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Audi will für rund 4 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 3,5 Milliarden Euro, sein erstes eigenes Werk in den USA bauen. Im Vollbetrieb ab 2031 sollen auf dem Industriegelände Middle Georgia Megasite bis zu 200.000 große SUV im Jahr entstehen, dazu rund 4.500 Arbeitsplätze. Beschlossen ist das Projekt noch nicht: Der Aufsichtsrat von Volkswagen muss zustimmen.

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Die Fläche in Peach County hatte Georgia nach den Worten von Gouverneur Brian Kemp eigens für einen großen Autohersteller gekauft und erschlossen. Am 24. Oktober gaben Kemp und Audi-Chef Gernot Döllner die Standortwahl bekannt,[2] Audi bestätigte die Pläne am 25. Oktober.[1] Ende September hatte das Handelsblatt erstmals über Pläne für ein eigenes US-Werk berichtet.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Audi plant für das Werk in Peach County rund 3,5 Milliarden Euro ein.
  • Den Vollbetrieb mit 200.000 Fahrzeugen im Jahr erwartet Georgia für 2031.
  • Die US-Zölle kosteten Audi 2025 rund 1,2 Milliarden Euro.
  • Laut Betriebsrat muss der Aufsichtsrat von Volkswagen dem Werk noch zustimmen.

Warum reicht der Export aus Europa nicht mehr?

Modell Fabrikgebäude mit Pfirsich auf dem Dach und einer Schranke vor weißem Hintergrund
Audi zahlt 1,2 Milliarden Euro Zoll auf US-Importe, während die Verkäufe in Nordamerika um 17 Prozent sinken

Seit August 2025 verlangen die USA für Autos und Autoteile aus der EU 15 Prozent Zoll.[5] Anders als BMW und Mercedes-Benz hat Audi dort kein Werk. Audis Zolllast summierte sich 2025 auf rund 1,2 Milliarden Euro.[4]

Zugleich schrumpft der Absatz. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte Audi in Nordamerika ohne Mexiko 82.187 Autos aus, knapp 17 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.[3] Aufs Jahr hochgerechnet wären das rund 164.000 Fahrzeuge, das neue Werk ist auf 200.000 ausgelegt. Audi setzt also auf Wachstum, mit SUV für amerikanische Kunden, und will Handels- und Währungsrisiken verringern.[1]

Bei der Wahl von Georgia nannte Audi laut Gouverneursbüro die kurze Zeit bis zum Produktionsstart, die Fachkräfte, den Zugang zu den Absatzmärkten und die nahen Zulieferer. Versorgungsleitungen liegen direkt am Gelände, ein Güterzug erreicht die Häfen Savannah und Brunswick in weniger als fünf Stunden.[2]

Was ist schon entschieden?

Unterschrieben ist laut Döllner eine Vereinbarung mit dem Bundesstaat, die nun in den Gremien beraten wird. Jörg Schlagbauer, Vorsitzender des Audi-Gesamtbetriebsrats, sagte dem SWR, zum US-Werk lägen „keine abschließenden Beschlüsse“ vor. Entscheiden muss laut einem Sprecher des VW-Betriebsrats der Aufsichtsrat von Volkswagen.[6]

Beim Zeitplan weichen Audi und Georgia voneinander ab. Audi nennt 2027 als Baubeginn und den Anfang der 2030er-Jahre als Produktionsstart.[1] Georgia plant für 2027 die Erdarbeiten, für 2028 den Hochbau und für 2031 den Vollbetrieb.[2]

Für das Geld, das Audi in knapp drei Jahren an US-Zoll zahlt, bekommt der Konzern in Georgia ein ganzes Werk.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Audis erstes US-Werk: Zoll, Absatz und Zeitplan
Investition und Kapazität laut Audi und dem Büro des Gouverneurs von Georgia, Zölle und Auslieferungen laut Audi, Stand 26. Oktober 2026.
3,5 Mrd. €
will Audi in Georgia investieren, angekündigt als 4 Milliarden Dollar
4.500
Arbeitsplätze sollen im Werk entstehen
200.000
Fahrzeuge im Jahr im Vollbetrieb ab 2031
1,2 Mrd. €
kosteten die US-Zölle Audi im Jahr 2025

Vom Importzoll zum eigenen Werk

ZeitpunktEreignis
August 2025USA und EU einigen sich auf 15 Prozent Zoll für Autos aus der EU
1. Halbjahr 2026Audi liefert in Nordamerika ohne Mexiko 82.187 Autos aus, knapp 17 Prozent weniger
24. Oktober 2026Georgia und Audi geben den Standort in Peach County bekannt
2027Erdarbeiten laut Georgia, Baubeginn laut Audi
2028Hochbau laut Georgia
2031Vollbetrieb mit bis zu 200.000 Fahrzeugen im Jahr

Was heißt das Werk für Neckarsulm, Ingolstadt und Zulieferer?

In Georgia sollen laut SWR die großen SUV Q7, Q8 und Q9 entstehen, die bisher im slowakischen Bratislava vom Band laufen.[6] Ein deutsches Werk verliert damit nicht unmittelbar ein Modell. Verlagert der Konzern zum Ausgleich Modelle aus Deutschland nach Bratislava, fehlte diese Auslastung aber in Neckarsulm oder Ingolstadt. Für Neckarsulm, wo Audi per Schlechtwetterklausel Sparverhandlungen erzwungen hat, müssen bis Juni 2027 Vorschläge auf dem Tisch liegen, wie das Werk seine Kosten deutlich senkt. Deutschland und Europa bleiben laut Audi das industrielle Rückgrat.[1]

Produktionsvorstand Gerd Walker will in Georgia ein dichtes Netz von Zulieferern vor Ort aufbauen.[1] Für Zulieferer mit Teilen für die großen SUV beginnt damit die Planung:

  • Klären Sie bis zum geplanten Hochbau 2028, ob Sie Audi mit eigener Fertigung oder einem Partner in die USA folgen. Teile aus der EU kosten an der US-Grenze ebenfalls 15 Prozent Zoll.[5] Miele ist diesen Weg mit seinem Ausbau in den USA schon gegangen.
  • Binden Sie Kapital für Georgia erst nach dem Beschluss des VW-Aufsichtsrats.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. AUDI AGAudi plant ersten US-Produktionsstandort in Georgia: Investition von 4 Milliarden US-Dollar und 4.500 neue Arbeitsplätze25.10.2026
  2. Office of the Governor of GeorgiaGov. Kemp: Audi AG Selects Georgia to Invest $4 Billion in First US Manufacturing Facility (24. Oktober 2026, englisch)
  3. AUDI AGAudi Konzern hält operatives Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 trotz schwieriger Märkte stabil27.07.2026
  4. AUDI AGStarkes Jahresende: Audi Konzern schließt 2025 mit solider Performance ab17.03.2026
  5. The White HouseJoint Statement on a United States-European Union Framework on an Agreement on Reciprocal, Fair, and Balanced Trade (21. August 2025, englisch)
  6. SWR AktuellAudi baut eigenes Werk in den USA25.10.2026

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