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Apple lenkt laut Financial Times bis zu 43,5 Mrd. Euro Gewinn über Singapur und spart damit 2,35 Mrd. Euro Steuern, mehr als über Irland. Die Steuerquote des Konzerns lag im Geschäftsjahr 2026 trotzdem bei 17,0 %.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Wie groß ist die Ersparnis im Verhältnis zur Steuerrechnung?
  2. Warum taucht Singapur im Geschäftsbericht auf?
  3. Was heißt das für Unternehmen im DACH-Raum?
  4. Mehr Newshunger?

Die Financial Times berichtet unter Berufung auf Geschäftsunterlagen, dass Apple in diesem Jahr 2,7 Mrd. Dollar (2,35 Mrd. Euro) Steuern gespart hat, weil bis zu 50 Mrd. Dollar Gewinn über Singapur laufen.[1] Über Irland spart Apple laut dem Bericht 2,6 Mrd. Dollar (2,26 Mrd. Euro). Der Bericht liegt hinter einer Bezahlschranke, wir stützen uns auf die veröffentlichte Zusammenfassung und auf den Geschäftsbericht von Apple. Eine Stellungnahme von Apple haben wir bis zum Stand Sonntag, 8. November 2026, 7:30 Uhr nicht gefunden, den Rechenweg der Zeitung kennen wir nicht.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Financial Times spart Apple 2,7 Mrd. Dollar über Singapur und 2,6 Mrd. Dollar über Irland.
  • Bis zu 50 Mrd. Dollar Gewinn, umgerechnet 43,5 Mrd. Euro, laufen laut Bericht über Singapur.
  • Im Geschäftsjahr 2026 stieg die Steuerquote von 15,6 auf 17,0 %, der Steueraufwand auf 23,5 Mrd. Euro.
  • Offen sind der Maßstab der Steuerersparnis und die Haltung von Apple.

Wie groß ist die Ersparnis im Verhältnis zur Steuerrechnung?

Offene weiße Kiste gefüllt mit orangen Münzen und Schild „Neue Adresse“
Apple zahlte im Geschäftsjahr 2026 Steuern von 27,1 Mrd. Dollar bei einer Steuerquote von 17,0 Prozent

Apple wies im Geschäftsjahr bis 26. September 2026 einen Steueraufwand von 27,1 Mrd. Dollar aus, das sind 23,5 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Steuern betrug 159,2 Mrd. Dollar oder 138,5 Mrd. Euro, die Steuerquote 17,0 %.[2] Beide Ersparnisse zusammen ergeben 5,3 Mrd. Dollar. Das entspricht knapp einem Fünftel des ausgewiesenen Steueraufwands. Diese Rechnung stammt von der Redaktion und nicht aus dem Bericht.

Bezogen auf den Singapur-Anteil spart Apple rund 5,4 Cent je Dollar des dorthin gelenkten Gewinns. Ob die Zeitung die Ersparnis gegen den US-Satz, gegen den Irland-Satz oder gegen einen anderen Maßstab rechnet, geht aus der Zusammenfassung nicht hervor. Davon hängt ab, wie belastbar der Vergleich zwischen beiden Ländern ist.

Warum taucht Singapur im Geschäftsbericht auf?

Apple nennt Irland und Singapur im Geschäftsbericht als die ausländischen Staaten, in denen mehrere Tochtergesellschaften angesiedelt sind.[2] Zahlen zu beiden Ländern enthält der Bericht nicht. Die Steuerquote erklärt Apple mit einem höheren Steuersatz auf Auslandsgewinne, neuen US-Regeln zu Währungsverlusten und den Folgen der Beihilfeentscheidung der EU-Kommission. Im Geschäftsjahr 2024 lag die Quote noch bei 24,1 %.

Steuerfragen beschäftigen derzeit mehrere Techkonzerne: Bei Meta stieg die Steuergutschrift für KI-Rechenzentren auf 3,4 Milliarden Euro. Eine Mindestbesteuerung soll solche Unterschiede zwischen Standorten begrenzen. Die OECD treibt entsprechende Regeln voran, und Apple nennt sie im Geschäftsbericht als Risiko.[2]

Apple weist Gewinne dort aus, wo sie am niedrigsten besteuert werden. Ein Mittelständler kann seinen Standort nicht so wählen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Apples Steuern in Singapur, Irland und insgesamt
Ersparnis laut Financial Times, Steuerzahlen laut Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr bis 26. September 2026
2,35 Mrd. €
Steuern spart Apple laut Financial Times in diesem Jahr über Singapur
2,26 Mrd. €
spart der Konzern laut Financial Times über Irland
bis 43,5 Mrd. €
Gewinn laufen laut Financial Times über Singapur
17,0 %
Steuerquote im Geschäftsjahr 2026, ein Jahr zuvor 15,6 %
Apples Steueraufwand nach Geschäftsjahr
2024 (Steuerquote 24,1 %)25,9 Mrd. €
2025 (Steuerquote 15,6 %)18,0 Mrd. €
2026 (Steuerquote 17,0 %)23,5 Mrd. €

Was heißt das für Unternehmen im DACH-Raum?

In Deutschland greift das Mindeststeuergesetz für Unternehmensgruppen mit mindestens 750 Mio. Euro Jahresumsatz.[3] Für sie soll eine Mindestbesteuerung den Vorteil niedriger Auslandssätze begrenzen. Der Mittelstand liegt weit darunter und zahlt den regulären Satz am Standort.

Mittelständler mit Auslandstöchtern sollten ihre Verrechnungspreise dokumentieren und mit dem Steuerberater prüfen, ob Lizenzen oder Dienstleistungen zwischen den Gesellschaften zu marktüblichen Preisen verrechnet werden. Wie Steuerregeln Standortentscheidungen beeinflussen, beschreibt auch unser Beitrag zur Wegzugsbesteuerung.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Financial Times: Bericht über Apples Steuerersparnis durch Gewinne in Singapur und Irland, ft.com (8. November 2026, hinter Bezahlschranke); Umrechnung 0,87 Euro je US-Dollar
  2. Apple Inc.Geschäftsbericht (Form 10-K) für das Geschäftsjahr bis 26. September 2026, SEC03.11.2026
  3. Bundesrepublik DeutschlandMindeststeuergesetz (MinStG), § 1 Steuerpflicht

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