Die Schweiz bekommt den kommerziellen Robotaxi-Betrieb vor Deutschland. WeRide und Uber wollen ihren fahrerlosen Fahrdienst noch 2026 durch das Zürcher Furttal schicken, buchbar über die Uber-App. Grünes Licht gab das Bundesamt für Strassen bereits im November 2025. Deutschland hat sein Gesetz zum autonomen Fahren seit 2021, einen vergleichbaren Regelbetrieb aber bis heute nicht.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenIm Zürcher Furttal soll noch in diesem Jahr das erste fahrerlose Robotaxi der Schweiz Fahrgäste befördern, bestellt per Uber-App und betrieben vom chinesischen Anbieter WeRide. Hinter dem Start steht ein Muster, das sich quer durch Europa zieht: Chinas Robotaxi-Firmen expandieren schneller als die etablierte Autoindustrie.
Das Wichtigste in Kürze
- WeRide und Uber planen den kommerziellen Robotaxi-Betrieb im Großraum Zürich noch für 2026, gebucht über die Uber-App.
- Das Bundesamt für Strassen erteilte WeRide im November 2025 eine Genehmigung für fahrerlose Fahrten im Furttal. WeRide ist damit in acht Ländern zugelassen.
- Deutschland erlaubt Level-4-Fahrten im Regelbetrieb seit 2021 gesetzlich, ein kommerzieller Robotaxi-Dienst nach Zürcher Vorbild fehlt aber noch.
Was WeRide in Zürich plant

WeRide und Uber haben ihren Zürcher Robotaxi-Plan im Juni 2026 vorgestellt, den zweiten gemeinsamen Start in Europa nach Madrid.[1] Fahrgäste bestellen die Fahrten über die Uber-App, den Betrieb der Flotte übernimmt der Schweizer Mobilitätsdienstleister Rydera. Asset-light nennt WeRide dieses Modell: Der Konzern liefert die autonome Technik, Partner tragen Fahrzeuge und Betrieb.
Die rechtliche Grundlage steht seit dem 20. November 2025. An diesem Tag erteilte das Bundesamt für Strassen dem Unternehmen eine Genehmigung für fahrerlose Fahrten im Furttal, einem Gebiet von 110 Kilometern mit rund 460 Haltestellen.[2] Acht Länder haben WeRide inzwischen fahrerlose Fahrten erlaubt, darunter Frankreich, Belgien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Warum chinesische Robotaxis nach Europa drängen
Das Asset-light-Modell erklärt das Tempo. Statt eigene Flotten zu kaufen, verkauft WeRide seine Fahrsoftware samt umgebauten Fahrzeugen, während Uber und lokale Betreiber die Nachfrage bündeln. Nur die Genehmigung der jeweiligen Behörde steht dann noch zwischen dem Anbieter und dem ersten zahlenden Fahrgast. Nach eigenen Angaben betreibt WeRide Robotaxis in mehr als 40 Städten und zwölf Ländern.
Der Zürcher Start reiht sich in eine ganze Serie chinesischer Vorstöße ein. Baidus Apollo Go fährt in Dubai bereits fahrerlos für Uber. Die Uber-Plattform taucht in fast jedem dieser Projekte als Vertriebskanal auf, weil sie Fahrgäste liefert, die ein chinesischer Anbieter in Europa selbst nicht hätte. Auch Pony.ai hat 200 Robotaxis nach Seoul gebracht, tief hinein in Hyundais Heimatmarkt. Selbst in den USA rollen chinesische Fahrzeuge mit: Waymo importiert 3.200 Robotaxis des Herstellers Zeekr.
Nicht die Technik entscheidet über den Robotaxi-Markt in Europa, sondern die Behörde, die als Erste unterschreibt. Zürich zeigt, wie schnell das geht, sobald der Rechtsrahmen steht.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was der Zürcher Start für Deutschland bedeutet
Deutschland war 2021 das erste Land mit einem Gesetz für den fahrerlosen Regelbetrieb, verankert in den Paragrafen 1d bis 1l des Straßenverkehrsgesetzes. Der Rechtsrahmen steht also, doch ein kommerzieller Robotaxi-Dienst nach Zürcher Vorbild fehlt bis heute. Konkrete Pläne gibt es vor allem für München, wo Uber mit Technikpartnern einen Start vorbereitet.
Für deutsche Entscheider verschiebt sich damit die eigentliche Frage: nicht mehr, ob autonome Flotten kommen, sondern wer sie betreibt und wo die Sensordaten europäischer Straßen landen. Ein chinesischer Anbieter, der Kartierung, Kameras und Standortdaten ganzer Stadtviertel erfasst, wirft dieselben Sicherheitsfragen auf wie zuvor die Debatte um TikTok und Überwachungskameras aus China. Datenhoheit klären gehört deshalb in jede Ausschreibung, bevor die erste Flotte rollt.
Was ist ein Robotaxi?
Ein Robotaxi ist ein Taxi, das ohne menschlichen Fahrer fährt. Ein Computer steuert das Fahrzeug mit Kameras, Radar und Lidar-Sensoren und übernimmt die komplette Fahraufgabe. Die Fahrgäste bestellen die Fahrt meist über eine App und steigen ein, ohne dass jemand am Steuer sitzt.
Wann startet der Robotaxi-Dienst in Zürich?
WeRide und Uber wollen den kommerziellen Betrieb im Großraum Zürich noch 2026 aufnehmen, gebucht über die Uber-App. Die Grundlage steht seit November 2025: Damals erteilte das Bundesamt für Strassen eine Genehmigung für fahrerlose Fahrten im Furttal, einem Gebiet von 110 Kilometern.
Fahren Robotaxis auch in Deutschland?
Deutschland erlaubt fahrerlose Fahrten im Regelbetrieb seit 2021 gesetzlich, geregelt im Straßenverkehrsgesetz. Bislang laufen vor allem Pilotprojekte, ein kommerzieller Robotaxi-Dienst nach Zürcher Vorbild fehlt noch. Konkrete Pläne gibt es vor allem für München.
Wer haftet bei einem Unfall mit einem fahrerlosen Taxi?
In Deutschland haftet weiterhin der Halter des Fahrzeugs, abgesichert über die Kfz-Haftpflicht. Das Gesetz zum autonomen Fahren verlangt zusätzlich eine technische Aufsicht, die den Betrieb überwacht. Zusätzlich sollte vertraglich vorab geklärt sein, wer die Sensordaten auswertet und speichert.
Quellen
[1] WeRide: „WeRide and Uber Plan to Launch Commercial Robotaxi Service in Zurich“
[2] WeRide: „WeRide’s Robotaxi Receives Driverless Permit in Switzerland“
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