Im März 2025 schlug FuriosaAI laut Bloomberg ein Übernahmeangebot von Meta über 696 Mio. Euro aus. Jetzt bewerten Investoren den Chipentwickler aus Seoul mit 2,9 Mrd. Dollar, rund 2,5 Mrd. Euro. Das neue Geld fließt in einen Inferenzchip mit 180 Watt, der ohne Flüssigkeitskühlung auskommt.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenRund 539 Mio. Euro bringt die Finanzierungsrunde der Serie D, die FuriosaAI am Mittwoch bekanntgab.[1] Laut Bloomberg hat sich die Bewertung damit gegenüber 2025 vervierfacht.[2] Stand: Donnerstag, 29. Oktober, 2 Uhr. Umsatz und Gewinn nennt das Unternehmen nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- FuriosaAI sammelt rund 539 Mio. Euro ein und ist danach 2,52 Mrd. Euro wert, laut Bloomberg viermal so viel wie 2025.
- Koreas staatlicher National Growth Fund zahlt rund 244 Mio. Euro, 45 % der Runde.
- Der Inferenzchip RNGD läuft seit Januar 2026 in Serie, 2026 sind rund 20.000 Karten geplant, 2027 mehr als 40.000.
- In Stockholm entsteht ein Rechenzentrum mit RNGD für europäische Firmenkunden, die ersten 2 Megawatt laufen ab Anfang 2027.
Wer gibt das Geld?

Den größten Einzelbetrag gibt der Staat. Koreas National Growth Fund steuert rund 244 Mio. Euro bei.[1] Die Export-Import Bank of Korea beteiligt sich zum ersten Mal direkt an einem Start-up. Aus dem Ausland kamen unter anderem Cisco Investments, der Investor Infinitum und Jericho Capital hinzu, bisherige Geldgeber wie Naver Ventures und die Korea Development Bank zogen mit.
Mit dem Geld will FuriosaAI die Fertigung von RNGD ausbauen und die dritte Chipgeneration entwickeln, gemeinsam mit Broadcom im 2-Nanometer-Verfahren und mit HBM4-Speicher.
Was macht RNGD anders als eine Nvidia-GPU?
RNGD beantwortet nur Anfragen an fertig trainierte Modelle. Diese Beschränkung spart Strom: Die Steckkarte zieht 180 Watt und wird mit Luft gekühlt.[1] FuriosaAI verspricht den Durchsatz eines Grafikprozessors mit mindestens doppelter Leistungsaufnahme. Unabhängig nachgemessen ist das nicht.
Ein Server mit acht Karten braucht 3 Kilowatt und passt ohne Umbau der Kühlung in bestehende Rechenzentren. Nvidias Rack-System GB200 NVL72 aus der Blackwell-Generation setzt dagegen Flüssigkeitskühlung voraus. Samsung SDS vermietet RNGD-Rechenleistung bereits in der Cloud, LG betreibt sein Sprachmodell Exaone auf RNGD.
Warum zieht Koreas Chipszene so viel Geld an?
FuriosaAI ist nicht der einzige Inferenzspezialist aus Südkorea mit Milliardenbewertung. Der Konkurrent Rebellions ist seit März rund 2,04 Mrd. Euro wert, im August sprach Nvidia laut Bloomberg mit dem Start-up über eine Partnerschaft bis hin zur Übernahme. Groq aus den USA hat seine Inferenztechnik an Nvidia lizenziert und entwickelt seither keine eigenen Beschleuniger mehr.
Hinter den Fällen steht dieselbe Rechnung: Im Betrieb fertiger Modelle zählt der Strom je Antwort mehr als die Spitzenleistung. Auch OpenAI lässt einen eigenen Inferenzchip namens Jalapeño bauen. Seoul hilft mit Staatsgeld nach, denn Chipexporte stützen das Wachstum des Landes.
FuriosaAI verkauft keinen schnelleren Chip als Nvidia, sondern einen, der in den Serverraum passt, den Unternehmen schon haben.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Unternehmen in Europa?
In Stockholm baut der Betreiber Velox mit dem Systemintegrator I/ONX ein Rechenzentrum mit 15 Megawatt. Die ersten 2 Megawatt mit 1.800 RNGD-Karten sollen Anfang 2027 in Betrieb gehen.[3] Das Angebot zielt auf Firmenkunden und Cloud-Anbieter in Europa.
Planen Sie eigene KI-Server im Haus, lohnt der Blick über Nvidia hinaus. Lassen Sie sich Token je Watt mit Ihrem eigenen Modell vorrechnen, nicht mit dem Messwert des Herstellers. Prüfen Sie außerdem die Software: FuriosaAI setzt auf ein eigenes Entwicklerpaket statt auf Nvidias CUDA, testen Sie Ihr Modell deshalb vorab darauf. Mietangebote zeigt unser Vergleich von GPU-Servern.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- FuriosaAIFuriosaAI closes $620 million Series D to scale efficient, production-ready AI inference
- BloombergFuriosaAI Quadruples Valuation to $2.9 Billion in Nvidia Chase (28. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
- FuriosaAIFuriosaAI partners with I/ONX and Velox for new 15 MW AI data center in Sweden
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