Die Wegzugsbesteuerung begegnet Ihnen als Gründer meist zum ersten Mal am Besprechungstisch der Steuerberaterin, die nach der ersten Finanzierungsrunde wissen will, wo Sie in zehn Jahren wohnen möchten. Seit 2022 verlangt das Finanzamt auch beim Umzug innerhalb der EU bis zu 28,5 Prozent auf den Wertzuwachs der Firmenanteile, ohne dass ein Euro aus einem Verkauf geflossen wäre.

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Junge Unternehmer arbeiten mit Laptop, Cloud und Kunden in mehreren Ländern, ihre Firmenanteile behandelt das deutsche Steuerrecht dagegen wie Gepäck, das bei der Ausreise verzollt wird. Wir haben durchgerechnet, was der Abschied Gründer junger Firmen kostet, warum gerade die mobilsten unter ihnen daraus früh ihre Schlüsse ziehen und was dem Standort durch die Wegzugsbesteuerung langfristig entgeht. Unser Befund: Gedacht, um Steuern im Land zu halten, treibt die Regel genau die Gründer hinaus, deren Firmen hier später Steuern zahlen würden, ein Lehrstück für die unbeabsichtigten Folgen eines übergriffigen Staates. Am Ende stehen legale Wege für Gründer und fünf Vorschläge für eine Reform.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesellschafter mit mindestens 1 Prozent zahlen beim Wegzug Einkommensteuer auf den Wertzuwachs ihrer Anteile, als hätten sie verkauft, effektiv bis gut 28,5 Prozent. Seit 2022 bleiben auch beim Umzug in ein EU-Land nur noch sieben Jahresraten, meist gegen Sicherheit.
  • Bei Startups kann der Preis der letzten Finanzierungsrunde den Wert bestimmen. Im Rechenbeispiel müsste ein Gründer mit 48 Prozent an einem Startup, das mit 10 Millionen Euro bewertet ist, rund 1,34 Millionen Euro zahlen, ohne einen Anteil verkauft zu haben.
  • Laut einer Studie der Europäischen Investitionsbank raten Gründer dazu, möglichst früh in den USA zu gründen, bevor Wert entsteht. Startups, die ihren Sitz ins Ausland verlegen, stehen in einer Auswertung über 17 Länder für 17 Prozent des geschaffenen Werts.
  • Die Regel bewirkt das Gegenteil ihres Zwecks: 2017 bis 2021 wurden im Schnitt keine 16 Millionen Euro Wegzugsteuer im Jahr sofort fällig. Gründer, die früh gehen oder gleich im Ausland gründen, nehmen Deutschland dagegen alle späteren Steuern ihrer Firma.
  • Österreich, die Niederlande, Frankreich und Spanien warten beim Umzug innerhalb der EU bis zum Verkauf oder lassen die Steuer verfallen. Unser wichtigster Reformvorschlag lautet: Gezahlt wird erst, wenn Geld fließt.
Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie die Wegzugsbesteuerung?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Welcher Unternehmer gab der deutschen Wegzugsbesteuerung ihren Spitznamen? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Der Warenhausunternehmer Helmut Horten zog 1968 in die Schweiz und verkaufte danach seine Aktien steuerfrei für mehr als eine Milliarde D-Mark. Das Außensteuergesetz von 1972 heißt deshalb bis heute Lex Horten.
2 Ab welcher Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft greift die Wegzugsbesteuerung heute? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Seit einem Gesetz aus dem Jahr 2000 genügt 1 Prozent. 1972 lag die Schwelle noch bei mehr als 25 Prozent, 1999 bei mehr als 10 Prozent. Die Regel trifft so heute auch kleine GmbH-Gründer und Business Angels.
3 In wie vielen Jahresraten lässt sich die Wegzugsteuer seit 2022 zahlen? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Auf Antrag verteilt das Finanzamt die Steuer auf sieben zinslose Jahresraten, in der Regel aber nur gegen Sicherheitsleistung. Die frühere Stundung bis zum Verkauf bei Umzügen in die EU ist entfallen.
4 Mit welchem Faktor multipliziert das Finanzamt im vereinfachten Ertragswertverfahren den Jahresertrag? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Der Kapitalisierungsfaktor beträgt seit 2016 gesetzlich 13,75. Nach Abzug der Pauschale von 30 Prozent wird aus 150.000 Euro Jahresgewinn vor Steuern ein Firmenwert von gut 1,44 Millionen Euro.
5 Nach welcher Zeit erlischt in Frankreich die gestundete Wegzugsteuer bei Werten unter 2,57 Millionen Euro? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Frankreich stundet die Steuer beim Umzug in ein EU-Land automatisch und lässt sie nach zwei Jahren erlöschen, bei höheren Werten nach fünf. Deutschland kennt kein Verfallsdatum.

Wie funktioniert die Wegzugsbesteuerung?

Karton mit Laptop, Pflanze und Klebeband
Gesellschafter mit mindestens 1% Anteil zahlen bei Wegzug Einkommensteuer auf stille Wertzuwächse ihrer Anteile, obwohl kein Verkauf stattfindet

Gesellschafter mit mindestens 1 Prozent an einer Kapitalgesellschaft werden beim dauerhaften Wegzug so besteuert, als hätten sie ihre Anteile am Umzugstag zum Marktwert verkauft. Fällig wird Einkommensteuer auf den Wertzuwachs, obwohl kein Kaufpreis fließt. Grundlage ist Paragraf 6 des Außensteuergesetzes.

Der Warenhausunternehmer Helmut Horten zog 1968 in die Schweiz und verkaufte kurz darauf seine Aktien der Horten AG, damals Deutschlands viertgrößter Warenhauskonzern, für mehr als eine Milliarde D-Mark. Weil Horten keinen Wohnsitz mehr in Deutschland hatte, blieb der Veräußerungsgewinn hier steuerfrei, und die Schweiz verlangte ebenfalls nichts. Die Debatte darüber führte zum Außensteuergesetz vom 8. September 1972, unter Steuerjuristen bis heute als „Lex Horten“ bekannt.

Erfasst waren 1972 nur Beteiligungen von mehr als 25 Prozent an deutschen Kapitalgesellschaften, und der Unternehmer musste zuvor insgesamt zehn Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig gewesen sein. Der Münchner Steueranwalt Maximilian Haag von der Kanzlei Poellath beschreibt in der Fachzeitschrift „Der Betrieb“, wie der Anwendungsbereich seither Schritt für Schritt wuchs, teils über die Hintertür des Einkommensteuergesetzes.

Ein Gesetz von 1999 senkte die Schwelle auf mehr als 10 Prozent, eines aus dem Jahr 2000 auf 1 Prozent. Seit 2006 zählen auch Anteile an ausländischen Gesellschaften. Aus der Lex Horten wurde so eine Regel, die heute die Gründerin einer Zwei-Personen-GmbH ebenso trifft wie den Business Angel mit einem kleinen Paket an einem Berliner Startup. Haag nennt diese Entwicklung den Weg „von einem Exoten zum Massenphänomen“.

Jahr Änderung Folge
1972 Außensteuergesetz, Wegzugsteuer ab mehr als 25 % Beteiligung an deutschen Gesellschaften, 10 Jahre Steuerpflicht Erfasst wenige sehr vermögende Unternehmer
1999 Schwelle sinkt auf mehr als 10 % Kreis der Betroffenen mehr als verdoppelt
2000 Schwelle sinkt auf 1 % Auch kleine Gesellschafter und Business Angels betroffen
2006 Anteile an ausländischen Gesellschaften erfasst Auch zugezogene Unternehmer mit Firmen in der Heimat betroffen
2022 7 von 12 Jahren Steuerpflicht, Raten statt Stundung bis zum Verkauf Zahlung ab dem Umzug, auch innerhalb der EU
2025 Investmentfonds ab 500.000 € Anschaffungskosten oder 1 % Beteiligung erfasst Auch große Fondsdepots betroffen
Wie die Lex Horten zur Regel für Gründer wurde. Quellen: Der Betrieb (Haag, 2023), § 6 AStG, § 19 InvStG.

Ausgelöst wird die Steuer vor allem durch den Wegzug, also die Aufgabe von Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland. Gleichgestellt ist die Schenkung oder Vererbung der Anteile an eine Person, die in Deutschland nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist. Ebenso erfasst ist jeder andere Vorgang, der Deutschland das Besteuerungsrecht am späteren Verkaufsgewinn nimmt, etwa ein Wechsel der Ansässigkeit nach einem Doppelbesteuerungsabkommen.

Betroffen sind nur Personen, die in den zwölf Jahren vor dem Wegzug mindestens sieben Jahre unbeschränkt steuerpflichtig waren. Deutsche, die hier leben und arbeiten, erfüllen diese Bedingung fast immer. Für eine Gründerin aus Lissabon oder Toronto, die mit ihrem Startup nach Berlin zieht, beginnt dagegen am Tag der Anmeldung eine Sieben-Jahres-Uhr zu laufen.

Besteuert wird der Unterschied zwischen dem gemeinen Wert der Anteile, also dem Marktwert, und den Anschaffungskosten. Wie beim Verkauf gilt das Teileinkünfteverfahren mit 60 Prozent Steuerpflicht. Beim Spitzensteuersatz von 45 Prozent plus Solidaritätszuschlag ergibt das eine Belastung von gut 28,5 Prozent des Wertzuwachses. Setzt der Bundestag die im September 2026 vom Kabinett beschlossene Einkommensteuerreform um, gilt ab 2027 ein Spitzensatz von 47 Prozent. Die Belastung steigt dann auf knapp 29,8 Prozent.

