BMW nimmt keine Anmeldungen für sein Abfindungsprogramm mehr an. Zwölf Tage nach dem Versand der Angebote hat der Konzern sein Ziel nach eigenen Angaben erreicht. Bis Mitte November entscheidet BMW über jeden Antrag. Nicht jeder Interessent bekommt einen Aufhebungsvertrag.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenMitte Oktober hatte BMW das Programm laut BR vorerst gestoppt. Am Dienstag, 20. Oktober, bestätigte der Konzern der dpa, dass die Anmeldung geschlossen bleibt.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- BMW hat das Abfindungsprogramm am 20. Oktober geschlossen, weitere Anmeldungen sind nicht möglich.
- Bis Mitte November erfahren die Interessenten, ob sie einen Aufhebungsvertrag bekommen, BMW muss jedem Abgang zustimmen.
- Die dpa schätzt anhand von Angaben aus Konzernkreisen rund 5.000 Interessenten, vor allem aus München.
- Im Münchner Stadtrat fragt eine Fraktion, wie viel Gewerbesteuer die Abfindungen kosten.
Bekommt jeder Interessent einen Vertrag?

Seit dem 8. Oktober haben laut Handelsblatt mehrere Tausend Beschäftigte erklärt, dass sie gehen wollen.[2] Für das Programm gilt das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit: Beschäftigte und Konzern müssen zustimmen.[2] Nach Angaben aus Konzernkreisen bekommen die meisten Interessenten einen Vertrag, aber nicht alle.[1] Beim vorläufigen Stopp war noch offen, ob BMW jeden Antrag annimmt.
Wie viele Stellen in Deutschland wegfallen, sagt BMW nicht. Konzernkreise nannten im Sommer weltweit rund 8.000 Stellen, gut die Hälfte davon in Deutschland. Daraus leitet die dpa rund 5.000 Interessenten ab.[1] Angeschrieben waren rund 40.000 Beschäftigte aus Verwaltung und Entwicklung, die Fertigung war ausgenommen. Viele Verträge enden nicht sofort, spätestens aber im Oktober 2027.
Was kostet der Abschied?
Laut einem internen Dokument, das dem Handelsblatt vorliegt, bietet BMW teils 650.000 Euro Abfindung, dazu kommen eine sogenannte Turboprämie und eine BMW-Rente.[3] Die Kosten des Programms beziffern die Quellen unterschiedlich: Der BR nennt einen dreistelligen Millionenbetrag, die dpa leitet aus früheren Konzernaussagen Rückstellungen von gut einer Milliarde Euro ab.[4][1] Ab 2028 erwartet der Vorstand laut BR Einsparungen von einer Milliarde Euro im Jahr.[4] Parallel verkleinert BMW die Managementstrukturen um 20 Prozent.[5]
Warum rechnet München mit Folgen?
Weil die Fertigung ausgenommen war, trifft der Abbau laut dpa vor allem den Konzernsitz München, wo die meisten Beschäftigten außerhalb der Produktion arbeiten.[1] Die Stadtratsfraktion ÖDP/BK/ML will deshalb von Oberbürgermeister Dominik Krause wissen, mit welchen Ausfällen bei der Gewerbesteuer die Stadt von 2026 bis 2029 rechnet und ob der Haushalt 2027 genehmigungsfähig bleibt.[6]
Zwei Effekte wirken dabei. Abfindungen sind Betriebsausgaben und schmälern kurzfristig den Gewinn, aus dem sich die Steuer berechnet. Langfristig zählt die Lohnsumme: Die Gewerbesteuer eines Konzerns wird nach den Arbeitslöhnen an den einzelnen Standorten auf die Gemeinden verteilt.[7] Sinkt die Lohnsumme in München stärker als in den Werken, sinkt Münchens Anteil.
Bei Mercedes nahmen im ersten Durchgang rund 5.500 von 40.000 Angeschriebenen an, im Dezember startet dort die zweite Runde. Legt man die Rechnung der dpa zugrunde, erreichte BMW eine ähnliche Größenordnung in zwölf Tagen. Für Arbeitgeber im Großraum München heißt das: Bis Mitte November steht fest, wer BMW verlässt, die Austritte verteilen sich bis Oktober 2027.
Quellen
7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- dpa via HandelsblattJobabbau: BMW schließt Abfindungsprogramm für Mitarbeiter
- HandelsblattTausende wollen BMW verlassen – Abfindungsprogramm geschlossen
- HandelsblattInternes Dokument zeigt Details zu BMWs Abfindungspaket
- BR24Massives Interesse: BMW muss Abfindungsprogramm vorerst stoppen
- BMW GroupAgilität, Effizienz, KI-basierte Innovationen: BMW Group stellt Weichen für mehr Profitabilität und Resilienz
- Abendzeitung MünchenBMW zahlt Abfindungen – droht München ein Steuerloch?
- Gewerbesteuergesetz§ 29 Zerlegungsmaßstab
Mehr Newshunger?
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