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Forvia Hella hat von Januar bis September operativ 294 Millionen Euro verdient, 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Licht- und Elektronikzulieferer aus Lippstadt hielt den Umsatz stabil, zahlte aber mehr für Elektronikbauteile. Seine Jahresprognose bestätigt er, obwohl das vierte Quartal dafür deutlich besser laufen muss als das dritte.

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Inhalt 5 Abschnitte
  1. Warum verdient Hella trotz stabilem Umsatz weniger?
  2. Wie lief das dritte Quartal allein?
  3. Wie realistisch ist die Prognose?
  4. Was heißt das für Autohersteller und Einkäufer?
  5. Mehr Newshunger?

Man sei „in engem und intensivem Austausch mit unseren Kunden, um Preissteigerungen insbesondere bei Elektronikbauteilen zu kompensieren“, sagt Konzernchef Peter Laier.[1] Gemeint ist: Hella will die höheren Einkaufspreise an die Autohersteller weiterreichen. Ob das gelingt, entscheidet über das Jahresziel.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Das operative Ergebnis sank in neun Monaten auf 294 Millionen Euro (Vorjahr 338 Millionen), die Marge auf 5,0 Prozent (5,8 Prozent).
  • Der Umsatz lag bei 5,88 Milliarden Euro, währungsbereinigt 1,0 Prozent mehr, während die weltweite Fahrzeugproduktion um 0,7 Prozent schrumpfte.
  • Die Elektronik wuchs um 5,2 Prozent auf 2,71 Milliarden Euro, die Lichtsparte schrumpfte um 6,3 Prozent auf 2,56 Milliarden.
  • Der Netto-Cashflow lag bei minus 99 Millionen Euro, die Prognose für das Gesamtjahr bleibt bestätigt.

Warum verdient Hella trotz stabilem Umsatz weniger?

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Elektronik ist 2023 Hellas größter Geschäftsbereich. Wachstum durch 77-GHz-Radarsensoren, Stromverteilungsmodule und Batteriemanagementsysteme

Die Elektronik ist seit diesem Jahr erstmals der größte Geschäftsbereich des Konzerns. Sie wuchs vor allem mit 77-Gigahertz-Radarsensoren, einem intelligenten Stromverteilungsmodul und Batteriemanagementsystemen für das Niedervoltbordnetz.[1] Gerade dafür braucht Hella Elektronikbauteile, und deren höhere Kosten drückten nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-AFX das Ergebnis.[2]

Welche Bauteile teurer wurden, schlüsselt Hella nicht auf. Die Chiphersteller verdienen derzeit glänzend: SK Hynix behält von jedem Euro Umsatz fast 80 Cent als Betriebsgewinn, weil Speicher knapp ist. Für Zulieferer wie Hella ist das die Kostenseite, sie kaufen Halbleiter für Sensoren und Steuergeräte zu.

In der Lichtsparte fehlten Abrufe der Autohersteller, zudem liefen mehrere großvolumige Serienprojekte aus.[1] Schon im ersten Halbjahr kam die Lichtsparte nur noch auf 0,4 Prozent operative Marge.

Wie lief das dritte Quartal allein?

Im ersten Halbjahr hatte Hella 214 Millionen Euro operativ verdient, bei 3,97 Milliarden Euro Umsatz und 5,4 Prozent Marge.[3] Für Juli bis September bleiben damit rund 80 Millionen Euro bei rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz, eine Marge von gut 4 Prozent.

Auch beim Geld in der Kasse liegt Hella zurück. Der Netto-Cashflow fiel auf minus 99 Millionen Euro, nach plus 68 Millionen ein Jahr zuvor.[1]

Forvia Hella nach neun Monaten
Januar bis September 2026, in Klammern das Vorjahr
294 Mio. €
operatives Ergebnis (338 Mio. €), ein Minus von 12,9 %
5,0 %
operative Marge (5,8 %), Jahresziel am unteren Ende von 5,4 bis 6,0 %
−99 Mio. €
Netto-Cashflow (+68 Mio. €), Jahresziel mindestens 1,8 % vom Umsatz
2,71 Mrd. €
Umsatz der Elektronik (+5,2 %), das Licht kommt auf 2,56 Mrd. € (−6,3 %)

Operatives Ergebnis 2026, Schritt für Schritt

1. Halbjahr
214 Mio. € bei 3,97 Mrd. € Umsatz
3. Quartal
rund 80 Mio. € bei rund 1,9 Mrd. € Umsatz, gut 4 % Marge
4. Quartal
rund 120 Mio. € nötig für 5,4 % im Gesamtjahr (Rechnung Dr. Web)

Hella wächst mit Elektronik und zahlt dafür beim Einkauf drauf. Die Prognose hält nur, wenn die Autohersteller den Aufpreis tragen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Wie realistisch ist die Prognose?

Hella erwartet einen währungsbereinigten Umsatz in der oberen Hälfte von 7,4 bis 7,9 Milliarden Euro und eine operative Marge am unteren Ende von 5,4 bis 6,0 Prozent. Der Netto-Cashflow soll mindestens 1,8 Prozent vom Umsatz erreichen.[1] Bei rund 7,7 Milliarden Euro Umsatz bedeutet das nach Rechnung von Dr. Web rund 415 Millionen Euro operatives Ergebnis, im vierten Quartal also rund 120 Millionen Euro und knapp 7 Prozent Marge.

Beim Cashflow ist die Lücke größer: Von minus 99 Millionen Euro aus müsste Hella im Schlussquartal fast 240 Millionen Euro hereinholen. Laier setzt auf strenge Kostensteuerung, den Preisausgleich mit den Kunden und das Umbauprogramm der Lichtsparte, das zum Jahresende das Ergebnis verbessern soll.[1]

Was heißt das für Autohersteller und Einkäufer?

Die Nachforderungen treffen Hersteller, die selbst sparen. Audi verdiente im dritten Quartal operativ nur 29 Millionen Euro, Volkswagen hat die Entwicklung des ID. Golf auf Eis gelegt. Unternehmen, die Steuergeräte oder Sensoren zukaufen, sollten mit ähnlichen Forderungen ihrer Lieferanten rechnen und ihre Verträge auf Preisgleitklauseln für Halbleiter prüfen.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. HELLA GmbH & Co. KGaAFORVIA HELLA legt Finanzergebnisse für die ersten neun Monate 2026 vor (Pressemitteilung über EQS, 30. Oktober 2026, abgerufen bei boerse.de)
  2. dpa-AFXScheinwerferhersteller Forvia Hella mit stabilem Umsatz, Ergebnis geht zurück (30. Oktober 2026, abgerufen bei finanzen.net)
  3. dpa-AFXScheinwerferhersteller Forvia Hella bestätigt Prognose (31. Juli 2026, abgerufen bei extraETF)

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