Robotaxis eines chinesischen Anbieters rollen bald durch Madrid. Am 10. September 2026 erteilte die spanische Verkehrsbehörde DGT dem Bündnis aus WeRide, Uber und AVOMO die landesweit erste Betriebslizenz für fahrerlose Fahrzeuge der Stufe L4.[1] Für europäische Entscheider ist weniger der Standort die Nachricht als der Absender.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Spanien vergibt seine erste L4-Betriebslizenz an WeRide, Uber und AVOMO.
  • Zunächst fahren Dutzende Robotaxis vom Typ WeRide GXR mit Sicherheitspersonal an Bord durch die Region Madrid.
  • WeRide hält damit Fahrgenehmigungen in neun Ländern und setzt auf ein Lizenzmodell statt eigener Flotten.
  • Deutschland hat seit 2021 ein L4-Gesetz, aber bislang keinen vergleichbaren kommerziellen Dienst.

Wie kommt ein chinesischer Anbieter an Spaniens erste Lizenz?

Urkunde: Betriebsgenehmigung für automatisiertes Fahren, davor Spielzeugauto (Robotaxi)
WeRide lizenziert seine autonome Fahrsoftware an lokale Partner wie AVOMO, statt eigene Flotten aufzubauen. Uber stellt App und Fahrgäste bereit. Das Modell reduziert Kapitalkosten und ermöglicht internationale Skalierbarkeit

Lizenz statt Blechlawine. WeRide verkauft nicht Autos, sondern den virtuellen Fahrer. Die Software WeRide One steuert das Fahrzeug, der lokale Partner AVOMO betreibt und wartet die Flotte, Uber liefert App und Fahrgäste. Dieses arbeitsteilige Modell senkt den Kapitaleinsatz und macht die Technik über Ländergrenzen hinweg skalierbar.

Experimenteller Rahmen. Spanien besitzt noch kein finales Gesetz für den fahrerlosen Betrieb. Die DGT genehmigt deshalb über einen Erprobungsrahmen, unter dem zunächst geschulte Sicherheitskräfte an Bord bleiben, während die Partner Routen kartieren und den Betrieb validieren. Der öffentliche Fahrgastbetrieb soll bis Ende 2026 folgen.

Warum sammeln Chinas Robotaxi-Firmen Lizenzen in Europa?

Ein klares Muster. Madrid ist kein Einzelfall. WeRide und Uber brachten fahrerlose Taxis schon in die Schweiz, für 2027 ist ein Start in Dänemark angekündigt. Konkurrent Pony.ai fährt in Doha und in Seoul, Baidu betreibt Apollo Go in Dubai.

Neun Länder. WeRide hält nun in China, Spanien, der Schweiz, Belgien, Frankreich, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und den USA eine Fahrgenehmigung und ist nach eigenen Angaben in über 40 Städten präsent. Jede neue Zulassung senkt die Hürde für die nächste, weil Behörden auf bereits erteilte Genehmigungen schauen.

WeRide verkauft Europa den Fahrer als Software und lässt lokale Partner die Autos betreiben. Genau dieses Baukastenmodell bringt eine Genehmigung nach der anderen, während europäische Hersteller noch über eigene Flotten nachdenken.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Europas Sonderweg. Anders als in den USA bleibt der fahrerlose Betrieb in Europa an nationale Genehmigungen gebunden. Selbst ein Fahrassistent wie Teslas FSD ist erst in wenigen EU-Ländern freigegeben, während Deutschland weiter prüft.

WeRide in Europa: Spaniens erste Robotaxi-Lizenz

Wie ein chinesisches Bündnis fahrerlose Taxis nach Madrid bringt

L4
Spaniens erste Betriebslizenz für fahrerlose Robotaxis, erteilt von der Behörde DGT am 10.09.2026
9
Länder mit WeRide-Fahrgenehmigung, darunter Spanien, die Schweiz und die USA
40+
Städte weltweit, in denen WeRide autonome Fahrzeuge betreibt
Ende 2026
geplanter Start des öffentlichen Fahrgastbetriebs in der Region Madrid
Kontrast Deutschland: L4-Rechtsrahmen seit 2021 (§§ 1d bis 1l StVG), aber bislang kein kommerzieller Robotaxi-Dienst im Alltag.

Was bedeutet das für Deutschland?

Gesetz ohne Betrieb. Deutschland gab sich 2021 als erstes Land einen Rechtsrahmen für autonome Fahrzeuge (§§ 1d bis 1l StVG). Die AFGBV verlangt in § 14 für die Technische Aufsicht ein Ingenieur- oder Technikerzeugnis. Zudem bindet § 1e jeden Betrieb an einen behördlich genehmigten Betriebsbereich.[2]

Frage der Ausführung. Der Rahmen steht, doch ein kommerzieller Robotaxi-Dienst im Alltag fehlt bislang. Für Mobilität und Logistik heißt das: Chinesische Anbieter definieren gerade die Standards für Software, Betrieb und Datenflüsse, an die sich europäische Partner später anpassen. Flottenbetreiber klären früh die Technische Aufsicht nach § 14 AFGBV, den genehmigten Betriebsbereich und die Frage, wessen Fahrsoftware im Auto steckt.

Häufige Fragen zu Robotaxis in Madrid und Europa

Was bedeutet die L4-Lizenz für Robotaxis in Madrid?

L4 steht für vollautonomes Fahren ohne menschlichen Fahrer innerhalb eines festgelegten Betriebsbereichs. Die spanische Behörde DGT erlaubt WeRide, Uber und AVOMO damit den fahrerlosen Betrieb in der Region Madrid, zunächst mit Sicherheitspersonal an Bord. Der öffentliche Fahrgastbetrieb ist für Ende 2026 geplant.

Wer betreibt die Robotaxis in Madrid?

Drei Partner teilen sich die Rollen: WeRide liefert die autonome Fahrsoftware WeRide One, Uber vermittelt die Fahrten über seine App und AVOMO aus der Moove-Gruppe betreibt und wartet die Flotte. Zum Einsatz kommen Fahrzeuge vom Typ WeRide GXR.

In wie vielen Ländern fährt WeRide autonom?

Nach der spanischen Zulassung hält WeRide Fahrgenehmigungen in neun Ländern: China, Spanien, der Schweiz, Belgien, Frankreich, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und den USA. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen in über 40 Städten präsent.

Sind autonome Robotaxis in Deutschland erlaubt?

Deutschland hat seit 2021 einen Rechtsrahmen für autonome Fahrzeuge der Stufe L4 (§§ 1d bis 1l StVG, ergänzt durch die AFGBV). Der Betrieb ist an einen genehmigten Betriebsbereich und eine qualifizierte Technische Aufsicht gebunden. Einen kommerziellen Robotaxi-Dienst gibt es bislang aber nicht.

Quellen

[1] Uber Investor Relations: „WeRide, Uber, and AVOMO Bring Robotaxis to Madrid“

[2] Bundesamt für Justiz: „AFGBV § 14 (Technische Aufsicht)“

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