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Sie zeigen an der Kasse die Rewe-App vor, und für die Tafel Schokolade aus dem Bonus-Angebot landen 20 Cent auf Ihrem Guthaben. Den Betrag bucht Rewe als Rabatt. Vor allem wegen der neuen Vorteilsprogramme und höherer Kosten sank das operative Ergebnis der Rewe Group 2025 laut Finanzbericht um 23 Prozent, obwohl der Umsatz erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro übersprang.

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Das Bundeskartellamt hat Rewe am 14. Oktober die Übernahme von 38 Märkten der hessischen Kette Tegut erlaubt, zwei weitere in Marburg und Schlüchtern darf die Gruppe vier Jahre lang nicht kaufen.

In der Begründung steht ein Satz, der das Geschäftsmodell der Kölner Genossenschaft genauer beschreibt als jede Werbekampagne: Für viele Hersteller von Markenprodukten sei Rewe ein „unverzichtbarer Abnehmer“. Dieselbe Gruppe verdient an 100 Euro Umsatz weniger als einen Euro.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rewe Group setzte 2025 erstmals mehr als 100 Milliarden Euro um, die Kaufleute eingerechnet. Der Konzernumsatz lag bei 91,1 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss bei 525 Millionen Euro, also 0,6 Prozent des Konzernumsatzes.
  • Rewe verdient nicht nur an der Ladenkasse. Als Großhändler, Vermieter und Dienstleister kassiert die Gruppe auch bei den 1.620 selbstständigen Kaufleuten, die 2025 zusammen 20,4 Milliarden Euro umsetzten.
  • Mit rund 22 Prozent Marktanteil ist Rewe laut Bundeskartellamt die Nummer drei im deutschen Lebensmittelhandel, hinter Edeka und der Schwarz-Gruppe.
  • Das Bonusprogramm in der Rewe-App hat mehr als 11 Millionen Nutzer und kostete 2025 einen Teil der Marge. Für 2026 plant die Gruppe weniger Rabattaktionen.
  • Fast jeder zehnte Euro Konzernumsatz kommt aus dem Reisegeschäft der Tochter Dertour. Für 2026 erwartet die Gruppe dort wegen der Iran-Krise ein um mehr als 10 Prozent niedrigeres internes Ergebnis.

Fünf Fragen an die Genossenschaft aus Köln

Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie das Geschäftsmodell von Rewe?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wofür steht der Name Rewe ursprünglich? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Rewe steht für den Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften, den 17 Einkaufsgenossenschaften 1927 in Köln gründeten. Konzernmutter ist bis heute eine Genossenschaft.
2 Wie viel blieb der Rewe Group 2025 von 100 Euro Konzernumsatz als Jahresüberschuss? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Der Jahresüberschuss lag bei 525 Millionen Euro, das sind 0,6 Prozent des Konzernumsatzes von 91,1 Milliarden Euro. 5,88 Euro je 100 Euro betrug das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
3 Welchen Marktanteil im deutschen Lebensmittelhandel hatte Rewe 2025 laut Bundeskartellamt? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Rewe kam auf rund 22 Prozent und ist damit die Nummer drei hinter Edeka mit rund 30 Prozent und der Schwarz-Gruppe mit rund 25 Prozent.
4 Wie viele Tegut-Märkte darf Rewe nach der Entscheidung vom 14. Oktober 2026 übernehmen? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Angemeldet waren 40 Märkte. Für die Standorte Marburg-Ketzerbach und Schlüchtern gilt ein vierjähriges Erwerbsverbot, 178 Tegut-Märkte gingen zuvor an Edeka.
5 Welcher Posten brachte der Rewe Group 2025 rund 1,45 Milliarden Euro an sonstigen Erträgen? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Die Miet- und Pachterträge stammen überwiegend aus der Vermietung von Märkten an selbstständige Kaufleute, ein Teil der Mieten hängt am Umsatz. Werbedienstleistungen brachten 592 Millionen Euro.

Wer steckt hinter Rewe und wie fing alles an?

Hinter Rewe stehen selbstständige Kaufleute. 1927 schlossen sich in Köln 17 Einkaufsgenossenschaften zum Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften zusammen, kurz Rewe, um Lebensmittel gemeinsam einzukaufen. Konzernmutter ist bis heute eine Genossenschaft, die REWE-Zentralfinanz eG.

Auf ihrer Website beruft sich die Rewe Group bis heute auf die Genossenschaftsidee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch: „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam“.

Aus dem Einkaufsverband ist ein Konzern mit 380.000 Beschäftigten in 21 Ländern geworden, in der Rechtsform einer Genossenschaft.

Eine Genossenschaft mit zwei Stockwerken

Die Rewe Group beschreibt sich als zweistufige Genossenschaft. Unten stehen fünf Regionalgenossenschaften mit Sitz in Dortmund, Hürth, Hungen, Teltow und Fellbach sowie die FürSie eG, darin sind die Kaufleute organisiert. Oben steht die REWE-Zentralfinanz eG in Köln, Mutter von 338 inländischen und 191 ausländischen Tochtergesellschaften.

Im Aufsichtsrat besetzen Kaufleute die gesamte Anteilseignerseite, Vorsitzender ist seit Juni 2025 Stefan Lenk, Aufsichtsratschef der Rewe Dortmund Großhandel eG.

An der Börse ist die Gruppe nicht notiert und hat deshalb keine Aktionäre, die eine Dividende erwarten. Von 194,2 Millionen Euro Bilanzgewinn der Konzernmutter für 2025 sollten laut Finanzbericht 10,1 Millionen Euro an die Mitglieder fließen, der Rest in die Rücklagen. Vorstandschef Lionel Souque sagte 2023, die Genossenschaft investiere „bis zu 99 Prozent dessen was wir verdienen“ in die eigenen Geschäftsfelder.

Souque, 1971 in Paris geboren, führt die Rewe Group seit Juli 2017, sein Vertrag läuft bis Ende 2028.

Der Kaufmann als Partner der Zentrale

Für den Einstieg neuer Kaufleute hat Rewe ein eigenes Partnerschaftsmodell gebaut. „Gemeinsam gründen wir eine offene Handelsgesellschaft (OHG)“, wirbt Rewe auf seiner Karriereseite um Gründer und verspricht, Eigenkapital und Risiko blieben für den neuen Kaufmann überschaubar. Wie hoch der Anteil der Zentrale an diesen Gesellschaften ist, veröffentlicht Rewe nicht. Im Finanzbericht steht nur, dass die Kaufleute „die Mehrheit der maßgeblichen Tätigkeiten“ bestimmen, die Rechte des Konzerns zu Planung und Konzept seien Schutzrechte.

Die 1.620 selbstständigen Rewe-Kaufleute setzten 2025 zusammen 20,4 Milliarden Euro um, 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Beim Edeka-Verbund führen rund 3.200 selbstständige Kaufleute 5.629 der 10.871 Märkte und setzten 2025 zusammen 42,7 Milliarden Euro um, 4.433 weitere Märkte gehören zum Discounter Netto. Bei Rewe liegt mehr Geschäft direkt beim Konzern: eigene Supermärkte, Penny, Touristik und Großhandel. In Österreich überträgt die Gruppe das Kaufmannsmodell inzwischen auf Billa, dort arbeiten bisher 17 Billa-Kaufleute neben 292 Adeg-Kaufleuten.

Wie wurde aus dem Einkaufsverband ein Konzern mit 100 Milliarden Euro Umsatz?

Oranger Aktenkoffer in weißem Einkaufskorb auf Podest mit Anhänger „100 Mrd.“
Supermarkt, Discounter, Großhandel und Reisen: 2025 kam die Rewe Group auf 100,4 Milliarden Euro Gesamtaußenumsatz.

Die Gruppe ist weit über den deutschen Supermarkt hinausgewachsen: mit einem eigenen Discounter, Märkten in Österreich und Osteuropa, einem Reisegeschäft und einem Großhändler für Tankstellenshops und Kioske. 2025 lag der Gesamtaußenumsatz der Rewe Group bei 100,4 Milliarden Euro, 31,3 Milliarden davon im Ausland.

Mit dem Gesamtaußenumsatz wirbt die Gruppe, er zählt die Umsätze der selbstständigen Kaufleute mit, die im Konzernabschluss nicht als Umsatz auftauchen, und beim Reisegeschäft den vollen Preis der verkauften Reisen. Im testierten Abschluss der Konzernmutter stehen für 2025 deshalb 91,1 Milliarden Euro Konzernumsatz. Für einen Vergleich mit Edeka taugen beide Zahlen nur bedingt, denn der Edeka-Verbund grenzt seinen Umsatz von 77,3 Milliarden Euro anders ab.

Der Discounter und das Ausland

Neben den Rewe-Supermärkten betreibt die Gruppe in Deutschland den Discounter Penny mit 2.122 Märkten. Penny setzte 2025 hierzulande 9,9 Milliarden Euro um, nur 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Stärker wuchs Penny im Ausland: In Italien, Österreich, Rumänien, Tschechien und Ungarn kam der Discounter mit 1.914 Standorten auf 8,6 Milliarden Euro, 6,3 Prozent mehr.

