Seit dem 20. Oktober lässt sich WordPress 7.2 als Beta testen, die zweite Beta folgt am 27. Oktober. Unter der Haube fällt ein alter Baustein weg: Das Backend bündelt seine Skripte nicht mehr über load-scripts.php. Bilder werden künftig auch in der Mediathek im Browser verkleinert.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenIm Januar 2009 schnürte WordPress die Skripte des Backends erstmals zu Paketen und sparte so mehr als die Hälfte der HTTP-Anfragen.[3] Mit Beta 1 antworten load-scripts.php und load-styles.php nur noch mit dem Statuscode 410 Gone.[4]
Das Wichtigste in Kürze
- Beta 3 und 4 folgen am 3. und 10. November, der erste Release Candidate am 17. November.[2]
- Das Backend lädt jede Datei einzeln und holt die der nächsten Admin-Seite vorab.
- Die Mediathek verarbeitet Bilder im Browser, wie bisher der Block-Editor.
- Neu für Redaktionen sind Textschatten und Emoji-Reaktionen auf Notizen.
Warum gibt WordPress das Bündeln der Skripte auf?

Das Bündeln stammt aus der Zeit von HTTP/1.1, als Browser nur wenige Verbindungen je Server öffneten. Der Preis: Jede Admin-Seite bekam ihr eigenes Paket, das sich im Browser-Cache schlecht wiederverwenden ließ. Unter HTTP/2 laufen viele Dateien parallel, einzeln geladene Dateien bleiben zwischengespeichert und stehen jeder Seite zur Verfügung.[3] Für flotte Seitenwechsel lädt WordPress 7.2 die Dateien der wahrscheinlich als Nächstes aufgerufenen Admin-Seite vorab.[1]
Laut Begründung der Entwickler war das Bündeln zudem eine Fehlerquelle: SCRIPT_DEBUG und zwei Filter blieben wirkungslos, Inline-Styles konnten doppelt erscheinen. Die Konstante CONCATENATE_SCRIPTS, mit der Administratoren das Bündeln steuerten, liest WordPress nicht mehr aus.[4]
2018 zeigte die Sicherheitslücke CVE-2018-6389, dass Fremde ohne Anmeldung über load-scripts.php alle registrierten Skripte immer wieder laden lassen und so den Server auslasten konnten.[5] Ab Version 7.2 antwortet die Datei, ohne WordPress zu starten. Anfragen von Bots kosten den Server so laut den Entwicklern fast nichts mehr, der alte Angriffsweg läuft ins Leere.[4]
Was ändert sich bei Bildern und im Editor?
Seit WordPress 7.1 werden Bilder im Block-Editor im Browser verkleinert und umgewandelt, mit einer WebAssembly-Fassung der Bildbibliothek libvips.[6] Version 7.2 überträgt das Verfahren auf die Mediathek.[1] Laut Entwicklerhinweis zu 7.1 scheitern große Fotos nicht mehr am Speicherlimit von PHP, JPEG-Dateien fallen rund 15 % kleiner aus. Die vollständige Verarbeitung lief in 7.1 nur in Chromium-Browsern wie Chrome und Edge, in anderen Browsern rechnet weiter der Server.[6]
Im Editor lassen sich Textschatten je Block oder in der theme.json festlegen, Notizen stehen am Textrand. Die responsiven Einstellungen aus WordPress 7.1 „Mary Lou“ gelten jetzt auch für Galerien.[1] Plugin-Entwickler bekommen mit der Secrets API einen verschlüsselten Speicher für API-Schlüssel. Ebenfalls für 7.2 vorgesehen waren ein neu geschriebener HTML-Filter wp_kses und ein neues Linkziel für das WordPress-Logo in der Werkzeugleiste.
Die wichtigsten Änderungen in WordPress 7.2 sieht keine Redaktion, sie stecken in Firewall-Regeln, Bild-Plugins und der wp-config.php.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Zeitplan bis zur Veröffentlichung
Was sollten Betreiber und Agenturen bis Dezember testen?
Die Beta gehört nicht auf Live-Websites, betonen die Entwickler. Getestet wird auf einer Staging-Kopie, etwa per WP-CLI mit wp core update --version=7.2-beta1 oder im WordPress Playground.[1]
- Durchsuchen Sie Firewall-Regeln, CDN-Einstellungen und Sicherheits-Plugins nach load-scripts.php. Einen Eintrag CONCATENATE_SCRIPTS in der wp-config.php können Sie löschen.
- Schalten Sie das Debug-Log ein: Plugins, die als veraltet markierte Funktionen wie script_concat_settings() aufrufen, hinterlassen dort Hinweise.[4]
- Verwendet Ihre Website eine Content Security Policy, braucht die Direktive worker-src den Eintrag blob:, sonst rechnet wieder der Server.[6]
- Prüfen Sie Plugins zur Bildoptimierung: Die Hooks wp_image_editors und image_make_intermediate_size werden bei der Verarbeitung im Browser nicht ausgelöst.[6]
- Sichern Sie die Website vor dem Update, etwa mit einem der Backup-Plugins für WordPress. Fehlt beim Hoster eine Testumgebung, hilft der WordPress-Hosting-Vergleich.
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- WordPress.orgWordPress 7.2 Beta 1 is Ready for Download and Testing (20. Oktober 2026, englisch)
- Make WordPress CoreWordPress 7.2, Release-Team und Zeitplan (abgerufen am 26. Oktober 2026, englisch)
- WordPress TracTicket #57548 „Stop concatenating scripts and stylesheets in wp-admin and retire load-scripts.php and load-styles.php“ (englisch)
- WordPress TracChangeset 64585 „Script Loader: Retire script and style concatenation“ (englisch)
- CVE-ProgrammCVE-2018-6389, Denial of Service über load-scripts.php in WordPress bis 4.9.2 (Februar 2018, englisch)
- Make WordPress CoreClient-side media processing in WordPress 7.1 (22. Juli 2026, englisch)
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