Die Steuerberatung Ecovis schreibt in ihrem Mandantenbrief, der Staat verlange „Steuern auf Gewinne, die real noch gar nicht fließen“. Seit 2025 gilt die Regel zudem für Anteile an Investmentfonds, sofern die Anschaffungskosten mindestens 500.000 Euro betragen oder die Beteiligung mindestens 1 Prozent erreicht. Der Umzug kann so auch Anleger treffen, die nie ein Unternehmen gegründet haben.

Auf den Punkt
  • Auslöser: Wegzug, Schenkung oder Erbe an Steuerausländer und der Verlust des deutschen Besteuerungsrechts.
  • Schwelle: 1 Prozent Beteiligung, 1972 lag sie bei mehr als 25 Prozent.
  • Belastung: bis gut 28,5 Prozent auf einen Gewinn, den niemand kassiert hat.

Was hat sich seit 2022 verschärft?

Abreißkalender „Dienstag 31. Juli 2024“ und eine kleine grüne Mülltonne auf Weiß
Seit 2022 zahlen Wegziehende in sieben Jahresraten, fällig jeweils am 31. Juli, in der Regel gegen Sicherheit.

Seit dem 1. Januar 2022 entfällt für Umzüge innerhalb der EU die zinslose, unbefristete Stundung. Die Steuer wird sofort fällig und lässt sich auf Antrag in sieben Jahresraten zahlen, in der Regel nur gegen Sicherheitsleistung. Im Gegenzug sank die nötige Steuerpflicht auf sieben der letzten zwölf Jahre.

Die Reform kam mit dem ATAD-Umsetzungsgesetz vom Juni 2021, das eine EU-Richtlinie gegen Steuervermeidung ins deutsche Recht übertrug. Die Richtlinie selbst verlangt eine Wegzugsbesteuerung nur für Unternehmen, nicht für Privatpersonen. Der deutsche Gesetzgeber nutzte das Paket trotzdem, um auch die Regeln für Gesellschafter neu zu fassen, und zwar zu deren Nachteil.

Bis Ende 2021 bekamen Gesellschafter, die in ein anderes EU- oder EWR-Land zogen, die Steuer zwar festgesetzt, aber zinslos und ohne Sicherheit gestundet. Die Stundung galt bis zum tatsächlichen Verkauf der Anteile. Praktisch zahlte der Gründer erst dann, wenn auch Geld floss. Diese Stundung ist ersatzlos entfallen, für Lissabon gilt heute dasselbe wie für Dubai.

Die neuen Jahresraten sind zinslos, das Finanzamt soll den Antrag aber „in der Regel nur gegen Sicherheitsleistung“ genehmigen, etwa gegen eine Bankbürgschaft. Nach dem Anwendungserlass des Bundesfinanzministeriums vom Dezember 2023 prüft das Amt dafür Gesamtvermögen, Rückkehrwahrscheinlichkeit und Bindung zum Inland. Verkauft der Gründer die Anteile, meldet er Insolvenz an oder schüttet die Gesellschaft mehr als ein Viertel des beim Wegzug angesetzten Werts aus, wird der Rest sofort fällig.

Milder fällt die Rückkehrregel aus: Ihre Frist wurde von fünf auf sieben Jahre verlängert, auf Antrag sind bis zu zwölf Jahre möglich. Kommt der Gesellschafter in dieser Zeit zurück, entfällt die Steuer, sofern er die Anteile nicht verkauft und keine großen Ausschüttungen kassiert hat. Außerdem genügen jetzt sieben Jahre Steuerpflicht in Deutschland statt zehn. Zugezogene geraten dadurch schneller in die Regel.

Regel Bis Ende 2021 Seit 1. Januar 2022
Nötige Steuerpflicht in Deutschland 10 Jahre insgesamt 7 der letzten 12 Jahre
Umzug in EU- oder EWR-Staat zinslose Stundung ohne Sicherheit bis zum Verkauf 7 Jahresraten auf Antrag, in der Regel gegen Sicherheit
Umzug in Drittstaat sofort fällig, Raten nur bei erheblicher Härte 7 Jahresraten auf Antrag, in der Regel gegen Sicherheit
Rückkehr ohne Steuer innerhalb von 5 Jahren, verlängerbar auf 10 innerhalb von 7 Jahren, verlängerbar auf 12
Investmentfonds nicht erfasst seit 2025 ab 500.000 Euro Anschaffungskosten oder 1 % Beteiligung
Wegzugsbesteuerung vor und nach der Reform. Quellen: § 6 AStG in alter und neuer Fassung, ATAD-Umsetzungsgesetz, Jahressteuergesetz 2024.

Haag spricht von einem „massiven Vertrauensverlust“ bei EU-Bürgern, die in Deutschland leben und in ihrer Heimat an Firmen beteiligt sind. Sein Beispiel ist ein Spanier, der in den 1990er-Jahren in Berlin studierte und später in Spanien eine Firma aufbaute. 2014 kam er für einige Jahre zurück, um eine deutsche Tochter zu gründen. Beim zweiten Abschied im Jahr 2020 setzte das Finanzamt die Steuer auf die stillen Reserven der spanischen Firma fest, die lange vor seiner Rückkehr entstanden waren.

Auf den Punkt

Bis 2021 zahlten Gründer beim Umzug in ein EU-Land erst, wenn sie tatsächlich verkauften. Heute fallen sieben Raten ab dem Umzug an, meist gegen Bankbürgschaft, ob die Firma später etwas abwirft oder nicht.

Wie teuer wird der Abschied für Gründer?

Weißer Taschenrechner und kleiner orangefarbener Karton mit Aufschrift auf weißem Grund
Im vereinfachten Ertragswertverfahren multipliziert das Finanzamt den bereinigten Jahresgewinn mit 13,75.

Bei einer gewinnstarken kleinen GmbH ohne Investoren landet die Steuer schnell im sechsstelligen Bereich, bei einem Startup nach einer Finanzierungsrunde im Millionenbereich. Maßgeblich ist der Marktwert am Umzugstag, abgeleitet aus Verkäufen der letzten zwölf Monate oder aus den Gewinnen.

Für die Bewertung zählen nach dem Bewertungsgesetz zuerst Verkäufe unter fremden Dritten, die weniger als ein Jahr zurückliegen. Der Bundesfinanzhof hat schon 1992 entschieden, dass auch die Ausgabe neuer Anteile bei einer Kapitalerhöhung als solcher Verkauf gelten kann. Für Startups heißt das: Der Preis, den ein Wagniskapitalgeber in der letzten Runde gezahlt hat, kann zum Maßstab für die Anteile der Gründer werden.

Fehlt ein solcher Preis, nutzt das Finanzamt bei vielen kleinen Gesellschaften das vereinfachte Ertragswertverfahren. Die Behörde nimmt den durchschnittlichen Betriebsgewinn der letzten drei Jahre vor Ertragsteuern, zieht pauschal 30 Prozent für Ertragsteuern ab und multipliziert das Ergebnis mit dem Kapitalisierungsfaktor 13,75. Der Wert darf den Substanzwert der Firma nicht unterschreiten.

So rechnet das Finanzamt beim Wegzug
Die Wegzugsbesteuerung nach Paragraf 6 des Außensteuergesetzes in fünf Schritten.
1 %
Beteiligung genügt, eine Mindestsumme kennt das Gesetz für GmbH-Anteile nicht
7 von 12
Jahre unbeschränkter Steuerpflicht vor dem Wegzug sind Voraussetzung
60 %
des fiktiven Veräußerungsgewinns sind nach dem Teileinkünfteverfahren steuerpflichtig
28,5 %
Spitzenbelastung auf den Wertzuwachs: 45 Prozent Einkommensteuer plus Solidaritätszuschlag
13,75
Kapitalisierungsfaktor im vereinfachten Ertragswertverfahren seit 2016
7 Raten
zinslos auf Antrag, in der Regel nur gegen Sicherheitsleistung
Schritt 1
Wert ermitteln
Zuerst zählen Verkäufe unter fremden Dritten aus den letzten zwölf Monaten, auch Finanzierungsrunden. Sonst der Ertragswert, mindestens der Substanzwert.
Schritt 2
Gewinn berechnen
Marktwert am Tag des Wegzugs minus Anschaffungskosten ergibt den fiktiven Veräußerungsgewinn.
Schritt 3
Teileinkünfte ansetzen
60 Prozent des Gewinns fließen in das zu versteuernde Einkommen des Wegzugsjahres.
Schritt 4
Steuer festsetzen
Einkommensteuer bis 45 Prozent plus Solidaritätszuschlag, festgesetzt mit dem Bescheid für das Wegzugsjahr.
Schritt 5
Zahlen
Sofort oder in sieben Jahresraten. Verkauf, Insolvenz oder Ausschüttungen über ein Viertel des Werts machen den Rest sofort fällig.

Karten mit dunkelrotem Rand: Belastung und Zahlungspflicht. Spitzenbelastung ohne Kirchensteuer, Tarif 2026.

Angenommen, eine Gründerin hält 100 Prozent an einer Agentur-GmbH, die nach ihrem Geschäftsführergehalt im Schnitt 150.000 Euro vor Steuern verdient. Nach Abzug der Pauschale bleiben 105.000 Euro. Mit dem Faktor 13,75 ergäbe sich ein Wert von 1.443.750 Euro. Die Wegzugsteuer läge ohne weitere Einkünfte und ohne Kirchensteuer bei rund 384.000 Euro, das sind gut 26 Prozent des Firmenwerts.