In Österreich gehören die Supermarktkette Billa, die Drogeriekette Bipa und die Kaufmannsmärkte von Adeg zur Gruppe, zusammen 8,2 Milliarden Euro Umsatz. Weitere 4,2 Milliarden Euro erzielten Billa und Iki in Mittel- und Osteuropa.

Reisen und Kioskware

Seit dem 1. Januar 2020 gehört der Großhändler Lekkerland zur Gruppe, der Tankstellenshops, Kioske und Ladeparks beliefert, laut Finanzbericht mehr als 62.000 Verkaufsstellen. Im ersten Jahr brachte Lekkerland 12,1 Milliarden Euro Umsatz, 2025 lag das Geschäftsfeld Convenience bei 15,3 Milliarden Euro.

Verkaufsverbote für Tabak in Supermärkten der Niederlande und Belgiens bremsen das Wachstum von Lekkerland.

Im Corona-Jahr 2020 brach der Umsatz der Reisesparte um 73,9 Prozent ein, seitdem hat die heutige Dertour Group kräftig zugekauft: im August 2025 die Schweizer Hotelplan-Gruppe von Migros, zum 1. August 2026 die restlichen Anteile an der DSR Hotel Holding mit 34 Hotels der Marken A-Rosa, aja und Henri. Der fakturierte Umsatz, also der Wert aller verkauften Reisen, stieg 2025 um 18 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro.

Wachstum
Von 75 auf 100 Milliarden Euro in fünf Jahren
Gesamtaußenumsatz der Rewe Group in Milliarden Euro, einschließlich der selbstständigen Kaufleute und des fakturierten Reiseumsatzes.
Gesamtaußenumsatz
  • 202075,3 Mrd. €
  • 202176,8 Mrd. €
  • 202284,8 Mrd. €
  • 202391,9 Mrd. €
  • 202496,5 Mrd. €
  • 2025100,4 Mrd. €
91,1 Mrd. €
Konzernumsatz 2025
380.000
Beschäftigte in 21 Ländern
1.620
selbstständige Rewe-Kaufleute

Die Inflation als Umsatztreiber

Zwischen 2020 und 2025 wuchs der Gesamtaußenumsatz von 75,3 auf 100,4 Milliarden Euro, ein Drittel mehr. Ein Teil dieses Wachstums ging auf die Teuerung zurück: 2022 stieg der Umsatz der Gruppe um 10,4 Prozent, „auch inflationsbedingt“, wie die Rewe Group in ihrer Bilanzmitteilung schrieb. Die Preise im eigenen Sortiment stiegen nach Rechnung der Gruppe um 7,3 Prozent, deutlich weniger als der Verbraucherpreisindex für Nahrungsmittel mit 13,4 Prozent.

Wachsen wird Rewe 2026 auch durch den Rückzug eines Konkurrenten. Die Schweizer Migros Zürich kündigte im März an, ihre deutsche Tochter Tegut mit zuletzt rund 300 Märkten zu verkaufen. Das Bundeskartellamt gab 36 kleinere Standorte an Tante Enso, 178 Märkte an Edeka und nun 38 an Rewe frei.

Die 38 Märkte für Rewe liegen in Hessen, Bayern, Thüringen und Niedersachsen und werden teils als Rewe, teils als Penny weitergeführt.

Im Allgäu bewirbt sich die Gruppe um einen Teil der 72 Standorte der insolventen Kette Feneberg. Die Investorenvereinbarung vom 7. Juli steht unter dem Vorbehalt der Fusionskontrolle, eine Freigabe hat das Bundeskartellamt bisher nicht veröffentlicht.

Im ersten Halbjahr 2026 wuchs der Konzernumsatz um 2,3 Prozent auf 45,0 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um 4,7 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Nach dem Investitionsprogramm aus dem Frühjahr 2025 will die Gruppe bis 2028 insgesamt 16 Milliarden Euro in Märkte, Logistik, IT und eigene Immobilien stecken.

Auf den PunktVom Einkaufsverband zum Mischkonzern
  • Ausland: 31,3 von 100,4 Milliarden Euro Gesamtaußenumsatz entstehen außerhalb Deutschlands.
  • Discount: Penny wuchs 2025 im Ausland mit 6,3 Prozent neunmal so schnell wie in Deutschland.
  • Zukäufe: Lekkerland, Hotelplan, die DSR-Hotels und Tegut kamen seit 2020 hinzu, Feneberg ist angemeldet.

Wie verdient Rewe tatsächlich sein Geld?

Oranger Schlüsselanhänger mit den Texten WARE MIETE WERBUNG
Ware, Miete und Werbung: Rewe verdient auch an den Kaufleuten und an den Herstellern.

Rewe verdient am Handel mit einem Rohertrag von knapp 22 Prozent des Umsatzes und zusätzlich an Mieten, Gebühren und Werbeflächen, die Kaufleute und Hersteller bezahlen. Nach Personal, Miete, Energie und Zinsen blieben 2025 von 100 Euro Konzernumsatz 58 Cent Gewinn.

Fünf Geschäftsfelder, ein Schwergewicht

Fast die Hälfte des Konzernumsatzes von 91,1 Milliarden Euro kommt aus dem Handel in Deutschland, also aus Rewe und Penny: 42,5 Milliarden Euro, 46,7 Prozent. Der Handel im Ausland brachte 21,1 Milliarden Euro, das Großhandelsgeschäft von Lekkerland 15,3 Milliarden, die Touristik 9,0 Milliarden und die Baumärkte von Toom 2,4 Milliarden Euro.

Am schnellsten wuchs 2025 der Konzernumsatz der Touristik, um 16,1 Prozent, geschrumpft ist nur der Baumarkt.

2020 kam gut die Hälfte des Konzernumsatzes aus dem deutschen Lebensmittelhandel und knapp 2 Prozent aus der Touristik, 2025 lagen die Anteile bei 46,7 und 9,9 Prozent.

Der Handel in Deutschland legte in dieser Zeit um 22 Prozent zu, das Reisegeschäft hat sich nach dem Corona-Einbruch fast versiebenfacht.

Zum Umsatz zählt auch das Großhandelsgeschäft mit den eigenen Kaufleuten: Jeder selbstständige Rewe-Markt bezieht seine Ware über die Sparte Rewe, und deren Umsatz wuchs 2025 laut Finanzbericht vor allem, weil mehr Märkte an Kaufleute gingen.

Erlösmodell
Wo der Konzernumsatz entsteht
Konzernumsatz 2025 nach Geschäftsfeldern in Milliarden Euro, insgesamt 91,1 Milliarden Euro.
Konzernumsatz 2025
  • Handel Deutschland (Rewe, Penny)42,5 Mrd. € · 46,7 %
  • Handel International (Billa, Penny, Adeg, Bipa, Iki)21,1 Mrd. € · 23,1 %
  • Convenience (Lekkerland)15,3 Mrd. € · 16,7 %
  • Touristik (Dertour)9,0 Mrd. € · 9,9 %
  • Baumarkt (Toom)2,4 Mrd. € · 2,6 %
plus 16,1 %
Touristik 2025
plus 2,2 %
Handel Deutschland 2025
minus 2,0 %
Baumarkt 2025

Was neben dem Warenverkauf in der Gewinnrechnung steht

In der Gewinnrechnung stehen 4,6 Milliarden Euro sonstige betriebliche Erträge, das Dreifache des Betriebsergebnisses von 1,5 Milliarden Euro. Größter Posten sind Miet- und Pachterträge von 1,45 Milliarden Euro, überwiegend aus der Vermietung von Märkten an Rewe-Kaufleute. Ein Teil der Mieten hängt am Umsatz des Kaufmanns: Verkauft der Markt mehr, verdient die Zentrale als Vermieterin mit.

Weitere 783 Millionen Euro kamen aus Dienstleistungen, die laut Finanzbericht mit dem Großhandel an die Kaufleute gewachsen sind, und 592 Millionen Euro aus Werbedienstleistungen. Werbung verkauft die konzerneigene Einheit Retail Media Connect an rund 400 Industriepartner und Mediaagenturen, etwa Werbeflächen in den Rewe- und Penny-Märkten und Kampagnen auf Basis der eigenen Kundendaten.

Rewe tritt auch als Bank seiner Kaufleute auf: Darlehen an Gemeinschaftsunternehmen, darunter Starthilfedarlehen und Warenkredite für Kaufleute, stiegen 2025 auf 809,5 Millionen Euro. Für Märkte, die Rewe im Zuge der Privatisierung an Kaufleute verkaufte, nahm der Konzern 2025 weitere 41,0 Millionen Euro ein.

