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Im Akku des Cybercab hat Tesla neben und unter den Modulen bewusst Platz frei gelassen. Robert Sumpf, bei Tesla Leiter der mechanischen Konstruktion für Batteriemodule und -packs, begründet den Leerraum mit einer späteren Zellchemie mit geringerer Energiedichte. Für eine Robotaxi-Flotte zählen Zellpreis und Lebensdauer mehr als die Reichweite.

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„Wir haben weniger Batteriekapazität gebraucht, als wir dachten“, sagt Lars Moravy, bei Tesla Vizepräsident für Fahrzeugtechnik, in einem am 26. Oktober veröffentlichten Video des US-Ingenieurbüros Munro & Associates.[1] Heute fährt der Cybercab mit Teslas eigenen 4680-Rundzellen mit Nickel-Mangan-Kobalt-Kathode (NMC). Der freie Raum hält dem Robotaxi den Wechsel auf Lithium-Eisenphosphat (LFP) offen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Tesla hat den Akku des Cybercab so ausgelegt, dass später LFP-Zellen hineinpassen.
  • Derzeit nutzt das Robotaxi NMC-Zellen im Format 4680 aus eigener Fertigung.
  • Nach Angaben der Ingenieure soll der Cybercab 500.000 Meilen halten, rund 805.000 Kilometer.
  • Weltweit stellte LFP 2025 mehr als 55 Prozent der E-Auto-Batterien, in der EU gut 10 Prozent.

Was sagen Teslas Ingenieure über den Cybercab-Akku?

Silberne Batterien und ein orangefarbenes „Reserviert“-Schild in einer Metallschale
Moravy und sein Team zeigen die Konstruktion des Tesla-Robotaxis. Das Akkugehäuse enthält Platz für zukünftig einsetzbare LFP-Zellen

In dem Video führen Moravy und sein Team durch Konstruktion und Fertigung des Robotaxis. Sumpf zeigt dabei auf ungenutzte Flächen im Akkugehäuse. Tesla habe im Gehäuse Raum für eine Zellchemie mit noch geringerer Energiedichte freigehalten, um bei steigenden Stückzahlen auf der Plattform auch LFP-Zellen einsetzen zu können, sagt Sumpf.[1] Der Ingenieur beschreibt eine Option, einen Termin für den Wechsel hat Tesla nicht genannt.

Laut den Ingenieuren ist der Cybercab auf eine Lebensdauer von 500.000 Meilen ausgelegt. Einzelne Module sollen sich leichter tauschen lassen als beim Model Y, bei dem die Zellen verklebt in einem tragenden Akkugehäuse sitzen.[1] Bei einem Schaden tauscht die Werkstatt dann ein Modul statt des ganzen Akkus.

Warum passt LFP zu einem Robotaxi?

Eine Kathode aus Lithium-Eisenphosphat kommt ohne Nickel und Kobalt aus, die teuersten Rohstoffe einer NMC-Zelle. Pro Kilogramm speichern LFP-Zellen weniger Energie, vertragen dafür mehr Ladezyklen und bleiben bei Hitze länger stabil. Ein Taxi fährt viele Stunden am Tag und lädt mehrmals, die Zyklenfestigkeit zählt dort mehr als die maximale Reichweite. Altert der Akku langsamer, verteilen sich seine Kosten auf mehr Kilometer. Wie stark Ladestand und Zyklenzahl die Alterung der Batterie beeinflussen, zeigt sich bei Vielfahrern zuerst.

Neu ist der Chemiewechsel für Tesla nicht: Das Model 3 fährt in der Einstiegsvariante seit Jahren mit LFP-Zellen, BYD hat seine Blade-Batterie von Anfang an auf diese Zellchemie ausgelegt. General Motors geht einen anderen Weg und will mit manganreichen Zellen aus jeder Kilowattstunde 20 Prozent mehr Reichweite holen.

Ein Taxi-Akku für 500.000 Meilen muss billig und zyklenfest sein, die Reichweite kommt erst danach.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Der Cybercab-Akku in Zahlen
Was Teslas Ingenieure zeigen und wo LFP heute steht
500.000
Meilen Lebensdauer, rund 805.000 Kilometer, peilt Tesla für den Cybercab an
4680
heißt das Format der NMC-Rundzellen aus eigener Fertigung, die heute im Cybercab sitzen
über 55 %
der 2025 weltweit verbauten E-Auto-Batterien nutzten LFP, 2024 waren es knapp 50 %
über 10 %
betrug der LFP-Anteil an den E-Auto-Batterien in der EU 2025, ähnlich wie im Vorjahr

Was bedeutet das für Europa und Fuhrparks?

In der EU spielt LFP bisher eine Nebenrolle: Laut Internationaler Energieagentur kam die Zellchemie 2025 auf gut 10 Prozent der E-Auto-Batterien, weltweit auf mehr als 55 Prozent.[2] Europäische Hersteller ziehen nach, VW bietet den ID. Cross mit einer LFP-Batterie mit 37 kWh an, Lanxess baut in Krefeld ein Labor für LFP-Rohstoffe auf. In Grünheide plant Tesla eine eigene Zellfertigung mit 18 Gigawattstunden im Jahr.

Robotaxi-Flotten rücken auch in Europa näher: Uber will fahrerlose Autos in München einsetzen, Bolt plant für 2027 Robotaxis in Madrid. Fuhrparkleiter mit Stadtflotten und hoher Laufleistung prüfen bei der nächsten Beschaffung am besten die Zyklenangaben der Hersteller, die Garantie auf die Restkapazität und den erwarteten Wertverlust nach fünf Jahren.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Munro LiveTesla Cybercab Deep Dive: Inside the Engineering with Lars Moravy and Team (YouTube)26.10.2026
  2. Internationale Energieagentur (IEA)Global EV Outlook 2026: Electric vehicle batteries (2026)

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