Jungheinrich bringt mit dem ETV 4i einen Schubmaststapler, der im Dreischichtbetrieb ohne Batteriepause auskommt. Der fest integrierte Lithium-Akku lädt in den Fahrpausen nach und macht den klassischen Batteriewechsel überflüssig. Die Produktivität steigt laut Hersteller um bis zu 20 Prozent. Für Betreiber enger Verteilzentren zählt dieser Wegfall oft mehr als jede Einzelkennzahl.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenSeit dem 1. September 2026 nimmt Jungheinrich Bestellungen für den ETV 4i entgegen, den neuen Schubmaststapler fürs Hochregallager. Die eigentliche Neuerung steckt nicht im Mast, sondern im Antrieb: einem fest verbauten Lithium-Akku, der die Wechselstation im Lager ablöst.
Das Wichtigste in Kürze
- Der ETV 4i hebt Lasten von 1,4 bis 2,5 Tonnen bis in 14 Meter Höhe.
- Der integrierte Lithium-Akku lädt zwischendurch und macht Batteriewechsel und Ladehalle überflüssig.
- Laut Jungheinrich steigt die Produktivität um bis zu 20 Prozent, vor allem durch die schnellere Hub- und Senkbewegung.
- Bestellbar ist der Schubmaststapler seit dem 1. September 2026.
Was kann der neue Schubmaststapler?

Bis zu 20 Prozent mehr Leistung verspricht Jungheinrich für den ETV 4i, vor allem über die höchste Hub- und Senkgeschwindigkeit seiner Fahrzeugklasse.[1] Der Stapler hebt Lasten von 1,4 bis 2,5 Tonnen und erreicht je nach Modell 14 Meter Hubhöhe, genug für die oberen Ebenen eines Hochregallagers.
Feinfühlige Assistenzsysteme sollen das Ein- und Auslagern sicherer machen, vom sanften Mastübergang bis zur Kamera für die Lastpositionierung. Eine ähnliche Richtung zeigt der Konzern bereits mit seinen neuen Staplern, die Menschen per KI erkennen.
Warum steckt die Neuerung im Akku?
Der integrierte Lithium-Akku ist der eigentliche Bruch mit der alten Technik. Klassische Blei-Säure-Stapler brauchen im Mehrschichtbetrieb einen zweiten Block, eine Wechselstation und eine belüftete Ladehalle, weil ein leerer Akku per Hebezeug getauscht werden muss.
Der Batteriewechsel entfällt, weil der ETV 4i in jeder Fahrpause nachlädt, beim Warten an der Rampe oder während der Pause des Fahrers. Mit dem Wechsel verschwinden auch der Reserveblock, die Wechseltechnik und die Fläche dafür. Aus diesem Wegfall speist sich ein guter Teil der versprochenen Produktivität, nicht allein aus der reinen Geschwindigkeit am Mast.
Im Lager entscheidet nicht der schnellste Mast über die Schicht, sondern der Akku, der nie zum Wechsel muss.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bringt das deutschen Lagern?
Rund um die Uhr ohne Wechselpause zu fahren, trifft den wunden Punkt vieler Verteilzentren, den Fachkräftemangel in der Lagerlogistik. Wo Schichten schwer zu besetzen sind, zählt jede Stunde, in der ein Stapler ohne Umbau weiterläuft.
Der Umstieg auf Lithium-Ionen prägt die Branche, von Kion mit seiner Tochter Dematic bis zu Jungheinrichs eigenem Ausbau der Lagerautomatisierung mit Shuttle-Robotern von Movu. Zugleich steht der Hersteller unter Preisdruck aus China und begegnet ihm unter anderem mit der Beteiligung am Mid-Tech-Bauer EP Equipment.
Ein nüchterner Vergleich lohnt sich vor dem Kauf: Wechselstation und Reserveblock gegen einen höheren Anschaffungspreis. Ob sich ein neuer Stapler oder Roboter im Lager wirklich rechnet, hängt an den Schichten und der Auslastung, nicht am Datenblatt.
FAQ: Jungheinrich ETV 4i und der Lithium-Schubmaststapler
Was unterscheidet einen Schubmaststapler von einem Gegengewichtsstapler?
Ein Schubmaststapler schiebt seinen Hubmast mitsamt Last nach vorne über die Radarme und arbeitet dadurch in deutlich schmaleren Gängen als ein Gegengewichtsstapler. Das spart Regalfläche und macht ihn zum typischen Gerät für hohe Lager mit engen Gängen.
Welchen Vorteil bietet ein integrierter Lithium-Akku gegenüber Blei-Säure?
Ein integrierter Lithium-Akku lädt in kurzen Pausen zwischendurch und macht den Batteriewechsel überflüssig. Blei-Säure-Stapler brauchen im Mehrschichtbetrieb dagegen einen zweiten Block, eine Wechselstation und eine belüftete Ladehalle.
Ab wann ist der Jungheinrich ETV 4i verfügbar?
Jungheinrich nimmt seit dem 1. September 2026 Bestellungen für den ETV 4i entgegen. Das Modell wurde im Februar 2026 vorgestellt und deckt laut Hersteller ein breites Anwendungsfeld vom Verteilzentrum bis zur Produktionsversorgung ab.
Wie hoch und wie schwer kann der ETV 4i heben?
Der ETV 4i hebt Lasten von 1,4 bis 2,5 Tonnen und erreicht je nach Modell bis zu 14 Meter Hubhöhe. Damit bedient er auch die oberen Ebenen eines Hochregallagers.
Für welche Betriebe lohnt sich der Umstieg auf Lithium-Ionen im Lager?
Am stärksten profitieren Lager mit mehreren Schichten und hoher Auslastung, weil dort jede eingesparte Wechselpause zählt. Bei Einschichtbetrieb mit langen Standzeiten fällt der Vorteil kleiner aus. Dann wiegt der höhere Anschaffungspreis schwerer.
Quelle
[1] Jungheinrich: „Jungheinrich stellt den neuen Schubmaststapler ETV 4i vor“
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