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Vier Ingenieursstellen schreibt Falk Defence derzeit in Leipzig aus, vom Systemingenieur bis zum Navigationsingenieur. Das 2025 gegründete Düsseldorfer Start-up entwickelt dort eine gelenkte Artillerierakete mit rund 100 Kilometern Reichweite. Wo die Rakete später in Serie geht, hat Falk Defence noch nicht entschieden.

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„Diese Lücke möchte Falk Defence schließen“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur das Unternehmen zur Abhängigkeit Deutschlands von Raketenartillerie aus Drittstaaten.[1] Nach dem US-Hersteller Covenant fasst eine zweite Raketenfirma in Leipzig Fuß.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Falk Defence hat im Frühjahr 2026 ein Büro in Leipzig eröffnet und sucht dort vier erfahrene Ingenieure.
  • Die Lenkrakete Siegfried SF1-100 soll rund 100 Kilometer weit fliegen, Prototypen sollen in Leipzig entstehen und getestet werden.
  • Wo das Start-up die Rakete fertigen will, ist offen.
  • Investitionssumme, Stellenzahl im Endausbau und Fördergeld hat Falk Defence nicht genannt.

Was entwickelt Falk Defence in Leipzig?

Modell einer Rakete neben einem Gebäudemodell mit dem Schild „Standort offen“ auf weißem Hintergrund
Siegfried SF1-100: Gelenkte Artillerierakete mit 100-km-Reichweite von Falk Defence mit 70 Prozent Kostenvorteil durch europäische Standardbauteile

Die Siegfried SF1-100 ist eine gelenkte Artillerierakete, die vom Boden aus Ziele in rund 100 Kilometern Entfernung treffen soll.[1] Falk Defence will die Rakete aus handelsüblichen Bauteilen bauen, ausschließlich mit europäischen Zulieferern, und aus gängigen Werfern verschießen. Den Kostenvorteil in der Herstellung beziffert das Start-up auf rund 70 Prozent gegenüber vergleichbaren Systemen.[2]

Gefertigt wird in Leipzig vorerst nichts. Das Büro dient der Entwicklung: Ausgeschrieben sind Vollzeitstellen für einen Systemingenieur, einen Flugtest-Ingenieur, einen Softwareentwickler und einen Navigationsingenieur für die Steuerung bei ausgefallenem GPS.[3] Auftrag, Investitionssumme und Produktionsort sind nicht bekannt.

Warum wählen Raketenhersteller Leipzig?

Laut dem Fachportal Hartpunkt bereitet die Bundeswehr einen Rahmenvertrag über rund 500 Raketenwerfer vom Typ MARS 3 vor, etwa die Hälfte davon für sich selbst. Als erste Munitionstranche sollen Raketen mit 150 Kilometern Reichweite für mehrere Milliarden Euro folgen, bis 2030 im niedrigen fünfstelligen Bereich. Der Bundestag sollte darüber im zweiten Halbjahr 2026 beraten.[4] Die Werfer kommen vom israelischen Hersteller Elbit und von KNDS, Falk Defence will mit seiner Rakete in den Munitionsmarkt.

Für die Region Leipzig sprechen nach Ansicht von Markus Kurczyk, Generalmajor a. D. und Vorsitzender des Mitteldeutschen Instituts für Sicherheitsindustrie, die Erfahrung in der Metallverarbeitung, die Fachkräfte und der Flughafen Leipzig/Halle.[1] Covenant hat Anfang Oktober im Leipziger Norden eine Fabrik für Marschflugkörper eröffnet. Das US-Unternehmen investiert dort rund 250 Millionen Euro und will bis zu 250 Stellen schaffen. Seit vergangener Woche hat das Werk mit Dänemark einen ersten Abnehmer.

Falk Defence in Leipzig: was feststeht, was offen ist
Ein Entwicklungsbüro, eine Rakete im Prototypenstadium, noch kein Werk
100 km
Reichweite, die Falk Defence für die Siegfried SF1-100 anpeilt
70 %
Kostenvorteil in der Herstellung, den Falk Defence gegenüber vergleichbaren Systemen beziffert
4
ausgeschriebene Ingenieursstellen in Leipzig, Stand 27. Oktober 2026
rund 500
MARS-3-Raketenwerfer im geplanten Rahmenvertrag der Bundeswehr
Wo das Projekt steht
2025
Gründung mit Firmensitz in Düsseldorf
Frühjahr 2026
Büro in Leipzig für Forschung und Entwicklung
Oktober 2026
Stellen für Prototypen, Flugtests und Navigation ausgeschrieben
offen
Produktionsort, Investitionssumme, Stellen im Endausbau und Auftraggeber

Was bedeutet die Ansiedlung für Unternehmen in der Region?

Für die Fertigung greifen junge Rüstungsfirmen gern auf bestehende Werke zurück. Helsing kaufte Grob Aircraft und investierte seither rund 18 Millionen Euro in Mattsies, wo zwei Prototypen des unbemannten Kampfflugzeugs CA-1 Europa entstehen. Covenant mietete in Leipzig eine vorhandene Halle, statt neu zu bauen.

Ein Büro mit vier offenen Stellen macht Leipzig noch nicht zum Raketenstandort. Über Arbeitsplätze in größerer Zahl entscheidet erst der Ort der Serienfertigung.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Ingenieure holt sich die Rüstung inzwischen auch aus der Autoindustrie: Audi verleiht Fachkräfte aus Ingolstadt an Rüstungsfirmen, ZF stellt Entwickler für Diehl Defence ab. Mit Covenant und Falk Defence bekommen Leipziger Arbeitgeber zusätzliche Konkurrenz um erfahrene Entwickler. Liefern Sie Metallteile, Elektronik oder Sensorik aus Sachsen oder Thüringen, sprechen Sie Falk Defence gerne schon in der Prototypenphase an, denn die Lieferkette soll vollständig europäisch sein.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. dpa, veröffentlicht in der VolksstimmeVerteidigung: Rüstungs-Start-up will in Leipzig Raketen entwickeln25.10.2026
  2. Falk DefenceEurope’s Next Generation Rocket Artillery System (abgerufen am 27.10.2026)
  3. Falk DefenceCareers: Open Positions (abgerufen am 27.10.2026)
  4. HartpunktRund 500 Raketenartilleriesysteme: Bundeswehr bereitet Großbestellung für MARS 3 vor03.03.2026

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