Zum 100. Geburtstag stellte Stihl in den USA rund 90 neue Produkte und Zubehörteile vor, darunter die erste Schneefräse der Firmengeschichte. Der schwedische Rivale Husqvarna meldete am selben Tag einen operativen Verlust im Quartal. Seit 1971 nennt sich Stihl die meistverkaufte Motorsägenmarke der Welt.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAuf der Messe Equip Expo zeigte die US-Tochter STIHL Inc. am 21. Oktober auch das Akkusystem ALLPRO. Husqvarna meldete für das dritte Quartal ein bereinigtes Betriebsergebnis von minus 22 Millionen Euro, die Sparte Forest & Garden schrumpfte organisch um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Stihl setzte 2025 laut Bilanz 5,48 Milliarden Euro um, 90,7 Prozent davon im Ausland, und steigerte die Eigenkapitalquote auf 71,2 Prozent. Eine Gewinnzahl nennt das Familienunternehmen nicht. Das Publizitätsgesetz erlaubt Personenhandelsgesellschaften wie Stihl, statt der Gewinn- und Verlustrechnung nur einige Eckwerte wie Umsatz, Personalaufwand und Beschäftigtenzahl offenzulegen.
Das Wichtigste in Kürze
- 2025 setzte Stihl 5,48 Milliarden Euro um, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr und knapp unter dem Rekord von 2022. Ohne Währungseffekte wäre der Umsatz um 5,8 Prozent gestiegen.
- Nordamerika bringt rund ein Drittel des Umsatzes, Deutschland rund ein Zehntel. In den USA verkauft Stihl nur über Fachhändler, nicht über die großen Baumarktketten.
- 2025 machten Akkugeräte 27 Prozent der verkauften Geräte aus. Bis 2035 sollen vier von fünf verkauften Geräten mit Akku laufen.
- Die Bilanz zeigt ein Eigenkapital von 6,44 Milliarden Euro, Bankschulden von 38 Millionen Euro sowie Finanzanlagen, Wertpapiere und Bankguthaben von zusammen 3,78 Milliarden Euro.
- Im Stammhaus in Deutschland sank die Belegschaft binnen eines Jahres um 233 auf 5.831 Beschäftigte, weltweit stieg die Zahl der Beschäftigten auf 20.246.
Fünf Fragen an den Motorsägenhersteller aus Waiblingen
1 Wie viele Männer brauchte man, um die erste Stihl-Säge mit Benzinmotor von 1929 zu bedienen? Aufklappen ↓
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2 Welcher Anteil des Stihl-Umsatzes stammt aus Nordamerika? Aufklappen ↓
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3 Warum veröffentlicht Stihl keine Gewinn- und Verlustrechnung? Aufklappen ↓
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4 Welchen Anteil hatten Akkugeräte 2025 an den weltweit verkauften Stihl-Geräten? Aufklappen ↓
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5 Mit welchem Unternehmen teilt Stihl ab 2027 sein Akkusystem ALLPRO? Aufklappen ↓
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Wer steckt hinter Stihl und wie fing alles an?
Hinter Stihl steht die Familie des Gründers Andreas Stihl, der 1926 in Stuttgart ein Ingenieurbüro eröffnete. Die Holding gehört bis heute den Nachkommen und der Eva Mayr-Stihl Stiftung, die Führung liegt seit 2002 bei familienfremden Managern.
Andreas Stihl, Jahrgang 1896, begann 1926 als Ein-Mann-Betrieb in einer Stuttgarter Werkstatt. Seine Leitidee hält das Unternehmen bis heute in Ehren: Die Säge muss zum Baum kommen, nicht der Baum zur Säge. Bis dahin wurden Stämme im Wald mit der Hand gefällt und erst im Sägewerk maschinell zerteilt.
Am Anfang stand eine elektrische Ablängsäge. Die Deutsche Biographie spricht von der ersten marktfähigen Elektro-Motorsäge, die Datierung schwankt in den Quellen zwischen 1926 und 1927.
Der Durchbruch kam 1929 mit der Baumfällmaschine Typ A, der ersten Stihl-Säge mit Benzinmotor. Die Maschine leistete 6 PS, wog nach der Firmenchronik 46 Kilogramm und brauchte zwei Männer zur Bedienung. Andere Quellen nennen ein höheres Gewicht.
Der Typ A wurde der erste Exportschlager des jungen Unternehmens, Stihl lieferte die Säge unter anderem nach Russland, Kanada und in die USA.
Krieg, Neustart, Leichtbau
Das Werk in Bad Cannstatt wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Fertigung zog in den Nachbarort Neustadt, der heute zu Waiblingen gehört. Im Juni 1945 begann Stihl unter einem Treuhänder neu, mit 80 der zuvor rund 500 Beschäftigten.
1959 brachte Stihl die Contra auf den Markt, die erste getriebelose Motorsäge des Unternehmens. Die rund 12 Kilogramm schwere Säge konnte ein einzelner Waldarbeiter führen. Stihl beziffert den Zuwachs an Produktivität in der Forstwirtschaft auf bis zu 200 Prozent, in Nordamerika lief das Modell als „Lightning“.
1971 übernahm Sohn Hans Peter Stihl die Führung. Seit demselben Jahr bezeichnet sich Stihl als meistverkaufte Motorsägenmarke der Welt. Eine unabhängige Marktanteilszahl, die diese Selbstauskunft bestätigt oder widerlegt, haben wir nicht gefunden. Andreas Stihl starb 1973. Im selben Jahr eröffnete das Unternehmen in São Leopoldo in Brasilien sein erstes Auslandswerk, ein Jahr später folgten das Kettenwerk im schweizerischen Wil und das Werk in Virginia Beach in den USA.
- 1926Andreas Stihl eröffnet in Stuttgart ein Ingenieurbüro, die erste Säge ist eine elektrische Ablängsäge.
- 1929Die Baumfällmaschine Typ A ist die erste Stihl-Säge mit Benzinmotor, bedient von zwei Männern.
- 1945Neustart in Neustadt bei Waiblingen mit 80 von zuvor rund 500 Beschäftigten.
- 1959Die Contra ist die erste getriebelose Stihl-Säge und wiegt rund 12 Kilogramm.
- 1971Hans Peter Stihl übernimmt die Führung, seither nennt sich Stihl meistverkaufte Motorsägenmarke der Welt.
- 1974Stihl eröffnet ein Kettenwerk in Wil in der Schweiz und ein Werk in Virginia Beach in den USA.
- 1992Stihl übernimmt den österreichischen Gartengerätehersteller Viking.
- 2002Die Familie zieht sich aus dem Vorstand zurück und führt über den Beirat.
- 2025In Oradea in Rumänien öffnet das erste reine Akkuwerk.
- 2026Stihl feiert 100 Jahre und schließt die Akku-Allianz ALLPRO mit Kärcher.
Eine Familie in der zweiten Reihe
2002 zog sich die Familie aus dem operativen Geschäft zurück. Harald J. Joos wurde der erste familienfremde Vorstandschef, seit Februar 2022 führt Michael Traub den Vorstand. Seit 2002 steuert die Familie Stihl über den Beirat der Holding und den Aufsichtsrat, beide Gremien leitet Nikolas Stihl, ein Enkel des Gründers.
Bis 2021 lagen die Kommanditanteile der STIHL Holding AG & Co. KG zu je einem Viertel bei den vier Kindern des Gründers, so der Nachhaltigkeitsbericht 2022: Hans Peter Stihl, Eva Mayr-Stihl, Gerhild Schetter und Rüdiger Stihl. Nach dem Tod von Eva Mayr-Stihl trat die Eva Mayr-Stihl Stiftung an ihre Stelle, mit einem kleineren Anteil. Die genaue Verteilung danach konnten wir nicht prüfen.
Stihl gehört damit zu den Familienfirmen, die Dr. Web in der Übersicht der Hidden Champions aus dem deutschen Mittelstand sammelt. Anders als viele dieser Marktführer in ihrer Nische ist Stihl allerdings auch Privatleuten bekannt, die ihre Hecke selbst schneiden.
Die Anteile der Holding werden nicht gehandelt. Über die Strategie entscheiden allein die Gesellschafterfamilien.
- Gründung: 1926 als Ein-Mann-Betrieb in Stuttgart.
- Leichtbau: 1959 die Contra, getriebelos und rund 12 Kilogramm schwer.
- Eigentum: Nachkommen des Gründers und eine Stiftung, Führung seit 2002 familienfremd.