Sonstige betriebliche Erträge 2025Millionen Euro
Miet- und Pachterträge, vor allem von Rewe-Kaufleuten1.447,4
Nebenleistungen des Warenverkehrs, vor allem Pfanderstattungen der Lieferanten (gleich hohe Kosten stehen gegenüber)1.123,8
Sonstige Leistungen, etwa Logistik und Dienstleistungsgebühren782,7
Werbedienstleistungen592,1
Übrige Erträge672,0
Gesamt4.618,0

Daten aus 18 Millionen Konten

Ende 2024 trennte sich Rewe vom Bonusprogramm Payback, an das die Supermarktkette laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Branchenkreisen knapp 150 Millionen Euro im Jahr gezahlt haben soll. Seit Dezember 2024 sammeln Kunden Guthaben in der Rewe-App, Penny hat seit Oktober 2024 eine eigene App. Mehr als 11 Millionen Menschen nutzen Rewe Bonus, weitere 7 Millionen sind bei Penny registriert, 2025 kam eine Bezahlfunktion hinzu.

Mit dem Wechsel liegen die Einkaufsdaten von zusammen rund 18 Millionen Konten in beiden Apps bei der Gruppe selbst, denn jedes gutgeschriebene Guthaben hängt an einem gekauften Artikel. Retail Media Connect wirbt bei Herstellern ausdrücklich mit dieser „First-Party-Data-Basis“, also mit eigenen Kundendaten. In der Bilanz taucht dieser Datenbestand nicht als Vermögenswert auf.

Sichtbar sind nur die Kosten: Die Verpflichtungen aus Kundenbindungsprogrammen stiegen 2025 von 56,2 auf 111,1 Millionen Euro, und die Rabatte drückten die Rohertragsquote.

Die Rewe Group nennt die Vorteilsprogramme als einen Hauptgrund dafür, dass das operative Ergebnis um 23 Prozent fiel, für das Guthaben musste die Gruppe 2025 tief in die Tasche greifen. Für 2026 sind Rabattaktionen in diesem Umfang laut Finanzbericht „nicht geplant“.

Wo die Marge entsteht und wo sie verschwindet

Von 100 Euro Konzernumsatz gab Rewe 2025 rund 78 Euro für Waren und Material aus. Übrig blieb ein Rohertrag von 21,9 Prozent, im Vorjahr 22,1 Prozent. Davon gehen 11,43 Euro an das Personal und 9,63 Euro an sonstige Kosten wie Raumkosten, Strom, Werbung und IT-Dienstleister, die Erträge aus Mieten und Dienstleistungen gleichen einen Teil aus. Nach Abschreibungen von 4,22 Euro bleibt ein Betriebsergebnis von 1,67 Euro.

Das Finanzergebnis kostet weitere 77 Cent. Drei Viertel der Nettoverschuldung von 18,1 Milliarden Euro stammen aus Mietverträgen, die nach den Bilanzregeln als Schulden zählen. Nach 33 Cent Ertragsteuern bleiben 58 Cent.

Welche Sparte wie viel verdient, veröffentlicht die Rewe Group nicht in Euro. Der Finanzbericht nennt nur die Tendenz des internen operativen Ergebnisses: Bei Rewe und Penny in Deutschland, in der Touristik, im Baumarkt und in Mittel- und Osteuropa lag das Ergebnis 2025 „signifikant“ unter dem Vorjahr, also mehr als 10 Prozent darunter. Deutlich zulegen konnten nur Lekkerland und die Vollsortimenter in Österreich.

Marge
Was von 100 Euro Konzernumsatz übrig bleibt
Kosten und Ergebnis der Rewe Group je 100 Euro Konzernumsatz im Jahr 2025, eigene Berechnung aus der Konzern-Gewinnrechnung.
Je 100 Euro Konzernumsatz
  • Waren und Material78,17 €
  • Personal11,43 €
  • Sonstige Kosten9,63 €
  • Abschreibungen4,22 €
  • Sonstige Erträge und Bestandsveränderungenplus 5,13 €
  • Betriebsergebnis1,67 €
  • Jahresüberschuss0,58 €
21,9 %
Rohertragsquote 2025
1,7 %
Umsatzrendite (EBITA) 2025
0,6 %
Jahresüberschuss je Umsatz 2025

Wer wen mitfinanziert

„Der Lieferservice bringt keinen positiven Ertrag“, sagte Souque im Dezember 2024 in einem Podcast, über den die Lebensmittel Praxis berichtete. Den Ausbau in weitere Städte hat die Gruppe gestoppt. Heute liefert Rewe aus 16 Versandzentren an rund die Hälfte der deutschen Haushalte, seit September 2026 zusätzlich über Uber Eats, Wolt und Lieferando aus den Märkten. Der Abholservice in mehr als 2.200 Märkten rentiert sich laut Souque deutlich besser.

Größe, die Hersteller nicht umgehen können

Rewes Zentrale kauft für 3.800 Rewe-Märkte, 2.122 Penny-Filialen und Tausende Märkte im Ausland ein und verhandelt mit Mengen, die kein einzelner Kaufmann bündeln könnte. Das Bundeskartellamt stellte im September fest, dass Edeka und Rewe für manche Markenhersteller „jeweils einzeln unverzichtbar“ sind, also kaum durch andere Abnehmer zu ersetzen. Juristen nennen das relative Marktmacht.

Hinter den Läden wächst die Infrastruktur mit: 2025 investierte die Gruppe 2,5 Milliarden Euro, vor allem in Digitalisierung, Lager und Logistik, für 2026 sind rund 3 Milliarden Euro geplant.

Was sich seit 2020 verschoben hat

Rewe gibt eigene Filialen an Kaufleute ab: Deren Umsatz stieg von 15,9 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf 20,4 Milliarden 2025, ihre Zahl von 1.550 im Jahr 2023 auf 1.620.

Zugleich wurde die Touristik vom Sorgenkind der Pandemie zum Wachstumstreiber. Und aus dem Payback-Kunden wurde ein Kunde mit eigenem Rewe-Konto, auf dessen Basis die Gruppe Werbeflächen an Hersteller verkauft.

Auf den PunktDrei Quellen der Marge
  • Einkauf: Als für viele Hersteller unverzichtbarer Abnehmer verhandelt Rewe aus starker Position, der Rohertrag liegt bei 21,9 Prozent des Umsatzes.
  • Kaufleute: Mieten, Dienstleistungsgebühren und Großhandel bringen Geld, ohne dass Rewe den Markt selbst betreibt.
  • Daten: Rund 18 Millionen App-Konten liefern Einkaufsdaten, auf deren Basis Rewe Herstellern Werbung verkauft.

Wie groß ist die Marktmacht von Rewe?

Ein angeschnittener Kuchen auf einem Tortenständer, ein orangerotes Stück mit 22%-Fähnchen
Rund 22 Prozent Marktanteil: Rewe ist die Nummer drei im deutschen Lebensmittelhandel.

Die Marktmacht reicht so weit, dass viele Markenhersteller nicht an Rewe vorbeikommen. Mit rund 22 Prozent des Umsatzes im deutschen Lebensmittelhandel ist Rewe die Nummer drei hinter Edeka und der Schwarz-Gruppe. Zusammen mit Aldi kommen die vier Gruppen auf mehr als 90 Prozent.

Die Zahlen stammen aus der Freigabe der Tegut-Übernahme durch Edeka vom 28. September. Für 2025 ermittelte das Bundeskartellamt rund 30 Prozent für Edeka, rund 25 Prozent für die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, rund 22 Prozent für Rewe und rund 15 Prozent für Aldi Nord und Aldi Süd.

Marktmacht
Vier Gruppen teilen sich den Markt
Anteile am Umsatz des deutschen Lebensmitteleinzelhandels 2025, gerundet, Ermittlung des Bundeskartellamts.
Marktanteile 2025
  • Edekarund 30 %
  • Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland)rund 25 %
  • Rewerund 22 %
  • Aldi Nord und Aldi Südrund 15 %
  • alle übrigen Händlerunter 10 %
17,5 %
Anteil Rewe 1995 laut Monopolkommission
21,2 %
Anteil Rewe 2023 laut Monopolkommission
über 90 %
Anteil der vier großen Gruppen 2025

Langsam gewachsen: von 17,5 auf 21,2 Prozent

Die Monopolkommission hat die Entwicklung für ihr Sondergutachten zur Lebensmittellieferkette vom November 2025 über fast drei Jahrzehnte nachgezeichnet. Nach diesem Gutachten wuchs der Anteil der Rewe-Gruppe von 17,5 Prozent im Jahr 1995 auf 21,2 Prozent 2023. Edeka legte im selben Zeitraum von 16,6 auf 32,1 Prozent zu. Kleinere und unabhängige Händler, 1995 noch rund ein Drittel des Markts, kamen 2023 auf 12,7 Prozent.

Rewe ist also nicht der Treiber der Konzentration, aber einer ihrer Nutznießer.

Keine kollektive Marktbeherrschung

Das Bundeskartellamt sieht trotz der hohen Konzentration keine gemeinsame Marktbeherrschung der vier großen Gruppen. Gegen eine gemeinsame Marktbeherrschung sprächen der tatsächliche Wettbewerb und „die geringen Margen im Lebensmitteleinzelhandel“, die nach den Ermittlungen der Behörde im niedrigen einstelligen Bereich liegen. Bei einem Teil des Sortiments beobachtete das Amt aber eine hohe Preisgleichheit. Preisänderungen gingen häufig von Aldi aus, zuletzt vermehrt auch von Lidl.

