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Alex Davis, Verwaltungsratschef von Groq, wirbt laut Bloomberg für eine Finanzierungsrunde zu einer Bewertung von 8 Mrd. Dollar, umgerechnet rund 7 Mrd. Euro. Im August war der Anbieter von KI-Rechenleistung vor der damaligen Kapitalerhöhung 2,74 Mrd. Euro wert. Groq verlangt den Aufschlag ausgerechnet in einer Woche, in der Anleger die Aktien von Rechenzentrumsbetreibern abstoßen.

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Inhalt 5 Abschnitte
  1. Was ist von Groq nach dem Nvidia-Deal übrig?
  2. Was heißt Bewertung vor der Kapitalerhöhung?
  3. Was hat der Ausverkauf bei KI-Clouds damit zu tun?
  4. Was heißt das für Firmen, die KI-Rechenleistung mieten?
  5. Mehr Newshunger?

Bloomberg hat am Freitag Unterlagen eingesehen, mit denen Davis bei den bisherigen Investoren für eine Finanzierungsrunde der Serie B wirbt.[1] Stand: Samstag, 7. November, 3 Uhr. Wie viel Geld Groq einsammeln will und wer die Runde anführt, ist offen. Groq hat die Pläne bisher nicht öffentlich bestätigt.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Groq strebt laut Bloomberg rund 7 Mrd. Euro Bewertung ohne das neue Kapital an, das 2,5-Fache des Augustwerts.
  • Groq entwickelt keine eigenen Chips mehr und vermietet Rechenleistung für KI-Modelle aus 13 Rechenzentren.
  • Konkurrenten wie CoreWeave finanzieren sich stark über Kredite und verlieren an der Börse.

Was ist von Groq nach dem Nvidia-Deal übrig?

Weißer Rack-Server mit türkisfarbenem Preisschild und Aufschrift WUNSCHPREIS
Nvidia lizenziert Groqs Inferenzchip-Technologie für 17,4 Milliarden Euro, Gründer wechselt zu Nvidia. US-Justizministerium prüft mögliche Umgehung der Fusionskontrolle

Groq entwickelte einst eigene Inferenzchips, die Antworten fertig trainierter KI-Modelle berechnen. Im Dezember 2025 lizenzierte Nvidia diese Technik für rund 17,4 Mrd. Euro, Gründer Jonathan Ross wechselte zu Nvidia. Das Geld floss an die Anteilseigner. Ob der Vertrag die Fusionskontrolle umging, prüft laut Bloomberg das US-Justizministerium.

Geblieben ist der Cloud-Betrieb. Groq betreibt 13 Rechenzentren in Nordamerika, Europa, Nahost und Asien und will die Leistung von 54 Megawatt bis 2027 auf mehr als 200 Megawatt ausbauen.[2] Als zertifizierter Cloud-Partner rüstet Groq seine Standorte auch mit Nvidia-Systemen aus. Im August bewerteten die Geldgeber den Rest der Firma einschließlich des neuen Kapitals mit 3,05 Mrd. Euro.

Was heißt Bewertung vor der Kapitalerhöhung?

Davis nennt den Wert vor der Kapitalerhöhung, den sogenannten Pre-Money-Wert. Jeder Euro aus der Serie B kommt also noch obendrauf.

Davis verhandelt den Preis zunächst im eigenen Kreis: Neben dem Verwaltungsrat von Groq leitet er die Investmentfirma Disruptive, die schon die Runden im Juni und August angeführt hat.[3] Ein unabhängiger Leitinvestor, der die Bewertung von außen bestätigt, ist bisher nicht bekannt.

Groq: Bewertung und Kapital seit dem Nvidia-Deal
Bewertungen und Finanzierungsrunden seit dem Lizenzvertrag mit Nvidia
rund 7 Mrd. €
angestrebte Bewertung der Serie B ohne das neue Kapital, laut Bloomberg
2,74 Mrd. €
Bewertung im August 2026 vor der Kapitalerhöhung
rund 870 Mio. €
frisches Kapital aus zwei Runden seit Juni 2026
über 200 MW
geplante Leistung der Rechenzentren 2027, heute 54 MW
Vom Chipentwickler zum Vermieter von Rechenleistung
Dezember 2025
Nvidia lizenziert die Inferenztechnik für rund 17,4 Mrd. €, Gründer Jonathan Ross wechselt zu Nvidia
Juni 2026
566 Mio. € frisches Kapital, angeführt von Disruptive und Infinitum
August 2026
Groq wird zertifizierter Cloud-Partner von Nvidia
August 2026
Serie A über 305 Mio. €, Bewertung danach 3,05 Mrd. €
November 2026
Alex Davis wirbt laut Bloomberg für eine Serie B zu rund 7 Mrd. €

Was hat der Ausverkauf bei KI-Clouds damit zu tun?

Laut Bloomberg hält Groq den Konkurrenten vor, zu sehr am Kreditmarkt zu hängen.[1] Der Rechenzentrumsbetreiber CoreWeave hat rund 45 Mrd. Euro Schulden, und Anleger sichern sich laut Wall Street Journal gegen einen Ausfall ab. Am Donnerstag verlor die CoreWeave-Aktie rund 13 Prozent, als Chipwerte die Nasdaq mehr als zehn Prozent unter ihr Rekordhoch drückten. Elon Musk hatte den Neoclouds, also spezialisierten Vermietern von KI-Rechenleistung, im Oktober Pleiten und Übernahmen vorausgesagt.

Groq setzt dagegen auf Eigenkapital, das weder Zinsen kostet noch zurückgezahlt werden muss. Die bisherigen Eigentümer zahlen mit Anteilen: Je höher die Bewertung, desto weniger davon geben sie für dieselbe Summe ab.

Eine Bewertung, die Davis mit den eigenen Geldgebern aushandelt, ist ein Angebot und noch kein Marktpreis.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was heißt das für Firmen, die KI-Rechenleistung mieten?

Seit Juli 2025 betreibt Groq ein Rechenzentrum in Helsinki für Kunden in Europa.[4] Für Unternehmen im DACH-Raum zählt weniger die Bewertung als die Finanzkraft des Anbieters.

Halten Sie neben GroqCloud einen zweiten Anbieter startklar. Groqs Schnittstelle ist weitgehend mit der von OpenAI kompatibel,[5] ein Wechsel kostet deshalb oft nur wenige Zeilen Code. Legen Sie im Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO fest, wo Ihre Daten liegen und wie sie beim Wechsel gelöscht werden. Unser Vergleich von GPU-Servern zeigt Mietpreise für eigene Rechenleistung.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BloombergNeocloud Groq Aims to Double Value to $8 Billion Amid AI Selloff (6. November 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. GroqGroq Closes $350 million Series A, Building the World’s Leading AI Inference Cloud17.08.2026
  3. GroqGroq Raises $650M to Scale Its AI Inference Cloud Business22.06.2026
  4. GroqGroq Launches European Data Center Footprint in Helsinki, Finland06.07.2025
  5. GroqOpenAI Compatibility (Entwicklerdokumentation, abgerufen am 7. November 2026)

Mehr Newshunger?

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