Wie wurde aus der Idee ein Imperium?

Stihl wuchs über eigene Werke im Ausland, ein dichtes Netz von Fachhändlern und wenige gezielte Zukäufe. 2025 setzte die Gruppe mit 20.246 Beschäftigten 5,48 Milliarden Euro um und fertigte in acht Ländern.
Auf Brasilien, die Schweiz und die USA folgten Standorte in Österreich, China und auf den Philippinen, teils durch Zukäufe, und zuletzt das Werk in Rumänien. Heute verkauft Stihl in mehr als 160 Ländern, 40 eigene Vertriebsgesellschaften, rund 100 Importeure und mehr als 50.000 Fachhändler.
Zukäufe blieben selten und klein. 1992 übernahm Stihl die österreichische Viking GmbH, einen Hersteller von Rasenmähern und Häckslern. Die Marke Viking ging 2019 in Stihl auf, die Firma heißt seit 2018 STIHL Tirol und baut in Langkampfen Geräte für die Rasenpflege, etwa Rasenmäher und Aufsitzmäher.
Der zweite wichtige Zukauf liegt eine Stufe tiefer in der Lieferkette. Die ZAMA-Gruppe fertigt mit mehr als 3.000 Beschäftigten Vergaser, Ölpumpen und Kabelbäume, darunter rund 350 Vergaservarianten, unter anderem auf den Philippinen und in China.
Seit Anfang 2022 ist die Tochter voll in den Fertigungsverbund eingebunden und beliefert auch andere Hersteller von Motorsägen und Gartengeräten.
Der Boom der Pandemie
Den größten Sprung der vergangenen zehn Jahre brachte das Jahr 2020. In der Corona-Pandemie kauften Haushalte und Betriebe deutlich mehr Gartengeräte, der Umsatz stieg um 16,5 Prozent auf 4,58 Milliarden Euro. 2021 überschritt Stihl erstmals die Marke von 5 Milliarden Euro, 2022 folgte mit 5,495 Milliarden Euro der bisherige Rekord.
Dann kippte die Nachfrage. 2023 sank der Umsatz um 4,1 Prozent auf 5,27 Milliarden Euro, weil die Händlerlager nach dem Boom voll waren und die Inflation die Kauflust dämpfte. Stihl meldete Kurzarbeit in zwei Werken, wie die Stuttgarter Zeitung im November 2023 berichtete. Die Belegschaft war im Boom unterjährig auf rund 21.600 Menschen gewachsen. Ende 2023 zählte Stihl 19.805 Beschäftigte, Ende 2024 noch 19.732. Im April 2025 kündigte Stihl den Abbau von rund 500 weiteren Stellen an, vor allem in der Verwaltung, in Deutschland eine niedrige dreistellige Zahl ohne Kündigungen.
Ein Ziel aus der Boomzeit ist inzwischen begraben. Vorstandschef Traub sagte dem Handelsblatt im September 2025, ein Umsatz von 8 Milliarden Euro sei nicht mehr erreichbar.
Wo Stihl heute steht
2025 wuchs der Umsatz um 2,8 Prozent auf 5,48 Milliarden Euro. Ohne Währungseffekte von zusammen 158,5 Millionen Euro, darunter den schwächeren Dollar, hätte das Plus 5,8 Prozent betragen. Die Zahl der Beschäftigten stieg zum Jahresende um 2,6 Prozent auf 20.246.
Im Jahresschnitt arbeiteten 9.678 Menschen in Europa für Stihl, 6.122 in Amerika und 4.414 in Asien, Ozeanien und Afrika.
Zum Vergleich: Der schwedische Hauptkonkurrent Husqvarna setzte 2025 umgerechnet zum aktuellen Kurs rund 4,19 Milliarden Euro um, in Kronen gerechnet 4 Prozent weniger als im Vorjahr. In dieser Zahl stecken auch die Gartenmarke Gardena und eine Sparte für Baugeräte.
Gemessen am Umsatz ist Stihl damit knapp ein Drittel größer als der Rivale.
- Wachstum: eigene Werke in acht Ländern statt großer Zukäufe.
- Boom: Rekordumsatz 2022 mit 5,495 Milliarden Euro, danach Kurzarbeit und Stellenabbau.
- Heute: 5,48 Milliarden Euro Umsatz und 20.246 Beschäftigte.
Wie verdient Stihl tatsächlich sein Geld?

Stihl verdient am Verkauf von Motorsägen, Freischneidern, Blasgeräten und Mähern über den Fachhandel, dazu an Ketten, Ersatzteilen, Ölen und Zubehör. Eine Gewinnzahl veröffentlicht Stihl nicht. Die Bilanz zeigt aber ein Unternehmen, das fast ohne Bankkredite auskommt und 2025 weiter Vermögen angehäuft hat.
Was die Bilanz verrät und was nicht
Stihl legt jedes Jahr einen Konzernabschluss der STIHL Holding AG & Co. KG vor, aber nur zur Hälfte. Veröffentlicht werden eine Bilanz mit zusammengefasstem Eigenkapital, Umsatz, Personalaufwand, Abschreibungen und Beschäftigtenzahl. Eine Gewinn- und Verlustrechnung fehlt, ebenso eine Aufteilung nach Produkten oder Sparten. Rechtlich ist das sauber. Paragraf 9 des Publizitätsgesetzes erlaubt Personenhandelsgesellschaften, auf die Offenlegung der Gewinn- und Verlustrechnung zu verzichten, sofern die Gesellschaften Umsatz, Beteiligungserträge, Personalaufwand, Bewertungsmethoden und Beschäftigtenzahl angeben. Dieselbe Vorschrift gestattet, Kapitalanteile, Rücklagen und Gewinn in einem einzigen Posten „Eigenkapital“ zusammenzufassen. Auf genau diesen Absatz beruft sich Stihl im Anhang.
Offener geht der Laserhersteller Trumpf aus Ditzingen vor, ebenfalls in Familienbesitz und ohne Börse. Trumpf veröffentlicht sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern, Einzelheiten stehen in unserer Analyse des Trumpf-Geschäftsmodells. Stihl nennt die Ertragslage 2025 im eigenen Bericht lediglich „zufriedenstellend“.
| STIHL Holding AG & Co. KG, Konzern | 31.12.2024 | 31.12.2025 |
|---|---|---|
| Umsatz im Geschäftsjahr | 5.328,7 Mio. € | 5.479,4 Mio. € |
| Eigenkapital | 6.084,9 Mio. € | 6.444,0 Mio. € |
| Eigenkapitalquote | 69,0 % | 71,2 % |
| Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 695,2 Mio. € | 779,8 Mio. € |
| Verbindlichkeiten gegenüber Banken | 4,5 Mio. € | 38,1 Mio. € |
| Finanzanlagen | 2.483,6 Mio. € | 2.301,0 Mio. € |
| Wertpapiere des Umlaufvermögens | 349,6 Mio. € | 913,3 Mio. € |
| Kasse und Bankguthaben | 572,5 Mio. € | 570,5 Mio. € |
| Vorräte | 2.043,2 Mio. € | 1.995,3 Mio. € |
Das Eigenkapital wuchs 2025 um 359 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern um 85 Millionen Euro. Zusammen sind das 444 Millionen Euro oder 8,1 Prozent des Umsatzes.
Ein Gewinn ist diese Summe nicht. Wechselkurse verändern das Eigenkapital ausländischer Töchter, Entnahmen der Familie senken den Posten, und Stihl schlüsselt keinen der Effekte auf. Unsere Einschätzung: Ein Unternehmen, das bei sinkendem Dollar 444 Millionen Euro an Eigenkapital und Gesellschafterkonten zulegt, verdient eher gut als zufriedenstellend.
Woher der Umsatz kommt
Regional zeigt Stihl mehr: Rund ein Drittel des Umsatzes erzielte die Gruppe 2025 in Nordamerika, dem größten Markt. Auf die Länder der Europäischen Union entfielen 37,0 Prozent, auf Deutschland rund ein Zehntel.
Die Kundschaft reicht von der Forst- und Landwirtschaft über Landschaftspflege und Bau bis zum Privathaushalt. Neben den Geräten verkauft das Unternehmen Kraft- und Schmierstoffe, Zubehör, Schutzausrüstung und digitale Dienste.