Auf der Einkaufsseite urteilt das Amt schärfer: Edeka und Rewe seien für manche Lieferanten von Markenartikeln „jeweils einzeln unverzichtbar“. Ein solcher Hersteller kann einen Abnehmer dieser Größe kurzfristig nicht durch andere Händler oder Vertriebswege ersetzen und hat in den Jahresgesprächen entsprechend wenig Spielraum.

Diese relative Marktmacht reicht nicht, um eine Übernahme zu untersagen, wohl aber für Verfahren gegen einen Missbrauch.

Leere Regale als Verhandlungsmittel

Wie Konditionen verhandelt werden, erfahren Kunden meist erst vor leeren Regalen. Anfang 2026 fehlten bei Rewe Saucen und Konserven von Carl Kühne. In mindestens einem Markt hing ein Aushang, Kühne habe nach einer geforderten Preiserhöhung „einseitig entschieden, die Belieferung an uns einzustellen“, als Ersatz empfahl Rewe die Eigenmarken. Am 9. Februar teilte Rewe der Lebensmittel Praxis mit, Kühne beliefere die Märkte wieder „vollumfänglich“.

Im September 2026 stoppte Rewe nach einem Bericht der Lebensmittel Zeitung die Nachbestellungen beim Coca-Cola-Abfüller CCEP, der seine Abgabepreise zum 1. September um durchschnittlich rund 3,5 Prozent erhöht hatte. CCEP sprach gegenüber der Berliner Zeitung von einer neuen Vereinbarung wenige Tage später. Rewe bestätigte die Einigung nicht und erklärte nur, die Warenverfügbarkeit in den Märkten sei sichergestellt.

Wie fest Rewe Kunden und Kaufleute hält

Für Kunden kostet ein Wechsel nichts außer dem Weg zum nächsten Markt. Rewe setzt deshalb auf das Guthaben in der App, das nur im eigenen Markt einlösbar ist.

Edeka ging den umgekehrten Weg und arbeitet seit Januar 2025 mit Payback. Den Anteil der Umsätze mit Payback beziffert Edeka inzwischen auf fast jeden zweiten Euro an den Kassen. Die Einkaufsdaten laufen dort über einen externen Anbieter, bei Rewe bleiben die Daten im eigenen Konzern.

Fester gebunden sind die Kaufleute. Viele mieten ihren Markt von der Zentrale, beziehen ihre Ware über den Rewe-Großhandel und haben Darlehen bei der Gruppe aufgenommen. Neueinsteiger gründen ihre Handelsgesellschaft gemeinsam mit Rewe. Ein Kaufmann, der zu Edeka wechseln wollte, müsste Standort, Lieferanten und Finanzierung zugleich ersetzen.

In diesem Verhältnis sitzt die Zentrale am längeren Hebel, auch wenn die Kaufleute über die Genossenschaft Eigentümer dieser Zentrale sind.

Auf den PunktMacht im Einkauf, Wettbewerb an der Kasse
  • Markt: Rewe hält rund 22 Prozent, die vier großen Gruppen zusammen mehr als 90 Prozent.
  • Hersteller: Für manche Markenartikler ist Rewe laut Bundeskartellamt einzeln unverzichtbar.
  • Kaufleute: Miete, Ware und Kredit kommen oft aus derselben Zentrale.

Wer ist bei Rewe eigentlich das Produkt?

Weißer Einkaufskorb mit Paket und Anhänger „Ihre Daten“
Guthaben gegen Einkaufsdaten: Mehr als 11 Millionen Menschen nutzen Rewe Bonus.

Der Kunde zahlt an der Kasse und liefert in der App seine Einkaufsdaten. Hersteller zahlen doppelt, mit Rabatten im Einkauf und für Werbung in den Märkten. Die Kaufleute sind Kunden, Mieter und Kreditnehmer der Gruppe zugleich.

Im Supermarkt begegnen Sie Rewe als Händler, der Ihnen Ware verkauft. Bezahlt wird Rewe aber nicht nur von Kunden an der Kasse.

Kunde mit Konto

Zum Start beschrieb die Deutsche Presse-Agentur Rewe Bonus so: Ausgewählte, wechselnde Artikel bringen 10 oder 20 Cent Guthaben, andere einen Euro oder mehr, das Guthaben lässt sich beim nächsten Einkauf einlösen. Bei Einkäufen ab 400 Euro in einem Monat gibt Rewe 10 Prozent Rabatt auf den ersten Einkauf im Folgemonat. Im Gegenzug sieht die Gruppe bei jedem Scan, was der Kunde kauft.

Sven Reuter, Geschäftsführer des Preisvergleichsportals Smhaggle, bezifferte die durchschnittliche Ersparnis über alle Bonusprogramme Ende 2024 auf nur ein Prozent, der gezielte Kauf von Sonderangeboten bringe mehr. Laut einer Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH kaufen 56 Prozent der Nutzer häufiger bei einem Händler ein, dessen Treueprogramm sie nutzen.

Carsten Kortum, Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, beobachtet dagegen Vorbehalte: „Viele haben Angst, weil sie nicht wissen, was mit ihren Daten passiert.“

Hersteller als zahlende Werbekunden

Für Markenhersteller ist Rewe Vertriebsweg und Werbeplattform zugleich. Die Hersteller verhandeln jedes Jahr über Einkaufspreise und Konditionen und kaufen zusätzlich Werbeflächen in den Märkten und auf digitalen Kanälen, 2025 brachten Werbedienstleistungen der Gruppe 592 Millionen Euro. Ein Teil dieses Geldes stammt aus denselben Unternehmen, die im Einkauf um jeden Prozentpunkt ringen.

Der Kaufmann als Kunde der eigenen Genossenschaft

Rechnerisch führen selbstständige Kaufleute knapp zwei Drittel der rund 3.800 Rewe-Märkte, viele von ihnen mehr als einen Markt. Die Rewe Markt GmbH betreibt 1.420 Märkte als eigene Filialen. Der Kaufmann beschäftigt das Personal seines Markts selbst. Er kauft die Ware bei der Zentrale, zahlt ihr eine teils umsatzabhängige Miete und Gebühren für Dienstleistungen, und als Mitglied seiner Regionalgenossenschaft ist er zugleich Miteigentümer dieser Zentrale.

Beschäftigte zwischen Konzern und Kaufmann

380.000 Menschen arbeiten in der Rewe Group, 272.000 davon in Deutschland. Die Gruppe nennt sich in ihrer Mitteilung zum Tegut-Vertrag „tarifvertraglich gebunden“.

Für die Beschäftigten der selbstständigen Kaufleute gilt die Tarifbindung nicht automatisch, und an diesem Punkt entzündet sich die Kritik der Gewerkschaft Verdi. Silke Zimmer aus dem Bundesvorstand warnte im März, bei Tegut sei ungeklärt, ob die 7.700 Beschäftigten weiter tariflich bezahlt würden oder ob „Tarifflucht der in Teilen privaten Kaufleute“ ihre Bezahlung verschlechtere. Marcel Schäuble von Verdi Hessen sagte im Mai, Beschäftigte selbstständiger Kaufleute würden „erfahrungsgemäß nicht mehr nach Tarif bezahlt“.

Für die Tegut-Märkte, die Rewe übernimmt, kündigte die Gruppe an, allen Beschäftigten ein Angebot zur Weiterbeschäftigung zu machen.

Rollen
Wer bei Rewe zahlt und wer kassiert
Die Beteiligten am Geschäftsmodell und ihre Rolle, Zahlen für 2025.
zahlt und liefert Daten
Kunden
Zahlen an der Kasse, mehr als 11 Millionen sammeln in der Rewe-App Guthaben und hinterlassen dabei ihre Einkaufsdaten.
zahlt doppelt
Markenhersteller
Verhandeln Einkaufspreise mit einem Abnehmer, der für manche unverzichtbar ist, und kaufen Werbung für 592 Millionen Euro.
zahlt und verdient
Kaufleute
1.620 Kaufleute setzen 20,4 Milliarden Euro um und zahlen Miete, Gebühren und Großhandelspreise an die Zentrale.
kassiert
Rewe Group
Behält von 100 Euro Konzernumsatz 58 Cent als Jahresüberschuss, fast alles bleibt im Konzern.
liefert zu
Landwirte
Erhielten 2023 22,6 Cent von jedem Euro, den Verbraucher für heimische Lebensmittel ausgaben.
arbeitet
Beschäftigte
380.000 Menschen, in Märkten selbstständiger Kaufleute nicht automatisch nach Tarif bezahlt.

Was kostet der Einkauf wirklich, und wer trägt die Kosten?

Orange Schere zerschneidet Papierschild mit „100 €“-Aufdruck auf weißem Block
Von 100 Euro Einkauf bleiben der Rewe Group rechnerisch 54 Cent.

Von 100 Euro an der Kasse gehen 6,54 Euro als Mehrwertsteuer an den Staat und rund 73 Euro an Hersteller und Lieferanten. Personal, Gebäude, Energie und Zinsen verschlingen fast den ganzen Rest, für die Gruppe blieben 2025 rechnerisch 54 Cent.

