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Der iPhone-Konzern hat im Geschäftsjahr 2026 über Singapur 2,7 Mrd. Dollar Steuern gespart, rund 2,3 Mrd. Euro, gemessen am US-Satz von 21 %. Das ist mehr als in Irland und steht so erstmals im Jahresbericht, weil eine neue US-Bilanzierungsregel die Aufschlüsselung nach Ländern verlangt. Die globale Mindeststeuer hat den Vorteil verkleinert, beseitigt hat sie ihn nicht.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Warum stehen die Zahlen erst jetzt im Jahresbericht?
  2. Warum lohnt sich Singapur trotz Mindeststeuer?
  3. Was heißt das für Unternehmen in Deutschland?
  4. Mehr Newshunger?

Apple hat am 3. November seinen Jahresbericht bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, die Financial Times hat am Wochenende die Steuerangaben darin ausgewertet.[1] Danach senkte Singapur die Steuerlast des Konzerns um netto 2,3 Mrd. Euro, Irland um 2,2 Mrd. Euro.[2] In Singapur verbuchte Apple laut Financial Times bis zu 43,5 Mrd. Euro Gewinn, gut die Hälfte der 83,1 Mrd. Euro, die der Konzern vor Steuern im Ausland verdiente.

Den Gewinn je Land nennt Apple nicht, der Wert für Singapur ist eine Rechnung der Zeitung. Eine Stellungnahme von Apple enthält der frei lesbare Teil des Berichts nicht (Stand: Sonntag, 8. November 2026, 7:20 Uhr). Alle Beträge sind mit 0,87 € je Dollar umgerechnet.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Singapur senkte Apples Steuerlast netto um 2,3 Mrd. Euro, Irland um 2,2 Mrd. Euro.
  • In Singapur lag Apples Steuer 4,8 Mrd. Euro unter dem US-Satz, eine Ergänzungssteuer holt davon 2,2 Mrd. Euro zurück.
  • Der effektive Steuersatz des Konzerns stieg von 15,6 auf 17,0 %.
  • Die Angaben je Land verlangt erstmals eine Bilanzierungsregel der US-Standardsetzer.

Warum stehen die Zahlen erst jetzt im Jahresbericht?

Podest mit Würfeln „Irland“ und „Singapur“, davor Zettel „Steuern gespart“
Apple schlüsselt seit Geschäftsjahr 2026 Steuern nach Ländern auf, statt alle ausländischen Töchter zusammenzufassen

Seit dem Geschäftsjahr 2026 wendet Apple die Bilanzierungsregel ASU 2023-09 des US-Standardsetzers FASB an.[2] Konzerne müssen ihre Steuerüberleitung damit nach einzelnen Ländern aufschlüsseln, sobald ein Posten eine Mindestgröße erreicht, und auch die gezahlten Steuern je Land angeben. Bis 2025 fasste Apple alle ausländischen Töchter in einer Zeile zusammen.

Die Überleitung beginnt beim US-Satz: 21 % auf 138,5 Mrd. Euro Gewinn vor Steuern ergäben 29,1 Mrd. Euro. Apple verbuchte 23,5 Mrd. Euro Steueraufwand, das entspricht einem effektiven Steuersatz von 17,0 %. An Irland zahlte der Konzern 4,3 Mrd. Euro, an Singapur 2,8 Mrd. Euro. Die Zahlen für das vierte Quartal hatte Apple schon vorher veröffentlicht.

Warum lohnt sich Singapur trotz Mindeststeuer?

Singapur gewährt Konzernen Förderungen, die den regulären Steuersatz senken. Samt dieser Förderungen lag Apples Last dort 4,8 Mrd. Euro unter dem US-Niveau.[2]

Für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2025 erhebt Singapur eine Ergänzungssteuer, die bei Konzernen mit mindestens 750 Mio. Euro Umsatz die Belastung auf 15 % anhebt.[3] Apple führte dafür 2,2 Mrd. Euro ab. Der Stadtstaat behält die Mindeststeuer damit selbst, bevor ein anderer Staat sie nachfordern kann. Zum US-Satz bleiben bis zu sechs Prozentpunkte Abstand.

In Irland hatte die EU-Kommission 2016 zwei Steuervorbescheide für Apple als unerlaubte Beihilfe eingestuft. Der Europäische Gerichtshof bestätigte das im September 2024, Irland erhielt daraufhin 13,7 Mrd. Euro aus einem Treuhandkonto.[2]

Die Mindeststeuer beendet den Steuerwettbewerb um Konzerne wie Apple nicht, sie setzt ihm nur eine Untergrenze.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Singapur überholt Irland
Wie stark zwei Länder Apples Steuerlast im Geschäftsjahr 2026 senkten, gemessen am US-Satz von 21 %
2,3 Mrd. €
weniger Steuern zahlte Apple netto in Singapur
2,2 Mrd. €
weniger Steuern zahlte Apple netto in Irland
43,5 Mrd. €
Gewinn verbuchte Apple laut Financial Times höchstens in Singapur
17,0 %
effektiver Steuersatz des Konzerns, nach 15,6 % im Vorjahr
So entsteht die Ersparnis in Singapur
minus 4,8 Mrd. €
niedrigerer Steuersatz samt Förderungen
plus 2,2 Mrd. €
Ergänzungssteuer, die seit 2025 auf 15 % auffüllt
plus 0,3 Mrd. €
übrige Posten in Singapur
minus 2,3 Mrd. €
Ersparnis unter dem Strich

Was heißt das für Unternehmen in Deutschland?

Das deutsche Mindeststeuergesetz gilt für Unternehmensgruppen, die in mindestens zwei von vier vorangegangenen Geschäftsjahren 750 Mio. Euro Umsatz oder mehr ausweisen.[4] Mit Körperschaft- und Gewerbesteuer zahlen Kapitalgesellschaften hierzulande meist rund 30 %, der Abstand zu Singapur ist also größer als der zu den USA. Wie weit Gewinnverlagerung die Quote drücken kann, zeigte der Fall Palantir mit 1,4 % Steuern in Deutschland.

Liegt Ihr Konzern nahe der Umsatzgrenze, prüfen Sie Töchter in Niedrigsteuerländern rechtzeitig: Singapur verlangt die Registrierung auch dann, wenn keine Ergänzungssteuer anfällt.[5] Unterhalb der Grenze greift die deutsche Hinzurechnungsbesteuerung, sobald passive Einkünfte einer Auslandstochter mit weniger als 15 % belastet sind.[6] Rechnen Sie Förderzusagen aus Singapur deshalb vor der Gründung mit Ihrer Steuerberatung durch.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Financial TimesBericht über Apples Steuerangaben zu Singapur und Irland, hinter BezahlschrankeNovember 2026
  2. Apple Inc.Jahresbericht (Form 10-K) für das Geschäftsjahr bis 26. September 2026, Anhang 8 „Income Taxes“, SEC EDGAR03.11.2026
  3. Inland Revenue Authority of SingaporeGlobal Anti-Base Erosion (GloBE) Rules and Domestic Top-up Tax (DTT)
  4. Bundesministerium der JustizMindeststeuergesetz, § 1 Anwendungsbereich
  5. Inland Revenue Authority of SingaporeRegistration for Multinational Enterprise Top-up Tax and Domestic Top-up Tax
  6. Bundesministerium der JustizAußensteuergesetz, § 8 Absatz 5

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