General Motors hat einen Zehnjahresvertrag über Magnete für Elektromotoren gekündigt, laut Reuters trifft die Kündigung das neue US-Werk der Hanauer Vacuumschmelze. Der Magnethersteller verlangt in einem Schiedsverfahren die vereinbarten Zahlungen. Vom Ausgang hängt auch der Kaufpreis von 1,9 Milliarden Dollar ab, umgerechnet 1,7 Milliarden Euro, den der US-Konzern Energy Fuels für die Vacuumschmelze zahlen will.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAm 1. Juli 2026 ging bei eVAC Magnetics, der US-Tochter der Vacuumschmelze, die Kündigung des Abnahmevertrags ein, für den das Werk in Sumter gebaut worden war. Sechs Tage später rief eVAC ein Schiedsgericht an, um die Kündigung für unrechtmäßig erklären zu lassen.[3] Mitte Juli feierte das Unternehmen in South Carolina trotzdem die Eröffnung des Werks.
Das Wichtigste in Kürze
- General Motors hat laut Reuters den Magnet-Liefervertrag mit der US-Tochter der Vacuumschmelze gekündigt.
- Das Werk in Sumter kann 2.000 Tonnen Dauermagnete im Jahr fertigen und entstand für diesen Vertrag.
- Fällt die Einigung schlechter aus als angenommen, sinkt der Kaufpreis für die Übernahme durch Energy Fuels.
- Die Vacuumschmelze beschäftigt rund 3.500 Menschen, Hauptsitz und wichtigstes Werk liegen in Hanau.
Warum kündigt GM den Magnetvertrag?

Den Namen des Kunden nennt Energy Fuels in seinen Börsenunterlagen nicht, laut Reuters ist der Kunde General Motors.[1] GM schreibt im Quartalsbericht, ein Zulieferer von Bauteilen für die Antriebsmotoren von Elektroautos verlange seit Juli Schadenersatz, nachdem der Konzern einen strategischen Liefervertrag gekündigt habe.[2]
Die Kündigung passt zur Neuausrichtung, mit der GM seine Elektroauto-Pläne zurückschraubt. Für das Jahr 2025 buchte der Konzern dafür Belastungen von umgerechnet 7,1 Milliarden Euro, darunter Vergleiche mit Lieferanten und Entschädigungen für vorzeitig beendete Verträge. Von Januar bis September 2026 kamen weitere 3,2 Milliarden Euro hinzu, davon 1,2 Milliarden Euro Verluste aus Lieferverträgen.[2] Als weiteren Lieferanten hat GM MP Materials gewonnen, das ab dem vierten Quartal 2026 Magnete aus Texas liefern will.
Was steht für die Vacuumschmelze auf dem Spiel?
Das Werk in Sumter produziert seit dem vierten Quartal 2025 und kann 2.000 Tonnen Dauermagnete im Jahr herstellen, ausbaufähig auf 12.000 Tonnen. Die US-Regierung förderte den Bau mit Steuergutschriften.[3] Laut Reuters sollten rund 90 Prozent der Produktion an GM gehen.[1]
In den Zahlen der Vacuumschmelze steht der Streit bereits: Für das erste Halbjahr 2026 bildete die Gruppe eine Wertberichtigung auf Forderungen gegenüber dem Kunden. Die Geschäftsführung hat geprüft, ob die Gruppe ihr Geschäft fortführen kann, und hält die Mittel für mindestens zwölf Monate für ausreichend. Energy Fuels kannte den Streit aus den Verhandlungen und vereinbarte am 13. Oktober eine Anpassung des Kaufpreises.[3]
Die Vacuumschmelze hat in Sumter für einen einzigen Großkunden gebaut, jetzt hängt das Werk an GMs Elektroauto-Plänen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Streit für Hanau und Europas Magnete?
In Hanau sitzen Zentrale, Forschung und das wichtigste Werk der Gruppe, das bis zu 1.000 Tonnen Dauermagnete im Jahr fertigen kann. Mit Dauermagneten setzte die Vacuumschmelze 2025 rund 79 Millionen Euro um, knapp ein Viertel des Umsatzes. Energy Fuels will Hanau als Sitz der Magnetsparte behalten und plant keine wesentlichen Änderungen bei der Belegschaft.[3]
Europa bezieht 98 Prozent seiner Magnete für Elektromotoren aus China. Deutschland stellt acht strategische EU-Rohstoffprojekte, darunter das Recycling Seltener Erden aus Magneten. Für Einkäufer von Antrieben lohnt deshalb der Blick in die Verträge ihrer Magnetlieferanten außerhalb Chinas: Wie viele Großkunden hat das Werk, und welche Mindestmengen sind fest vereinbart?
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- ReutersBericht über die Kündigung des Magnet-Liefervertrags für das Werk in South Carolina durch GM, gestützt auf Unterlagen und eine mit dem Vorgang vertraute Person (22. Oktober 2026, Registrierung erforderlich)
- General MotorsQuartalsbericht (Form 10-Q) zum dritten Quartal 2026, Abschnitte „EV Supply Arbitrations“ (Note 13) und „EV strategic realignment“ (Note 15), eingereicht am 20. Oktober 2026
- Energy FuelsForm 8-K zur Änderung der Übernahmevereinbarung für VAC mit Angaben zu Geschäft, Werken und Kundenstreit der Vacuumschmelze (Bericht vom 13. Oktober 2026)
Mehr Newshunger?
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