Die folgende Rechnung überträgt die Kostenstruktur der Rewe Group aus dem Finanzbericht 2025 auf einen Einkauf über 100 Euro mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent, der für die meisten Lebensmittel gilt. Weil der Konzernabschluss auch Touristik, Lekkerland und Baumärkte enthält, ist die Rechnung eine Näherung, kein Kassenbon eines einzelnen Markts.

PostenAnteil an 100 Euro EinkaufWer das Geld bekommt
Mehrwertsteuer (7 Prozent)6,54 EuroStaat
Waren und Material73,06 EuroHersteller, Landwirte, Lieferanten, Reiseveranstalter
Personal10,68 EuroBeschäftigte der Konzerngesellschaften
Sonstige Kosten (Raumkosten, Strom, Werbung, IT)9,00 EuroVermieter, Energieversorger, Medien, Dienstleister
Abschreibungen auf Märkte, Lager und Mietverträge3,95 EuroInvestitionen früherer Jahre
Sonstige Erträge (Mieten der Kaufleute, Dienstleistungen, Werbung)minus 4,79 Eurofließen der Gruppe zusätzlich zu
Zinsen und Finanzergebnis0,72 EuroBanken, Anleihegläubiger, Vermieter
Ertragsteuern0,31 EuroStaat
Jahresüberschuss0,54 EuroRücklagen der Genossenschaft und Mitglieder

Quelle der Anteile ist die Konzern-Gewinnrechnung der REWE-Zentralfinanz eG für 2025, umgerechnet auf den Nettobetrag von 93,46 Euro. Bei einem Artikel mit dem Regelsatz von 19 Prozent, etwa Spülmittel oder Getränke mit Kohlensäure, steigt der Anteil des Staats auf knapp 16 Euro.

Was beim Bauern ankommt

Von den 73 Euro für Waren erreicht nur ein Teil den Hof. Der Deutsche Bauernverband beziffert in seinem Situationsbericht 2025/26 den Erzeugeranteil auf Basis von Daten des Thünen-Instituts: 2023 erhielten Landwirte von einem Euro, den Verbraucher für Nahrungsmittel aus deutscher Erzeugung ausgaben, 22,6 Cent. Bei Eiern lag der Anteil bei 64,3 Cent, bei Milch 35,6 Cent, bei Brotgetreide 4,3 Cent.

Anfang der 1970er-Jahre lag der Anteil insgesamt bei 48 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Verarbeitung, Transport und Handel.

Wer die Preise setzt

Bei einem Teil des Sortiments herrscht laut Bundeskartellamt hohe Preisgleichheit zwischen den großen Händlern. Preisänderungen gingen nach den Ermittlungen des Bundeskartellamts häufig von Aldi aus, zuletzt vermehrt von Lidl. Unsere Einschätzung: Bei diesen Artikeln hat Rewe wenig Spielraum, die Marge muss aus dem übrigen Sortiment und aus den Eigenmarken kommen.

Handelsmarken kamen laut YouGov 2025 auf einen Marktanteil von 47 Prozent im deutschen Lebensmittelmarkt, 2021 noch 41 Prozent. Rewe produziert über die Tochter Wilhelm Brandenburg Fleisch und Wurst für die eigenen Marken selbst, laut Sondergutachten der Monopolkommission mit einem Umsatz von etwa 850 Millionen Euro.

Geben die Händler höhere Kosten weiter?

Nach einer Schätzung der Monopolkommission stieg der umsatzgewichtete Aufschlag auf die Grenzkosten, also auf die Kosten eines zusätzlich verkauften Artikels, von 8 Prozent im Jahr 2013 auf 12 Prozent 2023. Höhere Einkaufskosten gaben die Händler im Schnitt zu 76 Prozent an die Kunden weiter. Der Anstieg fiel in die Jahre vor 2022, in den Inflationsjahren 2022 und 2023 erhöhten die Händler ihre Aufschläge nach dieser Schätzung nicht.

Für 2026 kündigt die Gruppe im Finanzbericht weniger Rabattaktionen an, Kunden mit App dürften also weniger Guthaben sammeln als im Startjahr.

Auf den PunktWohin der Kassen-Euro fließt

Von 100 Euro Einkauf bleiben bei der Rewe Group rechnerisch 54 Cent, der größte Teil geht an Lieferanten, Personal und Staat. Landwirte erhalten von einem Euro für heimische Lebensmittel 22,6 Cent.

Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Balkenwaage: links Geldstapel, rechts Kartoffel. Jeweils mit Preisschildern und Texten
Kaufleute legen zu, Landwirte erhalten 22,6 Cent je Euro für heimische Lebensmittel.

Gewonnen haben 2025 die selbstständigen Kaufleute, die Touristik und Kunden mit App. Markenhersteller stehen in den Preisverhandlungen unter Druck, ebenso Landwirte am Anfang der Kette und Beschäftigte in Märkten, die an Kaufleute übergehen.

GruppeEntwicklungEinordnung
Selbstständige Rewe-KaufleuteUmsatz 2025 plus 7,2 Prozent auf 20,4 Milliarden Eurogewinnt Märkte aus der Privatisierung dazu
Dertour (Touristik)fakturierter Umsatz plus 18 Prozent auf 10,8 Milliarden Eurowächst durch Zukäufe, 2026 belastet durch die Iran-Krise
Kunden mit Rewe-Appmehr als 11 Millionen Nutzer von Rewe Bonussammeln Guthaben, geben Einkaufsdaten preis
AnleihegläubigerRating „BBB“ mit stabilem Ausblick, Anleihe 2025 mehr als dreifach überzeichnetsolide Schuldnerin ohne Dividendendruck
Penny DeutschlandUmsatz plus 0,7 Prozent, internes Ergebnis mehr als 10 Prozent unter Vorjahrzwischen Aldi und Lidl eingeklemmt
Toom BaumarktUmsatz minus 2,0 Prozent, Wertminderungen 2025Maßnahmenpaket zur Ergebnisverbesserung beschlossen
Markenherstellerfür manche ist Rewe laut Bundeskartellamt unverzichtbarverhandeln aus schwächerer Position
Landwirte22,6 Cent je Euro Verbraucherausgaben für heimische Lebensmittel (2023)Anteil seit den 1970er-Jahren mehr als halbiert

Die Kaufleute als Gewinner der Privatisierung

Rewe verkauft seit Jahren eigene Filialen an selbstständige Kaufleute, 2025 brachten diese Verkäufe 41,0 Millionen Euro. Für den Kaufmann ist der eigene Markt der Weg zur Selbstständigkeit, Rewe-Chef Souque nennt den Ausbau des Kaufleute-Modells einen „essenziellen Teil“ der Wachstumsstrategie.

Verdi befürchtet, dass mit jedem privatisierten Markt die Tarifbindung schwindet. Belastbare Zahlen zur Tarifbindung der Rewe-Kaufleute veröffentlichen weder Rewe noch die Gewerkschaft.

Die Mitglieder als stille Gewinner

Die Genossen selbst bekommen wenig ausgezahlt, 2025 sollten 10,1 Millionen Euro an die Mitglieder der Konzernmutter fließen. Der Großteil des Gewinns bleibt als Eigenkapital im Konzern, das Ende 2025 auf 11,6 Milliarden Euro wuchs, eine Quote von 25,9 Prozent. Von diesem Eigenkapital profitieren die Kaufleute indirekt, als Eigentümer einer Zentrale mit einer Bonitätsnote von „BBB“, die ihnen Märkte, Ware und Darlehen bereitstellt.

Die Lieferanten im Schraubstock

Ein Markenhersteller, der mit Rewe nicht einig wird, verliert im Ernstfall den Zugang zu rund einem Fünftel des deutschen Lebensmittelmarkts. Die Monopolkommission beschreibt in ihrem Sondergutachten einen „Angstfaktor“: Lieferanten scheuten den Konflikt mit mächtigen Abnehmern, deshalb kämen Missbräuche selten vor die Behörden. Die Handelsverbände HDE und BVLH halten dagegen, die Kommission dramatisiere ohne Grundlage, die Verhandlungsposition des Handels werde überschätzt.

Als Beleg führen die Verbände an, dass nur 13 Prozent der Milchmenge als Trinkmilch und 23 Prozent des frischen Schweinefleischs über den Lebensmittelhandel verkauft werden.

Standorte zwischen den Fronten

Für die Tegut-Märkte in Marburg-Ketzerbach und Schlüchtern gilt das Erwerbsverbot vier Jahre lang, auch für neue Mietverträge. Ob und von wem die beiden Märkte künftig betrieben werden, legt die Entscheidung des Bundeskartellamts nicht fest. Das Verbot soll verhindern, dass sich der Wettbewerb um die Kunden vor Ort verschlechtert, für die Beschäftigten dort bleibt die Zukunft offen.

Rewe verdient an 100 Euro Umsatz 58 Cent, doch viele Markenhersteller kommen an der Genossenschaft nicht vorbei.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Wie politisch ist Rewe?

Ein Einkaufskorb mit „LOBBY“-Schild vor einem Rednerpult auf weißem Grund
Rund 3,3 Millionen Euro für Interessenvertretung meldete Rewe 2025 im Lobbyregister des Bundestags.

