Der nächste BMW-Rückruf wegen Brandgefahr läuft an: Über 740.000 Fahrzeuge weltweit müssen wegen eines fehleranfälligen Starterrelais in die Werkstatt, rund 42.300 davon in Deutschland.[1] Das Kraftfahrt-Bundesamt überwacht die Aktion unter der Referenznummer 16790R.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie Dimension überrascht weniger als die Wiederholung. Innerhalb eines Jahres ruft BMW damit zum dritten Mal Fahrzeuge zurück, weil der Starter zum Brandrisiko werden kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Abriebbedingte Ablagerungen im Starterrelais erhöhen den Kontaktwiderstand; im Extremfall drohen Kurzschluss und Fahrzeugbrand.
- Betroffen sind 13 Modellvarianten aus dem Bauzeitraum vom 31. Juli 2020 bis zum 26. Februar 2026, dazu der Toyota Supra.
- Weltweit zählt die Aktion über 740.000 Fahrzeuge, das KBA führt den Rückruf unter der Nummer 16790R.
- BMW tauscht den Starter kostenlos; bis zum Termin sollten betroffene Autos nach dem Start nicht unbeaufsichtigt laufen.
Welche Modelle müssen in die Werkstatt?

Betroffen sind 13 Modellvarianten vom 2er Coupé bis zum Z4, darunter 3er, 4er, 5er und 7er sowie die SUV-Reihen X3 bis X6.[1] Auch der Toyota Supra steht auf der Liste: Der Sportwagen basiert auf der Plattform des Z4 und läuft bei Magna in Graz vom Band, das Fehlerbild zieht sich also quer durch zwei Marken.
Halter erhalten Post vom Hersteller, sobald Teile und Termine bereitstehen. Ob ein konkretes Fahrzeug dabei ist, zeigt vorab die Rückruf-Abfrage per Fahrgestellnummer auf der BMW-Website; der Austausch kostet Eigentümer nichts.
Warum fällt ausgerechnet das Starterrelais aus?
Die technische Ursache klingt banal: Abrieb erzeugt Ablagerungen im Starterrelais, der elektrische Übergangswiderstand steigt, im schlimmsten Fall folgen Kurzschluss und Fahrzeugbrand.[1] Ein Kleinteil im Motorraum bringt damit eine Dreiviertelmillion Autos zurück in die Werkstatt.
Der tiefere Grund liegt in der Zyklenlast moderner Verbrenner. Eine Start-Stopp-Automatik lässt den Starter in einem Autoleben um ein Vielfaches öfter schalten als früher, und schon der Rückruf vom Februar 2026 nannte als Auslöser erhöhten Verschleiß nach sehr vielen Startvorgängen.[2]
Damit fügt sich die Aktion in eine Serie. Im Herbst 2025 tauschte BMW Starter in rund 1,15 Millionen Fahrzeugen, weil Wasser ins Relais eindringen konnte; im Februar 2026 folgten etwa 137.000 Autos mit verschleißendem Magnetschalter.[2] Drei Fehlerbilder treffen dasselbe Bauteilumfeld, und die Peripherie des Verbrenners altert damit schneller, als die Branche eingeplant hat, während Hersteller wie Porsche die Laufzeit von Verbrenner und Hybrid gerade wieder verlängern.
Die Starter-Serie: drei Rückrufe in einem Jahr
Betroffen? Prüfen Sie Ihr Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer (FIN) in der Rückruf-Abfrage auf der BMW-Website. Der Startertausch ist für Sie kostenlos; lassen Sie das Auto bis zum Werkstatttermin nach dem Start nicht unbeaufsichtigt laufen.
Drei BMW-Rückrufe für denselben Starter in nur einem Jahr sind kein Pech, sondern ein Konstruktionsthema. Die Start-Stopp-Ära verschleißt Bauteile, die früher ein Autoleben lang hielten.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet der Rückruf für Halter und Fuhrparks?
BMW tauscht den Starter kostenlos, bei einigen Modellen zusätzlich die Batterie. Bis zum Werkstatttermin sollten betroffene Fahrzeuge nach dem Start nicht unbeaufsichtigt laufen; ob ein Fahrzeug betroffen ist, zeigt die FIN-Abfrage auf der BMW-Website.
Fuhrparkverantwortliche gleichen jetzt am besten die Fahrgestellnummern des Bestands ab und bündeln die Werkstatttermine, bevor die Anschreiben eintreffen. Ein vom KBA überwachter Rückruf bleibt offen, bis die Werkstatt den Mangel behebt: Reagiert ein Halter dauerhaft nicht, kann die Zulassungsbehörde das Fahrzeug im äußersten Fall stilllegen.
Die Aufmerksamkeit der Regulierer richtet sich derzeit auf Software und Sensorik: Seit Juli filmt in jedem EU-Neuwagen eine Kamera den Fahrer, und ZF webt dafür sogar eine Infrarot-Signatur in den Sicherheitsgurt. Der Starter-Rückruf erinnert daran, dass klassische Elektromechanik genauso ausfallen kann wie Code. Prüfen Sie deshalb gerne noch heute per Fahrgestellnummer, ob Ihr Auto oder Ihr Fuhrpark betroffen ist.
Quellen
[1] ADAC: „Erneuter Rückruf bei BMW: Brandgefahr durch Starter-Defekt“ ↩
[2] auto motor und sport: „Erneuter Starter-Defekt mit Brandgefahr: BMW-Rückruf Februar 2026“ ↩
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