Im zweiten, ebenfalls erfundenen Fall hält ein Gründer 60 Prozent an einem Software-Startup. Ein Investor zahlt 2 Millionen Euro für neue Anteile, die ihm 20 Prozent geben, die Firma ist danach rechnerisch 10 Millionen Euro wert. Der Anteil des Gründers schrumpft auf 48 Prozent, ist aber auf dem Papier 4,8 Millionen Euro wert. Zieht er innerhalb eines Jahres nach der Runde weg, käme eine Steuer von rund 1,34 Millionen Euro auf ihn zu, verteilt auf sieben Raten von je etwa 192.000 Euro. Verkauft hätte er nichts.

Rechenbeispiel Agentur-GmbH ohne Investoren Software-Startup nach Finanzierungsrunde
Bewertungsweg vereinfachtes Ertragswertverfahren Preis der letzten Runde
Anteil des Gründers 100 % 48 % nach der Runde
Wert der Anteile 1.443.750 € 4.800.000 €
Fiktiver Veräußerungsgewinn 1.418.750 € 4.787.500 €
Davon steuerpflichtig (60 %) 851.250 € 2.872.500 €
Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag rund 383.600 € rund 1.343.200 €
Jahresrate bei sieben Raten rund 54.800 € rund 191.900 €
Fiktives Rechenbeispiel mit dem Einkommensteuertarif 2026, ohne weitere Einkünfte und ohne Kirchensteuer. Anschaffungskosten: 25.000 Euro Stammkapital bei der Agentur, 12.500 Euro beim Startup.

Der Gründer kann die Anteile meist gar nicht verkaufen. Beteiligungsverträge mit Investoren enthalten in der Regel Zustimmungsvorbehalte, Vorkaufsrechte und Haltefristen. Das Geld für die Steuer muss also aus dem Privatvermögen kommen. Bei einem Gründer Mitte 30 besteht dieses Vermögen oft aus dem eigenen Startup und wenig sonst.

Der Rundenpreis überzeichnet zudem den Wert der Gründeranteile. Investoren kaufen meist Vorzugsanteile, die ihnen im Verkaufsfall ihr Geld zuerst zurückgeben, die Stammanteile der Gründer sind weniger wert. Damit das Finanzamt diesen Unterschied anerkennt, müssen Gründer ihn begründen, im Zweifel mit einem teuren Gutachten. Scheitert das Startup zwei Jahre später, bleibt die Steuer trotzdem festgesetzt, eine spätere Wertminderung berücksichtigt das Gesetz seit der Reform von 2022 nicht mehr.

Auf den Punkt
  • Ertragswert: 150.000 Euro Jahresgewinn machen eine kleine GmbH steuerlich rund 1,44 Millionen Euro wert.
  • Finanzierungsrunde: Der Preis des Investors kann den Wert der Gründeranteile für zwölf Monate festschreiben.
  • Liquidität: Die Steuer kommt aus dem Privatvermögen, die Anteile lassen sich meist nicht verkaufen.

Warum gründen junge Unternehmer gleich im Ausland?

Ein winziger Setzling wächst in einem Terracotta-Topf mit einem Schild mit der Aufschrift „DELAWARE“ darauf
Gründer empfehlen laut einer Studie der Europäischen Investitionsbank, möglichst früh in den USA zu gründen.

Weil der Abschied mit jedem Erfolg teurer wird. Für mobile Gründer ist der günstigste Moment zum Gehen der Tag vor der ersten Bewertung, noch günstiger ist die Gründung im Ausland. Eine Studie der Europäischen Investitionsbank zitiert Gründer, die genau das empfehlen.

Die Europäische Investitionsbank hat gemeinsam mit Forschungsdienststellen der EU-Kommission 440 Startups und Scaleups erfasst, die die EU verlassen haben, 48 davon aus Deutschland, und dazu 91 Interviews geführt. Die im Januar 2026 veröffentlichte Studie zählt Steuern auf nicht realisierte Wertzuwächse zu den kritischsten finanziellen Hürden, vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Gemeint sind Steuern, die beim Umzug einer Firma fällig werden. Gründer empfehlen anderen auch deshalb häufig, ihre Firma so früh wie möglich in den USA zu gründen, bevor nennenswerter Wert entsteht oder eine große Finanzierungsrunde ansteht.

Als wichtigsten unmittelbaren Auslöser einer Verlagerung nennt die Studie die klare Vorliebe, oft die ausdrückliche Forderung von Investoren, dass ihre Beteiligungen in den USA sitzen, am liebsten in Delaware. Der Startup-Beschleuniger Y Combinator investiert nach eigenen Vertragsbedingungen nur in Gesellschaften aus den USA, Kanada, Singapur und von den Kaimaninseln. Deutsche Gründer müssen ihre GmbH vorher unter eine Holding in einem dieser Länder hängen, im Jargon heißt das Flip.

Steuerlich gilt der Flip für Gründer als Verkauf. Die Kanzlei Osborne Clarke beziffert die effektive Belastung für Gesellschafter mit mindestens 1 Prozent auf bis zu rund 28,5 Prozent, also auf dieselbe Größenordnung wie beim Wegzug. Ob die Person umzieht oder die Firma, beide Wege kosten ab der ersten Bewertung Geld, das nicht geflossen ist.

Wohin wertvolle Startups ziehen
Abwanderung von Startups und der typische Weg vom Berliner Startup zur Delaware-Holding.
40 von 147
Unicorns aus Europa verlegten 2008 bis 2021 ihren Hauptsitz ins Ausland
85 %
der Startup-Verlagerungen in einer Auswertung über 17 Länder führen in die USA
17 %
des geschaffenen Startup-Werts entfallen auf die 6 Prozent Firmen, die umziehen
1 von 10
Investitionen eines US-Geldgebers zieht einen Umzug des Startups nach sich
48
der 440 von der EIB erfassten abgewanderten Startups und Scaleups stammen aus Deutschland
50 %
der befragten Tech-Startups würden heute erneut in Deutschland gründen
Gründung
GmbH in Berlin
Stammkapital von 25.000 Euro, in den Anteilen stecken noch kaum stille Reserven.
Erste Runde
Der Wert steigt
Ein Investor zahlt für neue Anteile, der Rundenpreis kann den Wert der Gründeranteile bestimmen.
US-Investor
Delaware-Holding verlangt
Der Flip gilt für Gründer ab 1 Prozent als Verkauf, die Steuer liegt bei bis zu rund 28,5 Prozent.
Umzug
Gründer zieht weg
Ab der ersten Bewertung kostet auch der persönliche Wegzug Steuer ohne Erlös.
Lehre
Die nächste Gründung startet woanders
Gründer empfehlen laut EIB-Studie, früh in den USA zu gründen, bevor Wert entsteht.

Karten mit dunkelrotem Rand: Verlust für den Standort. Der Ablauf unten ist ein typisches Muster, kein Einzelfall.

Im Deutschen Startup Monitor 2025 mit 1.846 Startups würden 78,3 Prozent der Gründer wieder gründen, davon 28,5 Prozent im Ausland. Als Gründe nennen die Befragten weniger Bürokratie (87,8 Prozent), besseren Zugang zu Kapital (70,7 Prozent) und niedrigere Steuern (61,4 Prozent). Als Ziele folgen vor allem die USA, die Schweiz, Estland und Singapur. Nach einer Bitkom-Umfrage unter 133 Tech-Startups vom Februar 2026 würde nur noch die Hälfte erneut in Deutschland gründen.

Nach der Wegzugsteuer selbst haben Startup-Verband und Bitkom allerdings nicht gefragt. Angesichts der drohenden Besteuerung ohne Erlös würden Startups „in vielen Fällen erst gar nicht in Deutschland gegründet“, schreibt der Startup-Verband in seiner Stellungnahme zum Standortfördergesetz vom August 2025. Ähnlich abschreckend wirke die Regel auf Spitzenkräfte, die über Mitarbeiterbeteiligungen mehr als 1 Prozent der Anteile erhalten würden.

Viele Gründer betreuen ihre Kunden per Videocall und Cloud und sind an keinen Bürostandort gebunden. Unser Ratgeber zeigt, wie man als digitaler Nomade gründen kann, ob von Lissabon, Tallinn oder Limassol aus. Für diese Gründer zählt nicht, ob die Wegzugsteuer heute fällig wird, sondern ob sie in fünf Jahren fällig werden könnte. Die Option auf einen späteren Umzug kostet in Deutschland Geld, in Österreich, der Schweiz oder den Niederlanden nicht. Dass Gründer so rechnen, schrieb 2024 sogar der Finanzausschuss des Bundestags in seinem Bericht zum Jahressteuergesetz. Einiges deute darauf hin, dass Beteiligungen an jungen Unternehmen früh in Fonds eingelegt würden, um bei einem späteren Wegzug die Besteuerung der Wertsteigerung zu vermeiden. Der Gesetzgeber schloss diese Lücke zum Jahr 2025.

Für Gründer aus dem Ausland beginnt die Sieben-Jahres-Uhr am Tag der Anmeldung in Berlin oder München. Der Würzburger Finanzwissenschaftler Ekkehard Wenger warnte im Dezember 2025 bei einer Anhörung im Finanzausschuss des Bundestags vor genau diesem Effekt. Sinngemäß sagte er, kein Unternehmer würde neu nach Deutschland kommen, der bei einem Wegzug nach sieben Jahren mit einer Steuer auf einen Teil seines Vermögens rechnen müsse. Nach einer Studie von Akcigit, Baslandze und Stantcheva reagiert die Zahl ausländischer Spitzenerfinder rund dreißigmal stärker auf Spitzensteuersätze als die der einheimischen.