Die Kette als Verschleißteil
Die unauffälligste Erlösquelle hängt an jeder Säge. Im Kettenwerk in Wil und Bronschhofen in der Schweiz fertigen fast 1.000 Beschäftigte mehr als 70 Kettentypen und rund 30 Messer für Heckenscheren, die Sondermaschinen dafür entwickelt Stihl selbst. Eine Sägekette nutzt sich ab, wird geschärft und irgendwann ersetzt. Wie viel Umsatz Ketten und Ersatzteile bringen, veröffentlicht Stihl nicht.
Zwei Konzernteile verdienen zusätzlich an fremden Kunden. Die Tochter ZAMA beliefert andere Gerätehersteller mit Vergasern. Das Werk in Prüm-Weinsheim gießt Magnesiumteile auch für Autos, Motorräder, Fahrräder und Medizintechnik.
Finanzanlagen, Wertpapiere und Bankguthaben summierten sich Ende 2025 auf 3,78 Milliarden Euro, mehr als zwei Drittel eines Jahresumsatzes. Welche Zinsen und Kursgewinne dieses Vermögen abwirft, legt Stihl mangels Gewinn- und Verlustrechnung nicht offen.
Wo die Kosten sitzen
Für Löhne, Gehälter, Sozialabgaben und Altersversorgung gab die Gruppe 2025 rund 1,37 Milliarden Euro aus, 24,9 Prozent des Umsatzes. Im deutschen Stammhaus lag der Anteil bei 34,4 Prozent.
Der Personalaufwand in Deutschland wiegt also gut ein Drittel schwerer als im Durchschnitt der Gruppe.
Die Vorräte summierten sich Ende 2025 auf knapp 2 Milliarden Euro, rund 36 Prozent des Jahresumsatzes, also gut vier Monatsumsätze. In Lagern gebundenes Kapital bringt keine Zinsen. Ein Unternehmen ohne nennenswerte Bankschulden kann sich diesen Puffer leisten.
Wie sich Benzin- und Akkugeräte in der Marge unterscheiden, gibt Stihl nicht preis. Was im Akkugeschäft möglich ist, zeigt der chinesische Akkuspezialist Chervon, Hersteller der Marke EGO: Seine Bruttomarge stieg im ersten Halbjahr 2026 auf 39,3 Prozent.
Ein Akku für 120 Geräte
Strategisch wichtiger als jede einzelne Säge ist das Akkusystem. In die Plattform ALLPRO für Profigeräte hat Stihl, wie Vorstandschef Traub im Juli sagte, einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag investiert. Im selben Monat schloss sich der Reinigungsgerätehersteller Kärcher aus Winnenden dem System an.
Ab Januar 2027 bringt Kärcher eigene Geräte dafür in den Handel, zusammen sollen dann mehr als 120 Geräte mit denselben Akkus laufen.
Der Gedanke dahinter: Ein Landschaftsgärtner, der einmal Akkus und Ladegeräte eines Systems gekauft hat, kauft das nächste Gerät mit hoher Wahrscheinlichkeit für dasselbe System. Je mehr Geräte an einem Akku hängen, desto teurer wird der Wechsel zur Konkurrenz.
Wie sich das Modell verschiebt
2020 hatten Akkugeräte einen Anteil von 17 Prozent an den verkauften Stihl-Geräten, 2025 schon 27 Prozent. In Westeuropa liegt der Wert bei rund zwei Dritteln, in Deutschland und der Schweiz bei mehr als 60 Prozent. Bis 2027 sollen weltweit mindestens 35 Prozent der Geräte mit Akku laufen, bis 2035 rund 80 Prozent.
Die Werte beziehen sich auf Stückzahlen, nicht auf den Umsatz.
Für den Wandel baute Stihl in Oradea in Rumänien für 125 Millionen Euro sein erstes reines Akkuwerk, eröffnet im Oktober 2025. Dort sollen 2028 rund 1,8 Millionen Akkus und 1,7 Millionen Akkugeräte im Jahr entstehen, mit etwa 700 Beschäftigten.
Ende Juli 2025 beschloss der Vorstand, die Entwicklung und Produktion der Mähroboter künftig von China aus zu führen. Im Entwicklungszentrum in Waiblingen-Neustadt fielen dadurch rund 100 Stellen weg.
- Umsatz: 5,48 Milliarden Euro, ein Drittel aus Nordamerika.
- Verschleiß: Ketten und Ersatzteile aus eigener Fertigung, ohne veröffentlichte Zahlen.
- Vermögen: 3,78 Milliarden Euro in Finanzanlagen, Wertpapieren und Bankguthaben.
- Leerstelle: Eine Gewinn- und Verlustrechnung legt Stihl nicht offen.
Wie groß ist die Marktmacht von Stihl?

Stihl gehört zu den größten Herstellern motorbetriebener Garten- und Forstgeräte der Welt, eine unabhängig belegte Marktanteilszahl liegt aber nicht vor. Die Macht der Marke ruht auf dem Fachhandel, auf Akkusystemen mit vielen Geräten und auf einem Vorsprung bei Benzinsägen, den Akku-Anbieter aus China angreifen.
Marktforscher beziffern den Weltmarkt für Motorsägen auf rund 3,85 Milliarden Euro im Jahr 2023, die Werte verschiedener Institute weichen allerdings voneinander ab. Für alle motorbetriebenen Gartengeräte, ob mit Benzin, Akku oder Kabel, nennt Straits Research für 2025 umgerechnet rund 42 Milliarden Euro.
Stihl kommt mit 5,48 Milliarden Euro Umsatz rechnerisch auf gut ein Achtel dieses Marktes, wobei die Abgrenzungen nicht deckungsgleich sind.
Wie viele Motorsägen Stihl verkauft und welchen Anteil das ausmacht, veröffentlicht das Unternehmen nicht. Marktberichte von Arizton und ResearchAndMarkets zählen Stihl zu den führenden Anbietern, ohne Prozentwert.
Die Konkurrenz schwächelt, die Herausforderer wachsen
| Anbieter | Sitz | Jüngste Kennzahl | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Stihl | Waiblingen | Umsatz 2025: 5,48 Mrd. €, plus 2,8 % | keine Gewinnzahl veröffentlicht |
| Husqvarna Group | Stockholm | Umsatz 3. Quartal 2026: 810 Mio. €, organisch minus 5 % | bereinigtes Betriebsergebnis minus 22 Mio. € |
| Chervon (EGO) | Nanjing | Umsatz 1. Halbjahr 2026: 919 Mio. €, plus 12,8 % | Bruttomarge 39,3 %, Akkugeräte |
| Makita, Echo, Toro, TTI, Positec | Japan, USA, Hongkong, China | keine getrennten Zahlen für Gartengeräte gefunden | in Marktberichten unter den führenden Anbietern |
Husqvarna steckt in der Krise. Im dritten Quartal 2026 schrumpfte die Sparte Forest & Garden, die unter anderem Motorsägen herstellt, organisch um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Als Gründe nannte Konzernchef Glen Instone geringere Mengen, einen ungünstigen Produktmix, den Abbau von Lagerbeständen sowie Kosten für Rohstoffe und Logistik.
Schon im Herbst 2025 hatte Husqvarna angekündigt, das Werk im schwedischen Brastad zu schließen.
Chervon aus Nanjing, bekannt für die Marke EGO, steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 12,8 Prozent. Die Bruttomarge stieg binnen eines Jahres von 33,3 auf 39,3 Prozent.
Stihl meldete für 2025, in einem schwächeren Markt in Westeuropa Anteile gewonnen zu haben.
Wo der Wechsel teuer wird
Am stärksten bindet der Akku die Kunden. Ein Akku der AP-Reihe passt in mehr als 60 Profigeräte, das neue System ALLPRO soll zusammen mit Kärcher mehr als 120 Geräte versorgen, die bisherigen AP-Akkus bleiben kompatibel. Für einen Gartenbaubetrieb mit Dutzenden Akkus und Ladegeräten bedeutet ein Markenwechsel, den gesamten Gerätepark neu aufzubauen. In den USA verkauft Stihl über mehr als 10.000 Fachhändler und verzichtet auf die großen Baumarktketten. Der Händler verkauft, wartet und repariert, Ersatzteile und Ketten bezieht er vom Hersteller.
Im Forst bleibt die Benzinsäge das Kerngeschäft von Stihl. Vorstandschef Traub erwartet laut topagrar, dass Benzingeräte 2030 in Europa und Nordamerika noch 15 bis 25 Prozent Marktanteil halten. Stihl nennt das Ziel „doppelte Technologieführerschaft“, also in beiden Antriebsarten vorn zu sein.