Rewe gab 2025 laut Lobbyregister des Bundestags rund 3,3 Millionen Euro für Interessenvertretung aus und verfolgte 24 konkrete Gesetzesvorhaben. Darunter sind das Lieferketten-Gesetz für den Agrarbereich und das geplante Gesetz gegen Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel.

Eine Repräsentanz an der Friedrichstraße

Im Lobbyregister ist die REWE-Zentralfinanz eG seit Februar 2022 eingetragen. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete die Genossenschaft Ausgaben zwischen 3.300.001 und 3.310.000 Euro und 7,89 Vollzeitstellen für die Interessenvertretung, die Hauptstadtrepräsentanz liegt an der Berliner Friedrichstraße.

Zum Agrarorganisationen- und Lieferketten-Gesetz, das Lieferanten vor unlauteren Handelspraktiken großer Abnehmer schützen soll, schreibt Rewe, das Gesetz solle „explizit Landwirt:innen und KMU“ schützen, „nicht aber (internationale) Lebensmittelkonzerne“. Ein internationaler Abfüller wie Coca-Cola Europacific Partners fiele nach dieser Lesart aus dem Schutz heraus. Beim geplanten Gesetz gegen an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt hält Rewe „die Ernährungsbildung“ für wichtiger als eine, so Rewe, „Überregulierung“.

Ein Gesetz mit wenig Verfahren

Durchsetzen soll das Lieferketten-Gesetz die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. 2025 gingen dort sieben förmliche Beschwerden ein, ein Verfahren leitete die Behörde daraus nicht ein. Wegen fehlender Ressourcen konnte die Bundesanstalt laut ihrem Tätigkeitsbericht 25 Fällen mit Anfangsverdacht nicht nachgehen, eine Untersuchung dauert im Schnitt etwa zwei Jahre.

In ihrem Sondergutachten vom November 2025 empfiehlt die Monopolkommission, die Regeln gegen unlautere Praktiken auf Lieferbeziehungen mit Landwirten zu konzentrieren und die Durchsetzung dem Bundeskartellamt zu übertragen. Nach der Edeka-Tegut-Entscheidung schrieb die Kommission, die Behörden würden „noch intensiver darauf achten müssen“, dass die großen Vier die Preise nicht hochtreiben oder Innovationen verhindern.

Unsere Einordnung: Rewes Position zum Lieferketten-Gesetz deckt sich teilweise mit dem Vorschlag der Monopolkommission. Die Kommission will den Schutz auf Landwirte begrenzen, Rewe auf Landwirte und kleine und mittlere Unternehmen. Die Begründungen unterscheiden sich aber. Die Kommission will die knappen Kräfte der Aufsicht bündeln, Rewe will große Markenkonzerne aus dem Schutz herausnehmen, also die Gegenseite der eigenen Preisverhandlungen.

Mit einem Rückzug aus einem Markt hat Rewe in Deutschland nach unserer Recherche nicht gedroht, auch nicht im Tegut-Verfahren.

Wo Rewe Steuern zahlt

Als Genossenschaft ohne Börsennotierung legt die Rewe Group keine Steuerquoten je Land offen. Im Konzernabschluss 2025 stehen 300,6 Millionen Euro Ertragsteuern bei einem Ergebnis vor Steuern von 825,3 Millionen Euro, rechnerisch eine Quote von 36 Prozent. 2024 profitierte der Konzern von einer Steuerrückerstattung: Er gewann laut Finanzbericht ein finanzgerichtliches Verfahren über die Nutzung von Verlustvorträgen, die Zinsen auf die Erstattung erhöhten das Ergebnis.

Auf den PunktLobby für den Einkauf
  • Budget: Rund 3,3 Millionen Euro und 7,89 Vollzeitstellen für Interessenvertretung im Jahr 2025.
  • Lieferkette: Rewe will den Schutz vor unlauteren Praktiken auf Landwirte sowie kleine und mittlere Unternehmen begrenzen.
  • Durchsetzung: Die zuständige Bundesanstalt leitete 2025 aus sieben Beschwerden kein Verfahren ein.

Was könnte Rewe zu Fall bringen?

Dose stapel weisse, orangene verbogen basis, zettel mit 'HÄLT SCHON NOCH. 😊', weisser sockel
Kosten, Preiskampf, Schulden und Reisekrisen: Die Marge der Rewe Group ist dünn.

Ein einzelnes Ereignis wird die Gruppe nach unserer Einschätzung nicht stürzen, dafür ist sie zu breit aufgestellt. Gefährlich sind steigende Kosten bei einer Marge unter einem Prozent, der Preiskampf der Discounter, die Schulden aus Mietverträgen und eine Reisesparte, die auf Kriege und Krisen reagiert.

2025 stiegen die Personalkosten der Rewe Group um 529 Millionen Euro, vor allem durch Tariferhöhungen. Allein dieser Anstieg übertraf den gesamten Jahresüberschuss von 525 Millionen Euro.

Der Discounter in der Zange

Penny wuchs 2025 in Deutschland um 0,7 Prozent, laut Finanzbericht im Wesentlichen durch höhere Preise. Gleichzeitig wachsen die Vollsortimenter wieder: Nach Zahlen des EHI Retail Institute legten Supermärkte 2025 um 6,5 Prozent zu, Discounter um 2,7 Prozent.

Im Bio-Sortiment werben zudem spezialisierte Ketten wie Alnatura um dieselben Kunden wie die Rewe-Supermärkte.

Schulden, die wie Miete aussehen

Die Nettoverschuldung lag Ende 2025 bei 18,1 Milliarden Euro, 14,0 Milliarden davon sind Leasingschulden, fast ausschließlich für gemietete Immobilien. Der Verschuldungsfaktor nach der eigenen Finanzierungsrichtlinie lag bei 3,0, die selbst gesetzte Obergrenze bei 3,3. Viel Spielraum bleibt nicht, falls das Ergebnis weiter sinkt, zumal die Gruppe 2026 rund 3 Milliarden Euro investieren will.

Reisen in unsicheren Zeiten

Die Touristik hat sich vom Corona-Einbruch erholt, bleibt aber anfällig. Ab Ende Februar 2026 hielten sich Urlauber wegen des Kriegs im Iran mit Buchungen zurück, berichtete Dertour. Erst nach der Öffnung der Flugdrehkreuze im Mai zog die Nachfrage wieder an.

Die Gruppe rechnet laut Finanzbericht für 2026 in der Touristik mit einem um mehr als 10 Prozent sinkenden internen Ergebnis, „ausschließlich“ wegen der Iran-Krise.

Online noch kein Gegner

Den Anteil des Onlinehandels am deutschen Lebensmittelmarkt bezifferte Rewe-Manager Clemens Bauer im September auf nur vier Prozent, als Bedrohung für den Supermarkt taugt er bisher nicht. Am eigenen Lieferdienst verdient Rewe nach Aussage von Souque kein Geld.

Wachstum nur mit Erlaubnis

Zukäufe im deutschen Lebensmittelhandel prüft das Bundeskartellamt Markt für Markt. Bei Tegut musste Rewe auf zwei von 40 Märkten verzichten, Edeka auf 24 von 202. Die Monopolkommission fordert, die Behörden müssten bei den großen Vier noch genauer hinsehen, und für die Feneberg-Standorte im Allgäu steht die Freigabe noch aus. Wachstum durch Übernahmen bleibt für Rewe damit ein langsamer Weg, und der Ausgang jedes Verfahrens ist offen.

Drei Szenarien bis 2031

Die Szenarien sind eine Einschätzung der Redaktion auf Basis der Geschäftsberichte, keine Prognose der Rewe Group.

  • Stabil: Rewe fährt die Rabatte des Bonusprogramms wie geplant zurück, das operative Ergebnis erholt sich auf das Niveau von 2024 mit rund 2 Milliarden Euro, und Rewe wächst über weitere Kaufleute und Übernahmen wie Tegut und Feneberg.
  • Zange: Aldi und Lidl drücken die Preise, die Löhne steigen weiter, Penny verliert Marktanteile, und die Marge bleibt dauerhaft bei 1,7 Prozent oder darunter.
  • Schock: Eine längere Reisekrise trifft Dertour, gleichzeitig steigen Energiepreise und Zinsen. Der Verschuldungsfaktor nähert sich der Grenze von 3,3, und die Gruppe muss Investitionen kürzen.
Risiken
Was die Marge der Rewe Group bedroht
Die wichtigsten Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Wirkung, Einschätzung der Redaktion, Stand 22.10.2026.
hoch
Kosten
Die Personalkosten stiegen 2025 um 529 Millionen Euro, mehr als der Jahresüberschuss.
hoch
Preiskampf
Aldi und Lidl geben Preisänderungen vor, Penny wuchs 2025 in Deutschland nur um 0,7 Prozent.
mittel
Reisegeschäft
Für 2026 erwartet die Gruppe in der Touristik wegen der Iran-Krise ein Ergebnisminus von mehr als 10 Prozent.
mittel
Verschuldung
18,1 Milliarden Euro Nettoverschuldung, davon 14,0 Milliarden aus Mietverträgen, Verschuldungsfaktor 3,0 bei einer Grenze von 3,3.
mittel
Kartellrecht
Jede Übernahme wird lokal geprüft, bei Tegut fielen zwei Standorte weg, Feneberg ist offen.
niedrig
Onlinehandel
Nur rund vier Prozent des Lebensmittelmarkts laufen online, der eigene Lieferdienst verdient kein Geld.

