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Im elektronischen Zentralstellwerk Neustadt an der Weinstraße ist seit Freitagnachmittag ein wichtiger Rechner gestört. Auf mehreren Regionalstrecken in der Pfalz und um Alzey fährt deshalb nur ein Zug pro Stunde und Richtung, voraussichtlich bis einschließlich Montag. Warum der Rechner ausfiel, weiß die Deutsche Bahn noch nicht.

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Inhalt 5 Abschnitte
  1. Welche Strecken sind betroffen?
  2. Warum bremst ein einzelner Rechner so viele Strecken?
  3. Wie steht es um die Stellwerke der Bahn?
  4. Was sollten Pendler und Arbeitgeber jetzt tun?
  5. Mehr Newshunger?

Für den Berufsverkehr am Montag versuchen Vlexx und DB Regio, Busse zu organisieren. „Das Ende der Störung kann derzeit nicht ausreichend belastbar festgelegt werden“, teilte der Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd mit.[1] Fernzüge sind nach Angaben einer Bahnsprecherin nicht betroffen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein gestörter Rechner im Zentralstellwerk Neustadt/Weinstraße bremst seit Freitagnachmittag den Regionalverkehr in der Pfalz und in Rheinhessen.
  • Auf den betroffenen Strecken fährt ein Zug pro Stunde und Richtung, zwischen Alzey und Mainz fallen die RE-Züge der Linie 13 aus.
  • Auf den elektrifizierten Hauptstrecken, der Rhein-Nahe-Bahn, der Alsenzbahn und Landstuhl–Kusel fahren die Züge normal.
  • Stellwerke sind laut DB InfraGO die am schlechtesten bewertete Anlagenart im Netz, der Ausfall trifft aber ein elektronisches.

Welche Strecken sind betroffen?

Miniatur-Ampel, Warnweste, Pylone, grauer Würfel mit Notiz „Außer Betrieb!“
Zweckverband plant Bahnverbindungen: Neustadt–Bad Dürkheim–Freinsheim, Frankenthal–Freinsheim, Alzey–Mainz mit Regionalbahnen, Lautertalbahn Kaiserslautern–Lauterecken und Worms–Alzey–Bingen, Grünstadt–Monsheim

Der Zweckverband nennt diese Verbindungen:[2]

  • Neustadt–Bad Dürkheim–Freinsheim
  • Frankenthal–Freinsheim
  • Alzey–Mainz: Regionalbahnen fahren, die RE-Züge der Linie 13 fallen aus
  • Lautertalbahn Kaiserslautern–Lauterecken und Worms–Alzey–Bingen: am Wochenende ohne Folgen, voraussichtlich aber am Montag
  • Grünstadt–Monsheim: ohnehin im Stundentakt, daher ohne zusätzliche Einschränkung

Die Verbindung Alzey–Kirchheimbolanden hängt technisch indirekt am selben Stellwerk, fährt aber weiter nach Plan.[2]

Warum bremst ein einzelner Rechner so viele Strecken?

Ein Zentralstellwerk stellt Weichen und Signale für viele Strecken von einem Ort aus. Im Fall Neustadt reicht sein Bereich von der Weinstraße bis nach Rheinhessen. Auf Strecken mit abweichender Technik oder einem anderen elektronischen Stellwerk fahren die Züge nach Angaben des Zweckverbands weiter.[2]

Diese Bündelung spart Personal in vielen kleinen Stellwerken, macht aber einzelne Rechner wichtiger. Die Bahn sucht noch nach der Ursache: Es werde „daran gearbeitet herauszufinden, warum der Rechner ausgefallen ist“, sagte die Sprecherin.[1] Ob ein Ersatzrechner bereitstand und warum er nicht übernahm, ist nicht bekannt.

Ähnlich lief es im Juni: Damals stoppte ein Softwarefehler im Zugfunk den Zugverkehr bundesweit für rund zwei Stunden, weil er keine Fehlermeldung auslöste und das bereitstehende Ersatzsystem deshalb nicht umschaltete.

Stellwerke der Bahn in Zahlen
Zustand und Erneuerung, dazu der Ausfall in Neustadt an der Weinstraße
4,02
Zustandsnote der Stellwerke 2025, schlechteste Anlagenart im Netz (2024: 4,12)
255 von 4.135
Stellwerken dürfen wegen Alter und Korrosion nicht mehr umgebaut werden
53
moderne Stellwerke will die Bahn 2026 bauen, 62 Altstellwerke sollen wegfallen
6
Regionalstrecken nennt der Zweckverband nach dem Rechnerausfall in Neustadt

Der Ausfall in Neustadt, Stand Samstag

Freitag
Rechner im Zentralstellwerk gestört, Züge seit dem Nachmittag ausgedünnt
Wochenende
ein Zug pro Stunde und Richtung, RE 13 Alzey–Mainz fällt aus
Montag
Einschränkungen erwartet, Vlexx und DB Regio bemühen sich um Ersatzbusse
Ende offen
die Bahn sucht noch nach der Ursache

Je mehr Strecken an einem Stellwerksrechner hängen, desto mehr Fahrgäste trifft sein Ausfall. Die Modernisierung muss die Ersatztechnik gleich mitliefern.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Wie steht es um die Stellwerke der Bahn?

Mit der Zustandsnote 4,02 sind Stellwerke 2025 erneut die am schlechtesten bewertete Anlagenart im Netz, 2024 lag der Wert bei 4,12. Jedes zweite der rund 4.000 Stellwerke muss erneuert werden.[3]

Bei 255 von 4.135 Stellwerken gilt wegen Alter und Korrosion ein Umbauverbot. 2026 will die Bahn 62 Altstellwerke ablösen und 53 moderne bauen.[4] Neustadt zeigt, dass auch die neue Technik einen erprobten Notfallplan braucht. Parallel lässt die Bahn prüfen, wie viele Züge ihr Netz noch zuverlässig verkraftet.

Was sollten Pendler und Arbeitgeber jetzt tun?

Fahrgäste sollten vor jeder Fahrt die Auskunft von Vlexx und DB Regio prüfen, ob ihr Zug fährt und ob am Montag ein Ersatzbus eingesetzt wird. Arbeitgeber mit Beschäftigten an den betroffenen Strecken können für Montag mobiles Arbeiten oder einen späteren Arbeitsbeginn anbieten.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. dpa/lrsRechnerausfall bremst Bahnverkehr in der Pfalz (31. Oktober 2026, abgerufen bei der Rhein-Zeitung)
  2. Pfalz-ExpressErhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr durch Stellwerks-Ausfall in der Pfalz und um Alzey (31. Oktober 2026, nach Angaben des Zweckverbands ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd)
  3. Deutsche Bahn AGDB InfraGO: Zustandsnote des Schienennetzes 2025 konstant geblieben (Pressemitteilung)07.05.2026
  4. Deutscher Bundestag, hib 539/20262026 ist die Errichtung von 53 modernen Stellwerken geplant (1. Juli 2026, zur Antwort der Bundesregierung, Drucksache 21/6367)

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