Mit der Akku-Motorsäge MSA 600 C-O, im September auf der Messe GaLaBau in Nürnberg erstmals gezeigt, greift Stihl die eigene Domäne an. Die Säge leistet 5,9 Kilowatt, mehr als die Benzinsäge MS 661 mit 5,4 Kilowatt, ist laut Fachmagazin agrarheute aber weniger für den Einsatz im Wald gedacht.
Unsere Einschätzung: Stihls Marktmacht beruht auf einem System. Für Wettbewerber ist dieses System gefährlich, weil Akku, Händler und Service sich gegenseitig stützen. Angreifbar bleibt Stihl dort, wo Kunden keinen Händler brauchen, etwa beim Mähroboter oder bei der Akku-Heckenschere für den Privatgarten.
- Anteil: keine unabhängige Zahl, nur die Selbstauskunft als meistverkaufte Marke.
- Rivalen: Husqvarna im Minus, Chervon wächst zweistellig.
- Bindung: Akkus für mehr als 120 Geräte und ein dichtes Händlernetz.
Wer ist bei Stihl eigentlich das Produkt?

Bei Stihl ist der Kunde kein Produkt, das verkauft wird, aber er wird Teil eines Systems. Gebunden sind vor allem die Fachhändler, die von der Marke leben, und die Profikunden, deren Akkus nur in Geräte eines Systems passen.
Anders als Plattformen wie Google, die an den Daten ihrer Nutzer verdienen, lebt Stihl von Geräten, Ketten und Ersatzteilen, die Kunden bezahlen. Die Frage nach dem Produkt verschiebt sich im Geschäft mit Händlern und Gewerbekunden deshalb zur Frage, wer auf wen angewiesen ist.
Der Händler zwischen Hersteller und Kunde
Stihl nannte 2023 mehr als 55.000 Fachhändler weltweit, 2024 mehr als 52.000, auf der englischen Konzernseite heute mehr als 50.000, auf der deutschen weiter 55.000. Ob die Zahl tatsächlich sinkt, lässt sich daraus nicht ablesen, die Zählweise erklärt Stihl nicht. Seinen Online-Shop in Deutschland, gestartet im März 2020, baute Stihl so, dass der Händler mitverdient. Kauft ein Kunde online, zahlt Stihl dem örtlichen Fachhändler eine Vergütung. Der Händler verdient mit, den Kontakt zum Kunden hält aber zunehmend der Hersteller.
Umgekehrt braucht Stihl den Händler. In den USA verkauft das Unternehmen über mehr als 10.000 Fachhändler. In der Bilanzmitteilung für 2024 schreibt Stihl, die Marktanteile in Nordamerika vor allem durch den Ausbau des örtlichen Händlernetzes gehalten zu haben.
Der Profi und sein Akku
Ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb kauft keine einzelne Säge, sondern eine Ausrüstung: Freischneider, Heckenschere, Blasgerät, Säge, dazu Akkus und Ladegeräte. Jedes weitere Gerät desselben Systems kostet weniger, weil Akku und Ladegerät schon vorhanden sind. Mit jedem Gerät wird aber auch der Wechsel zu einem anderen Hersteller teurer.
Kärcher hat sich bewusst in diese Abhängigkeit begeben. Der Reinigungsgerätehersteller aus Winnenden übernimmt für seine Profigeräte das von Stihl entwickelte System ALLPRO und löst damit seine bisherige Akkuplattform ab.
Für Stihl ist das ein Gewinn an Reichweite, für Kärcher ein Verzicht auf Kontrolle über eine Schlüsseltechnik.
Stihl und seine Lieferanten
Vergaser kommen von der Tochter ZAMA, Ketten aus dem eigenen Werk in der Schweiz, Magnesiumgehäuse aus Prüm-Weinsheim. Die hohe Fertigungstiefe macht das Unternehmen unabhängiger von einzelnen Zulieferern.
In den USA bezieht Stihl laut Vorstandschef Traub rund 60 Prozent des Einkaufs aus der Region. Im Werk Virginia Beach entstehen mehr als 100 Modelle, darunter mehr als 30 Akkugeräte.
Offen bleibt die Abhängigkeit beim Akku. Stihl fertigt Akkupacks in Waiblingen und Oradea, zu den Lieferanten der Zellen darin macht das Unternehmen keine Angaben. Je stärker der Akku-Anteil steigt, desto mehr Wert steckt in einem Bauteil, dessen Herkunft Stihl nicht offenlegt.
Ein Privatkunde kauft Stihl-Geräte im Fachgeschäft oder im Online-Shop, Beratung und Service übernimmt in beiden Fällen der Händler vor Ort.
- Händler: 50.000 bis 55.000 weltweit, auch am Online-Verkauf beteiligt.
- Profis: gebunden über Akkus, die in viele Geräte passen.
- Kärcher: nutzt das Akkusystem von Stihl statt eines eigenen.
Was kostet das Angebot wirklich, und wer trägt die Kosten?

Von 100 Euro Umsatz entfallen bei Stihl knapp 25 Euro auf Personal und gut 5 Euro auf Abschreibungen. Wohin die übrigen rund 70 Euro fließen und wie viel davon als Gewinn bleibt, legt das Unternehmen nicht offen. Steigen die US-Zölle auf 15 Prozent oder mehr, will Stihl die Mehrkosten an die Kunden weitergeben.
Ohne Gewinn- und Verlustrechnung lässt sich nur ein Teil des Umsatzes bestimmten Kosten zuordnen.
| Je 100 Euro Umsatz der Gruppe 2025 | Betrag | Quelle |
|---|---|---|
| Löhne, Gehälter, Sozialabgaben, Altersversorgung | 24,93 € | veröffentlicht |
| Abschreibungen auf Anlagen | 5,31 € | veröffentlicht |
| Material, Energie, Fracht, Werbung, Steuern und Gewinn | 69,76 € | nicht aufgeschlüsselt |
| Zuwachs von Eigenkapital und Gesellschafterkonten | 8,10 € | Rechnung der Redaktion aus der Bilanz, kein Gewinn |
Im deutschen Stammhaus liegt die Personalquote bei 34,4 Prozent. In Waiblingen sitzen die Verwaltung, das Entwicklungszentrum und die Fertigung von Kunststoffteilen, Führungsschienen und Akkupacks.
Vom Ladenpreis zum Hersteller
Angenommen, ein Kunde zahlte in Deutschland 1.000 Euro für eine Säge: Dann gingen 159,66 Euro als Mehrwertsteuer an den Staat, die verbleibenden 840,34 Euro teilten sich Fachhändler und Stihl. Wie hoch die Händlerspanne ist, veröffentlicht Stihl nicht, ebenso wenig die Vergütung, die Händler für Online-Verkäufe erhalten.
Zum Preis gehören Folgekosten. Ketten, Führungsschienen und Schutzkleidung verschleißen, Zweitaktöl wird verbraucht, bei Akkugeräten altern die Akkus. Im Gewerbe kommen Wartung und Reparatur in der Werkstatt hinzu.
Zölle und Wechselkurse
Rund ein Drittel des Umsatzes stammt aus Nordamerika, und die meisten dort verkauften Stihl-Produkte entstehen in Virginia Beach. Zölle auf Einfuhren aus Europa betreffen Stihl trotzdem. Vorstandschef Traub sagte im September 2025 dem Fachmagazin topagrar, ab Zöllen von 15 Prozent oder mehr könne Stihl die Kosten nicht mehr auffangen, dann gingen die Mehrkosten in die Preise. Händler in Nordamerika kauften 2025 vor angekündigten Zöllen auf Vorrat ein, berichtete Stihl in der Bilanzmitteilung. Währungseffekte drückten den Umsatz im selben Jahr um 158,5 Millionen Euro.
Beim Konkurrenten Husqvarna ließ sich die Belastung beziffern: Im dritten Quartal 2025 kosteten die Zölle umgerechnet rund 15 Millionen Euro, für das vierte Quartal 2025 rechnete der Konzern mit weiteren rund 9 Millionen Euro.
Der Standort als Kostenfaktor
Im Februar 2024 legte das Unternehmen den geplanten Neubau eines Werks für Führungsschienen in Ludwigsburg auf Eis. Als Gründe nannte Stihl laut Schwäbischer Zeitung hohe Bau- und Energiekosten und die Forderung der IG Metall nach einer 32-Stunden-Woche.