Auf den Punkt
  • Gründerrat: Laut EIB-Studie empfehlen Gründer, möglichst früh in den USA zu gründen, bevor Wert und Steuer entstehen.
  • Investoren: US-Geldgeber verlangen oft eine Delaware-Holding, der Flip kostet Gründer ab 1 Prozent bis zu 28,5 Prozent.
  • Zuzug: Für ausländische Gründer startet die Sieben-Jahres-Uhr mit der Anmeldung in Deutschland.

Was verliert Deutschland, wenn Gründer anderswo starten?

Ein leerer Topf mit 'DE' Schild neben einem Topf mit oranger Blume und 'USA' Schild
Rund 6 Prozent der Startups verlegen ihren Sitz ins Ausland, sie stehen aber für 17 Prozent des geschaffenen Werts.

Deutschland entgeht weniger die Wegzugsteuer als alles, was nach der Gründung gekommen wäre: Arbeitsplätze, Lohn-, Gewerbe- und Körperschaftsteuer sowie die Steuer auf den Exit. Die abwandernden Firmen sind besonders wertvoll: Rund 6 Prozent der Startups ziehen um, sie stehen für 17 Prozent des geschaffenen Werts.

Die Zahl stammt von den TUM-Forschern Moritz Weik, Ann-Kristin Achleitner und Reiner Braun. Die drei Ökonomen haben 2024 in der Fachzeitschrift Research Policy die Firmensitze von Startups aus 17 Ländern über die Jahre verfolgt. 85 Prozent der Verlagerungen führen in die USA, und jede zehnte Investition eines US-Geldgebers zieht einen Umzug nach sich. Im Draghi-Bericht an die EU-Kommission vom September 2024 steht dieselbe Bewegung für die größten Firmen. Von 147 zwischen 2008 und 2021 in Europa gegründeten Unicorns, also Startups mit Milliardenbewertung, haben 40 ihren Hauptsitz ins Ausland verlegt, die meisten in die USA.

Die Körperschaftsteuer zahlt die Firma dort, wo sie ihren Sitz hat oder geleitet wird, die Gewerbesteuer dort, wo ihre Betriebsstätten liegen. Die Einkommensteuer auf einen späteren Exit-Erlös kassiert der Staat, in dem der Gründer dann wohnt. Ein Gründer, der vor der ersten Runde nach Lissabon zieht, zahlt eine kleine Wegzugsteuer und nimmt Deutschland die viel größere Steuer auf seinen späteren Exit. Legal ist das in jedem Fall.

Steuer Wer kassiert Bei Gründung im Ausland
Körperschaftsteuer Staat von Sitz oder Geschäftsleitung der Firma geht an den Zielstaat
Gewerbesteuer Gemeinde der Betriebsstätte entfällt ohne deutsche Betriebsstätte
Lohnsteuer der Beschäftigten Staat, in dem die Belegschaft arbeitet wandert mit, sobald das Team im Ausland wächst
Einkommensteuer auf den Exit-Erlös Wohnsitzstaat des Gründers beim Verkauf geht an den neuen Wohnsitzstaat
Wegzugsteuer Deutschland, einmalig beim Wegzug fällt nicht an
Welche Steuern mit dem Sitz oder dem Gründer wandern. Vereinfachte Darstellung nach den üblichen Regeln der Doppelbesteuerungsabkommen.

Nach dem Statistischen Bundesamt verlor Deutschland 2025 unter dem Strich 97.000 deutsche Staatsbürger an das Ausland, nach 81.000 im Vorjahr. Die Hälfte der Fortziehenden war zwischen 25 und 50 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der fortziehenden Deutschen lag bei 34,9 Jahren, das der Gründer laut KfW-Gründungsmonitor bei 34,2 Jahren. Wie sehr gerade dieses Alter fehlen wird, zeigt die Frage, wer den Sozialstaat 2035 noch finanziert.

Wir stellen uns die Wegzugsbesteuerung gern als Fitnessstudio vor, das beim Kündigen eine Gebühr nach dem Muskelzuwachs berechnet. Wer im ersten Monat kündigt, zahlt fast nichts. Nach sieben Jahren Training überlegt man sich das Kündigen zweimal, und die Klügsten melden sich gar nicht erst an, sondern trainieren gleich im Studio nebenan. Das Studio kassiert dann keine Gebühr, aber auch keinen einzigen Monatsbeitrag.

Die Gründungstätigkeit in Deutschland hat sich laut KfW 2025 erholt, auf rund 690.000 Gründerinnen und Gründer nach 585.000 im Vorjahr. 2002 zählte die KfW allerdings noch rund 1,5 Millionen. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung fand 2019 zudem, dass mehr als zwei Drittel der deutschen Auswanderer nur wenige Jahre im Ausland bleiben. Wie stark die Wegzugsteuer selbst Gründungen verdrängt, hat bisher niemand gemessen, ein Forschungsprojekt der Universität Oxford hält ausdrücklich fest, dass empirische Belege zur Wirkung von Wegzugsteuern fehlen.

Eine Regel mit erheblichen Folgen für Standortentscheidungen läuft in Deutschland ohne Wirkungsmessung. Für 2021 nannte die Bundesregierung 108 Fälle, für die Jahre seit der Reform von 2022 hatte sie Ende 2024 noch keine Zahlen. Die verfügbaren Indizien zeigen alle in dieselbe Richtung: Investoren drängen nach Delaware, Gründer raten zur frühen Abwanderung, und unter den Abwanderern sind die wertvolleren Firmen überproportional vertreten.

Auf den Punkt

Startups, die ihren Sitz verlegen, sind 6 Prozent der Firmen, aber 17 Prozent des Werts. Ob die Wegzugsteuer selbst Gründungen verdrängt, hat bisher niemand gemessen, die verfügbaren Indizien zeigen aber alle in dieselbe Richtung.

Welchen Nutzen hat die Wegzugsbesteuerung?

Grauer Mini-Tresor mit orangefarbenem Schloss und Aufschrift „Mein erstes Erspartes“
Die Wegzugsteuer entstand 1972 als Lex Horten gegen den steuerfreien Verkauf nach einem Umzug.

Für Gründer kaum einen. Die Regel soll sichern, dass in Deutschland entstandene Wertzuwächse hier versteuert werden. Gründer, die früh gehen oder gleich im Ausland gründen, lassen den Wert gar nicht erst hier entstehen. Deutschland bekommt dann weder Wegzugsteuer noch die späteren Steuern der Firma.

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP schrieb die Bundesregierung im Juni 2021, die Wegzugsbesteuerung diene „primär der Sicherstellung der deutschen Besteuerungsrechte an den in den Anteilen enthaltenen stillen Reserven“. Beim Anteilsverkauf darf nach den Doppelbesteuerungsabkommen meist nur der Wohnsitzstaat zugreifen. Befürworter verweisen darauf, dass der deutsche Steuerzahler Universitäten, Infrastruktur und Rechtssicherheit finanziert, auf denen ein Unternehmen wächst. Ohne die Regel könnte jeder Gesellschafter wie Horten erst umziehen und dann den Verkaufsgewinn steuerfrei kassieren.

Die Verschärfung von 2022 richtete sich auch gegen ein Modell, das Oxfam und das Netzwerk Steuergerechtigkeit in ihrer Studie „Keine Angst vor Steuerflucht“ von 2024 als „Wegzug und Leerschüttung“ beschreiben. Der Unternehmer zieht in ein EU-Land, lässt die Steuer stunden und schüttet sich anschließend so hohe Dividenden aus, dass eine leere Unternehmenshülle zurückbleibt. Wirtschaftlich kommt das einem Verkauf nahe, ohne dass in Deutschland je gezahlt wird.

Bei großen Vermögen erfüllt die Regel ihren Zweck: Unter den 226 deutschen Milliardenvermögen der Reichenliste des Manager Magazins zählt dieselbe Studie nur 29 Steuerflüchtlinge. Sieben davon zogen zwischen 1953 und 1972 weg, als Deutschland den Wegzug nicht besteuerte. Wollte Susanne Klatten mit ihren BMW-Anteilen heute ins Ausland ziehen, müsste sie nach der Schätzung der Studie rund 6,5 Milliarden Euro zahlen, etwa 30 Prozent ihres Vermögens.

Die Bundesregierung nannte im Dezember 2024 die festgesetzten Beträge für die Jahre 2017 bis 2021: zusammen rund 1,24 Milliarden Euro. Allein auf 2019 entfielen 687 Millionen Euro, mehr als die Hälfte. Davon waren rund 1,16 Milliarden Euro bei Umzügen in andere EU- oder EWR-Staaten gestundet, also gut 93 Prozent. Sofort fällig waren in fünf Jahren damit rund 78 Millionen Euro, im Schnitt keine 16 Millionen Euro im Jahr. Für die Jahre seit der Reform hatte die Regierung noch keine Zahlen.

Jahr Festgesetzte Wegzugsteuer davon gestundet (EU/EWR) sofort fällig
2017 68,9 Mio. € 59,9 Mio. € 9,0 Mio. €
2018 180,3 Mio. € 169,6 Mio. € 10,7 Mio. €
2019 686,8 Mio. € 675,4 Mio. € 11,4 Mio. €
2020 84,2 Mio. € 48,5 Mio. € 35,7 Mio. €
2021 215,1 Mio. € 203,4 Mio. € 11,7 Mio. €
Summe 1.235,3 Mio. € 1.156,8 Mio. € 78,5 Mio. €
Festgesetzte Wegzugsteuer nach altem Recht, Stand der Veranlagungen jeweils zwei Jahre nach Jahresende. Quelle: Bundesregierung, Drucksache 20/14412 vom 23.12.2024.

