Artikel teilen

Elon Musk hat jedem Kind in den USA für 2027 eine SpaceX-Aktie versprochen, rechnerisch rund 8,2 Mrd. €. SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell zeigt jetzt, wie solche Geschenke in die staatlichen Kinderdepots gelangen: Ihre mehr als 2 Millionen Aktien liegen auf einem Treuhandkonto, im Dezember bekommen Jugendliche aus ärmeren Gegenden je eine.

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen
Inhalt 4 Abschnitte
  1. Wie kommen die Aktien in die Kinderdepots?
  2. Was kostet Musk die Zusage?
  3. Was heißt das für die Frühstartrente?
  4. Mehr Newshunger?

Musk hatte seine Zusage am 19. Oktober auf X veröffentlicht: „Nächstes Jahr werde ich jedem Kind in Amerika eine meiner SpaceX-Aktien geben. Das wird die erste von vielen sein.“[1] Am Abend zuvor hatte Anthropic angekündigt, 5 Prozent seiner Aktien in einen Fonds für das Gemeinwohl zu geben. Musk empfahl dem KI-Unternehmen, die Aktien direkt an die Allgemeinheit zu verschenken.[2] Weg und Termin für seine eigenen Aktien hat er bis heute nicht genannt.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Shotwell und ihr Mann übertragen mehr als 2 Millionen SpaceX-Aktien in die Trump Accounts, die Verteilung beginnt im Dezember.
  • Musks Zusage für 2027 entspräche gut 1 Prozent seiner SpaceX-Aktien, seine Stimmenmehrheit bliebe unberührt.
  • Gespendete Aktien dürfen fünf Jahre lang nicht verkauft werden, die SpaceX-Aktie notiert inzwischen unter dem Ausgabepreis.
  • Die deutsche Frühstartrente schreibt dagegen eine breit gestreute Anlage vor.

Wie kommen die Aktien in die Kinderdepots?

Ein weißes Sparschwein mit einer startenden Rakete und einem Preisschild „1 Aktie“
Shotwell kündigte an, über 2 Millionen SpaceX-Aktien an Kinder zu verschenken. Die Übertragung auf Treuhandkonten erfolgt im Dezember

Shotwell hatte ihr Geschenk schon am 6. Juli angekündigt: je eine Aktie für mehr als 2 Millionen Kinder.[4] Am Freitagabend meldete sie den Vollzug: „Robert und ich freuen uns sehr, dass unser Geschenk von mehr als 2 Millionen SpaceX-Aktien im Dezember an die Trump Accounts von Kindern verteilt wird!“ Die Aktien würden in diesem Moment auf ein Treuhandkonto übertragen.[3]

Die erste Runde geht an 11- bis 17-Jährige in Postleitzahlgebieten, in denen der Median des Familieneinkommens bei höchstens 57.000 Dollar liegt, rund 49.600 €. Dazu kommen Gebiete mit zu wenigen Einwohnern für eine Angabe in der Volkszählung. Die Familien sollen bis Montag benachrichtigt werden. In einigen Wochen folgt eine zweite Runde für Kinder von Soldaten, die im Ausland stationiert sind, für Pflegekinder und für weitere Kinder aus Texas mit einem Familieneinkommen bis 90.000 Dollar, rund 78.300 €.[3]

Die Auswahl schließt eine Lücke im Programm. Startgeld vom Staat, 1.000 Dollar, bekommen nur Kinder der Jahrgänge 2025 bis 2028, die Spende von Michael und Susan Dell deckt die Jahrgänge 2016 bis 2024 ab. Für die meisten Jugendlichen ab 11 Jahren ist Shotwells Aktie damit die erste Einzahlung. Möglich sind solche Aktienspenden erst seit dem 30. September, und nur über Behörden und gemeinnützige Organisationen. Shotwell dankt unter anderem dem Finanzministerium, der Steuerbehörde IRS, der Dell-Stiftung, der Stiftung Greater Horizons und der Initiative Invest America für monatelange Vorarbeit.[3]

Was kostet Musk die Zusage?

Das Finanzministerium hat nach Regierungsangaben rund 70 Millionen Konten für unter 18-Jährige angelegt. Legt man diese Zahl zugrunde, müsste Musk rund 70 Millionen Aktien abgeben, zum Schlusskurs vom Freitag rund 8,2 Mrd. €. Laut Wertpapierprospekt gehörten ihm vor dem Börsengang einschließlich Optionen rund 6,4 Milliarden SpaceX-Aktien, davon 5,6 Milliarden Aktien der Gattung B mit je zehn Stimmen.[5] Die Zusage entspräche also gut 1 Prozent seines Bestands. An seiner Kontrolle ändert das nichts: Nach dem Börsengang hielt Musk laut Prospekt 84,4 Prozent der Stimmen. Shotwell gibt mit mehr als 2 Millionen Aktien knapp ein Sechstel der 12,9 Millionen Aktien ab, die ihr laut Prospekt gehörten.

