E.ONs Übernahme von OVO Energy sollte den Konzern zum größten Stromversorger Großbritanniens machen. Genau das ruft nun die britische Wettbewerbsbehörde CMA auf den Plan, die den Zusammenschluss seit dem 2. September prüft. Bis zum 28. Oktober fällt die erste Entscheidung darüber, ob der Deal ungehindert durchgeht.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenFür E.ON hängt viel an dieser Kartellprüfung, denn Großbritannien zählt zu den wichtigsten Auslandsmärkten des Konzerns. Der Zusammenschluss mit OVO Energy würde einen Anbieter mit rund 9,6 Millionen Kundinnen und Kunden schaffen und damit etwa ein Viertel des britischen Haushaltsmarktes bündeln.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- E.ON will OVO Energy übernehmen und damit zum größten Stromversorger Großbritanniens aufsteigen.
- Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat am 2. September 2026 eine Fusionsprüfung eröffnet.
- Gemeinsam kämen beide Anbieter auf rund 9,6 Millionen Kunden und etwa 25 Prozent des Haushaltsmarktes.
- Bis zum 28. Oktober 2026 entscheidet die CMA über Freigabe, Auflagen oder eine vertiefte Prüfung.
Warum ruft der Deal die Kartellwächter auf den Plan?

Der Auslöser ist die schiere Größe. Zusammen kämen E.ON und OVO auf rund ein Viertel aller britischen Haushaltskonten. Ab dieser Schwelle sieht die CMA den Wettbewerb gefährdet. Die Behörde hat die Fusionsprüfung am 2. September 2026 eröffnet und muss bis zum 28. Oktober über die erste Phase entscheiden.[2]
Drei Wege stehen am Ende der ersten Phase. Die CMA kann den Deal freigeben, ihn an Auflagen wie den Verkauf von Kundenportfolios knüpfen oder ihn in eine vertiefte Phase-2-Prüfung schicken. E.ON steht mit den Netzentgelten schon im Heimatmarkt unter Druck, wie der jüngste Renditebescheid der Bundesnetzagentur zeigt.
Steckt hinter dem Deal ein größeres Muster?
Der Fall reiht sich in eine Welle der Konsolidierung im europäischen Energievertrieb ein. Nach Jahren volatiler Gaspreise suchen Versorger Größe, um Beschaffung, IT und Kundenservice auf mehr Konten zu verteilen. Wettbewerbshüter schauen dabei genau hin, weil ein schrumpfender Anbietermarkt die Preise für Haushalte treibt.
Regulatorik als Dauerbegleiter zieht sich durch E.ONs Geschäft. Im Heimatmarkt streitet der Konzern über Fernwärme-Preisklauseln vor dem OLG Hamm, während die Politik parallel über günstige Alternativen wie Geothermie diskutiert. Der britische Vorstoß zeigt, dass Wachstum über Zukäufe heute an jeder Grenze durch die Kartellprüfung muss.
Ein Zukauf schafft erst dann Wert, wenn die Kartellbehörde ihn durchwinkt. E.ON kauft in Großbritannien nicht nur Kunden, sondern auch das Risiko teurer Auflagen.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet die Prüfung für E.ON?
Für den DAX-Konzern steht ein Kernmarkt auf dem Spiel. Landet der Fall in einer vertieften Phase-2-Prüfung, verzögert sich die Integration um Monate. Mögliche Auflagen könnten den erhofften Skaleneffekt schmälern. Termin 28. Oktober: Bis dahin liefert die CMA ihr erstes Votum.[2]
Zutrittspreis Auflagen: Für deutsche Entscheider ist der Fall eine Erinnerung, dass grenzüberschreitendes Wachstum an der Zustimmung fremder Behörden hängt. Konzerne mit Auslandszukäufen planen die Integration künftig mit Puffer für Auflagen, beobachten die Marktanteilsschwellen des Ziellandes und rechnen mögliche Rückbaupflichten von Anfang an ein. Auch im deutschen Netzgeschäft, wo E.ON beim Smart-Meter-Rollout auf neue Funktechnik setzt, bleibt der Takt eng an der Regulierung.
Die wichtigsten Eckdaten der CMA-Fusionsprüfung
Warum prüft die CMA E.ONs Übernahme von OVO Energy?
Zusammen kämen E.ON und OVO auf rund 9,6 Millionen Kunden und etwa ein Viertel des britischen Haushaltsmarktes. Ab dieser Größe sieht die britische Wettbewerbsbehörde CMA den Wettbewerb gefährdet und prüft, ob der Zusammenschluss die Preise für Haushalte treiben würde.
Wie groß wäre der neue Anbieter?
E.ON würde mit OVO Energy zum größten Stromversorger Großbritanniens aufsteigen. Gemeinsam betreuen beide rund 9,6 Millionen Kundinnen und Kunden und hielten damit etwa 25 Prozent des britischen Haushaltsmarktes nach Zahl der Konten.
Bis wann entscheidet die CMA?
Die CMA hat die Fusionsprüfung am 2. September 2026 eröffnet. Bis zum 28. Oktober 2026 muss die Behörde in Phase 1 entscheiden, ob sie den Deal freigibt, an Auflagen knüpft oder in eine vertiefte Phase-2-Prüfung schickt. Die Frist kann sich im Ausnahmefall verlängern.
Was bedeutet eine Phase-2-Prüfung für E.ON?
Eine Phase-2-Prüfung ist eine vertiefte Untersuchung, die viele Monate dauern kann. Für E.ON verzögert das die Integration von OVO. Am Ende drohen Auflagen wie der Verkauf von Kundenportfolios oder im äußersten Fall die Untersagung des Zusammenschlusses.
Quellen
[1] E.ON SE: „E.ON announces acquisition of UK energy supplier OVO“
[2] UK Competition and Markets Authority: „E.ON / OVO merger inquiry“
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