbeiter Ihres KI-Anbieters, und liegen sie in der EU?
- Deckt Ihr Vertrag die Übermittlung personenbezogener Daten in die USA ab, etwa über das EU-US Data Privacy Framework?
- Wie schnell kommen Sie aus dem Vertrag, falls Ihr Anbieter Kapazität verliert oder die Preise anhebt?
- Braucht Ihr Anwendungsfall überhaupt Spitzenmodelle, oder reicht ein kleineres Modell in einem deutschen Rechenzentrum wie dem neuen Standort von Schwarz Digits?
FAQ: Elon Musk und der Ausbau von Colossus 2
Wie viele Nvidia-Chips soll Colossus 2 bis Ende 2026 haben?
Nach dem Zeitplan von Elon Musk soll Colossus 2 bis Ende Dezember 2026 auf rund 1,21 Millionen Nvidia-Chips wachsen, davon 1,1 Millionen vom Typ GB300. Heute arbeiten dort laut Musk 550.000 Chips. Die letzte Stufe mit 220.000 Chips stellt Musk ausdrücklich unter Vorbehalt.
Warum baut Musk Colossus in Blöcken von 110.000 Chips aus?
Laut Musk ergibt sich die Zahl aus den Glasfaserkabeln, die sich an einen zentralen Switch anschließen lassen. Beim Training tauschen alle Chips eines Clusters laufend Daten aus, deshalb begrenzt die Netzwerktechnik die Größe eines Blocks.
Welche Firmen nutzen die Rechenleistung von Colossus außer xAI?
Anthropic mietet Kapazität in den Colossus-Rechenzentren, laut Musk auf Basis eines Vertrags über 180 Tage. Google mietet laut einer SpaceX-Mitteilung ab Oktober 2026 mindestens 110.000 Nvidia-Chips für rund 800 Millionen Euro im Monat.
Wie groß ist Colossus 2 im Vergleich zu KI-Rechenzentren in Europa?
Die KI-Fabrik der Telekom in München arbeitet mit knapp 10.000 Nvidia-Chips. Die EU plant vier KI-Gigafabriken mit jeweils rund 100.000 Chips. Musks Ziel von 1,21 Millionen Chips für Colossus 2 liegt beim Dreifachen aller vier EU-Gigafabriken zusammen.
Woher bekommt Colossus 2 den Strom?
In Southaven (Mississippi) entsteht ein festes Gaskraftwerk mit 41 Turbinen und 1,2 Gigawatt Leistung. Provisorische Turbinen sollen bis Juli 2027 verschwinden. Die Bürgerrechtsorganisation NAACP klagt gegen deren Betrieb ohne Luftgenehmigung.
Quellen
[1] Elon Musk auf X: „Colossus 1 is 150k H100, 50k H200 and 30k GB200. Colossus 2 is 110k GB200 and 440k GB300.“
[2] U.S. Securities and Exchange Commission: „Elon Musk Settles SEC Fraud Charges; Tesla Charged With and Resolves Securities Law Charge“
[3] Elon Musk auf X: „The strange multiple of 110k is due to the number of fiber optic cables that can be plugged into a central switch“
[4] Deutsche Telekom: „Germany’s first AI factory for industry officially goes into operation in Munich“
[5] Europäische Kommission: „EU launches InvestAI initiative to mobilise €200 billion of investment in artificial intelligence“
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