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Baupläne und Mitarbeiterfotos liegen seit Freitag in einer Zeitkapsel unter dem neuen Bauerfeind-Campus in Zeulenroda-Triebes. Der Hersteller von Bandagen und Orthesen baut seinen Stammsitz für rund 100 Millionen Euro aus, knapp ein Viertel seines Jahresumsatzes. Eröffnen soll der Campus im Februar 2028, neue Stellen beziffert Bauerfeind bisher nicht.

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Laut Freier Presse erzählte Vorstandschef Rainer Berthan beim Baustellentermin, an dem auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) teilnahm, er werde oft gefragt, warum Bauerfeind in Deutschland investiere.[1] Allein im Campus werden laut Bauoberleiter Jens Bärthel 5.000 Kubikmeter Frischbeton und 950 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 100 Millionen Euro fließen in drei Bauprojekte: Campus, Zentrallogistik und Energiezentrale.
  • Den Campus allein beziffert Bauerfeind auf etwa 60 Millionen Euro.
  • In Zeulenroda arbeiten rund 1.500 der weltweit 2.600 Bauerfeind-Beschäftigten.
  • Zahlen zu neuen Stellen oder Fördermitteln hat Bauerfeind bisher nicht veröffentlicht.

Was entsteht am Stammsitz?

Betonzylinder auf Sockel mit Verband und grünem Schild „Stammsitz“ auf weißem Grund
Campus mit zwei Produktionshallen, Rohwarenlager, F&E-Laboren und Gemeinschaftsgebäude. Baukosten etwa 60 Millionen Euro

Der Campus umfasst zwei Hallen für Produktion und Rohwarenlager, Labore für Forschung und Entwicklung sowie ein Gemeinschaftsgebäude mit Kantine, in dem keine Wand gerade verläuft.[2] Das Faktenblatt vom Mai nannte für den Hallenkomplex „über 50 Millionen Euro“,[3] beim Baustellentermin bezifferte Bauerfeind die Kosten auf etwa 60 Millionen Euro. Laut Bärthel liegt der Bau im Zeit- und Kostenplan.[2]

Parallel erweitert Bauerfeind die Zentrallogistik: Ein Shuttle-Lager für mehr als 45.000 Behälter kostet über 30 Millionen Euro und soll im Frühsommer 2029 fertig sein. Die neue Energiezentrale für über 10 Millionen Euro arbeitet mit Wärmepumpen und soll den Erdgasanteil am Standort senken, bis Frühjahr 2027 werden die Bestandsgebäude angeschlossen.[3] Seit dem Baubeginn des Campus im Juni 2026 laufen alle drei Projekte gleichzeitig.

Warum baut Bauerfeind in Deutschland aus?

Bauerfeind wächst nach Berthans Worten das sechste Jahr in Folge.[2] Das Unternehmen begründet den Ausbau mit der Nachfrage nach Bandagen, Orthesen, Kompressionsstrümpfen und Einlagen sowie mit zusätzlichem Personalbedarf durch den demografischen Wandel.[4] Der Wandel wirkt für Bauerfeind doppelt: Mehr ältere Menschen brauchen Orthesen und Kompressionsstrümpfe, zugleich gehen Beschäftigte in Rente.

Als Vorteil des Stammsitzes nennt Berthan kurze Wege zwischen Entwicklung und Fertigung, so kämen Neuerungen schneller in die Produktion.[2] Den Ausbau bezeichnet er als „langfristiges Bekenntnis“ zum Kerngeschäft, zu Deutschland und zu Zeulenroda.[4] Im nahen Gera startete Bauerfeind 2019 mit sieben Beschäftigten, heute fertigen dort mehr als 300 Menschen Orthesen und Strümpfe.[3]

Bauerfeind: drei Baustellen am Stammsitz
Was in Zeulenroda-Triebes entsteht und wo der Ausbau steht
rund 100 Mio. €
fließen in Campus, Zentrallogistik und Energiezentrale
etwa 60 Mio. €
kostet allein der Campus mit zwei Hallen, Laboren und Kantine
1.500 von 2.600
Bauerfeind-Beschäftigten arbeiten in Zeulenroda
rund 430 Mio. €
Jahresumsatz, die Investition entspricht knapp einem Viertel
Stand der Bauprojekte
September 2025
Baubeginn der Energiezentrale mit Wärmepumpen, über 10 Mio. €
November 2025
Baubeginn der Zentrallogistik mit Shuttle-Lager, über 30 Mio. €
Juni 2026
Baubeginn des Campus mit Produktionshalle und Rohwarenlager
23. Oktober 2026
Zeitkapsel in der Bodenplatte, Bau laut Bauleitung im Zeit- und Kostenplan
Februar 2028
Geplante Eröffnung des Campus
Frühsommer 2029
Erweiterung der Zentrallogistik soll abgeschlossen sein

Was bedeutet der Ausbau für die Region?

Zeulenroda-Triebes zählte Ende 2023 genau 15.890 Einwohner.[5] Rechnerisch kommt damit auf knapp elf Einwohner ein Bauerfeind-Arbeitsplatz, auch wenn ein Teil der Belegschaft aus dem Umland pendelt.

Bauerfeind steckt fast ein Viertel seines Jahresumsatzes in eine Kleinstadt mit knapp 16.000 Einwohnern. Die Investition rechnet sich nur, solange die Nachfrage über Jahre hält.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Drei Tage nach dem Baustellentermin kündigte Aryzta an, das Backwarenwerk im thüringischen Nordhausen zu schließen. Auch aus der Gesundheitsbranche kamen zuletzt Abwanderungssignale: Aesculap knüpft den Verbleib seiner Logistik mit 250 Stellen in Tuttlingen an den Kauf einer Straße, Roche setzt neue Investitionen in Deutschland aus.

Rechnen Sie als Arbeitgeber im Landkreis Greiz gerne damit, dass Bauerfeind spätestens ab der Campus-Eröffnung 2028 mehr Fachkräfte für Produktion, Lager und Entwicklung sucht.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Freie PresseBauerfeind investiert im Vogtland 100 Millionen: ‚China Speed gibt es auch in Thüringen!‘ (23.10.2026, hinter Bezahlschranke)
  2. MDR ThüringenBauerfeind baut für 60 Millionen Euro neuen Campus24.10.2026
  3. BauerfeindFaktenblatt (Stand: Mai 2026) (21.05.2026, PDF)
  4. Bauerfeind, Mitarbeitermagazin NahtlosBauerfeind investing 100 million euros by 2028Mai 2026
  5. Thüringer Landesamt für StatistikBevölkerung der Gemeinden (Stand 31.12.2023)

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