Bis zu 330.000 Euro zahlt Mercedes-Benz laut Handelsblatt Beschäftigten aus der Fertigung, die ihren Arbeitsplatz freiwillig räumen. Die Angebote gelten in den Komponentenwerken Stuttgart-Untertürkheim und Berlin, beide bauen Antriebsteile. Wie viele Stellen dort wegfallen sollen, nennt der Konzern nicht.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenBisher erhielten bei Mercedes vor allem Beschäftigte in Verwaltung, Entwicklung und IT Abfindungsangebote. Nach Einträgen im Konzern-Intranet, die das Handelsblatt einsehen konnte, läuft seit Anfang September auch in der Produktion der beiden Werke eine Runde von Freiwilligenprogrammen, zunächst bis November.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Laut Handelsblatt zahlt Mercedes Produktionsbeschäftigten in Untertürkheim und Berlin bis zu 330.000 Euro für einen freiwilligen Abschied.
- Die Programme laufen seit Anfang September und sind vorerst bis November befristet.
- Ab Dezember sollen Beschäftigte in Verwaltung und Entwicklung erneut Angebote erhalten, in der ersten Runde nahmen rund 5.500 von ihnen ein Angebot an.
- Die Beschäftigungssicherung schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2034 aus.
Was berichtet das Handelsblatt?

Beschäftigte in den beiden Werken erhalten laut Handelsblatt teils sechsstellige Summen.[1] Dem Bericht zufolge baut Mercedes am Stammwerk Untertürkheim und in Berlin schon seit Jahren über solche Programme Personal ab, die aktuelle Runde ist also nicht die erste. Wie viele Angebote angenommen wurden und nach welcher Formel sich die Summe berechnet, geht aus dem frei lesbaren Teil des Berichts nicht hervor.
Am 30. September hatte Mercedes nur für die indirekten Bereiche eine Neuauflage angekündigt, also für Funktionen ohne direkten Bezug zur Fertigung.[2] Die erste Runde von April 2025 bis März 2026 endete mit rund 5.500 Abgängen bei etwa 40.000 angeschriebenen Beschäftigten, wie Dr. Web zur zweiten Runde des Abfindungsprogramms berichtete. In der Produktion laufen die Angebote also ohne öffentliche Ankündigung.
Warum zahlt Mercedes gerade in den Antriebswerken?
Ein Elektroantrieb besteht aus weit weniger Teilen als Verbrennungsmotor und Schaltgetriebe, mit jedem auslaufenden Verbrenner schrumpft in Untertürkheim und Berlin-Marienfelde also die Arbeit. In Marienfelde läuft seit dem 9. Juni 2026 die Serienfertigung des Axialflussmotors auf sieben Linien.[3] Mercedes nennt keine Zahl zu den Beschäftigten der neuen Fertigung.
Mit dem Sparprogramm „Next Level Performance“ will Mercedes ab 2027 jährlich rund fünf Milliarden Euro einsparen, im September stellte Produktionsvorstand Michael Schiebe ein Montage- und ein Antriebswerk zur Disposition. Weil die Jobgarantie bis Ende 2034 betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, kann der Konzern die Belegschaft nur über natürliche Fluktuation, weniger Leiharbeit und bezahlte Aufhebungsverträge verkleinern.
Was bedeutet der Personalabbau für Zulieferer in der Region Stuttgart?
Mercedes steht mit dem Weg über freiwillige Abgänge nicht allein. BMW schloss sein Abfindungsprogramm nach zwölf Tagen, Volkswagen will 12.000 weitere Stellen über Transfergesellschaften abbauen. Bei Mercedes selbst sollen weniger Leiharbeiter in Sindelfingen, Bremen und Rastatt arbeiten.
Härter trifft der Wandel die Zulieferer ohne Jobgarantie: Der Mercedes-Zulieferer Aios aus Überherrn ist insolvent, knapp 300 Stellen stehen dort auf dem Spiel. Als Zulieferer von Motor- und Getriebeteilen sollten Sie Ihre Abrufmengen für 2027 prüfen. Als Arbeitgeber in der Region Stuttgart dürfen Sie mit Bewerbungen erfahrener Fertigungskräfte rechnen, die mit einer Abfindung im Rücken eine neue Stelle suchen.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- HandelsblattAutobauer: Mercedes bietet bis zu 330.000 Euro Abfindung in der Produktion (27.10.2026, hinter Bezahlschranke)
- Rhein-Neckar-Zeitung (dpa)Autobauer: Mercedes-Benz reaktiviert Abfindungsprogramm in Deutschland
- Mercedes-Benz GroupMeldung zum Serienstart des Axialflussmotors im Werk Berlin-Marienfelde
Mehr Newshunger?
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- Volkswagen will 12.000 weitere Stellen abbauen und setzt dafür auf Transfergesellschaften
- Mercedes will weniger Leiharbeiter in Sindelfingen, Bremen und Rastatt
- BMW schließt das Abfindungsprogramm nach zwölf Tagen und entscheidet bis Mitte November über jeden Antrag
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