Oberhalb von 80 Prozent Ladestand kann der Akku des Elektro-SUVs in Brand geraten, meldet Audi der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Die betroffenen Zellen kommen aus dem Werk von SK On im ungarischen Komárom, die Ursache sucht Audi noch. Nach den Akku-Rückrufen bei VW trifft die Serie damit auch die Ingolstädter Konzernschwester.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAm 21. September erfuhr der Produktsicherheitsausschuss von Audi von überhitzten Hochvoltbatterien in anderen Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns, die denselben Batterietyp nutzen wie der Q4 e-tron. Am 14. Oktober beschloss das Gremium den freiwilligen Rückruf, obwohl Audi von keinem einzigen Fall am eigenen Modell weiß. Eine Woche später reichte die US-Tochter des Konzerns den Rückrufbericht ein.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Betroffen sind 7.040 Q4 e-tron und 2.008 Q4 Sportback e-tron der Modelljahre 2024 und 2025.
- Oberhalb von 80 Prozent Ladestand kann ein Brand im Akku von Zelle zu Zelle übergreifen.
- Audi schätzt den Anteil tatsächlich fehlerhafter Autos auf 0,1 Prozent.
- Eine dauerhafte Abhilfe entwickelt Audi noch, die Halter bekommen bis zum 18. Dezember Post.
Welche Autos ruft Audi zurück?

Der Rückruf mit der Nummer 26V698 erfasst Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron, gebaut zwischen Ende November 2023 und Ende April 2025. Eingegrenzt hat Audi die Autos über Fertigungs- und Ladedaten. Betroffen sind nur Autos mit Zellen aus einer bestimmten Produktionscharge von SK Battery Manufacturing in Komárom. Den Anteil tatsächlich fehlerhafter Autos schätzt Audi auf 0,1 Prozent, rechnerisch rund neun Fahrzeuge.[1]
Als Ursache vermutet der Bericht Abweichungen in der Batteriefertigung. Bei Autos mit unauffälligen Diagnosedaten sind vorerst keine Maßnahmen nötig. Fehlen die Daten oder zeigen die Werte Auffälligkeiten, sollen die Halter höchstens auf 80 Prozent laden und den Akku beim Audi-Händler prüfen lassen. Je nach Befund fällt die Grenze danach weg oder bleibt bis zur dauerhaften Abhilfe.[1]
Warum schützt die Ladegrenze vor dem Brand?
Mit dem Ladestand steigen Zellspannung und gespeicherte Energie. Eine fehlerhafte Zelle kann dann thermisch durchgehen, sich also unkontrolliert selbst erhitzen, und dabei mehr Energie freisetzen. Die Überhitzung kann auf benachbarte Zellen übergreifen, vor genau dieser Kettenreaktion warnt der Bericht oberhalb von 80 Prozent. Die Grenze senkt das Risiko, ohne den Fertigungsfehler zu beseitigen. Viele Hersteller empfehlen 80 Prozent ohnehin, weil der niedrigere Ladestand die Alterung des Akkus bremst.
Ein solcher Fehler lässt sich laut Bericht von außen nicht sofort erkennen. Audi trennt deshalb anhand der Batteriedaten unauffällige von auffälligen Autos und bat SK um ein Datum, ab dem die Zellen einwandfrei sind. Ab dem 18. Februar 2027 schreibt die EU-Batterieverordnung für Traktionsbatterien einen digitalen Batteriepass vor, der Hersteller, Werk und Herstellungsdatum festhält.[2] Betroffene Zellen ließen sich damit schneller den Autos zuordnen.
Audi erwartet rund neun defekte Autos und ruft 9.048 zurück, weil sich die fehlerhafte Zelle von außen nicht erkennen lässt.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Rückruf für Q4-Halter in Europa?
Gebaut wird der Q4 e-tron im VW-Werk Zwickau, die betroffenen Zellen stammen aus Ungarn. Die betroffenen Autos wurden laut Bericht überwiegend für den nordamerikanischen Markt gebaut, wohin der Rest ging, nennt Audi nicht.[1] In den USA rät VW 22.524 ID.4-Haltern zur Ladegrenze von 80 Prozent. Für mehrere ID.-Modelle und den Cupra Born hat VW Mitte Oktober dieselbe Grenze in Europa angekündigt, ebenfalls wegen fehlerhafter Zellen von Zulieferern. Ob Zellen aus Komárom auch in diesen Autos stecken, sagen weder Volkswagen noch Audi.
Fuhrparkleiter mit Q4 e-tron der Baujahre 2023 bis 2025 lassen am besten die Fahrgestellnummern beim Audi-Partner prüfen und sehen regelmäßig in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts nach. Belege über eine Akkuprüfung gehören in die Fahrzeugakte, denn der Zustand der Batterie bestimmt den Wertverlust beim Wiederverkauf mit.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- National Highway Traffic Safety AdministrationPart 573 Safety Recall Report 26V698, Audi Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron der Modelljahre 2024 und 2025, Hochvoltbatterie (eingereicht von Volkswagen Group of America am 21. Oktober 2026)
- Amtsblatt der Europäischen UnionVerordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien
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