Pony.ai steigerte den Robotaxi-Umsatz im zweiten Quartal 2026 um 691 Prozent. Trotzdem verdient der chinesische Robotaxi-Betreiber mehr mit fahrerlosen Lastwagen als mit seinen Taxis. Unter dem Strich stehen 39,5 Millionen Euro Verlust. Die schwarze Null bleibt für das Robotaxi weit entfernt.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEin Robotaxi-Umsatz, der sich fast verachtfacht, klingt nach dem Durchbruch. Bei Pony.ai steht neben diesem Sprung jedoch ein Nettoverlust von 39,5 Millionen Euro im zweiten Quartal 2026. Der größte Umsatzbrocken stammt zudem weiterhin aus fahrerlosen Lastwagen, nicht aus dem Taxigeschäft.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Gesamtumsatz von Pony.ai stieg im zweiten Quartal 2026 um 68,8 Prozent auf 31,5 Millionen Euro.
- Der Robotaxi-Umsatz legte um 691 Prozent zu, blieb mit 10,5 Millionen Euro aber kleiner als das Robotruck-Geschäft mit 11,6 Millionen Euro.
- Der Nettoverlust sank von 46,4 auf 39,5 Millionen Euro, die Bruttomarge liegt bei 17,5 Prozent.
- Die Robotaxi-Flotte umfasst 1.975 Fahrzeuge und soll bis Jahresende auf über 3.500 wachsen.
Was steckt hinter dem Umsatzsprung?

Der Umsatz von Pony.ai wuchs vor allem, weil sich Flotte und bezahlte Fahrten vervielfachten. Der Gesamtumsatz erreichte 31,5 Millionen Euro, ein Plus von 68,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das reine Fahrgeld aus den Taxifahrten legte sogar um 849 Prozent zu.
Der Nettoverlust fiel von 46,4 auf 39,5 Millionen Euro, die Bruttomarge stieg von 16,1 auf 17,5 Prozent. Für ein Unternehmen, das jede Stadt einzeln erschließt und die Sensorik jedes Fahrzeugs bezahlt, bleibt der Weg zur schwarzen Null trotzdem lang.
Womit verdient Pony.ai wirklich Geld?
Den größten Umsatz bringt bei Pony.ai nicht das Robotaxi, sondern der fahrerlose Lastwagen. Das Robotruck-Geschäft steuerte 11,6 Millionen Euro bei und wuchs um 40 Prozent. Das Robotaxi kam auf 10,5 Millionen Euro, die Lizenz- und Ingenieurdienste auf 9,4 Millionen Euro.
Der Kontrast erklärt die Strategie. Fahrerlose Lastwagen fahren feste Autobahnrouten und teilen ihre Einnahmen mit keiner Buchungs-App. Das Robotaxi dagegen wächst rasant von einer winzigen Basis, muss aber Auslastung und die Umsatzteilung mit den Mitfahr-Plattformen erst in Gewinn verwandeln.
Denselben Weg über verkaufte Fahrsysteme und über das Ausland geht der Rivale WeRide. Pony.ai selbst bringt gemeinsam mit Uber über 2.000 Robotaxis nach Europa, holt das Geld bisher aber vor allem aus dem Frachtgeschäft.
Ein Umsatzsprung von 691 Prozent sieht nach Triumph aus. Solange der Robotruck das Robotaxi finanziert, bleibt Pony.ais eigentliches Kerngeschäft aber ein Versprechen, kein Verdienst.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Der Lastwagen schlägt das Taxi
Das Robotruck-Geschäft bringt mit 11,6 Millionen Euro mehr Umsatz als das Robotaxi mit 10,5 Millionen Euro. Fahrerlose Lastwagen fahren feste Autobahnrouten und teilen keine Einnahmen mit einer Buchungs-App. Barmittel und Anlagen zum 30. Juni 2026: rund 1,2 Milliarden Euro.
Was bedeutet das für den Robotaxi-Markt in Europa?
Für Europa zeigt Pony.ai, dass fahrerlose Flotten erst Kapital verbrennen, bevor der erste Gewinn entsteht. Der gemeinsame Start mit Uber bringt die Fahrzeuge zwar auf europäische Straßen, doch die Zulassung entscheidet bisher jedes Land selbst. In Dubai lässt Baidu seinen Apollo Go bereits fahrerlos für Uber fahren, während Tesla sein Cybercab in Austin ohne fertige Regel startete.
In Deutschland erlaubt die Verordnung zur autonomen Fahrfunktion (AFGBV) seit 2022 fahrerlose Fahrzeuge in festgelegten Betriebsbereichen, verlangt aber eine Technische Aufsicht, also einen ausgebildeten Menschen, der die Flotte aus der Ferne überwacht. Genau diese Aufsicht kostet Geld und drückt die Marge, die Pony.ai in China gerade erst aufbaut.[1]
Entscheider im Flotten- und Logistikgeschäft sollten die Robotruck-Zahlen deshalb ernster nehmen als die Taxi-Schlagzeilen. Der fahrerlose Transport auf festen Strecken rechnet sich früher. Dort fällt die europäische Zulassung zudem leichter als beim innerstädtischen Robotaxi.
FAQ: Pony.ai, Robotruck und Robotaxi im zweiten Quartal 2026
Ist Pony.ai profitabel?
Pony.ai schreibt weiterhin Verlust. Im zweiten Quartal 2026 lag der Nettoverlust bei rund 39,5 Millionen Euro, nach 46,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz wuchs zwar um 68,8 Prozent, die Bruttomarge von 17,5 Prozent reicht aber noch nicht, um die Kosten des Flottenausbaus zu decken.
Wie viele Robotaxis hat Pony.ai?
Pony.ais Robotaxi-Flotte umfasste Ende Juni 2026 rund 1.975 Fahrzeuge. Bis zum Jahresende plant das Unternehmen über 3.500 Fahrzeuge. Die App PonyPilot zählt mehr als 1,5 Millionen registrierte Nutzer in China.
Was ist ein Robotruck?
Ein Robotruck ist ein fahrerloser Lastwagen, der Fracht meist auf festgelegten Autobahnrouten transportiert. Bei Pony.ai brachte das Robotruck-Geschäft im zweiten Quartal 2026 mit 11,6 Millionen Euro mehr Umsatz als das Robotaxi und wuchs um 40 Prozent.
Wo fahren die Robotaxis von Pony.ai?
Pony.ai betreibt Robotaxis vor allem in chinesischen Großstädten wie Peking, Guangzhou, Shenzhen und Shanghai. Gemeinsam mit Uber will das Unternehmen zudem über 2.000 Robotaxis nach Europa und in den Nahen Osten bringen.
Ist autonomes Fahren in Deutschland erlaubt?
Fahrerlose Fahrzeuge sind in Deutschland seit 2022 erlaubt, allerdings nur in festgelegten Betriebsbereichen und unter einer Technischen Aufsicht. Die Verordnung zur autonomen Fahrfunktion (AFGBV) verlangt, dass ein qualifizierter Mensch die Flotte aus der Ferne überwacht und im Notfall eingreifen kann.
Quelle
[1] Pony AI Inc.: „PONY AI Inc. Reports Second Quarter 2026 Financial Results“
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