Die Steuer setzt voraus, dass ein Wert in Deutschland entsteht und der Gesellschafter danach geht. Gründer, die einen späteren Umzug von Anfang an mitdenken, warten diesen Moment nicht ab: Sie ziehen vor der ersten Bewertung weg oder gründen gleich im Ausland. Dann wächst die Firma dort, und Deutschland bekommt weder eine nennenswerte Wegzugsteuer noch Körperschaft-, Gewerbe- und Lohnsteuer noch die Steuer auf den späteren Exit. Statt Steuern zu sichern, verhindert die Regel, dass hier überhaupt Steuersubstrat entsteht.

Susanne Klatten oder Wolfgang Porsche halten Anteile an profitablen Konzernen, die Dividenden abwerfen und sich beleihen lassen. Die Gründerin eines Startups hält Anteile, die nichts ausschütten, die sie nicht verkaufen darf und deren Wert vom Urteil des nächsten Investors abhängt. Dieselbe Steuer trifft beide Gruppen, aber nur eine kann sie aus laufenden Erträgen zahlen.

Unsere Einschätzung: Für Gründer verkehrt die Wegzugsbesteuerung ihren eigenen Zweck ins Gegenteil. Keine 16 Millionen Euro sofort fälliger Steuer im Jahr stehen gegen Firmen, die gar nicht erst in Deutschland gegründet werden, und gegen Gründer, die anderen raten, gleich in den USA zu starten. Je weiter der Staat beim Abschied zugreift, desto weniger Steuersubstrat entsteht überhaupt im Land. Eine Regel gegen Milliardärsfamilien vertreibt heute die Steuerzahler von morgen.

Ein Land, das schon ab 1 Prozent Beteiligung den Abschied besteuert, verliert Gründer, bevor sie ankommen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Auf den Punkt
  • Zweck: Die Regel soll verhindern, dass Gesellschafter erst umziehen und dann steuerfrei verkaufen.
  • Bei Erben: Unter 226 Milliardenvermögen zählt Oxfam nur 29 Steuerflüchtlinge.
  • Bei Gründern: Gründer gehen vor der ersten Bewertung oder gründen im Ausland, Deutschland verliert dann alle späteren Steuern der Firma.
  • Ertrag: 2017 bis 2021 wurden im Schnitt keine 16 Millionen Euro im Jahr sofort fällig, der Rest war gestundet.

Wie streng ist Deutschland im Ländervergleich?

Vier Schranken auf Sockel, drei offen, eine geschlossen (mit DE), orangerot-weiß gestreift
Österreich, die Niederlande, Frankreich und Spanien warten beim Umzug innerhalb der EU bis zum Verkauf, Deutschland verlangt Raten.

Strenger als fast alle Nachbarn. Von den acht EU-Staaten mit Wegzugsteuer lassen die meisten die Steuer bei einem Umzug innerhalb der EU bis zum Verkauf ruhen oder nach einigen Jahren verfallen. Deutschland verlangt seit 2022 Raten ab dem Umzug, schon ab 1 Prozent Beteiligung und ohne Verfallsdatum.

Eine Studie im Auftrag der EU-Kommission zählt acht Mitgliedstaaten mit Wegzugsteuer: Dänemark, Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Österreich, Polen, Schweden und Spanien. Zu den Autoren gehören WIFO, PwC und das ifo Institut, erschienen ist die Studie im April 2026. Fast alle bieten nach der Studie einen Zahlungsaufschub, typischerweise beim Umzug in ein anderes EU- oder EWR-Land. Wirksam würden Wegzugsteuern durch eine praktikable Stundung und guten Informationsaustausch zwischen den Behörden, nicht durch hohe Sätze oder einen breiten Anwendungsbereich.

Österreich besteuert beim Wegzug sogar sämtliches Kapitalvermögen, setzt die Steuer beim Umzug in ein EU- oder EWR-Land auf Antrag aber gar nicht erst fest, bis tatsächlich verkauft wird. Die Niederlande erfassen Beteiligungen ab 5 Prozent, die Steuer stunden sie innerhalb der EU automatisch und zinslos. Frankreich greift erst ab 50 Prozent Beteiligung oder 800.000 Euro Depotwert und lässt die gestundete Steuer nach zwei Jahren erlöschen, bei Werten über 2,57 Millionen Euro nach fünf.

Spanien besteuert nur Anteile im Wert von mehr als 4 Millionen Euro oder Beteiligungen von mehr als 25 Prozent mit einem Wert über 1 Million Euro. Bei einem Umzug in ein anderes EU-Land fällt die Steuer nur an, wenn der Auswanderer die Anteile innerhalb von zehn Jahren verkauft. Die Schweiz, Zypern, Portugal und die Vereinigten Arabischen Emirate kennen für Privatpersonen keine allgemeine Wegzugsteuer, in der Schweiz sind private Kursgewinne auf Aktien grundsätzlich steuerfrei.

Land Erfasst ab Umzug in ein anderes EU-Land Erlöschen
Deutschland 1 % Beteiligung, Fonds ab 500.000 € Anschaffungskosten 7 Jahresraten, in der Regel gegen Sicherheit nur bei Rückkehr binnen 7, maximal 12 Jahren
Österreich sämtliches Kapitalvermögen auf Antrag keine Festsetzung bis zum Verkauf kein Zeitablauf, Steuer erst beim Verkauf
Niederlande 5 % Beteiligung automatische, zinslose Stundung kein Erlöschen, Zahlung bei Verkauf oder Ausschüttung
Frankreich 50 % Beteiligung oder 800.000 € Depotwert automatische Stundung nach 2 Jahren, über 2,57 Mio. € nach 5 Jahren
Spanien 4 Mio. € oder 25 % bei mehr als 1 Mio. € Steuer nur bei Verkauf binnen 10 Jahren nach 10 Jahren
Vereinigtes Königreich keine Wegzugsteuer entfällt bei Rückkehr binnen 5 Jahren Nachbesteuerung der Gewinne aus der Abwesenheit
Schweiz, Zypern, VAE keine Wegzugsteuer für Privatpersonen entfällt entfällt
Wegzugsteuer für private Anteilseigner im Vergleich, Stand Oktober 2026. Quellen: § 6 AStG, EStG Österreich, Belastingdienst, DGFiP, Agencia Tributaria, HMRC, PwC Worldwide Tax Summaries, Studie für die EU-Kommission (April 2026).

Die USA erheben eine Wegzugsteuer nur, sobald jemand die Staatsbürgerschaft aufgibt oder nach mindestens acht von 15 Jahren die Green Card. Auch dann trifft die Steuer nur Vermögende oder Spitzenverdiener und erst oberhalb eines Freibetrags von umgerechnet rund 811.000 Euro für 2026. Großbritannien hat im Herbsthaushalt 2025 auf eine diskutierte Exit Tax für Gründer verzichtet. Ein Unternehmer, der von London nach Dubai zieht, zahlt beim Abschied nichts, solange er nicht binnen fünf Jahren zurückkehrt.

Unsere Einordnung: Den deutschen Sonderweg machen drei Details aus, die sich gegenseitig verstärken. Die Schwelle von 1 Prozent erfasst jede Gründerin. Die Raten statt einer Stundung verlangen Geld ohne Verkauf, und ohne Verfallsdatum begleitet die Schuld den Auswanderer bis zum Verkauf oder zur Rückkehr. Ob die Raten mit dem Europarecht vereinbar sind, prüft der Europäische Gerichtshof gerade an einem polnischen Fall mit ähnlicher Ratenregel, Aktenzeichen C-430/25.

Auf den Punkt
  • Stundung: Österreich, die Niederlande, Frankreich und Spanien warten beim EU-Umzug auf den Verkauf, Deutschland verlangt Raten.
  • Schwelle: Frankreich greift ab 800.000 Euro Depotwert, Spanien ab 1 Million Euro bei mehr als 25 Prozent, Deutschland ab 1 Prozent.
  • Verfall: Paris lässt die Steuer nach zwei bis fünf Jahren erlöschen, Berlin nie.

Was bedeutet die Regel für Familienunternehmen und Nachfolger?

Ein Metallschlüssel mit orangefarbenem Anhänger und Aufschrift
545.000 Mittelständler wollen ihre Nachfolge bis Ende 2029 regeln, 569.000 planen die Stilllegung.

Für Familienunternehmen wird die Wegzugsteuer vor allem bei der Übergabe zum Risiko. Schenkt oder vererbt ein Unternehmer Anteile an ein Kind im Ausland, gilt das als Verkauf zum Marktwert. Die Einkommensteuer darauf kommt zur Erbschaft- oder Schenkungsteuer hinzu.

Hat die Tochter in Kopenhagen eine Familie gegründet oder arbeitet der Sohn seit Jahren in Zürich, löst bereits die Schenkung der Anteile an der Familien-GmbH die Wegzugsteuer aus, obwohl in der Familie niemand umzieht.

Nach dem Nachfolge-Monitoring der KfW vom Januar 2026 wollen 545.000 Mittelständler ihre Nachfolge bis Ende 2029 regeln, 569.000 planen dagegen die Stilllegung, erstmals mehr als die Übergaben. Von den Stilllegungswilligen nennen 47 Prozent fehlendes Interesse in der Familie als Grund. Lebt der interessierte Nachfolger im Ausland, verteuert die Wegzugsteuer genau die Übergabe, die eine Stilllegung verhindern könnte.