Nikolas Stihl sagte damals, inzwischen wäre die Produktion in der Schweiz sogar günstiger.
Die Fertigung der Schienen in Werk 2 in Waiblingen ist laut damaligem Bericht bis 2030 gesichert. Eine spätere Entscheidung über den Standort haben wir nicht gefunden.
Investiert hat Stihl trotzdem in Deutschland. Von den 335,7 Millionen Euro Investitionen 2025 entfielen 175,2 Millionen Euro auf das Stammhaus, vor allem für zusätzliche Flächen in Waiblingen. 2024 hatte das Stammhaus 133,3 Millionen Euro investiert.
Unsere Einschätzung: Die Kosten des Umbaus verteilen sich ungleich. Kunden zahlen Zölle über den Preis, Beschäftigte in Deutschland über Stellenabbau und Verlagerung, die Eigentümer über Investitionen, die sich aus dem eigenen Vermögen bezahlen lassen.
- Personal: 24,93 Euro, im deutschen Stammhaus 34,40 Euro.
- Abschreibungen: 5,31 Euro für Werke und Maschinen.
- Unbekannt: 69,76 Euro für Material, Fracht, Steuern und Gewinn.
Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Gewonnen haben die Eigentümerfamilien, deren Vermögen im Unternehmen wächst, und die Standorte in den USA, Rumänien und China. Verloren haben Beschäftigte in Deutschland, deren Zahl im Stammhaus sinkt. Fachhändler könnten folgen, weil ihr Werkstattgeschäft mit dem Akku kleiner wird.
| Gruppe | Entwicklung | Einordnung |
|---|---|---|
| Gesellschafterfamilien und Stiftung | Eigenkapital plus 359 Mio. € auf 6,44 Mrd. € (2025) | dazu 779,8 Mio. € Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern |
| Standort Virginia Beach (USA) | mehr als 2.300 Beschäftigte, mehr als 100 Modelle | größter Markt, neuer Chef der US-Tochter seit 01.10.2026 |
| Standort Oradea (Rumänien) | Akkuwerk für 125 Mio. €, rund 700 Stellen bis 2028 | erstes reines Akkuwerk der Gruppe |
| Standort China | Entwicklung und Produktion der Mähroboter werden künftig von dort geführt | Fertigung in Qingdao seit 2006 |
| Kärcher | Zugang zu einem fertigen Akkusystem für Profis | Marktstart der eigenen Geräte im Januar 2027 |
| Beschäftigte im Stammhaus | minus 233 auf 5.831 (2025) | Abbau ohne Kündigungen über Fluktuation und Altersmodelle |
| Entwicklung in Waiblingen-Neustadt | rund 100 Stellen weniger durch die Mähroboter-Verlagerung | Entscheidung Ende Juli 2025 |
| Fachhandel | 50.000 bis 55.000 Händler, je nach Quelle von Stihl | Werkstattgeschäft schrumpft mit dem Akku |
| Husqvarna | Forest & Garden im 3. Quartal 2026 organisch minus 10 % | Werk Brastad schließt bis 2027 (Ankündigung 2025) |
Das Vermögen der Familie
Die Gesellschafter von Stihl stehen nicht unter dem Druck von Aktionären, die Dividenden erwarten. Ihr Vermögen steckt im Eigenkapital der Holding, das 2025 um 359 Millionen Euro auf 6,44 Milliarden Euro stieg, und in Gesellschafterkonten mit 779,8 Millionen Euro. Wie viel die Familie entnimmt, muss Stihl nach dem Publizitätsgesetz nicht offenlegen.
Die Eva Mayr-Stihl Stiftung, die einen Teil der Anteile hält, hatte dem Stammhaus ein Darlehen über 100 Millionen Euro gewährt. Ende 2025 stand das Darlehen nicht mehr in der Bilanz.
Mitarbeiter des Stammhauses beteiligen sich über Genussrechte am Kapital. Ende 2025 belief sich das Genussrechtskapital auf knapp 45 Millionen Euro, nach 43,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Waiblingen schrumpft, Oradea wächst
Im deutschen Stammhaus arbeiteten Ende 2025 noch 5.831 Menschen, 233 weniger als ein Jahr zuvor. Weltweit stieg die Zahl der Beschäftigten im selben Zeitraum um 514 auf 20.246. Vorstandschef Traub hat den Zusammenhang offen benannt: Sinkt der Anteil der Benzingeräte am Absatz, sinkt die Beschäftigung in Deutschland, sagte er im April 2025 der Stuttgarter Zeitung. Benzinmotoren, Magnesiumguss und viele Kunststoffteile entstehen in deutschen Werken. Ein Akkugerät braucht weniger dieser Teile, und das größte neue Werk für Akkus und Akkugeräte steht in Rumänien.
Im Mai 2026 teilte Stihl mit, derzeit keine weiteren Stellen abbauen zu wollen. Das Unternehmen begründete den Abbau in Deutschland 2025 mit dem Aufbau in China.
Ende 2023 arbeiteten von 6.003 Beschäftigten des Stammhauses 4.268 in Waiblingen, 904 in Prüm-Weinsheim, 494 in Fellbach, 254 in Ludwigsburg und 83 in Wiechs am Randen. Weitere 323 Menschen zählte die Vertriebszentrale in Dieburg.
Der Händler im Zangengriff
Akkugeräte brauchen weniger Wartung als Benzingeräte, Vergaser müssen nicht eingestellt und Zündkerzen nicht getauscht werden. Das Werkstattgeschäft der Händler dürfte deshalb mit jedem Akkugerät kleiner werden. Gleichzeitig verkauft Stihl online selbst, auch wenn der Händler am Verkauf beteiligt wird.
Stihl legt eine Bilanz über 9 Milliarden Euro offen, aber keinen einzigen Euro Gewinn.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie politisch ist Stihl?

Stihl betreibt beim Bund nur wenig Lobbyarbeit, die Familie meldet sich aber laut zu Wort. Aufsichtsratschef Nikolas Stihl fordert längere Arbeitszeiten, das Unternehmen macht Standortentscheidungen von Kosten und Regeln abhängig und muss sich in den USA auf Zölle und strengere Abgasregeln einstellen.
Ein schmaler Eintrag im Lobbyregister
Im Lobbyregister des Bundestags steht die ANDREAS STIHL AG & Co. KG unter der Nummer R003526. Für 2025 meldet das Unternehmen Ausgaben für Interessenvertretung zwischen 270.001 und 280.000 Euro, nach 180.001 bis 190.000 Euro im Jahr davor. Die Arbeit erledigen rechnerisch 0,15 Vollzeitstellen.
Eingetragen sind 16 Interessenbereiche, darunter Außenwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Klimaschutz und Industriepolitik. Konkrete Regelungsvorhaben, auf die Stihl Einfluss nehmen will, hat das Unternehmen nicht eingetragen.
| Lobbyregister, Eintrag R003526 | Angabe |
|---|---|
| Ausgaben Geschäftsjahr 2022 | 190.001 bis 200.000 € |
| Ausgaben Geschäftsjahr 2024 | 180.001 bis 190.000 € |
| Ausgaben Geschäftsjahr 2025 | 270.001 bis 280.000 € |
| Beschäftigte für Interessenvertretung | 0,15 Vollzeitstellen |
| Interessenbereiche | 16 |
| Konkrete Regelungsvorhaben | keine |
| Mitgliedschaften in Verbänden und Initiativen | 19 |
Stihl listet 19 Mitgliedschaften, darunter den Arbeitgeberverband Südwestmetall, den Industrieverband Garten, den Elektroindustrieverband ZVEI, die Amerikanische Handelskammer und die eFuel Alliance, die sich für synthetische Kraftstoffe einsetzt. Der Maschinenbauverband VDMA fehlt in der Liste.
Die Stimme der Familie
Nikolas Stihl, Vorsitzender von Beirat und Aufsichtsrat, mischt sich seit Sommer 2026 mehrfach in die Debatte über die Arbeitszeit ein. Im August 2026 sagte er der Deutschen Presse-Agentur, in guten Zeiten habe sich Deutschland die 35-Stunden-Woche leisten können. „Aktuell können wir das nicht mehr“, fügte er hinzu. Im September legte er in einem Gastbeitrag für Euronews nach. Er forderte die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, mehr Anreize für Überstunden, eine längere Lebensarbeitszeit, die Lohnfortzahlung erst ab dem zweiten Krankheitstag und eine Obergrenze von 40 Prozent für die Sozialabgaben. Deutschland habe gegenüber wichtigen Konkurrenten keinen Produktivitätsvorsprung mehr, schrieb er.
