Nvidia kauft für 3 Mrd. Dollar, rund 2,6 Mrd. Euro, neue Aktien von Meta. In derselben Mitteilung kündigt Meta an, mehr Rechenzentren mit Nvidias Plattform Vera Rubin auszurüsten. Ausgabepreis und Wert des Chipauftrags stehen noch nicht fest.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenBeide Konzerne gaben die Vereinbarung am Dienstagmorgen gemeinsam bekannt.[1] Am Montag hatten Nvidia, AMD und Broadcom laut Metas Prospekt nur unverbindlich Interesse an neuen A-Aktien für zusammen bis zu 5 Mrd. Dollar bekundet.[3] Nvidia legt sich nun auf 3 Mrd. fest. Stand: Dienstag, 27. Oktober, 9:30 Uhr; ob und in welchem Umfang AMD und Broadcom zeichnen, ist offen.
Das Wichtigste in Kürze
- Nvidia beteiligt sich mit 3 Mrd. Dollar an der Kapitalerhöhung, die Meta am Montag eingeleitet hat.
- Meta will zusätzlich Vera-Rubin-Systeme, Vera-Prozessoren und Netzwerktechnik von Nvidia einsetzen, Stückzahlen nennen beide nicht.
- Gemeinsam wollen die Konzerne Training und Betrieb von Metas KI-Modellen der Reihe Muse beschleunigen.
- Der Ausgabepreis der neuen Aktien steht noch aus.
Was kauft Nvidia, und was kauft Meta?

Meta bietet seit Montag Stammaktien der Klasse A für 22,5 Mrd. Dollar an, die erst bei Abwicklung von Terminverkäufen geliefert werden, dazu für 12,5 Mrd. Dollar Vorzugsaktien, die 2029 automatisch zu Stammaktien werden. Zusammen sind das rund 35 Mrd. Dollar.[3] In welche Tranche Nvidias Geld fließt, sagt die Mitteilung nicht. Laut Prospekt sollten die drei Chipkonzerne A-Aktien zum selben Preis und zu denselben Bedingungen bekommen wie alle anderen Käufer.
Meta kündigt zugleich an, mehr Rechenzentren mit Nvidias nächster Plattform Vera Rubin und den Vera-Prozessoren auszustatten, dazu kommen Ethernet-Technik der Reihe Spectrum-X und die Netzwerkprozessoren BlueField-4.[1] Schon im Februar hatten beide einen Mehrjahresvertrag über Millionen Grafikprozessoren der Generationen Blackwell und Rubin geschlossen.[2] Außerdem prüft Meta Nvidias Referenzarchitektur OpenShell, mit der sich KI-Agenten abgeschirmt betreiben und überwachen lassen.
Warum steigt ein Lieferant bei seinem Kunden ein?
Meta steckte im dritten Quartal mehr Geld in Rechenzentren, als das laufende Geschäft einbrachte, und sucht deshalb frisches Eigenkapital. Nvidia wird damit Miteigentümer eines Kunden, der sich unabhängiger machen will: Ab September wollte Meta den eigenen KI-Chip Iris fertigen lassen, entwickelt mit Broadcom. Das Training großer Modelle lief bisher weiter auf Chips von Nvidia und AMD.
Ähnliche Konstruktionen kennt die Branche. Für OpenAIs Rechenzentrum in Ohio wollte Nvidia Kredite absichern und kürzte die Garantie im August laut Wall Street Journal auf unter 104 Mrd. Euro. Bei CoreWeave muss Nvidia ungenutzte Rechenzeit abnehmen. Kritiker sprechen von Kreislauffinanzierung, weil Geld des Chipherstellers als Chipbestellung zurückkommt. Bei Meta stehen Beteiligung und Auftrag in derselben Mitteilung.
Wie Meta und Nvidia zusammenrücken
Ein Lieferant, der beim Kunden einsteigt, finanziert die Nachfrage nach seinen eigenen Chips ein Stück weit mit.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Anleger und Unternehmen im deutschsprachigen Raum?
Für Meta-Aktionäre in Deutschland, Österreich und der Schweiz zählt zunächst der Ausgabepreis: Je tiefer er unter dem Börsenkurs liegt, desto stärker verwässern die neuen Aktien den Anteil der bisherigen Eigentümer. Laut Prospekt sollten die Chipkonzerne denselben Preis zahlen wie alle anderen Käufer.[3] Ob das auch für Nvidias feste Zusage gilt, sagt die Mitteilung nicht.
Unternehmen, die Metas Modelle einsetzen, etwa das frei herunterladbare Muse Spark Open, haben erst etwas davon, wenn die neuen Systeme laufen. Einen Termin nennen Nvidia und Meta nicht. Bis zur Zuteilung lohnt der Blick auf:
- den Ausgabepreis der A-Aktien und der Vorzugsaktien, sobald Meta ihn meldet
- mögliche Zusagen von AMD und Broadcom aus der restlichen Interessenbekundung
- die Quartalszahlen von Alphabet, Microsoft und Amazon in dieser Woche
- den 19. Januar 2027, an dem Meta seine Aktien ohne Stimmrecht ausgibt
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Nvidia und MetaNVIDIA and Meta to Expand Collaboration on Muse and Muse Family of Models Amid Robust Growth, gemeinsame Mitteilung über GlobeNewswire
- Pure AINVIDIA Expands Multiyear AI Infrastructure Deal with Meta
- Meta PlatformsVorläufiger Prospektnachtrag, Form 424B5, Angebot der Class A Common Stock (SEC, 26. Oktober 2026), Abschnitt „Indication of Interest“
Mehr Newshunger?
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