Wird das Kind innerhalb von sieben Jahren nach der Übertragung in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, entfällt die Steuer unter denselben Bedingungen wie beim Rückkehrer. Für eine Tochter mit Familie und Beruf in Kopenhagen ist das selten eine realistische Option, die Steuer wird dann fällig.

Die Steuerberatung Ecovis widmete ihren Mandantenbrief im Sommer 2026 der Wegzugsbesteuerung, unter der Überschrift „Ab in den Süden?“. Unternehmern, die den Lebensabend in Spanien oder Italien planen, rät die Kanzlei zu einer Planung „weit vor dem Packen der Koffer“. Für ältere Gesellschafter kann das bedeuten, vor dem Umzug zu verkaufen oder zu übergeben. Die Folge für den Standort ist dieselbe wie bei den Gründern: Die Entscheidung über das Unternehmen folgt der Steuer, nicht dem Geschäft.

Auf den Punkt

Schon die Schenkung an ein Kind im Ausland löst die Wegzugsteuer aus, zusätzlich zur Schenkungsteuer. Familienunternehmer müssen die Nachfolge deshalb auch nach dem Wohnort der Erben planen.

Welche legalen Wege bleiben Gründern?

Wegweiser: links orange „VORHER“, rechts weiß „NACHHER“, Raupe mit Zylinder
Vor der ersten bewerteten Finanzierungsrunde fällt die Wegzugsteuer am niedrigsten aus.

Der wirksamste Hebel ist der Zeitpunkt: Gründer mit festen Auswanderungsplänen gehen vor der ersten bewerteten Finanzierungsrunde oder gründen gleich vom künftigen Wohnsitz aus. Für befristete Aufenthalte hilft die Rückkehrregel, sonst Raten und, mit Beratung, Personengesellschaften.

Die meisten Steuerfragen einer Gründung drehen sich in den ersten Jahren um Umsatzsteuer, Voranmeldungen und Fristen, wie unser Überblick zu den steuerlichen Grundlagen für Gründer zeigt. Die Frage nach dem künftigen Wohnort gehört trotzdem in das erste Beratungsgespräch. Nachträglich lässt sich an einer Wegzugsteuer wenig ändern, vorab fast alles. Alle folgenden Wege sind legal. Eine Beratung im Einzelfall ersetzt diese Übersicht nicht.

Weg Was er bringt Haken
Früh umziehen Steuer auf niedrigen Wert, oft nahe null Setzt eine frühe, feste Entscheidung voraus
Vom Ausland aus gründen Kein Wegzug, keine Wegzugsteuer Geschäftsleitung in Deutschland kann die Firma hier steuerpflichtig machen
Rückkehrregel Steuer entfällt bei Rückkehr binnen 7, maximal 12 Jahren Kein Verkauf, Ausschüttungen höchstens ein Viertel des Werts
Sieben Jahresraten Zinslose Verteilung der Last In der Regel nur gegen Sicherheit, Restschuld bei Verkauf sofort fällig
Personengesellschaft oder Familienstiftung Besteuerungsrecht bleibt in Deutschland, keine Wegzugsteuer Teuer in Einrichtung und Pflege, nur mit Fachberatung
Legale Wege im Überblick. Die Übersicht ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall. Quellen: § 6 AStG, Oxfam und Netzwerk Steuergerechtigkeit (2024).

Den Zeitpunkt wählen

Die Steuer bemisst sich am Wert der Anteile am Tag des Wegzugs. Kurz nach der Gründung liegt dieser Wert oft nahe am eingezahlten Stammkapital, die Steuer ist dann klein oder null. Mit jedem profitablen Jahr und mit jeder Finanzierungsrunde steigt die Bemessungsgrundlage. Zwischen vorher und nachher können, wie das Rechenbeispiel zeigt, mehr als eine Million Euro Steuer liegen.

Die Wegzugsteuer setzt voraus, dass jemand mit seinen Anteilen aus der deutschen Steuerpflicht ausscheidet. Gründet eine Unternehmerin von Lissabon aus, entsteht dieser Tatbestand gar nicht erst. Steuerfrei in Deutschland ist die Gründerin damit nicht: Führt sie die Firma faktisch von Deutschland aus, kann die Gesellschaft hier körperschaftsteuerpflichtig werden.

Die Rückkehrregel nutzen

Für einen befristeten Auslandsaufenthalt, etwa drei Jahre in Singapur, ist die Rückkehrregel gedacht. Kommt der Gesellschafter innerhalb von sieben Jahren zurück, entfällt die Steuer, auf Antrag verlängert das Finanzamt die Frist um bis zu fünf Jahre. Der Gesellschafter darf die Anteile in der Zwischenzeit nicht verkaufen, und die Gesellschaft darf nicht mehr als ein Viertel des Werts ausschütten. Mit dokumentierter Rückkehrabsicht lässt sich die Steuer für diese Zeit ohne Jahresraten stunden, eine Sicherheit verlangt das Finanzamt auch hier in der Regel.

Raten beantragen und die Sicherheit vorbereiten

Steht der endgültige Umzug fest, verteilen die sieben zinslosen Jahresraten die Last. Die erste Rate ist einen Monat nach dem Bescheid fällig, die übrigen jeweils am 31. Juli der Folgejahre. Vorbereiten sollten Gründer vor allem die Sicherheit: Banken verlangen für eine Bürgschaft ihrerseits Sicherheiten, und GmbH-Anteile stehen nicht im Katalog der Abgabenordnung. Das Finanzamt kann solche Anteile nur nach Ermessen annehmen und bevorzugt Werte, die sich leicht verwerten lassen.

Strukturen mit Beratung prüfen

Eine einfache Holding-GmbH löst das Problem nicht, weil dann die Anteile an der Holding unter die Regel fallen. Eine Variante, die den Wert der Holding vor dem Umzug rechnerisch auf null drückt, nennen Oxfam und das Netzwerk Steuergerechtigkeit eine „eher aggressive Gestaltung“. Als am weitesten verbreitetes Modell nennt dieselbe Studie die Übertragung der Anteile auf eine in Deutschland steuerpflichtige Personengesellschaft oder Familienstiftung, damit Deutschland das Besteuerungsrecht behält.

Die Variante mit einer Personengesellschaft beschreibt der Kölner Steuerberater und Steuerrechtsprofessor Christoph Juhn. Der Gründer schaltet eine GmbH & Co. KG zwischen sich und seine GmbH oder wandelt die GmbH in eine solche KG um. Beteiligt ist der Gründer dann an einer Personengesellschaft und nicht mehr unmittelbar an einer Kapitalgesellschaft, die Wegzugsteuer nach Paragraf 6 greift nicht.

Bedingung Zweck Haken
Die KG ist selbst gewerblich tätig Eine reine Verwaltungshülle genügt nach Juhn nicht Die KG braucht eigenes operatives Geschäft in Deutschland
Das Stammhaus bleibt in Deutschland Über die deutsche Betriebsstätte behält Deutschland das Besteuerungsrecht Ein Geschäftsführer muss die KG von Deutschland aus leiten
Umwandlung oder Zwischenschaltung Beide Wege führen zur Beteiligung an einer Personengesellschaft Bei der Umwandlung werden offene Gewinnrücklagen wie eine Ausschüttung besteuert
Späterer Verkauf Die Steuer fällt erst an, wenn Geld fließt Der Exit bleibt in Deutschland steuerpflichtig
Das KG-Modell im Überblick. Die Übersicht ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Quelle: Juhn Partner, Wegzugsbesteuerung vermeiden (aktualisiert 2024).

Steuerfrei wird der Exit damit nicht, der spätere Verkaufsgewinn bleibt in Deutschland steuerpflichtig. Das Modell wirkt also wie die Stundung bis zum Verkauf, die das Gesetz seit 2022 verweigert, nur selbst gebaut und mit Aufwand. Für Gründer, die ihre Firma selbst führen und auswandern wollen, ist die Leitung aus Deutschland der Haken. Einrichtung und laufende Pflege kosten Geld, das Modell lohnt sich erst ab einer gewissen Größe.

Eine behaltene Wohnung in Deutschland hält die unbeschränkte Steuerpflicht zwar aufrecht. Liegt der Lebensmittelpunkt nach dem Doppelbesteuerungsabkommen aber im neuen Land, verliert Deutschland dort das Besteuerungsrecht am späteren Verkaufsgewinn, und genau das löst die Steuer ebenfalls aus. Die Zweitwohnung schützt also nicht.

Auf den Punkt

Über die Höhe der Wegzugsteuer entscheidet vor allem der Kalender: vor der ersten bewerteten Runde fällt sie klein aus, danach selten. Eine einfache Holding-GmbH oder eine Zweitwohnung in Deutschland helfen dagegen nicht.

Wie ließe sich die Wegzugsbesteuerung gründerfreundlich reformieren?

Ein oranger Schraubenschlüssel liegt schräg auf einem silbernen Paragraphenzeichen
Fünf Stellschrauben, angefangen mit der Stundung bis zum Verkauf, würden die Wegzugsteuer gründerfreundlich machen.

Am wirksamsten wäre, Gesellschafter junger Unternehmen ganz auszunehmen, wie der Startup-Verband vorschlägt. Mindestens muss die Steuer erst fällig werden, wenn Geld fließt. Dazu gehören ein Freibetrag für kleine Beteiligungen, eine faire Bewertung von Startup-Anteilen, ein Neustart beim Zuzug und ein Ablaufdatum.