Die 35-Stunden-Woche steht im Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, eine Änderung geht nur mit der IG Metall. Die Frankfurter Zentrale der IG Metall hielt Nikolas Stihl im dpa-Gespräch für festgefahren, Chancen sah er bei Vertretern vor Ort. Eine Stellungnahme der Gewerkschaft zum Gastbeitrag haben wir nicht gefunden.
Unsere Einordnung: Nikolas Stihl ist kein Verbandsfunktionär, doch seine Forderungen haben Gewicht, weil Stihl Standortentscheidungen ausdrücklich an Arbeits- und Energiekosten festmacht.
Zölle, Abgasregeln, China
In Kalifornien müssen neue Geräte mit kleinen Verbrennungsmotoren, darunter Motorsägen, Laubbläser und Rasenmäher, seit dem Modelljahr 2024 emissionsfrei sein. Vorhandene Geräte dürfen weiter laufen. Die kalifornische Luftreinhaltebehörde CARB stellte kleinen Landschaftsbaubetrieben umgerechnet rund 27 Millionen Euro für den Umstieg bereit.
Für Stihl betrifft die Regel einen wichtigen Teil des größten Marktes und stützt dort die Akku-Strategie. In der Europäischen Union gelten für Kleinmotoren die Abgasvorschriften der Stufe V, ein Verkaufsverbot für Benzingeräte ist nicht beschlossen.
Nach Russland liefert Stihl nichts mehr, wie das Unternehmen im April 2024 mitteilte. In China dagegen baut das Unternehmen aus: In Qingdao fertigt Stihl seit 2006, und die Mähroboter werden künftig von dort aus entwickelt und produziert.
Vorstandschef Traub kritisierte im September 2025 gegenüber topagrar den Aufwand durch europäische Regeln, etwa zur künstlichen Intelligenz und zu Lieferketten, im Vergleich zu den USA.
Familie ohne Börse
Die heikelste politische Frage eines Familienunternehmens ist die Nachfolge. Stihl hat diese Frage früh beantwortet: Seit 2002 führen familienfremde Manager das Unternehmen, die Familie kontrolliert über den Beirat.
Dort sitzen neben Nikolas Stihl, Selina Stihl und Karen Tebar externe Mitglieder wie Markus Miele und Martin Richenhagen sowie ein Vertreter der Eva Mayr-Stihl Stiftung.
Die jüngste Äußerung von Nikolas Stihl zur Erbschaftsteuer, die wir gefunden haben, stammt von 2015.
- Lobbyregister: 270.001 bis 280.000 Euro Ausgaben 2025, keine konkreten Vorhaben.
- Arbeitszeit: Nikolas Stihl fordert die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich.
- Regeln: Kalifornien lässt bei neuen Geräten nur noch emissionsfreie Kleinmotoren zu.
Was könnte Stihl zu Fall bringen?

Eine akute Gefahr ist bei 71,2 Prozent Eigenkapitalquote nicht zu erkennen. Langfristig bedrohen Stihl die Akku-Konkurrenz aus China, die Abhängigkeit vom Dollarraum, ein unter Druck stehender Fachhandel und Kosten am Heimatstandort, die mit dem Ende des Benzinmotors weniger zu rechtfertigen sind.
Der Motor verliert seinen Vorsprung
Über Jahrzehnte war der Zweitaktmotor ein Wettbewerbsvorteil. Benzinsägen verlangen Gießerei, Vergaser, Zündung und viel Erfahrung mit Vibration und Abgas. Im Akkugerät zählen andere Dinge: Zellen, Elektronik, Software, Ladetechnik. Hier verteidigen Anbieter wie Chervon einen Vorsprung.
Stihl hat sich früh auf diesen Wechsel eingestellt. Der Akku-Anteil am Absatz stieg von 2020 bis 2025 von 17 auf 27 Prozent, ein eigenes Akkuwerk läuft, und mit der MSA 600 C-O zeigt Stihl eine Akkusäge, die mehr leistet als die eigene Benzinsäge MS 661. Nach unserer Einschätzung liegt das Risiko weniger in der Technik als im Preisdruck, weil mit dem Motorenbau eine hohe Hürde für neue Anbieter wegfällt.
2022 stammten nach Verkaufslisten des Schweizer Onlinehändlers Galaxus vier von fünf verkauften Mährobotern von Husqvarna und Gardena, inzwischen führen chinesische Marken wie Segway Navimow, Mammotion und Dreame, wie Dr. Web im August berichtete.
Stihl reagierte mit der Verlagerung nach China.
Der Dollar und die Zölle
Währungseffekte, darunter der schwächere Dollar, drückten den Umsatz 2025 um 158,5 Millionen Euro. Rund 60 Prozent ihres Einkaufs bezieht die US-Fertigung laut Traub aus der Region, für den Rest können Zölle anfallen. Gegen Zölle hilft das eigene Werk in Virginia Beach, in dem die meisten in den USA verkauften Stihl-Produkte entstehen. Seit Oktober 2026 führt dort mit Sean McGinnis ein früherer Caterpillar-Manager die Landesgesellschaft.
Der Händler als Nadelöhr
Schrumpft die Zahl der Händler, verliert Stihl Reichweite, die sich nicht schnell ersetzen lässt, solange Baumärkte tabu bleiben. Öffnet Stihl den Vertrieb stärker für den eigenen Onlinehandel, gefährdet das Unternehmen die Loyalität der verbleibenden Händler.
Hinzu kommt die schwache Nachfrage: Nach dem Boom der Pandemie sank der Umsatz 2023 um 4,1 Prozent, das erste Quartal 2026 nannte Stihl verhalten, mit deutlicher Kaufzurückhaltung. Für 2026 erwartet das Unternehmen lediglich, den Umsatz zu halten.
Drei Szenarien bis 2031
Im günstigen Fall setzt sich ALLPRO als Standard für Profigeräte durch, weitere Hersteller schließen sich an, und Stihl erreicht das Ziel von 35 Prozent Akku-Anteil 2027. Der Umsatz wüchse dann auf über 6 Milliarden Euro, die deutschen Werke spezialisierten sich auf Entwicklung, Profisägen und Kernteile.
Im wahrscheinlichsten Fall wüchse Stihl langsam, verlöre bei Privatkunden Anteile an chinesische Akkuanbieter und hielte die Profis über System und Händler. Die Belegschaft in Deutschland sänke schrittweise weiter.
Im ungünstigen Fall drückten hohe Zölle und ein schwacher Dollar das US-Geschäft, chinesische Anbieter eroberten auch das Profisegment, und der Fachhandel dünnte aus. Stihl müsste dann deutlich härter sparen als bisher.
Die Gewichtung der Szenarien ist eine Einschätzung der Redaktion auf Basis der veröffentlichten Zahlen, keine Prognose von Stihl.
- Akku: Neue Anbieter brauchen keinen Motorenbau mehr.
- Dollar: Ein Drittel des Umsatzes hängt an Nordamerika.
- Händler: Das Werkstattgeschäft schrumpft, Baumärkte bleiben tabu.
Was bedeutet Stihl für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Für Verbraucher bleibt Stihl eine Marke aus dem Fachhandel, die immer mehr Akkugeräte verkauft. Gartenbaubetriebe binden sich mit dem Akkusystem für Jahre, Fachhändler leben zunehmend vom Service, und die Allianz mit Kärcher zeigt Mittelständlern einen Weg gegen Konkurrenz aus Asien.
Stihl sucht Wachstum in Nordamerika: Dort zeigte das Unternehmen im Oktober rund 90 Neuheiten samt Zubehör, darunter die erste Schneefräse, und holte einen früheren Caterpillar-Manager an die Spitze der US-Tochter. Die Akkus für Europa entstehen zunehmend in Rumänien. Auf Deutschland entfällt rund ein Zehntel des Umsatzes, im Stammhaus arbeiten mit 5.831 Menschen aber fast 29 Prozent der Belegschaft.