Was bedeutet Rewe für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Weißer Einkaufswagen mit Schild
Kunden, Lieferanten und Gründer: was Rewe für Verbraucher und Unternehmer in Deutschland bedeutet.

Für Verbraucher ist Rewe einer von vier Händlern, die zusammen mehr als 90 Prozent des Markts bedienen. Für Hersteller ist die Gruppe ein Abnehmer, auf den viele nicht verzichten können, und für Gründer ein Weg in die Selbstständigkeit mit einem mächtigen Partner im Rücken.

In Hessen, Bayern, Thüringen und Niedersachsen werden 38 Tegut-Märkte zu Rewe- oder Penny-Filialen, 178 Märkte übernimmt Edeka. Für Kunden dort ändert sich das Sortiment, die Auswahl zwischen unabhängigen Händlern wird kleiner.

Was Verbraucher beachten sollten

Das Guthaben in der Rewe-App ist kein Geschenk, sondern ein Tausch gegen Einkaufsdaten. Mehr als das Guthaben bringen nach der Einschätzung von Smhaggle gezielt gekaufte Sonderangebote und der Wechsel des Händlers. Bei Markenartikeln ohne Preisgleichheit lohnt der Vergleich mit dem Discounter, bei Frische und Eigenmarken der Blick auf den Grundpreis.

Eigenmarken sind dabei oft die Alternative zum Markenartikel, wie der Kühne-Aushang zeigte: Als die Saucen fehlten, empfahl Rewe die eigenen Handelsmarken. Bei Fleisch und Wurst stammen die Rewe-Eigenmarken teils aus der konzerneigenen Produktion von Wilhelm Brandenburg.

Was Hersteller und Lieferanten wissen sollten

Kleine Lieferanten und Landwirte schützt das Agrarorganisationen- und Lieferketten-Gesetz vor bestimmten unlauteren Handelspraktiken. Beschwerden und auch anonyme Hinweise nimmt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung entgegen. Die Erfahrung von 2025 mit sieben Beschwerden und keinem daraus eingeleiteten Verfahren zeigt aber, dass der Weg lang ist.

Lieferanten sollten sich deshalb nicht allein auf die Aufsicht verlassen, sondern frühzeitig andere Absatzwege aufbauen, auch bei den Wettbewerbern.

Hersteller, die einen großen Teil ihres Umsatzes mit Rewe machen, haben im Konfliktfall wenig Spielraum. Der Lieferstopp bei Kühne dauerte mehrere Wochen, der Bestellstopp bei Coca-Cola nach Darstellung des Abfüllers wenige Tage.

Was Gründer wissen sollten

Rewe wirbt bei Kaufleuten mit einem Einstieg mit überschaubarem Eigenkapital, im Partnerschaftsmodell gründen Kaufmann und Rewe gemeinsam eine offene Handelsgesellschaft. Prüfen sollten Interessenten vor allem drei Verträge: Mietvertrag, Liefervertrag und Gesellschaftsvertrag. Zusammen bestimmen diese Verträge, wie viel vom Umsatz beim Kaufmann bleibt, denn Miete und Dienstleistungsgebühren fließen an die Zentrale. Im Durchschnitt setzte ein Rewe-Kaufmann 2025 rechnerisch rund 12,6 Millionen Euro um, ein Prozentpunkt mehr Miete oder Gebühren würde bei diesem Umsatz rund 126.000 Euro im Jahr kosten.

Drei Szenarien für die nächsten zwölf Monate

  • Optimistisch: Rewe fährt die Rabattaktionen zurück, wie im Finanzbericht angekündigt, Rewe und Penny steigern ihr internes Ergebnis um mehr als 10 Prozent, die Tegut-Märkte sind bis Mitte 2027 umgestellt.
  • Realistisch: Der Umsatz wächst um 2 bis 3 Prozent wie im ersten Halbjahr 2026, das Ergebnis erholt sich, bleibt aber unter dem Niveau von 2024.
  • Pessimistisch: Neue Preisrunden bei Herstellern führen zu weiteren Lieferstopps, die Iran-Krise drückt das Reisegeschäft stärker als geplant, und das Kartellamt stellt die Feneberg-Übernahme unter strenge Auflagen.

Unsere Einschätzung: Rewe verdient an der Kasse wenig, dafür an Großhandel, Mieten, Werbung und Daten. Diese Breite macht die Genossenschaft stabil, auch in einem Jahr mit 0,6 Prozent Rendite.

Auf den PunktFür Kunden, Lieferanten und Gründer
  • Kunden: Mit Bonusprogrammen sparen Kunden laut Smhaggle im Schnitt rund ein Prozent, Rewe bekommt dafür jeden Einkauf als Datensatz.
  • Lieferanten: Abhängigkeit von einem Abnehmer mit rund 22 Prozent Marktanteil ist ein Risiko, Alternativen gehören in die Planung.
  • Gründer: Rewe verspricht einen Einstieg mit wenig Eigenkapital, der eigene Markt bindet aber über Miete, Ware und Gesellschaftsvertrag an die Zentrale.

Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zum Geschäftsmodell von Rewe

Ein aufgeschlagenes Buch mit einem Leitkegel und dem Wort
Von Bestwertabgleich bis Verschuldungsfaktor: die wichtigsten Fachbegriffe zum Geschäftsmodell von Rewe.

Bestwertabgleich

Beim Bestwertabgleich verlangt ein Händler nach einer Übernahme von seinen Lieferanten die jeweils günstigeren Einkaufskonditionen des übernommenen Unternehmens. Das Bundeskartellamt wertet solche Forderungen ohne Gegenleistung als unzulässige Hochzeitsrabatte. Im Tegut-Verfahren erhält Rewe keinen Zugriff auf die Konditionen von Tegut.

EBITA

Das EBITA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Firmenwerte und erworbene immaterielle Werte. Die Kennzahl zeigt, was das laufende Geschäft verdient. Bei der Rewe Group lag das EBITA 2025 bei 1,5 Milliarden Euro, 23 Prozent unter dem Vorjahr.

EBITDA

Das EBITDA misst das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und sämtlichen Abschreibungen. Weil Mietverträge nach den Bilanzregeln als Schulden mit Abschreibungen verbucht werden, fällt die Kennzahl bei Händlern mit vielen gemieteten Märkten hoch aus. Rewe kam 2025 auf 5,4 Milliarden Euro.

Eigenmarke

Eine Eigenmarke, auch Handelsmarke genannt, gehört dem Händler statt einem Hersteller. Der Händler bestimmt Preis und Rezeptur und lässt von Herstellern fertigen oder produziert selbst. Handelsmarken kamen 2025 laut YouGov auf einen Marktanteil von 47 Prozent, bei Rewe gehören etwa „ja!“ und „Rewe Beste Wahl“ dazu.

Erzeugeranteil

Der Erzeugeranteil gibt an, welcher Teil der Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel bei den Landwirten ankommt. Der Rest geht an Verarbeitung, Transport und Handel. 2023 lag der Wert für Nahrungsmittel aus deutscher Erzeugung bei 22,6 Prozent, Anfang der 1970er-Jahre bei 48 Prozent.

Genossenschaft

Eine Genossenschaft (eG) ist eine Rechtsform, deren Zweck die wirtschaftliche Förderung ihrer Mitglieder ist. Jedes Mitglied hat in der Generalversammlung grundsätzlich eine Stimme, unabhängig von der Höhe seiner Einlage. Konzernmutter der Rewe Group ist die REWE-Zentralfinanz eG, getragen von regionalen Genossenschaften der Kaufleute.

Gesamtaußenumsatz

Der Gesamtaußenumsatz ist die Umsatzkennzahl, mit der die Rewe Group ihre Größe beschreibt. Er umfasst neben dem Konzernumsatz auch die Umsätze der selbstständigen Kaufleute und den vollen Wert der verkauften Reisen. 2025 lag er bei 100,4 Milliarden Euro, der Konzernumsatz bei 91,1 Milliarden Euro.

Leasingschulden

Leasingschulden sind die abgezinsten künftigen Zahlungen aus Miet- und Leasingverträgen, die Unternehmen nach dem Bilanzstandard IFRS 16 als Verbindlichkeit ausweisen. Bei der Rewe Group machten diese Schulden Ende 2025 rund 14,0 Milliarden Euro der Nettoverschuldung aus, fast ausschließlich für gemietete Immobilien.

Nettoverschuldung

Die Nettoverschuldung umfasst die Finanzschulden eines Unternehmens abzüglich seiner flüssigen Mittel. Bei Händlern zählen dazu auch die Verpflichtungen aus Mietverträgen. Die Rewe Group wies Ende 2025 eine Nettoverschuldung von 18,1 Milliarden Euro aus, die verzinslichen Finanzschulden ohne Mietverträge lagen bei 4,3 Milliarden Euro.

