Der Chipausrüster SUSS MicroTec baut seine Belichtungsanlagen (Mask Aligner) künftig im taiwanischen Zhubei statt am Hauptsitz Garching bei München, die Module fertigt das Werk Sternenfels. Rund 70 Beschäftigte sind betroffen. Gleichzeitig senkt SUSS die Umsatzprognose für 2026, obwohl der Auftragsbestand einen Höchststand erreicht hat.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen„Keine direkten Auswirkungen“ habe der Ausbau in Taiwan auf die Produktion in Garching und Sternenfels, schrieb SUSS im November 2024.[3] Am Dienstag beschloss der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats, dass in Garching künftig keine Anlagen und Module mehr entstehen.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- SUSS gibt die Fertigung in Garching auf, Mask Aligner kommen künftig aus Zhubei in Taiwan, Module aus Sternenfels.
- Rund 70 Beschäftigte sind betroffen, die Konzernzentrale bleibt in Garching.
- Die Verlagerung kostet einmalig rund 6,2 Mio. Euro, davon etwa 4,5 Mio. Euro im laufenden Jahr.
- Die Umsatzprognose für 2026 sinkt auf 405 bis 425 Mio. Euro, die erwartete EBIT-Marge auf 5 bis 7 Prozent.
Was fällt in Garching weg?

Mask Aligner sind Belichtungsanlagen, mit denen Chiphersteller Strukturen auf Wafer übertragen. Die Fertigung der Mask Aligner wandert schrittweise nach Zhubei. Sternenfels im Enzkreis, der größte deutsche Fertigungsstandort des Konzerns, übernimmt die Modulfertigung.[1] Betroffen sind etwa 70 Beschäftigte, knapp 5 Prozent der weltweit rund 1.500 Mitarbeitenden. Wie viele davon gehen müssen und wie viele nach Sternenfels wechseln können, ließ SUSS am Dienstag offen.
SUSS will den Beschluss „sozialverträglich“ und im Dialog mit der Arbeitnehmervertretung umsetzen.[2] Einen Zeitplan oder einen Sozialplan nannte das Unternehmen noch nicht. Bis Dienstagmittag lag auch keine öffentliche Stellungnahme von Betriebsrat oder IG Metall vor.
Produktionsvorstand Thomas Rohe begründet den Schritt mit Kundennähe: Die Bündelung rücke „zentrale Fertigungskapazitäten näher an wichtige Kundenmärkte in Asien“.[1] Das Bekenntnis zum Standort Deutschland, das SUSS in derselben Mitteilung ablegt, gilt der Konzernzentrale, der Forschung und dem neuen Entwicklungszentrum in Karlsruhe, nicht der Fertigung in Garching.
Warum verlagert SUSS die Fertigung nach Asien?
Im Herbst 2024 stammten rund 80 Prozent des Auftragseingangs aus dem asiatisch-pazifischen Raum, das Werk in Hsinchu war in vier Jahren von 55 auf 350 Beschäftigte gewachsen.[3] Im Oktober 2025 eröffnete SUSS in Zhubei für rund 15 Mio. Euro einen Neubau mit 18.000 Quadratmetern, der die Reinraumfläche in Taiwan verdoppelt.[4] In Taiwan sitzt auch TSMC, der erste Abnehmer des Panel-Scanners von SUSS, einer Belichtungsanlage für großformatige Chipträger.
Stark gefragt sind die Anlagen für Advanced Packaging, bei dem mehrere Chips und gestapelte Speicherchips zu einem KI-Rechensystem verbunden werden. Der Auftragsbestand erreichte im dritten Quartal einen neuen Höchststand.[1] Ausliefern kann SUSS trotzdem weniger als geplant: Wegen Engpässen bei einzelnen Komponenten rutscht Umsatz ins Jahr 2027.[2] Mit fehlenden Bauteilen kämpft auch der US-Ausrüster Lam Research.
Die Prognose für 2026 sinkt beim Umsatz auf 405 bis 425 Mio. Euro, bisher hatte SUSS 425 bis 485 Mio. Euro angepeilt. Bei der EBIT-Marge rechnet der Konzern nun mit 5 bis 7 statt 8 bis 10 Prozent, die Bruttomarge bleibt bei 35 bis 37 Prozent.[2]
Was bedeutet die Verlagerung für den Standort Deutschland?
Sternenfels gewinnt Arbeit hinzu, Garching bleibt Konzernsitz und verliert die Fertigung. Andere Industrieunternehmen verlagern ebenfalls Arbeit ins Ausland: Stihl verlagert die Mähroboter-Entwicklung nach China, Festo den Spritzguss in die Türkei. Der Chipausrüster Aixtron zieht im malaysischen Penang ein Werk für Produktion und Entwicklung hoch.
Kunden mit bestellten SUSS-Anlagen lassen sich die zugesagten Liefertermine am besten jetzt bestätigen, weil wegen fehlender Komponenten ein Teil der Auslieferungen ins Jahr 2027 rutscht. Zulieferer der Garchinger Fertigung im Raum München klären früh, ob ihre Teile künftig nach Sternenfels oder nach Taiwan gehen. Die Zahlen zum dritten Quartal legt SUSS am 5. November vor.[1]
Quellen
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- SUSS MicroTecSUSS optimiert globales Produktionsnetzwerk zur Unterstützung des weiteren Wachstums und aktualisiert Prognose für das Geschäftsjahr 2026 (Pressemitteilung)
- SUSS MicroTecSUSS beschließt Produktionsverlagerung und passt Prognose für das Geschäftsjahr 2026 an (Ad-hoc-Mitteilung)
- SUSS MicroTecSUSS MicroTec signs long-term lease agreement for new production site in Taiwan (Pressemitteilung)
- SUSS MicroTecNew SUSS production site in Zhubei has officially opened (Pressemitteilung)
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