Für Verbraucher
In Deutschland und der Schweiz liegt der Akku-Anteil an den verkauften Stihl-Geräten schon über 60 Prozent. Der Benzinmotor wird im Privatgarten zum Auslaufmodell, auch ohne Verbot. Für Käufer zählt deshalb vor allem, zu welchem Akkusystem ein Gerät gehört und welche weiteren Geräte damit laufen. Der Markt wächst kaum: Mit Gartengeräten, Gartenmaschinen und Zubehör setzte der Handel in Deutschland 2024 nach Zahlen des IFH Köln rund 1,95 Milliarden Euro um, knapp 3 Prozent mehr als im Jahr davor. Der gesamte Gartenmarkt wuchs 2024 um 1,3 Prozent, nach Rückgängen in den beiden Vorjahren.
Für Garten- und Landschaftsbaubetriebe
Mit ALLPRO laufen ab 2027 Profigeräte von Stihl und Kärcher an denselben Akkus, auch die älteren AP-Akkus von Stihl passen. Ein Betrieb, der heute Akkus kauft, legt sich damit für die nächsten Jahre auf eine Plattform fest.
Vor dem Kauf sollten Betriebe prüfen, welche Geräte anderer Hersteller in diesem System erhältlich sind und welche nicht.
Für Fachhändler
Der Hersteller verkauft online selbst mit. Das Werkstattgeschäft mit Benzinmotoren dürfte über die Jahre kleiner werden. Händler, die Akkusysteme erklären, den Gerätepark von Betrieben betreuen und Ersatzteile schnell liefern, bleiben für Stihl unverzichtbar, weil das Unternehmen in den USA wie in Europa ausdrücklich auf den Fachhandel setzt.
Für Mittelständler und Zulieferer
Die Allianz mit Kärcher kann anderen Familienunternehmen als Vorbild dienen. Zwei Nachbarn aus dem Rems-Murr-Kreis nutzen eine teure Technik gemeinsam, die nur einer von beiden entwickeln musste. Unter Margendruck durch hohe Entwicklungskosten steht auch der Sensorhersteller SICK aus Waldkirch, dessen Geschäftsmodell wir ebenfalls seziert haben.
Für Zulieferer aus der Region bedeutet die Akku-Wende weniger Aufträge für Teile des Verbrennungsmotors.
Drei Szenarien für die nächsten zwölf Monate
| Szenario | Annahme | Folge für deutsche Leser |
|---|---|---|
| Optimistisch | Gartensaison 2027 belebt sich, ALLPRO startet mit Kärcher planmäßig | stabile Preise, breiteres Angebot an Profigeräten mit einem Akku |
| Realistisch | Umsatz auf Vorjahresniveau, wie von Stihl für 2026 angekündigt | keine weiteren Abbaupläne, aber auch kein Stellenaufbau im Stammhaus |
| Pessimistisch | schwache Nachfrage, höhere Zölle, Druck aus China | neue Sparrunde, weitere Verlagerung einzelner Bereiche ins Ausland |
Unsere Empfehlung: Verbraucher sollten vor dem ersten Akkugerät klären, welche weiteren Geräte mit demselben Akku laufen sollen. Für Betriebe ist ein Akkusystem eine Investition über mehrere Jahre und verdient dieselbe Prüfung. Händler sichern ihren Platz mit Beratung und Service für den Gerätepark, weil Geräte zunehmend online verkauft werden.
Ein Hidden Champion, der seine Bilanz offenlegt und in der Politik längere Arbeitszeiten verlangt, könnte auch seine Gewinnzahl nennen.
Die Debatte über den Standort Deutschland gewönne an Glaubwürdigkeit, wenn Stihl die Zahlen auf den Tisch legte, die das Unternehmen kennt und die Öffentlichkeit nicht.
- Verbraucher: Das Akkusystem zählt mehr als das einzelne Gerät.
- Betriebe: ALLPRO bindet für Jahre, ab 2027 auch mit Kärcher.
- Händler: Service und Beratung sichern den Platz im Vertrieb.
Glossar: 13 wichtige Fachbegriffe zum Geschäftsmodell von Stihl

Akkusystem
Ein Akkusystem ist eine Familie von Akkus und Ladegeräten, deren Akkus in viele Geräte desselben Herstellers passen. Stihl bietet für Profis das System ALLPRO an, das ab 2027 auch Geräte von Kärcher versorgt. Je mehr Geräte an einem Akku hängen, desto aufwendiger wird für Kunden der Wechsel zu einem anderen Hersteller.
Beirat
Ein Beirat berät und überwacht in vielen Familienunternehmen die Geschäftsführung, ohne gesetzlich vorgeschrieben zu sein wie ein Aufsichtsrat. Bei Stihl sitzen im Beirat der Holding Mitglieder der Familie, ein Vertreter der Eva Mayr-Stihl Stiftung und externe Manager. Vorsitzender ist Nikolas Stihl, ein Enkel des Gründers.
Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote gibt an, welcher Anteil der Bilanzsumme aus eigenem Kapital der Eigentümer stammt und nicht aus Schulden. Eine hohe Quote macht ein Unternehmen unabhängig von Banken und widerstandsfähig in Krisen. Die STIHL Gruppe kam Ende 2025 auf 71,2 Prozent, das deutsche Stammhaus auf 36,9 Prozent.
Fachhandel
Der Fachhandel umfasst spezialisierte Händler, die Geräte verkaufen, einweisen, warten und reparieren. Stihl vertreibt seine Produkte fast ausschließlich über solche Händler, weltweit je nach Quelle 50.000 bis 55.000, und verzichtet in den USA auf die großen Baumarktketten. Bei Online-Käufen im Stihl-Shop erhält der örtliche Händler eine Vergütung.
Führungsschiene
Die Führungsschiene ist das flache Metallteil einer Motorsäge, um das die Sägekette läuft. Zusammen mit der Kette bildet die Schiene die Schneidgarnitur und nutzt sich mit der Zeit ab. Stihl fertigt Führungsschienen in Waiblingen, ein geplanter Neubau dafür in Ludwigsburg wurde im Februar 2024 auf Eis gelegt.
Genussrecht
Ein Genussrecht verbrieft eine Beteiligung am Erfolg eines Unternehmens, ohne dass der Inhaber Gesellschafter wird oder Stimmrechte erhält. Viele Familienunternehmen bieten Genussrechte ihren Beschäftigten an. Bei Stihl beteiligen sich Mitarbeiter des Stammhauses auf diesem Weg, Ende 2025 belief sich das Genussrechtskapital auf knapp 45 Millionen Euro.
Hidden Champion
Als Hidden Champion bezeichnet man ein Unternehmen, das in seiner Nische weltweit zu den führenden Anbietern gehört, in der breiten Öffentlichkeit aber wenig bekannt ist. Der Begriff stammt vom Unternehmensberater Hermann Simon. Viele dieser Firmen sind Familienunternehmen aus dem deutschen Mittelstand, häufig mit Sitz abseits der Großstädte.
Kommanditgesellschaft
Eine Kommanditgesellschaft ist eine Personengesellschaft mit mindestens einem unbeschränkt haftenden Gesellschafter und Kommanditisten, die nur mit ihrer Einlage haften. Bei einer AG & Co. KG übernimmt eine Aktiengesellschaft die Rolle des voll haftenden Gesellschafters. Stihl ist über die STIHL Holding AG & Co. KG so organisiert.
Lobbyregister
Im Lobbyregister des Deutschen Bundestags müssen sich Unternehmen und Verbände eintragen, die Einfluss auf Abgeordnete oder die Bundesregierung nehmen wollen. Der Eintrag nennt Ausgaben, Beschäftigte, Themen und Mitgliedschaften. Stihl ist dort unter der Nummer R003526 verzeichnet und meldet für 2025 bis zu 280.000 Euro Ausgaben.
Publizitätsgesetz
Das Publizitätsgesetz verpflichtet große Unternehmen, die keine Kapitalgesellschaften sind, ihre Abschlüsse offenzulegen. Personenhandelsgesellschaften dürfen dabei auf die Gewinn- und Verlustrechnung verzichten, sofern die Anlage zur Bilanz Umsatz, Personalaufwand und Beschäftigtenzahl angibt. Das Eigenkapital darf in einem einzigen Posten stehen, sodass der Gewinn nicht erkennbar wird.
Stammhaus
Als Stammhaus bezeichnet Stihl die ANDREAS STIHL AG & Co. KG mit den deutschen Standorten in Waiblingen, Ludwigsburg, Fellbach, Prüm-Weinsheim und Wiechs am Randen. Das Stammhaus setzte 2025 rund 1,85 Milliarden Euro um und beschäftigte zum Jahresende 5.831 Menschen. Die Zahlen der Gruppe enthalten zusätzlich alle Tochtergesellschaften.
