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Mark Zuckerberg hat erwogen, Kalifornien wegen einer geplanten Milliardärssteuer zu verlassen, wie Meta am Mittwoch in einem Dokument für die US-Börsenaufsicht SEC offenlegte. Nun verpflichtet sich der Meta-Chef, acht Jahre im Bundesstaat des Konzernsitzes zu wohnen. Aus neuen Aktien ohne Stimmrecht könnte er die Steuer bezahlen, ohne seine Stimmenmehrheit anzutasten.

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Am 9. September kündigte Zuckerberg dem Verwaltungsrat an, sein Haus in Palo Alto zum Verkauf anzubieten. Über die Steuer stimmt Kalifornien am 3. November ab (Stand: Donnerstag, 3 Uhr).[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuckerberg wollte laut Meta vor der Abstimmung am 3. November seinen Wohnsitz aus Kalifornien verlegen.
  • Der Volksentscheid über Proposition 40 verlangt einmalig 5 % des Nettovermögens von Milliardären, die am 1. Januar 2026 in Kalifornien wohnten.
  • Jeder Meta-Aktionär bekommt je Aktie eine C-Aktie ohne Stimmrecht, ein Fünftel davon darf Zuckerberg sofort verkaufen.
  • Zugleich verpflichtet er sich, acht Jahre am Konzernsitz zu wohnen.

Was hat Zuckerberg dem Verwaltungsrat gesagt?

Weißer Karton mit Aufschrift „Bleibt hier“ und kleiner Pylone, vor hellem Hintergrund
Sonderausschuss verhandelt seit Februar mit Zuckerberg über neue Aktienklasse. Im August kündigte dieser Umzug aus Kalifornien an

Seit Februar verhandelte ein Sonderausschuss unabhängiger Verwaltungsratsmitglieder mit Zuckerberg über eine neue Aktienklasse. Am 4. August sagte Zuckerberg, er wolle seinen Wohnsitz aus Kalifornien verlegen, auf Anraten seiner Berater noch vor der Abstimmung.[1]

„Ziel ist, dass Zuckerberg das Unternehmen weiter aus Kalifornien führt, in der Nähe von Meta Superintelligence Labs“, schreibt der Ausschuss. Als Warnung nennt er die Corona-Jahre, in denen der Chef nicht persönlich am Konzernsitz sein konnte.[1]

Wie hält Meta seinen Chef in Kalifornien?

Die neue Aktienklasse ohne Stimmrecht hatte Meta mit den Quartalszahlen angekündigt: Ab dem 19. Januar 2027 bekommt jeder Aktionär je Aktie eine C-Aktie. Zuckerberg darf 20 % seiner C-Aktien sofort verkaufen. Die Berater des Ausschusses rechneten mit rund 17,4 Mrd. € (20 Mrd. Dollar) sofort verfügbarem Geld.[1]

Für die übrigen 80 % gilt eine Kopplung: Verkauft Zuckerberg eine davon, muss er zugleich eine Aktie mit Stimmrecht abgeben. Je Quartal werden 2,5 % frei, sofern er Meta in Vollzeit führt, nach acht Jahren alle. So lange will er in Kalifornien oder am jeweiligen Konzernsitz wohnen, außer in unvorhersehbaren Ausnahmefällen.[1]

Zuckerberg, die Steuer und die C-Aktie
Wie Meta seinen Chef in Kalifornien hält
5 %
einmalige Steuer auf das Nettovermögen, falls der Volksentscheid über Proposition 40 angenommen wird
60,6 %
der Stimmrechte an Meta hielt Zuckerberg am 1. Oktober 2026
rund 17,4 Mrd. €
sofort verfügbar aus einem Fünftel seiner C-Aktien, laut Beratern des Ausschusses (20 Mrd. Dollar)
8 Jahre
Wohnsitz am Konzernsitz, je Quartal werden 2,5 % der übrigen C-Aktien frei

Der Weg zur Einigung

8. Juli 2026
Zuckerberg spricht die Steuer erstmals gegenüber dem Ausschussvorsitzenden an
4. August 2026
Zuckerberg kündigt an, seinen Wohnsitz aus Kalifornien zu verlegen
9. September 2026
Beim Abendessen des Verwaltungsrats nennt er den 13. September für den Verkauf seines Hauses
14. September 2026
Einigung mit dem Sonderausschuss auf die Eckpunkte
21. Oktober 2026
Meta legt Vereinbarung und Aktienklasse C bei der SEC offen
3. November 2026
Abstimmung über Proposition 40 in Kalifornien
19. Januar 2027
Neue Satzung wirksam, danach Ausgabe der C-Aktien

Warum geht es um Zuckerbergs Stimmrechte?

Am 1. Oktober hielt Zuckerberg 60,6 % der Stimmrechte. Müsste er die Steuer aus stimmberechtigten Aktien zahlen, könnte sein Anteil laut Dokument auf etwa 53 % sinken. Bei einem Gehalt von einem Dollar im Jahr würde er sonst praktisch dafür bezahlen, Meta von Kalifornien aus zu führen, argumentiert der Ausschuss.[1]

Ein Wohnsitz als Vertragsklausel zeigt, wie stark Meta von einem einzigen Menschen abhängt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Hätte ein Umzug die Steuer verhindert?

Laut dem Haushaltsbüro des kalifornischen Parlaments (Legislative Analyst’s Office, LAO) zahlen Milliardäre, die am 1. Januar 2026 in Kalifornien wohnten, einmalig 5 % ihres Nettovermögens, fällig 2027.[2] Ein Umzug im Herbst ändert an diesem Stichtag nichts. Warum Zuckerberg trotzdem umziehen wollte, erklärt Metas Dokument nicht. Festgehalten ist nur, dass er nicht erneut verhandeln will, falls andernorts ähnliche Steuern kommen.

Ob die Steuer kommt, ist offen. Gegner um Google-Mitgründer Sergey Brin finanzieren eine Gegenvorlage, die Proposition 40 selbst bei einer Mehrheit stoppen könnte. Das LAO erwartet Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe.[2]

Was heißt das für Meta-Aktionäre in Deutschland?

Aktien ohne Stimmrecht kennen deutsche Anleger als Vorzugsaktien, etwa von Volkswagen. Metas C-Aktien bringen aber keinen Vorrang bei der Dividende, alle Klassen werden gleich bedient.[1] Nach der Ausgabe dürfte die A-Aktie laut Meta wie nach einem Aktiensplit 2:1 notieren.

Prüfen Sie nach der Ausgabe, ob Ihre Depotbank die C-Aktien eingebucht hat. Ein halbierter Kurs der A-Aktie ist dann kein Verlust. Auch hierzulande kostet ein Umzug Geld: Die Wegzugsbesteuerung behandelt den Umzug ins Ausland wie einen Verkauf größerer Firmenanteile.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Meta Platforms, Schedule 14C (SEC)Preliminary Information Statement zur Aktienklasse C und zum Founder Alignment Agreement (21. Oktober 2026)
  2. Legislative Analyst’s OfficeProposition 40. Imposes One-Time Tax on Certain Taxpayers (Analyse zur Abstimmung am 3. November 2026)

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