Zehn Jahre Lieferzusage wünschen sich einige chinesische Cloud-Konzerne von Samsung und SK Hynix, üblich sind drei bis fünf. Mehr als die Hälfte seiner Kapazität für 2027 und 2028 hat SK Hynix bereits an 14 Großkunden vergeben. Kleineren Abnehmern in Europa bleibt der Rest zu Tagespreisen.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAlibaba, Tencent und ByteDance haben bei Samsung Electronics und SK Hynix Langfristverträge für Server-Speicher angefragt, berichtete die Seouler Wirtschaftszeitung Maeil Business am Dienstag unter Berufung auf Branchenkreise.[1] Einzelne Käufer wollen sich die Lieferung bis 2035 sichern. Öffentlich bestätigt hat bislang keines der fünf Unternehmen die Gespräche.
Das Wichtigste in Kürze
- Gefragt sind Server-DRAM vom Typ DDR und stromsparender LPDDR-Speicher, kein HBM.
- Für die Mengen nehmen die Käufer laut Bericht höhere Preise in Kauf.
- SK Hynix hat mehr als die Hälfte seiner Kapazität für 2027 und 2028 bereits an 14 Großkunden vergeben.
- Im Inland kauft Tencent beim Hersteller CXMT Speicher für mehr als 20 Mrd. Yuan (rund 2,7 Mrd. Euro).
Warum wollen die Konzerne zehn Jahre?

Die Hersteller verplanen ihre Kapazität über Jahre. SK Hynix rechnet mit Knappheit bis 2030. Die erste Ausbaustufe des neuen Werks in Yongin produziert frühestens 2027 mit voller Kapazität.
Ein Vertrag bis 2035 reicht über die Bauzeit der nächsten Fabrikgeneration hinaus. Der Käufer reserviert damit Kapazität, die heute noch nicht existiert. Im Gegenzug wissen die Hersteller, wer die Chips aus ihren milliardenteuren Reinräumen abnimmt.
Warum DDR und nicht HBM?
Die Auswahl folgt aus den US-Exportkontrollen. Seit Dezember 2024 brauchen Samsung und SK Hynix eine Genehmigung aus Washington, um HBM, den gestapelten Speicher in KI-Beschleunigern, nach China zu liefern. Gewöhnlicher Server-Arbeitsspeicher fällt nicht unter diese Regel. LPDDR senkt laut Maeil Business den Stromverbrauch von KI-Servern.
Parallel kauft Tencent im Inland: Laut Reuters schloss der Konzern mit CXMT, dem größten DRAM-Hersteller Chinas, einen Vertrag über mehr als 20 Mrd. Yuan[2] und zahlte im zweiten Quartal mehr als 6,4 Mrd. Euro für Speicher im Voraus. Bei DDR5 hatte CXMT laut demselben Bericht im ersten Quartal mit geringer Ausbeute zu kämpfen. Mit der Anfrage in Korea sichern sich die Konzerne gegen Ausfälle des heimischen Lieferanten ab.
Was bleibt für den Mittelstand in Europa?
Jede Zusage an einen Großkunden verkleinert den freien Markt, auf dem Modul-, PC- und Serverhersteller einkaufen. Michael Dell nennt den Speicher schon heute den Engpass bei KI-Servern. Apple schließt Speicherchips aus China nicht mehr aus.
Großkunden wollen Speicher bis 2035 buchen, der Mittelstand kauft die Reste. Die Knappheit spüren IT-Abteilungen beim nächsten Serverkauf.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Als IT-Leiter ersetzen Sie Server und Notebooks besser früher als gewohnt und lassen sich Preise im Rahmenvertrag festschreiben. Prüfen Sie in Cloud-Verträgen die Klauseln zur Preisanpassung, denn über diese Klauseln geben die Anbieter höhere Speicherkosten weiter. Welche Betreiber Kapazität zur Miete anbieten, zeigt der Überblick über die größten Rechenzentren Deutschlands.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Maeil BusinessBericht über die Anfragen von Alibaba, Tencent und ByteDance nach Speicherverträgen bis 2035 (koreanisch)
- Reuters, veröffentlicht von The StandardChina’s CXMT wins 20 billion yuan memory supply deal with Tencent, sources say (englisch)
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