Offene Handelsgesellschaft

Die offene Handelsgesellschaft (OHG) ist eine Personengesellschaft, deren Gesellschafter persönlich und unbeschränkt für die Schulden haften. Im Partnerschaftsmodell von Rewe gründen ein neuer Kaufmann und Rewe gemeinsam eine OHG, die den Markt betreibt. Die Beteiligungsquote der Zentrale veröffentlicht Rewe nicht.

Relative Marktmacht

Relative Marktmacht liegt vor, wenn ein Unternehmen für bestimmte Geschäftspartner unverzichtbar ist, auch ohne den gesamten Markt zu beherrschen. Das Bundeskartellamt stellte 2026 fest, dass Edeka und Rewe für manche Markenhersteller jeweils einzeln unverzichtbar sind. Gegen einen Missbrauch dieser Stellung kann das Amt vorgehen.

Retail Media

Retail Media bezeichnet Werbung, die Händler in ihren eigenen Kanälen an Hersteller verkaufen, etwa auf Bildschirmen im Markt, in der App oder im Onlineshop. Grundlage sind die Einkaufsdaten der eigenen Kunden. Bei der Rewe Group vermarktet die Einheit Retail Media Connect solche Flächen an rund 400 Partner.

Rohertrag

Der Rohertrag ist der Umsatz abzüglich des Wareneinsatzes. Aus ihm bezahlt ein Händler Personal, Mieten, Energie und Verwaltung. Bei der Rewe Group lag die Rohertragsquote 2025 bei 21,9 Prozent des Konzernumsatzes und damit vor allem wegen der Bonusrabatte unter dem Vorjahreswert von 22,1 Prozent.

Unlautere Handelspraktiken

Als unlautere Handelspraktiken verbietet das Agrarorganisationen- und Lieferketten-Gesetz bestimmte Vertragsbedingungen, die große Abnehmer kleineren Lieferanten von Agrar- und Lebensmitteln auferlegen. Durchsetzungsbehörde ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. 2025 gingen dort sieben förmliche Beschwerden ein.

Verschuldungsfaktor

Der Verschuldungsfaktor setzt die Nettoverschuldung eines Unternehmens ins Verhältnis zu seiner Ertragskraft und zeigt, wie viele Jahre die Rückzahlung rechnerisch dauern würde. Die Rewe Group berechnet ihn nach einer eigenen Finanzierungsrichtlinie. Ende 2025 lag er bei 3,0, die Obergrenze bei 3,3.

FAQ: Was bleibt Rewe von 100 Milliarden Euro Umsatz?

Einkaufswagen mit weißen Boxen und orangefarbenem FAQ-Schild auf hellem Sockel vor weißem Grund
Häufige Fragen zu Rewe: Eigentümer, Penny, Börse, Bonusprogramm, Tegut und Führung.

Wem gehört Rewe?

Rewe gehört seinen selbstständigen Kaufleuten. Konzernmutter ist die REWE-Zentralfinanz eG in Köln, deren Mitglieder fünf regionale Genossenschaften und die FürSie eG sind, in denen die Kaufleute organisiert sind. Aktionäre und einen Börsenkurs hat die Genossenschaft nicht.

Gehört Penny zu Rewe?

Ja. Penny ist der Discounter der Rewe Group und betrieb Ende 2025 in Deutschland 2.122 Märkte mit 9,9 Milliarden Euro Umsatz. Hinzu kommen 1.914 Penny-Standorte in Italien, Österreich, Rumänien, Tschechien und Ungarn.

Ist Rewe an der Börse?

Nein. Als Genossenschaft gibt die Rewe Group keine Aktien aus. Geld am Kapitalmarkt nimmt die Gruppe über Anleihen auf, etwa 2025 mit einer Anleihe über eine Milliarde Euro. Die Ratingagentur S&P bewertet die Bonität mit BBB und stabilem Ausblick.

Wie funktioniert Rewe Bonus?

Rewe Bonus ist das Vorteilsprogramm in der Rewe-App, das Ende 2024 Payback ersetzt hat. Für ausgewählte Artikel schreibt Rewe einen Betrag in Euro gut, das Guthaben lässt sich bei einem späteren Einkauf einlösen. Mehr als 11 Millionen Menschen nutzen das Programm.

Welche Tegut-Märkte übernimmt Rewe?

Rewe darf 38 Tegut-Märkte in Hessen, Bayern, Thüringen und Niedersachsen übernehmen und als Rewe oder Penny weiterführen. Für die Märkte in Marburg-Ketzerbach und Schlüchtern gilt ein vierjähriges Erwerbsverbot des Bundeskartellamts.

Wer leitet die Rewe Group?

Vorstandsvorsitzender ist seit Juli 2017 der Franzose Lionel Souque, sein Vertrag läuft bis Ende 2028. Den Aufsichtsrat leitet seit Juni 2025 der Kaufmann Stefan Lenk.

Quellen

39 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 22.10.2026
  1. REWE-Zentralfinanz eGFinanzbericht 2025 (Konzernlagebericht und Konzernabschluss)
  2. REWE GroupTrotz schwieriger Rahmenbedingungen: REWE Group knackt 2025 die 100-Milliarden-Euro-Umsatzmarke
  3. REWE-Zentralfinanz eGKonzern-Zwischenbericht zum 30. Juni 2026
  4. REWE-Zentralfinanz eGInvestor Presentation, Juli 2026
  5. BundeskartellamtBundeskartellamt gibt Übernahme von 38 tegut-Märkten durch REWE unter Nebenbestimmungen frei
  6. REWE GroupTegut: REWE GROUP erhält Freigabe durch das Bundeskartellamt unter Auflagen
  7. BundeskartellamtEDEKA darf tegut-Standorte unter weitreichenden Nebenbestimmungen übernehmen
  8. MonopolkommissionNach EDEKA/tegut: Monopolkommission warnt vor hoher Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel
  9. MonopolkommissionSondergutachten 84: Wettbewerb in der Lebensmittellieferkette
  10. Handelsverband Deutschland und BVLHHandelsverbände zum Gutachten der Monopolkommission: Wettbewerb im Lebensmittelhandel funktioniert
  11. REWE GroupUnternehmen und Geschichte
  12. REWE GroupGenossenschaft
  13. REWESelbständig mit REWE
  14. REWE GroupBilanz-Pressemitteilung Geschäftsjahr 2022
  15. REWE GroupBilanz-Pressemitteilung Geschäftsjahr 2024
  16. REWE GroupREWE GROUP turnover tops 75 billion euros for the first time
  17. REWE-Zentralfinanz eGKonzernabschluss und Lagebericht 2020
  18. REWE GroupLionel Souque bleibt Vorstandsvorsitzender bis Ende 2028
  19. REWE GroupKauf vollzogen: DERTOUR Group übernimmt gesamte Hotelplan Group, ausgenommen Interhome
  20. REWE GroupDERTOUR Group wird alleinige Eigentümerin der DSR Hotel Holding
  21. REWE GroupInvestorenvereinbarung für die Feneberg-Standorte
  22. REWE GroupÜbernahme von bis zu 40 Tegut-Märkten
  23. REWE Markt GmbHREWE Sofort-Lieferung mit Uber Eats, Wolt und Lieferando
  24. REWE Markt GmbHREWE Lieferservice setzt auf neue Kühltechnik
  25. toom Baumarkt GmbHMarktstart: toom öffnet sein Retail Media Inventar für Werbetreibende
  26. EDEKA-VerbundGeschäftsjahr 2025: EDEKA-Verbund mit positiver Entwicklung
  27. Deutscher BundestagLobbyregister, Registereintrag R001003 REWE-Zentralfinanz eG
  28. Lebensmittel PraxisBundesbehörde: Keine Verfahren wegen unlauterer Handelspraktiken
  29. Lebensmittel PraxisRewe startet eigenes Bonusprogramm mit Euro-Gutschriften
  30. Lebensmittel PraxisRewe stoppt Ausbau des Lieferdienstes wegen fehlender Rendite
  31. Lebensmittel PraxisLieferstopp beendet: Rewe und Kühne legen Konditionenstreit bei
  32. Lebensmittel PraxisHandelsmarken-Boom: Eigenmarken erobern fast die Hälfte des deutschen Lebensmittelmarkts
  33. Lebensmittel PraxisVerdi fürchtet Ende der Tarifbindung für Tegut-Beschäftigte
  34. Berliner ZeitungMachtkampf mit Coca-Cola: Rewe zieht nach 3,5 Prozent Aufschlag die Reißleine
  35. ver.diTegut-Deal: ver.di kritisiert Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel und fordert Tarifbindung
  36. Deutscher BauernverbandSituationsbericht 2025/26, Kapitel 1
  37. EHI Retail Institute / handelsdaten.deLEH in Deutschland wächst: Supermärkte gewinnen Marktanteile zurück
  38. Bundesministerium der JustizUmsatzsteuergesetz, § 12 Steuersätze
  39. TageskarteDertour analysiert Buchungsverhalten für den Reisesommer
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