Vorräte
Vorräte sind Rohstoffe, Teile, halbfertige und fertige Produkte, die ein Unternehmen auf Lager hält. Die Bilanz bewertet diese Bestände zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Bei Stihl summierten sich die Vorräte Ende 2025 auf knapp 2 Milliarden Euro, rund 36 Prozent des Jahresumsatzes, also gut vier Monatsumsätze.
Währungsbereinigung
Bei der Währungsbereinigung rechnet ein Unternehmen den Einfluss schwankender Wechselkurse aus seinen Zahlen heraus. So zeigt sich, wie sich das Geschäft ohne Kurseffekte entwickelt hätte. Stihl wuchs 2025 nominal um 2,8 Prozent, währungsbereinigt um 5,8 Prozent, weil schwächere Währungen, unter anderem der Dollar, den Umsatz in Euro drückten.
FAQ: Warum zeigt Stihl seine Bilanz, aber nicht den Gewinn?

Wem gehört Stihl?
Stihl gehört den Nachkommen des Gründers Andreas Stihl und der Eva Mayr-Stihl Stiftung. Bis 2021 hielten die vier Kinder des Gründers je ein Viertel der Holding, danach trat die Stiftung an die Stelle von Eva Mayr-Stihl, mit einem kleineren Anteil.
Ist Stihl an der Börse?
Nein. Die STIHL Holding ist eine Kommanditgesellschaft in Familienbesitz, ihre Anteile werden nicht gehandelt. Quartalszahlen muss Stihl deshalb nicht veröffentlichen. Auf die Gewinn- und Verlustrechnung verzichtet das Unternehmen nach Paragraf 9 des Publizitätsgesetzes.
Wer leitet Stihl?
Vorstandsvorsitzender ist seit Februar 2022 Michael Traub. Die Familie führt das Unternehmen seit 2002 nicht mehr selbst. Nikolas Stihl, ein Enkel des Gründers, leitet Beirat und Aufsichtsrat.
Wo produziert Stihl?
Stihl fertigt in acht Ländern: in Deutschland, den USA, Brasilien, der Schweiz, Österreich, China, Rumänien und auf den Philippinen. Größter Standort ist Waiblingen, in den USA fertigt Stihl in Virginia Beach mit mehr als 2.300 Beschäftigten.
Wie viele Menschen arbeiten bei Stihl?
Ende 2025 beschäftigte die STIHL Gruppe weltweit 20.246 Menschen, davon 5.831 im deutschen Stammhaus nach 6.064 ein Jahr zuvor.
Wann wurde Stihl gegründet?
Andreas Stihl gründete das Unternehmen 1926 als Ingenieurbüro in Stuttgart. 2026 feiert Stihl sein 100-jähriges Bestehen, unter anderem mit der Weltmeisterschaft der STIHL TIMBERSPORTS Ende Oktober in Stuttgart.
Quellen
64 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 24.10.2026
- STIHLIntegrated Corporate Report 2025, Kennzahlen
- STIHLIntegrated Corporate Report 2025, Bilanz zum 31. Dezember 2025 und Anhang
- STIHLIntegrated Corporate Report 2025, Geschäftsverlauf der STIHL Gruppe
- STIHLIntegrated Corporate Report 2025, Geschäftsverlauf des Stammhauses
- STIHLIntegrated Corporate Report 2025, Gremien der Gruppe
- STIHLPressemitteilung zur Bilanzpressekonferenz 2026, 20.05.2026
- STIHL Inc.STIHL at Equip Expo 2026, 21.10.2026
- STIHL Inc.STIHL Inc. names Sean McGinnis President, 01.10.2026
- STIHL100 Jahre STIHL, Pressemitteilung vom 12.01.2026
- STIHLGeschäftsbericht 2024, Kennzahlen
- STIHLGeschäftsbericht 2023, Kennzahlen
- STIHLPressemitteilung zur Bilanzpressekonferenz 2025, 29.04.2025
- STIHLPressemitteilung zur Jahrespressekonferenz 2024, 23.04.2024
- STIHLPressemitteilung zur Bilanzpressekonferenz 2023, 25.04.2023
- STIHLSTIHL passes the 5 billion euro mark in revenue, 26.04.2022
- STIHLPressemitteilung zum Geschäftsjahr 2020, 27.04.2021
- STIHLEröffnung des Werks in Rumänien, 16.10.2025
- STIHLSTIHL richtet Geschäftsfeld Robotik neu aus, 04.08.2025
- STIHLUnternehmensdaten und Zahlen
- STIHLProduktion weltweit
- STIHLSTIHL Deutschland, Werke und Standorte
- STIHLSTIHL Schweiz, Kettenwerk Wil
- STIHLSTIHL Philippinen, ZAMA
- STIHLFamilie und Unternehmensführung
- STIHLViking wird STIHL Tirol, 2018
- STIHLOnline-Shop und Fachhandel, 2020
- STIHLNachhaltigkeitsbericht 2022, Gruppe und Strategie
- STIHLNachhaltigkeitsbericht 2023, Gruppe und Strategie
- STIHLNachhaltigkeitsbericht 2024, Gruppe und Strategie
- STIHLGeschäftsbericht 2018, Journal Fortschritt
- STIHL Inc.Kärcher and STIHL battery alliance, 2026
- Deutsche BiographieStihl, Andreas
- Funding UniverseCompany History Andreas Stihl AG & Co. KG
- House DigestWhy Doesn’t Home Depot Sell Stihl Tools?
- STIHL DeutschlandUnternehmensseite
- Bundesministerium der JustizPublizitätsgesetz, Paragraf 5
- Bundesministerium der JustizPublizitätsgesetz, Paragraf 9
- Deutscher BundestagLobbyregister, Eintrag R003526 ANDREAS STIHL AG & Co. KG
- swissinfo (Keystone-SDA)Stihl ringt mit Flaute, Akku-Geräte treiben Wandel voran, 20.05.2026
- topagrarStihl schließt Geschäftsjahr erfolgreich ab und forciert Akku-Transformation, 20.05.2026
- topagrarSo reagiert Stihl auf Zölle, hohe Kosten und den scharfen Wettbewerb, 11.09.2025
- topagrarKärcher übernimmt Akkusystem ALLPRO von Stihl, 05.07.2026
- HandelsblattMotorsägen: Warum Stihl trotz Wachstum Stellen ins Ausland verlagert, 12.09.2025
- Stuttgarter ZeitungMotorsägenhersteller Stihl will weltweit 500 Jobs streichen, 29.04.2025
- Stuttgarter ZeitungKurzarbeit bei Stihl in zwei Werken, 13.11.2023
- Stuttgarter ZeitungStihl Waiblingen: nochmal 100 Stellen weg
- Stuttgarter Zeitung (dpa)Streit um Arbeitszeit: Stihl hält 35-Stunden-Woche nicht mehr für zeitgemäß, 10.08.2026
- Schwäbische ZeitungStihl prüft Verlagerung der Schienenproduktion in die Schweiz, 13.02.2024
- Schwäbische Zeitung (dpa)Schwäbischer Schulterschluss: Stihl und Kärcher schließen Akku-Allianz, 06.07.2026
- EuronewsBoss of Stihl: Time for reforms, 05.09.2026
- agrarheuteStihl baut weltweit stärkste Akkusäge, 24.09.2026
- Placera (TT)Husqvarnas justerade rörelseresultat klart sämre än väntat, 21.10.2026
- Marketscreener (Reuters)Husqvarna profit hit by weak demand, tariffs, 21.10.2025
- InderesHusqvarna Group Year-End Report January to December 2025
- Chervon HoldingsInterim Report 2026
- Straits ResearchOutdoor Power Equipment Market
- Kings ResearchGlobal Chainsaw Market
- Business Wire (ResearchAndMarkets)Global Chainsaw Market Report, 26.08.2024
- Statista nach IFH KölnUmsatzentwicklung des Gartenmarktes in Deutschland nach Warengruppen
- baulinks (IFH Köln)Gartenmarkt Deutschland 2024, 18.09.2025
- California Air Resources BoardSmall Off-Road Engines, Beschluss vom 09.12.2021
- EUR-LexVerordnung (EU) 2016/1628 über Emissionsgrenzwerte für Motoren in nicht für den Straßenverkehr bestimmten mobilen Maschinen
- Dr. WebStihl verlagert die Mähroboter-Entwicklung nach China, 04.08.2026
- Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurse vom 23.10.2026
