WordPress 7.1 „Mary Lou“ ist seit dem 19. August verfügbar und verlagert Design-Arbeit, die bisher eigenes CSS verlangte, direkt in den Editor. Responsive Abstände und Hover-Zustände gestaltet der Site-Editor jetzt ohne eine Zeile Code, dazu kommen neue Blöcke und ein Medien-Editor. Der Aufruf „jetzt aktualisieren“ stimmt, verdient bei einem großen Release aber einen kurzen Test vorab.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenVeröffentlicht hat das Projekt die Version zum Abschluss des WordCamp US in Phoenix, benannt nach der Jazzpianistin Mary Lou Williams.[1] Über 800 Mitwirkende haben rund 1.500 Änderungen und Fehlerbehebungen beigesteuert. Die Stoßrichtung bleibt dieselbe wie bei der Vorgängerversion 7.0 „Armstrong“: mehr Gestaltungshoheit im Block-Editor, ohne den Umweg über Zusatz-Plugins.
Das Wichtigste in Kürze
- WordPress 7.1 „Mary Lou“ ist am 19. August erschienen, das zweite große Release des Jahres nach 7.0 „Armstrong“.
- Blöcke lassen sich jetzt pro Bildschirmgröße und für Zustände wie Hover gestalten, ganz ohne eigenes CSS.
- Neu sind Blöcke für Tabs und Playlists sowie ein Medien-Editor mit freiem Zuschnitt und Formaten wie AVIF und HEIC.
- Vor dem Update lohnt ein Test, denn jQuery UI springt auf 1.14.2 und Block-CSS wird nur noch bei Bedarf ausgegeben.
Was steckt in „Mary Lou“?

Design ohne CSS ist die Kernneuerung. Der Site-Editor, das Herzstück von Gutenberg, stylt Blöcke jetzt pro Bildschirmgröße und reagiert auf Zustände wie Hover, Fokus und aktiv. Bisher verlangte jeder Umbruchpunkt einen Griff zur Code-Ansicht, jetzt genügt das Menü.
Dazu kommen zwei neue Blöcke, ein Tabs-Block und eine Playlist mit optionaler Wellenform, sowie ein überarbeiteter Medien-Editor. Bilder lassen sich frei zuschneiden, drehen und spiegeln. Moderne Formate wie AVIF und HEIC verarbeitet WordPress nun im Browser, was den Server entlastet. Auch die Notizen für die Team-Arbeit haben jetzt Rich-Text, @-Erwähnungen und einen Vorschlagsmodus.
Warum ein Test vor dem Update?
Bruchstellen im Detail stecken im Kleingedruckten. Der mitgelieferte Baustein jQuery UI springt auf Version 1.14.2, was ältere Plugins mit eigener Oberfläche aus dem Tritt bringen kann.[2] Zusätzlich gibt WordPress das CSS mancher Blöcke jetzt nur noch aus, wenn der Block auf der Seite wirklich vorkommt.
Für die meisten Seiten bleibt das folgenlos. Inhalte, die per Shortcode oder aus anderen Quellen nachgeladen werden, verlieren dagegen unter Umständen ihre Styles. Auch der vollständig ins iframe verlagerte Editor betrifft Plugins, die eigene Meta-Boxen einklinken.
Ein großes WordPress-Release ist kein Grund zur Eile, sondern zur Sorgfalt.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was DACH-Betreiber jetzt tun sollten
Erst sichern, dann klicken. Vor dem Sprung auf 7.1 gehört ein vollständiges Backup an den Anfang, gefolgt von einem Test auf einer Staging-Kopie statt auf der Live-Seite. Dort zeigt sich schnell, ob ein Plugin mit der neuen jQuery-UI-Version oder dem iframe-Editor hadert.
Managed-Hosting-Kunden aus unserem WordPress-Hosting-Vergleich spielen große Versionen oft gestaffelt und nach eigenem Test ein. Wichtig bleibt trotzdem, zeitnah auf 7.1 zu gehen, weil der Sicherheits-Support dem jeweils aktuellen Zweig folgt, wie zuletzt beim Sicherheitsupdate auf 7.0.3. Welche Baustelle zuerst drankommt, ordnet unser Risiko-Score für WordPress-Lücken ein. Die Grundlagen der Konten-Hygiene fasst der Überblick zu den zehn Admin-Essentials zusammen.
Quellen
[1] WordPress: „WordPress 7.1 Mary Lou“ ↩
[2] WordPress Make/Core: „WordPress 7.1 Field Guide“ ↩
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