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Anduril baut Drohnen und Marschflugkörper, ab 2027 auch einen robusten Laptop. Zusammen mit Qualcomm stellte der Rüstungskonzern am Dienstag die Produktlinie BlueChip vor. Über 90 Prozent der Bauteilkosten entfallen auf Lieferanten aus den USA und verbündeten Staaten.

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„Der einzige Unterschied ist die Form und dass er einen Bildschirm und eine Tastatur hat“, sagte Anduril-Gründer Palmer Luckey gegenüber Bloomberg.[2] Gemeint sind die Drohnen, die seine Firma bereits baut. Den Prozessor liefert Qualcomm aus der Snapdragon-X-Serie, die Platinen bestückt Anduril in seiner Fabrik Arsenal-1 in Columbus, Ohio.[1][3]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • BlueChip ist ein robuster Laptop für Militär, Behörden, Polizei und Rettungsdienste, Bestellungen nimmt Anduril ab 2027 an.
  • Über 90 Prozent der Bauteilkosten der Prototypen stammen von Lieferanten aus den USA und verbündeten Ländern.
  • Die Snapdragon-Chips fertigt TSMC in Arizona, Anduril bestückt die Platinen in Ohio.
  • Zum Start kostet der Laptop laut Luckey mehr als Geräte aus China, Subventionen gibt es bislang keine.

Wie amerikanisch ist BlueChip wirklich?

Grüne Platine mit orangefarbener Fahne und Anhänger „Herkunft: 90 %“ auf weißem Grund
90 Prozent Kostenanteil der Bauteile stammen von asiatischen Herstellern, hauptsächlich teure Komponenten wie Prozessor und Speicher

Die 90 Prozent beziehen sich auf den Kostenanteil der Bauteile, nicht auf ihre Zahl.[3] Teure Komponenten wie Prozessor und Speicher heben die Quote, Hunderte billige Kleinteile auf der Platine fallen dagegen kaum ins Gewicht. Bei solchen Kleinteilen wie Spannungsreglern und Kondensatoren kommen viele Hersteller aus Asien.

Für den Rest baut Anduril die Konstruktion um: Gehäuse aus Metallen, die amerikanische Werke in großer Stückzahl fräsen können, ein Akkusystem für Zellen aus US-Fertigung und ein Klebeverfahren für Displayglas aus den USA.[3] Den Chip fertigt TSMC laut Qualcomm-Chef Cristiano Amon im neuen Werk in Arizona. Auf dem Gerät laufen Windows, zwei beim US-Militär verbreitete Linux-Distributionen und Andurils Software Lattice. Für die Nachfolgeserie reicht Qualcomm erst seit September Treiber für den offiziellen Linux-Kernel ein.

Warum baut ein Rüstungskonzern Laptops?

Luckey wirbt seit Jahren für Lieferketten ohne China. Im Sommer 2025 fragte er auf X, ob Nutzer einen in den USA gebauten Rechner kaufen würden, der 20 Prozent mehr kostet als ein MacBook. Knapp zwei Drittel der Antwortenden sagten ja. Seit September leitet Luckey zudem die Pentagon-Studie Project Meridian mit, die Lücken in der Ausrüstung des US-Militärs benennen soll.

Anduril und Qualcomm bezahlen die Entwicklung aus eigenen Mitteln, Aufträge oder Zuschüsse der US-Regierung gibt es laut Luckey noch nicht.[3] Anduril setzt auf die Beschaffungsregeln der US-Behörden: Mit dem Verteidigungsgesetz NDAA verbot Washington Bundesbehörden 2019 den Kauf von Netzwerktechnik von Huawei und ZTE. Mit BlueChip gehen Anduril und Qualcomm einen Schritt weiter, zum ganzen Rechner. Zur Fertigung von Computern in Asien heißt es in ihrer gemeinsamen Mitteilung: „Diese Abhängigkeit gefährdet die nationale Sicherheit.“[3]

Ein Laptop mit Herkunftsnachweis
BlueChip von Anduril und Qualcomm: Eckdaten der Prototypen
über 90 %
der Bauteilkosten entfallen auf Lieferanten aus den USA und verbündeten Ländern
2027
nimmt Anduril die ersten Bestellungen an, eine Stückzahl nennt das Unternehmen nicht
0 Zuschüsse
vom Staat: Anduril und Qualcomm finanzieren die Entwicklung selbst
Aufpreis
gegenüber Laptops aus China, laut Palmer Luckey zumindest in den ersten Jahren
Woher die Teile kommen
Prozessor
Snapdragon X von Qualcomm, gefertigt bei TSMC in Arizona
Platine
Bestückung in Andurils Fabrik Arsenal-1 in Columbus, Ohio
Gehäuse und Akku
Metalle und Akkusystem neu ausgelegt für Fertigung in den USA
Display
Klebeverfahren für Glas aus US-Fertigung noch in Entwicklung

Was bedeutet das für Behörden und Firmen in Europa?

Anduril verkauft nicht den besseren Laptop, sondern die Herkunft seiner Bauteile. Den Aufpreis sollen Behörden zahlen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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In Europa fehlt ein vergleichbarer Hersteller. Die Niederlande bauen mit DAWO einen Behördenarbeitsplatz auf Linux-Basis, die Hardware dafür stammt weiterhin aus Asien. Für geförderte Elektroautos wollen Berlin und Paris ab 2028 dagegen 70 Prozent europäische Wertschöpfung verlangen, Mercedes-Chef Ola Källenius warnt bereits vor höheren Kosten durch die Made-in-Europe-Regeln. Für Computer gibt es keine solche Quote.

Unternehmen, für die NIS2 gilt, müssen die Sicherheit ihrer Lieferkette ins Risikomanagement aufnehmen, so verlangt es Artikel 21 der Richtlinie. Fragen Sie Ihre Hardware-Lieferanten deshalb nach dem Herkunftsland von Platine, Akku und Display, nicht nur nach dem Prozessor. Ein Angebot für Europa kündigte Anduril bisher nicht an.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. AndurilBlueChip: New American computing, built in America (Produktseite)27.10.2026
  2. BloombergAnduril and Qualcomm Plan to Build Laptop With US Supply Chain (27. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  3. DefenseScoopAnduril expanding into laptop manufacturing in partnership with Qualcomm27.10.2026

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