Seit Musks Ankündigung hat die Aktie rund 9 Prozent verloren. Am Freitag schloss sie bei 134,72 Dollar, rund 117 €, und damit knapp unter dem Ausgabepreis von 135 Dollar aus dem Juni. Für die Kinder zählt der Kurs erst später: Gespendete Aktien müssen fünf Jahre im Konto bleiben oder bis zum Ende der Ansparphase. Schenkungen von Führungskräften börsennotierter US-Konzerne müssen seit 2023 auf dem Formular 4 an die Börsenaufsicht SEC gemeldet werden.[6] Für Shotwells Aktien lag bis Samstagmittag noch keine solche Meldung vor.

SpaceX-Aktien für Kinderdepots
Zwei Zusagen aus der SpaceX-Spitze, Stand 31. Oktober 2026
234 Mio. €
sind Gwynne Shotwells mehr als 2 Millionen Aktien zum Schlusskurs vom 30. Oktober wert
rund 8,2 Mrd. €
wäre Elon Musks Zusage bei rund 70 Millionen Kinderkonten wert, gut 1 Prozent seiner Aktien
5 Jahre
müssen gespendete Aktien im Kinderkonto bleiben, außer die Ansparphase endet früher
Vom Versprechen zur Übertragung
06.07.2026
Shotwell sagt mehr als 2 Millionen Kindern je eine SpaceX-Aktie zu
30.09.2026
US-Verordnung erlaubt Aktienspenden, nur über gemeinnützige Organisationen
19.10.2026
Musk verspricht für 2027 jedem Kind in den USA eine Aktie
30.10.2026
Shotwells Aktien liegen auf einem Treuhandkonto
Dezember 2026
Verteilung an 11- bis 17-Jährige, Musks Weg weiter offen

Was heißt das für die Frühstartrente?

Deutschland geht einen anderen Weg. Der Bundestag hat die Frühstartrente am 16. Oktober beschlossen, 10 € im Monat vom Staat für jedes Kind ab sechs Jahren. Ausgezahlt werden soll ab 2027 zunächst für die Jahrgänge 2020 und 2021, das Gesetzgebungsverfahren ist laut Deutscher Rentenversicherung aber noch nicht abgeschlossen.[7] Schließen Eltern keinen Vertrag ab, fließt das Geld in eine gemeinsame Anlage. Die darf laut Finanzausschuss ausschließlich in breit gestreute weltweite Aktien oder Aktienfonds gehen, damit mit dem Geld keine anderen politischen Ziele verfolgt werden. Private Zuzahlungen sind bis 6.840 € im Jahr möglich.[8]

Für die Kinder ist eine geschenkte Aktie ein Anfang, aber kein gestreutes Vermögen. Fünf Jahre lang hängt dieses Geschenk am Kurs eines einzigen Konzerns.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zitat teilen

Arbeitgeber, die sich an den Depots der Kinder ihrer Beschäftigten beteiligen wollen, sollten warten, bis der Bundesrat zugestimmt hat. Bis dahin kann sich am Gesetz noch etwas ändern. SpaceX-Aktionäre können in den Pflichtmeldungen nach Formular 4 in der Datenbank EDGAR der SEC verfolgen, wann Shotwell und später Musk ihre Aktien tatsächlich abgeben.

Quellen

8 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Elon Musk auf XNext year, I will give one of my SpaceX shares to every kid in America. (19.10.2026, englisch)
  2. Elon Musk auf XAntwort an Anthropic zum Gemeinwohlfonds (18.10.2026, englisch)
  3. Gwynne Shotwell auf XRobert and I are thrilled that our gift of over 2 million shares of SpaceX stock will be distributed to children’s Trump accounts in December! (30.10.2026, englisch)
  4. Gwynne Shotwell auf XAnkündigung der Aktienspende an die Trump Accounts (06.07.2026, englisch)
  5. U.S. Securities and Exchange CommissionSpace Exploration Technologies Corp., Wertpapierprospekt 424B4, Abschnitt „Security Ownership of Certain Beneficial Owners and Management“ (12.06.2026, englisch)
  6. U.S. Securities and Exchange CommissionSEC Adopts Amendments to Modernize Rule 10b5-1 Insider Trading Plans and Related Disclosures (14.12.2022, englisch)
  7. Deutsche RentenversicherungFrühstart-Rente im Bundestag beschlossen19.10.2026
  8. Deutscher BundestagFinanzausschuss stimmt der Frühstartrente zu (hib 821/2026)14.10.2026

Mehr Newshunger?

4,6 18 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Dr. Web Newsletter

Jede Woche ein bisschen klüger.

Der Dr. Web Newsletter: die besten Artikel, Anbieter-Tipps und neue Tools, kompakt zusammengefasst, jeden Donnerstag. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.