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SK Hynix rechnet damit, dass Speicherchips bis 2030 knapp bleiben. Mehr als die Hälfte seiner Kapazität für 2027 und 2028 hat der Hersteller schon an 14 Großkunden vergeben. Im dritten Quartal verdiente er operativ umgerechnet 56,3 Milliarden Euro, mehr als siebenmal so viel wie ein Jahr zuvor.

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Der südkoreanische Konzern hat die Zahlen am Mittwochmorgen Ortszeit veröffentlicht. Der Umsatz stieg auf 104,6 Billionen Won (70,7 Mrd. Euro), erstmals mehr als 100 Billionen Won in einem Quartal.[1] Analysten hatten laut FnGuide mit einem Betriebsgewinn von 76,96 Billionen Won gerechnet, erreicht wurden 83,3 Billionen.[2] Die Zahlen sind vorläufig und noch nicht geprüft. Euro-Beträge zum Kurs vom 27. Oktober. Stand: Mittwoch, 2:00 Uhr.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Betriebsgewinn stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 632 % und gegenüber dem Vorquartal um 38 %, die Marge auf 79,7 %.
  • Der Nettogewinn sank gegenüber dem Vorquartal um 58 % auf 39,8 Billionen Won (26,9 Mrd. Euro).
  • Langfristverträge mit 14 Großkunden decken mehr als die Hälfte der Kapazität für 2027 und 2028 ab.
  • 2026 sollen rund 100 Billionen Won (67,5 Mrd. Euro) an die Aktionäre gehen.

Warum bleibt so viel vom Umsatz übrig?

Ein RAM-Riegel unter einer Glashaube mit einem „Reserviert“-Schild
SK Hynix erzielt Gewinne durch höhere HBM- und RAM-Preise, da diese schneller steigen als die Fertigungskosten

Die Marge kommt aus den Preisen, nicht aus der Menge. SK Hynix nennt als Grund die gestiegenen Preise für HBM, den aus gestapelten Chips aufgebauten Speicher in KI-Beschleunigern, und für gewöhnlichen Arbeitsspeicher.[1] Steigt der Preis je Chip schneller als die Kosten der Fertigung, landet fast jeder zusätzliche Won im Gewinn. Neue Kapazität kommt nur langsam: Das Werk M15X soll bis Jahresende voll ausgelastet sein, die erste Ausbaustufe in Yongin geht 2027 in den Vollbetrieb.[1] Der Boom trägt auch Südkoreas Wirtschaft, die im dritten Quartal um 1,0 % wuchs.

Die Knappheit verschiebt die Verhandlungsmacht zugunsten der Hersteller. Unter den 14 Vertragskunden sind große Cloud-Anbieter, die Preise bewegen sich in vereinbarten Spannen. Einzelne Verträge könnten länger als die üblichen fünf Jahre laufen.[1] Micron geht denselben Weg und lässt sich Abnahmeverträge mit Geld absichern, das die Kunden vorab hinterlegen. Was danach für den freien Markt bleibt, wird für Modul- und PC-Hersteller knapp.

SK Hynix im dritten Quartal 2026
Vorläufige, ungeprüfte Zahlen vom 28. Oktober 2026, Euro zum Kurs vom 27. Oktober (1.000 Won = 0,68 Euro)
56,3 Mrd. €
Betriebsgewinn im Quartal, mehr als siebenmal so viel wie ein Jahr zuvor
79,7 %
operative Marge: so viel vom Umsatz bleibt als Betriebsgewinn
über 50 %
der Kapazität für 2027 und 2028 per Langfristvertrag an 14 Großkunden vergeben
67,5 Mrd. €
geplante Ausschüttung an die Aktionäre 2026, davon mindestens 20,3 Mrd. € Dividende

Operative Marge je Quartal

3. Quartal 2025
47 %
1. Quartal 2026
72 %
2. Quartal 2026
76,3 %
3. Quartal 2026
79,7 %

Warum sinkt der Nettogewinn trotzdem?

Im zweiten Quartal lag der Nettogewinn mit 93,9 Billionen Won weit über dem Betriebsgewinn von 60,5 Billionen. Das spricht für hohe Sondererträge außerhalb des Kerngeschäfts in jenem Quartal; die Mitteilung schlüsselt sie nicht auf.[1] Einen Teil der Gewinne aus der Beteiligung am japanischen Speicherhersteller Kioxia gibt SK Hynix als Sonderdividende von 10.000 Won je Aktie weiter.

Die Börse reagiert verhalten auf den Rekord. Laut Aju Press hat die Aktie seit ihrem Hoch im Juni mehr als die Hälfte verloren, allein im Oktober rund ein Viertel.[2] Speicher war über Jahrzehnte ein Geschäft mit Preiszyklen: Auf Knappheit folgten neue Fabriken und Preisverfall, wie die Geschichte der Speicherpreise seit 1960 zeigt. SK Hynix setzt mit der Prognose bis 2030 dagegen.

Achtzig Prozent Marge bezahlt am Ende jeder Betrieb mit, der einen Server oder ein Notebook kauft.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was heißt das für Einkäufer in Europa?

Für deutsche Unternehmen ist die Prognose bis 2030 die eigentliche Nachricht. Vergeben die Hersteller ihre Kapazität über Jahre an Cloud-Anbieter, bleibt für den Handel weniger. Schon jetzt bremst der Speicher die Auslieferung von KI-Servern. Daraus folgt:

  • IT-Leiter planen Server- und Notebook-Käufe für 2027 jetzt und fragen Händler nach Preiszusagen über mehrere Monate.
  • Firmen, die KI-Rechenleistung brauchen, prüfen Mietangebote, etwa im Vergleich von 30 GPU-Server-Anbietern.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. SK hynixSK hynix Announces 3Q26 Financial Results (PR Newswire, 28. Oktober 2026), vorläufige, ungeprüfte Zahlen nach K-IFRS
  2. Aju PressSK hynix Q3 operating profit hits record $63 bn (28. Oktober 2026), mit der FnGuide-Erwartung und dem Kursverlauf der Aktie
  3. Seoul Economic Daily (Kim Yoon-soo)SK hynix Q3 Operating Profit Ranks Third Among Global Tech Giants28.10.2026

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