Google hat am 26. Oktober seinen Leitfaden gegen von Nutzern erstellten Spam um eine klare Voreinstellung ergänzt: Plattformen sollen Seiten, die Nutzer nur per Link teilen, mit noindex aus der Suche halten. Gemeint sind etwa geteilte KI-Chats, generierte Inhalte und Web-Apps. In der deutschen Fassung der Hilfeseite fehlt der neue Abschnitt bislang.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenKnapp 4.500 geteilte ChatGPT-Gespräche fand das Magazin Fast Company im Sommer 2025 mit einer einfachen Google-Suche, manche mit Namen und Wohnort.[3] OpenAI schaltete die Option, Chats auffindbar zu machen, daraufhin ab. Jetzt rät Google allen Diensten mit Teilen-Funktion, solche Seiten gar nicht erst in den Index zu lassen.
Das Wichtigste in Kürze
- Per Link geteilte, generierte oder interaktive Seiten sollen standardmäßig ein noindex tragen, ersatzweise für Crawler gesperrt sein.
- Eine Sperre in der robots.txt allein hält eine verlinkte Adresse nicht zuverlässig aus dem Index.
- Für Anbieter in der EU gilt zusätzlich die DSGVO.
Was hat Google im Leitfaden geändert?

Seit dem 26. Oktober nennt Google im ersten Absatz des Leitfadens neben Kommentarfunktionen auch Hosting-Plattformen und Werkzeuge, mit denen Nutzer geteilte Seiten, generierte Inhalte oder Web-Apps veröffentlichen.[1] Spammer legen dort laut Google große Mengen an Seiten an, die gegen die Spam-Richtlinien verstoßen.
Im neuen Abschnitt steht der Zweck jeder Seite im Mittelpunkt: Soll sie über die Suche auffindbar sein oder nur für Menschen mit dem Link? Für Seiten zum Teilen, zur Zusammenarbeit oder als Werkzeug empfiehlt der Konzern eine noindex-Regel als Voreinstellung, per Robots-Meta-Tag oder HTTP-Header X-Robots-Tag, alternativ eine Crawling-Sperre in der robots.txt. Laut Änderungsprotokoll sollen Plattformen Spam so früher erkennen.[2]
Warum genügt eine Sperre in der robots.txt nicht?
Ein Disallow-Eintrag in der robots.txt verbietet lediglich das Abrufen einer Adresse. Verlinken andere Websites auf einen geteilten Chat, kann Google die URL laut eigener Dokumentation trotzdem in die Ergebnisse aufnehmen, meist ohne Beschreibung. Eine noindex-Anweisung sieht der Crawler nur, wenn er die Seite laden darf.[4] Dass die Datei den Zugriff regelt und sonst nichts, betonte zuletzt auch Google-Mitarbeiter Gary Illyes.
Für Spammer und Angreifer lohnen sich Teilen-Funktionen, weil die Seiten auf einer bekannten Domain liegen. Wie Kriminelle geteilte Chats bei ChatGPT und Claude über Google-Anzeigen mit Schadsoftware verknüpften, beschrieb Push Security. Bei Metas KI-Agent Muse landeten die Titel geteilter Gespräche sogar in öffentlichen DNS-Datenbanken, weil jeder geteilte Chat eine eigene Subdomain mit dem Gesprächstitel bekam.
Was jeder Weg bewirkt
Steht im HTML-Kopf der Seite. Google ruft die Seite ab, liest die Anweisung und lässt die Seite aus dem Index.
Hält die Seite aus dem IndexKommt als HTTP-Header vom Server. Wirkt auch bei Dateien und Web-Apps ohne eigenen HTML-Kopf.
Hält die Seite aus dem IndexVerbietet nur das Abrufen. Verlinken andere Seiten auf die Adresse, kann Google sie ohne Beschreibung zeigen. Ein noindex auf der Seite liest Google dann nie.
Verhindert den Abruf, aber nicht zuverlässig die IndexierungOhne noindex macht ein Teilen-Knopf aus einem privaten Link eine Veröffentlichung, die der Nutzer nie gewollt hat.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was sollten Betreiber in Deutschland jetzt prüfen?
Die Empfehlung gilt weltweit. Für Anbieter in der EU kommt eine Pflicht aus der DSGVO hinzu: Nach Art. 25 Abs. 2 müssen Verantwortliche per Voreinstellung sicherstellen, dass personenbezogene Daten nicht ohne Eingreifen der Person einer unbestimmten Zahl von Menschen zugänglich werden.[5] Ein geteilter Chat mit Namen im Suchindex kann darunter fallen.
- Seitentypen prüfen: Geteilte Ergebnisse, Vorschau-Links, Mitgliederprofile und Anhangseiten bekommen noindex, sofern sie nicht in die Suche gehören. In WordPress lässt sich die Regel per SEO-Plugin je Inhaltstyp setzen.
- Header für Web-Apps: Fehlt einer Web-App ein eigener HTML-Kopf, hilft X-Robots-Tag. Eine zusätzliche robots.txt-Sperre verhindert, dass Google die Anweisung überhaupt liest.
- Neue Konten bremsen: Beiträge neuer Mitglieder sollten laut Google ein noindex erhalten, bis sich die Konten bewährt haben. Links in WordPress-Kommentaren tragen bereits automatisch das Attribut ugc, das sie als Nutzerbeitrag kennzeichnet.
- Ausschläge beobachten: In der Google Search Console zeigen die Berichte zur Seitenindexierung und zur Leistung, ob indexierte Seiten oder Suchanfragen plötzlich zunehmen. Google rät, sich automatisch warnen zu lassen, sobald wenige Konten den Großteil der indexierbaren Adressen erzeugen.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Google Search CentralPrevent User-Generated Spam on Your Site, aktualisiert am 26. Oktober 2026 (englisch)
- Google Search CentralLatest Google Search Documentation Updates, Eintrag vom 26. Oktober 2026 (englisch)
- Fast CompanyGoogle is indexing ChatGPT conversations, potentially exposing sensitive user data (englisch)
- Google Search CentralBlock Search Indexing with noindex, abgerufen am 27. Oktober 2026 (englisch)
- EUR-LexVerordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung), Art. 25
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