Der Startup-Verband fordert seit Dezember 2024, die Steuer erst nach einem Zufluss von Liquidität zu erheben. Als Wege nennt der Verband eine unbegrenzte Stundung bis zum Verkauf oder Börsengang oder eine Ausnahme für Gesellschafter von Unternehmen, die jünger als 20 Jahre sind. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD kommt die Wegzugsbesteuerung nicht vor. Die Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung vom Juli 2026 enthält 152 Maßnahmen, keine davon zur Wegzugsteuer. Die AfD beantragte im November 2025, die Wegzugsbesteuerung ganz abzuschaffen, der Bundestag lehnte den Antrag am 19. Dezember 2025 auf Empfehlung des Finanzausschusses ab. Das am selben Tag beschlossene Standortfördergesetz ließ die Regel unverändert.

Der Europäische Gerichtshof prüft im Verfahren C-430/25, ob eine polnische Regel mit Raten statt einer Stundung bis zum Verkauf mit dem Europarecht vereinbar ist. Die Kanzlei Flick Gocke Schaumburg hält das Verfahren für bedeutsam für die deutsche Regel und erwartet eine Entscheidung 2027. Die EU-Kommission schlug im März 2026 mit „EU Inc.“ eine europäische Rechtsform für Startups vor, deren Mitarbeiteroptionen erst beim Verkauf besteuert werden sollen, die Wegzugsteuer selbst bleibt nationales Recht.

Fünf Stellschrauben würden aus unserer Sicht verhindern, dass die Regel weiter Gründer aus dem Land treibt:

  1. Stundung bis zum Verkauf: Festsetzen beim Wegzug, zahlen erst bei Verkauf, Ausschüttung oder Insolvenz, zinslos und ohne Sicherheit, zumindest innerhalb von EU und EWR. So funktionierte die Regel bis 2021, und das fordert auch die DIHK.
  2. Freibetrag: Ein Wertzuwachs bis zu einer festen Grenze bleibt beim Wegzug steuerfrei. Ein solcher Freibetrag entlastet Gründer kleiner GmbHs und Angel-Investoren mit Minibeteiligungen, ohne Konzernerben zu schonen.
  3. Faire Bewertung: Für Anteile ohne Markt zählt der Ertragswert, nicht der Rundenpreis eines Investors mit Vorzugsrechten. Sinkt der Wert später, sinkt auch die Steuer.
  4. Neustart beim Zuzug: Zugezogene setzen ihre mitgebrachten Anteile mit dem Marktwert am Zuzugstag an, unabhängig davon, ob das Herkunftsland selbst eine Wegzugsteuer kennt.
  5. Ablaufdatum: Die gestundete Steuer erlischt, sobald der Gesellschafter einige Jahre im Ausland lebt und die Anteile nicht verkauft hat.

Unsere Haltung: Die Lex Horten war die Antwort auf einen Milliardär, der Deutschland mit einem fertigen Konzern verließ. Heute trifft dieselbe Logik Gründer, deren Konzern erst in zehn Jahren entstehen könnte, und die mobilsten unter ihnen ziehen die Konsequenz, bevor ihre Firma etwas wert ist. Ein Standort, der um internationale Talente wirbt, sollte den Abschied nicht teurer machen als die Ankunft.

Auf den Punkt

Am wirksamsten wäre eine Ausnahme für junge Unternehmen, mindestens aber eine Steuer, die erst fällig wird, sobald Geld fließt. Ein Freibetrag, eine faire Bewertung, ein Neustart beim Zuzug und ein Ablaufdatum würden Gründer zusätzlich entlasten.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zur Wegzugsbesteuerung

Aufgeschlagenes Buch mit orangefarbenem Anhänger und Text auf weißem Hintergrund
Von Anschaffungskosten bis zum vereinfachten Ertragswertverfahren: die wichtigsten Begriffe zur Wegzugsbesteuerung.

Anschaffungskosten

Anschaffungskosten sind der Betrag, den ein Gesellschafter für seine Anteile aufgewendet hat, bei einer Gründung meist das eingezahlte Stammkapital. Bei der Wegzugsteuer zieht das Finanzamt diesen Betrag vom Marktwert ab, nur der Unterschied gilt als Gewinn. Bei Gründern ist der Betrag typischerweise sehr niedrig, was den fiktiven Gewinn erhöht.

Außensteuergesetz (AStG)

Das Außensteuergesetz (AStG) von 1972 regelt Steuerfragen mit Auslandsbezug, etwa die Hinzurechnung von Gewinnen aus Niedrigsteuerländern. Paragraf 6 enthält die Wegzugsbesteuerung für natürliche Personen mit Anteilen an Kapitalgesellschaften. Wegen ihres Anlasses heißt das Gesetz unter Steuerjuristen auch Lex Horten.

Delaware-Flip

Der Delaware-Flip bezeichnet den Umbau eines Startups, bei dem die Gesellschafter ihre Anteile an der deutschen GmbH gegen Anteile an einer neuen Holding im US-Bundesstaat Delaware tauschen. US-Investoren verlangen diese Struktur häufig. Für Gründer mit mindestens 1 Prozent gilt der Tausch bei einer Holding außerhalb der EU steuerlich als Verkauf.

Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)

Ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ist ein Vertrag zwischen zwei Staaten, der festlegt, welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf. Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen darf danach in der Regel nur der Wohnsitzstaat besteuern. Deshalb verliert Deutschland mit dem Wegzug den späteren Zugriff und besteuert vorher.

Exit Tax

Exit Tax ist der internationale Begriff für Steuern, die beim Wegzug einer Person oder beim Umzug eines Unternehmens auf nicht realisierte Wertzuwächse anfallen. Eine Studie für die EU-Kommission zählte im April 2026 acht EU-Staaten mit einer solchen Steuer für Privatpersonen. Ausgestaltung, Schwellen und Stundung unterscheiden sich stark.

Gemeiner Wert

Der gemeine Wert ist im Steuerrecht der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr für ein Wirtschaftsgut zu erzielen wäre, also der Marktwert. Bei nicht börsennotierten Anteilen wird er aus zeitnahen Verkäufen abgeleitet oder geschätzt. Er bildet die Ausgangsgröße für den fiktiven Veräußerungsgewinn beim Wegzug.

Kapitalisierungsfaktor

Der Kapitalisierungsfaktor ist die Zahl, mit der das Finanzamt im vereinfachten Ertragswertverfahren den bereinigten Jahresertrag einer Firma multipliziert. Seit 2016 beträgt er gesetzlich 13,75. Ein Jahresertrag von 100.000 Euro ergibt damit einen Unternehmenswert von 1,375 Millionen Euro.

Rückkehrregel

Die Rückkehrregel lässt die Wegzugsteuer entfallen, sobald der Gesellschafter innerhalb von sieben Jahren wieder in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig wird. Auf Antrag verlängert das Finanzamt die Frist um bis zu fünf Jahre. Verkauf der Anteile und hohe Ausschüttungen in der Zwischenzeit schließen die Regel aus.

Sicherheitsleistung

Eine Sicherheitsleistung verlangt das Finanzamt, bevor das Amt eine Steuer in Raten oder später einzieht, etwa als Bankbürgschaft, verpfändete Wertpapiere oder Grundschuld. Bei der Wegzugsteuer gehört eine Sicherheit im Regelfall zur Ratenzahlung dazu. Für Gründer mit wenig liquidem Vermögen ist genau diese Bedingung oft die eigentliche Hürde.

Stille Reserven

Stille Reserven sind Wertzuwächse, die in einem Vermögensgegenstand stecken, aber noch nicht durch einen Verkauf realisiert wurden. Bei Firmenanteilen entsprechen die stillen Reserven dem Unterschied zwischen Marktwert und Anschaffungskosten. Die Wegzugsteuer besteuert genau diese stillen Reserven, bevor Deutschland den Zugriff verliert.

Stundung

Eine Stundung verschiebt die Fälligkeit einer festgesetzten Steuer auf einen späteren Zeitpunkt. Bis 2021 stundete Deutschland die Wegzugsteuer bei Umzügen in die EU zinslos bis zum Verkauf. Seit 2022 bleiben nur noch sieben Jahresraten, im Rückkehrfall eine Stundung für die Dauer der Frist.

Teileinkünfteverfahren

Das Teileinkünfteverfahren regelt, dass Gewinne aus Anteilen an Kapitalgesellschaften im Privatvermögen nur zu 60 Prozent der Einkommensteuer unterliegen, wenn die Beteiligung mindestens 1 Prozent beträgt. Der Abschlag berücksichtigt die Körperschaftsteuer, die schon auf Ebene der Firma anfällt. Beim Wegzug gilt dieselbe Regel für den fiktiven Gewinn.

Unbeschränkte Steuerpflicht

Die unbeschränkte Steuerpflicht trifft alle natürlichen Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland und erfasst ihr gesamtes Welteinkommen. Die Wegzugsteuer setzt voraus, dass jemand in den letzten zwölf Jahren mindestens sieben Jahre so steuerpflichtig war. Mit dem Wegzug endet diese Steuerpflicht.

Vereinfachtes Ertragswertverfahren

Das vereinfachte Ertragswertverfahren ist eine gesetzliche Methode, mit der das Finanzamt den Wert nicht börsennotierter Firmen schätzt. Grundlage ist der durchschnittliche Betriebsgewinn der letzten drei Jahre, abzüglich 30 Prozent für Ertragsteuern und multipliziert mit 13,75. Für ertragsstarke kleine Firmen ergeben sich so schnell Millionenwerte.

