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Meta bietet seit Montag neue Aktien im Wert von rund 35 Milliarden Dollar an, ab 2027 sollen bis zu 60 Milliarden Dollar folgen. Zusammen sind das bis zu 95 Milliarden Dollar, umgerechnet knapp 83 Milliarden Euro. Die Papiere der zweiten Runde geben ihren Käufern kein Stimmrecht.

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Im dritten Quartal floss bei Meta mehr Geld in Rechenzentren, Chips und Server, als das laufende Geschäft einbrachte: Die Investitionen von 30,4 Milliarden Euro überstiegen den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft um 1,8 Milliarden Euro.[2] Für das ganze Jahr 2026 plant der Konzern Investitionen von 117 bis 126 Milliarden Euro ein. Diese Lücke will Meta künftig mit frischem Eigenkapital schließen.[1] Dividende und Wandlungskurs der Vorzugsaktien stehen erst nach der Platzierung fest (Stand: Montag, 26. Oktober, 13 Uhr).

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Meta verkauft Stammaktien der Klasse A für 19,6 Milliarden Euro und Pflichtwandel-Vorzugsaktien für 10,9 Milliarden Euro.
  • Nvidia, AMD und Broadcom haben unverbindlich Interesse an A-Aktien für zusammen bis zu 4,35 Milliarden Euro bekundet.
  • Ab dem ersten Quartal 2027 will Meta über die Börse laufend stimmrechtslose Aktien der Klasse C für bis zu 52,2 Milliarden Euro verkaufen.
  • Ein Sonderausschuss des Verwaltungsrats fürchtet, dass Kredite in Milliardenhöhe das Rating des Konzerns verschlechtern könnten.

Warum leiht sich Meta das Geld nicht einfach?

Sparschwein, Schloss, Münzen, Schild „Ohne Stimme“ auf weiß
Meta hielt Ende September 71,7 Milliarden Euro Bargeld und Wertpapiere bei 70,4 Milliarden Euro Schulden. Weitere Kredite könnten die Kreditwürdigkeit gefährden, daher setzt Meta auf Aktienfinanzierung

Ende September hielt Meta 71,7 Milliarden Euro an Barmitteln und Wertpapieren, die langfristigen Schulden lagen bei 70,4 Milliarden Euro.[2] Weitere Kredite in der Größenordnung des Ausbaus könnten nach Einschätzung eines Sonderausschusses des Verwaltungsrats die Kreditwürdigkeit belasten.[3] Deshalb setzt Meta auf Aktien, die nie zurückgezahlt werden müssen. SpaceX hat dagegen am Wochenende einen Kredit über 34,8 Milliarden Euro aufgenommen.

Für die A-Aktien nutzt Meta Terminverkäufe: Morgan Stanley und Goldman Sachs verkaufen sofort geliehene Meta-Aktien, Meta liefert die neuen Aktien bei der Abwicklung nach und bekommt dann das Geld, spätestens am 19. November 2027.[1] Die Vorzugsaktien bringen bis zur Wandlung eine Dividende und werden um den 15. August 2029 automatisch zu Stammaktien.

Was ändert die Aktie ohne Stimmrecht?

Die C-Aktien entstehen am 19. Januar 2027 als Aktiendividende: Für jede A- und B-Aktie bekommen die Eigentümer eine C-Aktie dazu.[3] Erst danach kann Meta weitere C-Aktien verkaufen. Mark Zuckerberg kontrollierte am 1. Oktober 60,6 Prozent der Stimmen, der Verkauf weiterer C-Aktien ändert an diesem Anteil nichts. Seine eigenen C-Aktien darf der Gründer nur schrittweise verkaufen, außerdem hat er sich verpflichtet, acht Jahre lang in Kalifornien zu wohnen.

Das Vorbild lieferte Google: Im April 2014 gab der Suchkonzern auf dieselbe Weise je A- und B-Aktie eine C-Aktie ohne Stimmrecht aus und sicherte so den Gründern die Kontrolle.[4]

Meta braucht für seine Rechenzentren inzwischen das Geld der Aktionäre, mitreden sollen sie dabei nicht.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Metas Rechnung für den KI-Ausbau
Kapitalerhöhung, Investitionen und Stimmrechte im Überblick
30,5 Mrd. €
beträgt das Volumen der A- und Vorzugsaktien, die Meta seit dem 26. Oktober 2026 anbietet
52,2 Mrd. €
sollen ab dem ersten Quartal 2027 über stimmrechtslose C-Aktien folgen
117–126 Mrd. €
plant Meta 2026 für Rechenzentren, Chips und Server ein
1,8 Mrd. €
fehlten im dritten Quartal, nachdem Meta seine Investitionen bezahlt hatte (negativer freier Cashflow)
60,6 %
der Stimmrechte lagen am 1. Oktober 2026 bei Mark Zuckerberg

Was bedeutet das für Anleger im deutschsprachigen Raum?

Stimmrechtslose Aktien kennt auch der deutsche Kurszettel, etwa bei Volkswagen oder Henkel. Das Aktiengesetz verlangt dafür aber einen Vorzug bei der Dividende.[5] Die C-Aktie von Meta ist bei Dividende und Liquidationserlös den A-Aktien gleichgestellt, einen Ausgleich für das fehlende Stimmrecht sieht Meta nicht vor.[3]

Ob Alphabet, Microsoft und Amazon ähnliche Schritte planen, könnten ihre Quartalszahlen in dieser Woche zeigen. OpenAI senkte vergangene Woche sein Bewertungsziel, weil Investoren zögerten. Für Meta-Aktionäre heißt das:

  • Nach dem 19. Januar 2027 steht eine zweite Meta-Position im Depot. Der Kurs der A-Aktie sinkt dann rechnerisch, weil sich der Unternehmenswert auf doppelt so viele Aktien verteilt. Prüfen Sie Stop-Loss-Aufträge vorher.
  • Mit den Quartalszahlen kündigte Meta auch für 2027 hohe Investitionen an, eine Zahl nennt der Konzern noch nicht.[2]

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. MetaMeta Announces Launch of Offering of Depositary Shares Representing Series A Mandatory Convertible Preferred Stock and Offering of Class A Common Stock in Connection with Forward Sale Agreements, Pressemitteilung im Wortlaut26.10.2026
  2. MetaMeta Reports Third Quarter 2026 Results21.10.2026
  3. MetaInformation Statement, Form PRE 14C21.10.2026
  4. S&P Dow Jones IndicesTreatment of Google Stock Split in the S&P 100 and S&P 50003.02.2014
  5. Aktiengesetz§ 139 AktG, Wesen der Vorzugsaktien ohne Stimmrecht

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