FAQ: Wegzugsbesteuerung: Gründer gehen, bevor die Firma wächst

Ein weißer Karton mit einem runden orangen Sticker mit der Aufschrift „FAQ“ steht auf weißem Grund
Häufige Fragen zu Höhe, Fälligkeit und Ausnahmen der Wegzugsteuer.

Wie hoch ist die Wegzugssteuer in Deutschland?

Die Wegzugsteuer beträgt bis gut 28,5 Prozent des Wertzuwachses der Anteile. 60 Prozent des fiktiven Gewinns werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz von bis zu 45 Prozent plus Solidaritätszuschlag besteuert, dazu kommt gegebenenfalls Kirchensteuer. Mit dem für 2027 geplanten Spitzensatz von 47 Prozent läge die Belastung bei knapp 29,8 Prozent.

Gilt die Wegzugsbesteuerung auch für ETFs?

Ja, seit 2025 auch für Anteile an Investmentfonds wie ETFs, sofern die Anschaffungskosten je Fonds mindestens 500.000 Euro betragen oder der Anleger mindestens 1 Prozent der Fondsanteile hält. Kleinere Sparpläne und Depots sind nicht betroffen.

Wann ist die Wegzugssteuer fällig?

Die Steuer entsteht mit dem Ende der unbeschränkten Steuerpflicht und wird mit dem Einkommensteuerbescheid für das Jahr des Wegzugs festgesetzt. Auf Antrag lässt sich die Steuer in sieben zinslosen Jahresraten zahlen, die erste einen Monat nach dem Bescheid, die übrigen jeweils am 31. Juli der Folgejahre.

Seit wann existiert die Wegzugsbesteuerung?

Die heutige Wegzugsbesteuerung existiert seit dem Außensteuergesetz vom 8. September 1972. Anlass war der Warenhausunternehmer Helmut Horten, der nach seinem Umzug in die Schweiz steuerfrei verkaufte. Die aktuelle, verschärfte Fassung gilt für Wegzüge ab dem 1. Januar 2022.

Fällt die Wegzugsbesteuerung auch auf Immobilien an?

Nein, privat gehaltene Immobilien fallen nicht unter die Wegzugsbesteuerung. Erfasst sind Anteile an Kapitalgesellschaften ab 1 Prozent und seit 2025 größere Fondsanteile. Gehört die Immobilie einer GmbH, an der der Auswanderer mit mindestens 1 Prozent beteiligt ist, zählen allerdings die GmbH-Anteile.

Wie lange gilt die Wegzugsbesteuerung nach dem Umzug?

Ein Verfallsdatum kennt das deutsche Recht nicht. Die festgesetzte Steuer bleibt bestehen, bis sie bezahlt ist, bei Ratenzahlung also sieben Jahre lang. Kehrt der Gesellschafter innerhalb von sieben Jahren zurück, auf Antrag innerhalb von bis zu zwölf Jahren, entfällt die Steuer, sofern er die Anteile nicht verkauft hat.

Quellen

  • Der Betrieb (Maximilian Haag, Poellath) | Die deutsche Wegzugssteuer im Wandel der Zeit: von einem Exoten zum Massenphänomen? (04.01.2023) | https://der-betrieb.de/meldungen/die-deutsche-wegzugssteuer-im-wandel-der-zeit-von-einem-exoten-zum-massenphaenomen/ | besucht am 04.10.2026
  • Ecovis | ECOVIS info 03/2026: Ab in den Süden? Wegzugsbesteuerung (August 2026) | https://de.ecovis.com/wp-content/uploads/2026/08/Ecovis-INFO-03-2026-online.pdf | besucht am 04.10.2026
  • Europäische Union | Richtlinie (EU) 2016/1164 zur Bekämpfung von Steuervermeidungspraktiken (ATAD), Artikel 5 | https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2016/1164/oj | besucht am 04.10.2026
  • Deutscher Bundestag | Drucksache 19/28652: Entwurf eines ATAD-Umsetzungsgesetzes (19.04.2021) | https://dserver.bundestag.de/btd/19/286/1928652.pdf | besucht am 04.10.2026
  • Deutscher Bundestag | Drucksache 19/30326: Antwort der Bundesregierung, Verschärfung der Wegzugsbesteuerung (07.06.2021) | https://dserver.bundestag.de/btd/19/303/1930326.pdf | besucht am 04.10.2026
  • Deutscher Bundestag | Drucksache 20/14412: Antwort der Bundesregierung zu Anti-Missbrauchsvorschriften (23.12.2024) | https://dserver.bundestag.de/btd/20/144/2014412.pdf | besucht am 04.10.2026
  • Deutscher Bundestag | Drucksache 20/13419: Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zum Jahressteuergesetz 2024 (16.10.2024) | https://dserver.bundestag.de/btd/20/134/2013419.pdf | besucht am 04.10.2026
  • Deutscher Bundestag | Drucksache 21/3343: Beschlussempfehlung des Finanzausschusses zum Standortfördergesetz und zum Antrag 21/2544 (17.12.2025) | https://dserver.bundestag.de/btd/21/033/2103343.pdf | besucht am 04.10.2026
  • Deutscher Bundestag | Textarchiv: Standortfördergesetz, Anhörung und Beschluss (Dezember 2025) | https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw51-de-standortfoerdergesetz-1129264 | besucht am 04.10.2026
  • Bundesministerium der Finanzen | Grundsätze zur Anwendung des Außensteuergesetzes (22.12.2023) | https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Internationales_Steuerrecht/Allgemeine_Informationen/2023-12-22-grundsaetze-zur-anwendung-des-aussensteuergesetzes.pdf?__blob=publicationFile&v=2 | besucht am 04.10.2026
  • Bundesministerium der Finanzen | Bundesregierung bringt Einkommensteuerreform auf den Weg (02.09.2026) | https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2026/09/2026-09-02-einkommensteuerreform.html | besucht am 04.10.2026
  • Bundesfinanzhof | Urteil vom 05.02.1992, II R 185/87 (BStBl. 1993 II S. 266), Kapitalerhöhung als Verkauf | http://www.bfh.simons-moll.de/bfh_1993/XX930266.HTM | besucht am 04.10.2026
  • Stollfuß Medien | BFH: Ableitung des Anteilswerts einer Kapitalgesellschaft aus Verkäufen zwischen fremden Dritten (II R 15/21) | https://www.stollfuss.de/blog/BFH-Ableitung-des-Anteilswerts-einer-Kapitalgesellschaft-aus-Verkaeufen-zwischen-fremden-Dritten-2025-02-12 | besucht am 04.10.2026
  • Oxfam Deutschland und Netzwerk Steuergerechtigkeit | Keine Angst vor Steuerflucht (2024) | https://netzwerk-steuergerechtigkeit.de/wp-content/uploads/2024/07/Oxfam-Netzwerk-Steuergerechtigkeit-2024_Keine-Angst-vor-Steuerflucht.pdf | besucht am 04.10.2026
  • JUHN Partner | Keine Wegzugsteuer? Wegzugsteuer mit Holding vermeiden (06.08.2025) | https://www.juhn.com/fachwissen/internationales-steuerrecht/wegzugsteuer-mit-holding-vermeiden/ | besucht am 04.10.2026
  • JUHN Partner (Christoph Juhn) | Wegzugsbesteuerung vermeiden (20.05.2019, aktualisiert 05.09.2024) | https://www.juhn.com/fachwissen/internationales-steuerrecht/wegzugsbesteuerung-vermeiden/ | besucht am 04.10.2026
  • JUHN Partner | Prof. Dr. jur. Christoph Juhn, Profil | https://www.juhn.com/steuerberater-rechtsanwaelte/christoph-juhn/ | besucht am 04.10.2026
  • Europäische Investitionsbank | Drivers of relocation by innovative EU startups and scaleups (12.01.2026) | https://www.eib.org/files/publications/20250217-120126-drivers-of-relocation-by-innovative-eu-startups-and-scaleups-en.pdf | besucht am 04.10.2026
  • Y Combinator | The YC Deal | https://www.ycombinator.com/deal | besucht am 04.10.2026
  • Osborne Clarke | Quick bite: The US Flip (03.09.2025) | https://www.osborneclarke.com/system/files/documents/25/09/03/Quick-bite_US-Flips.pdf | besucht am 04.10.2026
  • Startup-Verband | Deutscher Startup Monitor 2025 | https://startupverband.de/fileadmin/startupverband/mediaarchiv/research/dsm/Deutscher_Startup_Monitor_2025.pdf | besucht am 04.10.2026
  • Bitkom | Startup-Stimmung 2026: Zwischen Zuversicht und Frust (24.02.2026) | https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Startup-Stimmung-2026 | besucht am 04.10.2026
  • Startup-Verband | Startups, Scaleups und Steuern (16.12.2024) | https://startupverband.de/fileadmin/startupverband/mediaarchiv/Politik/Startup-Verband_Startups_Scaleups_und_Steuern_Papier_241216.pdf | besucht am 04.10.2026
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  • Statistisches Bundesamt | Pressemitteilung Nr. 184: Wanderungen 2025 (01.06.2026) | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_184_12411.html | besucht am 04.10.2026
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  • Bundesregierung (über Bitkom) | Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung (Juli 2026) | https://www.bitkom.org/sites/main/files/2026-07/startup-scaleup-strategie-bundesregierung.pdf | besucht am 04.10.2026
  • DIHK | Internationale Unternehmensbesteuerung praxisgerecht modernisieren (Positionspapier) | https://www.dihk.de/resource/blob/88032/5fdc1d8e89d1a086824bca396c46408f/dihk-positionspapier-internationale-unternehmensbesteuerung-2022-data.pdf | besucht am 04.10.2026
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